Tom heißt auf Thailändisch »Suppe«, Gai heißt »Huhn«. Und das Wort Kha heißt »Galgant«, abhängig von der Betonung, wie bei allen thailändischen Wörtern. Galgant ist ein Verwandter des Ingwers, der allerdings nicht so scharf ist. Er schmeckt seifig bis harzig und verleiht der klassischen Kokosmilchsuppe Tom Kha Gai ihre feine, säuerliche Note. Galgant soll außerdem den Appetit anregen, Entzündungen hemmen und Krämpfe lösen. Auf jeden Fall wärmt eine Tom Kha Gai auch wintermüde Europäer wohlig durch.

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Thomas Jakobi ist Kulinarischer Direktor des Okura Prestige Hotels in Bangkok und macht den Eindruck, als kenne er das Geheimnis jeder Garküche in der Stadt. Für seine Tom Kha Gai verwendet er die besonders scharfen Vogelaugenchilis. Falls diese nicht verfügbar sind, tun es auch normale Chilis. Ähnliches gilt für den Galgant, sollte kein Asia-Laden in der Nähe sein, kann man auch Ingwer nehmen und dann mit etwas Zitronensaft die Suppe verfeinern. (Allerdings handelt es sich dann um eine Tom Khing Gai. Khing ist das Thai-Wort für »Ingwer«.)

Galgant schälen und in Scheiben schneiden, Zitronengrasstangen stückeln, mit Hühnerfond, Kaffirblättern und einigen Korianderstängeln langsam aufkochen. Das in Streifen geschnittene Hühnerfleisch, Champignonscheiben, gewürfelte Tomate, Fischsauce, Zucker, Salz und Limettensaft hinzugeben, drei Minuten zugedeckt köcheln lassen. Die Kokosmilch sowie die Chilischotenstreifen hinzufügen, unter ständigem Rühren fast bis zum Siedepunkt erhitzen, vom Herd nehmen. Die Suppe mit etwas Fischsauce abschmecken und mit Korianderblättern bestreuen. (Galgant, Zitronengras, Kaffirlimettenblätter sind Würzzutaten und werden nicht mitgegessen.)

Tom Kha Gai
(für 4 Personen)

60 g Galgant (ersatzweise Ingwer)
3 Zitronengrasstangen
600 ml Hühnerfond
3 Kaffirlimettenblätter
1 Bund Koriander (frisch)
400 g Hühnerbrustfilet
100 g Champignons
1 Tomate
2 EL Fischsauce
1 TL Zucker
1 TL Salz
1½ EL Limettensaft
400 ml Kokosmilch
1–2 Vogelaugenchilis (je nach Schärfe)