BrettspielSchach

von Helmut Pfleger

Schachaufgabe

Solle keiner sagen, nur "München leuchtet" (Thomas Mann). "Wenn es Nacht wird in Bamberg, dann kommt die Zeit von Jaume Plensas Poeten. Hoch oben sitzen sie da und wachen und denken – und leuchten" (Süddeutsche Zeitung). "Eight poets", die in sich versunken über Bamberg und die Bamberger nachzudenken scheinen. Sicher ein weites und fruchtbares Feld.

Womit ich einmal mehr beim österreichischen Schriftsteller Thomas Glavinic wäre, von dessen (Schach-)Roman Carl Haffners Liebe zum Unentschieden ich letzte Woche berichtete. Er hatte nämlich die Poetikprofessur 2012 in Bamberg inne. Gelehrte Professoren gruben sich bei einem zweitägigen Forschungskolloquium zu seinen Ehren in die innersten Verästelungen seiner Romane und Seele, er selber hielt, viel freundlicher und zugewandter, als man es bei seinen oft albtraumhaften Texten vermuten könnte, einige Vorlesungen, deren einer ich auch lauschen durfte. Und Erstaunliches erfuhr. Nicht so sehr, dass er Schach mag. Aber dass ihm in der Pubertät, als er sich jahrelang fünf Stunden täglich vor dem furchtbaren Alltag in das Schachspiel flüchtete, dieses ihn am Leben erhielt. Und dass er den ehemaligen Weltmeister Emanuel Lasker (1894 bis 1921) am meisten schätzt: "Ich will so schreiben, wie er Schach spielte – jenseits aller Schablone."

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In diesem Lasker-Problem setzt Weiß im dritten Zug matt, wobei die oft verlachten Tripelbauern d4-d5-d6 zu Helden werden. Wie geht’s?

Schachlösung
Schachlösung aus Nr. 9

Lösung aus Nr. 9:

Wie setzt Weiß in drei Zügen matt?

1.Df8+! zwingt die schwarze Dame zum Dazwischensetzen 1...Dd8 , womit sie ihrem König dieses Fluchtfeld nimmt, sodass 2.Dc5+ Dc7 3.Dxc7 mattsetzt

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