Sternekoch Vincent Klink : "Ich rate zum Vegetarismus"

Wer nicht über sein Essen nachdenkt, sollte besser nicht zum Fleisch greifen, empfiehlt der Sternekoch Vincent Klink.

DIE ZEIT: Mögen Sie Pferde?

Vincent Klink: Ja, klar!

ZEIT: Essen Sie sie auch?

Klink: Ein Züchter hat mir einmal Pferdefleisch geliefert. Das war ganz ausgezeichnet.

ZEIT: Und wie haben Sie es zubereitet?

Klink: Wie Rindfleisch. Aber ich muss Ihnen gestehen: Meine Frau hat gestreikt. Und ich habe sie verstanden. Die Beziehung zwischen Mensch und Pferd ist schon eine besondere. Und man muss auch nicht alles gegessen haben.

Vincent Klink betreibt in Stuttgart das sternegekrönte Restaurant Wielandshöhe © Vincent Klink

ZEIT: Mögen Sie Lasagne?

Klink: Eigentlich nicht, ich finde, es ist ein infantiles Gericht. Aber ich glaube, es ist sehr familientauglich.

ZEIT: Zu einer Fertig-Lasagne würden Sie vermutlich nie greifen?

Klink: Ich wüsste nicht, warum ich das tun sollte.

ZEIT: Manchen Menschen fehlt einfach die Zeit zum Kochen.

Klink: Wenn ich keine Zeit für etwas habe, dann lasse ich es einfach bleiben. Wenn ihnen die halbe Stunde zur Zubereitung einer Lasagne fehlt, empfehle ich ein berühmtes römisches Gericht: Maccaroni al pepe. Das sind Rigatoni mit grobem Pfeffer.

ZEIT: Darf man denn wenigstens fertige Nudeln kaufen? Oder muss man die auch selbst machen?

Klink: Wenn Menschen zu mir ins Restaurant kommen, erwarten sie natürlich selbst gemachte Nudeln, aber privat kann man Fertignudeln kaufen. Auch wenn ein preiswertes Gasthaus die Nudelplatten für die Lasagne kauft, finde ich das völlig in Ordnung.

ZEIT: Machen Sie in Ihrem Restaurant alles selbst? Soßen, Fonds...?

Klink: Ich benutze grundsätzlich keine Halbfabrikate. Selbst den Speck machen wir selbst. Erstens macht uns das Spaß, und zweitens wissen wir dann einfach, mit welchen Produkten wir es zu tun haben. Für meine Köche ist Kochen kein Job – es ist ein Beruf, eine Berufung, verbunden mit dem entsprechenden Berufsethos.

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