Junge InderTraditionelle Karriere

Indien: Junge Menschen auf dem Subkontinent sind belastbar und motiviert, aber ihr Gehorsam hindert sie am eigenständigen Denken

Philipp von Sahr, BMW-Chef in Indien, lebt inmitten der Generation Y. In seiner Konzernzentrale im Delhier Vorort Gurgaon arbeiten 80 indische Mitarbeiter, fast alle sind um die dreißig. »Sie sind hoch motiviert, extrem belastbar und arbeiten bis tief in die Nacht«, sagt von Sahr. Wenn er um sieben Uhr abends nach Hause gehe, bestellten sie eine Pizza und arbeiteten weiter, erzählt der Manager. Genau das ist es, was ihm Sorgen bereitet: Seine indischen Mitarbeiter arbeiteten zwar viel, aber sie seien dabei nicht kreativ, findet von Sahr. Sie seien extrem gehorsam, aber unfähig, eigene Entscheidungen zu treffen. Und sie verkümmerten menschlich am Arbeitsplatz, weil sie weder auf ihre Gesundheit achteten noch soziale Beziehungen außerhalb der Firma pflegten. Gemeint ist: Viele sind zu dick und finden keinen Lebenspartner.

Von Sahr hat nun beschlossen, etwas dagegen zu unternehmen. »Für meine Mitarbeiter steht BMW bisher an erster, zweiter und dritter Stelle. Jetzt haben wir für sie ein Programm entwickelt, in dem die Gesundheit an erster Stelle, die Familie an zweiter und BMW erst an dritter Stelle steht«, erklärt von Sahr. Das ist kein Spaß. Der BMW-Chef will die Inder fit machen, um »weltweit schnelle Entscheidungen zu treffen«. Das müssten Mitarbeiter bei BMW können.

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Was der Deutsche mit den Indern vorhat, kommt einer kulturellen Revolution gleich. Denn bei allem Eifer ist Indiens Generation Y noch recht unselbstständig. »Ich muss erst mal meinen Vater fragen«, sagte eine tüchtige junge Mitarbeiterin zu von Sahr, als der sie zur Assistentin befördern wollte.

Papa bestimmt die Karriere mit

»Väter und Familien spielen immer noch eine wichtige Rolle in den Karriereentscheidungen der Kinder«, beobachtet auch Chandan Chattaraj, der Personalchef beim indischen Verpackungsriesen Uflex. Daraus resultierten dann eher traditionelle Karrierevorstellungen. »Die indische Generation Y treibt der starke Wunsch, die Firmenleiter emporzuklettern und bei einer Firma zu sein, die das Selbstimage steigert«, analysiert Chattaraj im Personalerjargon. Anders drückt es Guido Christ, der Geschäftsführer der Deutsch-Indischen Handelskammer in Delhi aus: »Auf den Stolz der Väter kommt es an!«

Der traditionelle Gehorsam unter den Eliten der Generation Y in Indien ist schon im Bildungssystem angelegt. In den Eliteschulen des Landes herrscht enormer Konkurrenzdruck. Viele Familien stecken ein Vermögen in die Ausbildung der Kinder. Im Gegenzug erwarten sie messbaren Erfolg, der sich später im Gehalt und im Status niederschlagen soll. »Die Kinder merken gar nicht, wie sehr sie programmiert sind«, analysiert Ganesh Shermon, Personalberater bei der internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Er warnt internationale Unternehmen deshalb vor der indischen Generation Y. »Die Jungen suchen das schnelle Geld, korrupte Politiker machen es ihnen vor. Nur wer im Westen studiert hat, versteht etwas von langfristiger Planung und innovativem Denken«, so Shermon.

Die Kritik geht noch weiter. Als »intellektuell tot« bezeichnet der Soziologe Ravi Sundaram vom Delhier Studienzentrum für Entwicklungsgesellschaften (CSDS) die gut ausgebildete, berufstätige Generation Y in seinem Land. Nur wer auf die niedrigeren sozialen Schichten schaue, wo sich Selbstständige im indischen Chaos mit neuen Ideen durchsetzten, finde bei den Jüngeren innovatives und kreatives Denken, glaubt Sundaram. Die Konkurrenz aus anderen Ländern mag das beruhigen. Als »sehr gute, belastbare Fachkräfte« seien Inder zu haben, meint BMW-Chef von Sahr – aber als mehr auch nicht.

 
Leser-Kommentare
  1. "Als »sehr gute, belastbare Fachkräfte« seien Inder zu haben, meint BMW-Chef von Sahr – aber als mehr auch nicht."

    Aber als mehr auch nicht. Und so schließt wieder Mal einer der berühmten kulturschauvinistischen Indien-Artikel des Georg Blume. Wie immer kann er kein gutes Haar an Indien lassen. Hieß doch der Tenor des letzten Artikels dann auch so "vielversprechend": Wer schon kennt Lucknow ? Eben! Kann man Lucknow kennen können. Und wieso überhaupt ? Ist doch schließlich auch an dieser Stadt wie immer ausser Staub, Dreck und Paria wirklich nichts anderes dran.

    Denn aus Nichts wird ja schließlich nichts. Und Indien ist - wie in jedem Artikel von Blume - seit Jahren, - nicht mehr als ein bemitleidenswerter Kontinent des archaischen, hinterwäldlerischen "Nichts".

  2. Anstatt einfach Mal solche kulturellen Unterschiede anzuerkennen und auch Mal nach den Juwelen zu suchen, die sich in dieser andersartigen Kultur verbergen:

    Respekt gegenüber der Älteren Generation, Achtung und Wertschätzung ihrer Meinung (wenn auch übertrieben, o.k. aber immerhin NOCH vorhanden), - bei uns im Westen aber teilweise untertrieben (die "Alten" werden ins Altersheim abgeschoben, und um die Meinung seiner Eltern kümmert sich heutzutage kein Heranwachsender mehr. Hauptsache Anti. Das ist coolo. Auch wenn vielen Eltern dadurch das Herz gebrochen wird)

    Dafür aber kreativ.

    Vielleicht sollten sich ja beide Kulturkreise in der Mitte treffen.

    Dies könnte u. U. zu einer sinnstiftenden Sythese führen. Was meinen Sie dazu, Herr Blume ?

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    sagte ein dänischer Freund, der da bei einer Dämmstofffirma hier in Bombay und Delhi arbeitet und - wie ich die recht schlechten Baustandards bemängelt. Und - das mangelnde Konzept von Gesellschaft gilt ganz besonders für viele junge Leute, die scheinbar nichts anderes vor haben als direkt nach Studium oder Ausbildung goldene Gänse zu schlachten - Höchstpreise westlichen Standards zu fordern während sie wahrscheinlich mit den Autorikschafahrern und anderen Dienstleistern um jede Rupie feilschen. (Normal kostet der Kilometer 10 Rupien - also ca. 15 Eurocent. )
    Postkoloniales Erbe und Kastengesellschaft tragen dabei besonders in solchen Molochen wie Mumbai wesentlich zu dem bei, was Arundhati Roy da "Die Diktatur der Mittelklasse" nennt. http://www.zeit.de/2011/3....
    Dass diese "Mittelklasse" eigentlich erst eine Generation alt ist - vorher gab es so etwas in diesem Sinne gar nicht hier in Indien - das ist nur einer der maßgeblichen Unterschiede zu dem, was da bei uns nach WK 2 letztlich im Zuge der Erhard'schen Massenkaufkraft und der "sozialen Marktwirtschaft" herausgebildet wurde.
    Die hier so benannte indische "Generation Y" wird entsprechend hart kämpfen müssen, um diesen Wohlstand zu halten oder gar zu erweitern. In Ermangelung von Empathie und - in Anbetracht der Tatsache, dass da "1,2 Milliarden Individuen" gerade in den Städten um Pfründe und goldene Gänse kämpfen macht es den Umgang hier nicht leichter. Die allgegenwärtige Korruption -

    sagte ein dänischer Freund, der da bei einer Dämmstofffirma hier in Bombay und Delhi arbeitet und - wie ich die recht schlechten Baustandards bemängelt. Und - das mangelnde Konzept von Gesellschaft gilt ganz besonders für viele junge Leute, die scheinbar nichts anderes vor haben als direkt nach Studium oder Ausbildung goldene Gänse zu schlachten - Höchstpreise westlichen Standards zu fordern während sie wahrscheinlich mit den Autorikschafahrern und anderen Dienstleistern um jede Rupie feilschen. (Normal kostet der Kilometer 10 Rupien - also ca. 15 Eurocent. )
    Postkoloniales Erbe und Kastengesellschaft tragen dabei besonders in solchen Molochen wie Mumbai wesentlich zu dem bei, was Arundhati Roy da "Die Diktatur der Mittelklasse" nennt. http://www.zeit.de/2011/3....
    Dass diese "Mittelklasse" eigentlich erst eine Generation alt ist - vorher gab es so etwas in diesem Sinne gar nicht hier in Indien - das ist nur einer der maßgeblichen Unterschiede zu dem, was da bei uns nach WK 2 letztlich im Zuge der Erhard'schen Massenkaufkraft und der "sozialen Marktwirtschaft" herausgebildet wurde.
    Die hier so benannte indische "Generation Y" wird entsprechend hart kämpfen müssen, um diesen Wohlstand zu halten oder gar zu erweitern. In Ermangelung von Empathie und - in Anbetracht der Tatsache, dass da "1,2 Milliarden Individuen" gerade in den Städten um Pfründe und goldene Gänse kämpfen macht es den Umgang hier nicht leichter. Die allgegenwärtige Korruption -

  3. Die indischen Kollegen bei uns im Konzern wussten gar nicht, wieviele Tage Urlaub ihnen zusteht, weil sie den eh nicht genommen hätten, höchstens um damit ihre Krankheitstage abzudecken... Denen hat der HR-ler rein gar nichts über ihre Rechte erzählt.

    Zur rechtlichen Absicherung bittet der Arbeitgeber jeden Mitarbeiter um eine monatliche Bescheinigung, ob Überstunden angefallen sind oder nicht. Gerade die Inder die bis spät nachts arbeiten haben nie irgendwelche Überstunden, denen ist schon das Formular zu kompliziert.

    Deutschland ist für sie sowieso ein Durchgangsland, weil sie sich in UK oder USA mit Englisch leichter tun und darauf hoffen, im Konzern in ein englischsprachiges Land wechseln zu können.

    Vor wenigen Jahren hieß es nocht "Kinder statt Inder". Heute holen wie ausländische Fachkräfte ins Land. Nicht wegen ihres Knowhows sondern weil sie billiger und williger sind.

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    Nun, da scheinen Sie leider nur unzureichend informiert zu sein:

    „Dazu kommt das vergleichsweise geringe Lohnniveau der HERVORRAGEND ausgebildeten FACH!!!kräfte, die zudem noch die englische Sprache beherrschen. Insgesamt gesehen sind die Zukunftsaussichten für Software-Produzenten in Indien gut. Trotz großangelegter Investitionen in IT-Ausbildung könnte der sogenannte "brain drain", d. h. die Abwanderung von ca. 100.000 GUT ausgebildeten Fachkräften pro Jahr ein Problem werden.

    Schon jetzt kann das Angebot an IT-Fachkräften mit der stark gestiegenen Nachfrage kaum mithalten, wodurch die Lohnkosten im indischen Software-Sektor permanent ansteigen. Falls die indische Regierung diese Entwicklung gemeinsam mit den in Indien ansässigen Software-Unternehmen in den Griff bekommt, wird die indische IT-Branche noch lange erfolgreich sein.“

    http://www.suedasien.info...

    Nun, da scheinen Sie leider nur unzureichend informiert zu sein:

    „Dazu kommt das vergleichsweise geringe Lohnniveau der HERVORRAGEND ausgebildeten FACH!!!kräfte, die zudem noch die englische Sprache beherrschen. Insgesamt gesehen sind die Zukunftsaussichten für Software-Produzenten in Indien gut. Trotz großangelegter Investitionen in IT-Ausbildung könnte der sogenannte "brain drain", d. h. die Abwanderung von ca. 100.000 GUT ausgebildeten Fachkräften pro Jahr ein Problem werden.

    Schon jetzt kann das Angebot an IT-Fachkräften mit der stark gestiegenen Nachfrage kaum mithalten, wodurch die Lohnkosten im indischen Software-Sektor permanent ansteigen. Falls die indische Regierung diese Entwicklung gemeinsam mit den in Indien ansässigen Software-Unternehmen in den Griff bekommt, wird die indische IT-Branche noch lange erfolgreich sein.“

    http://www.suedasien.info...

  4. Das Problem ist die oft starke Autoritätsgläubigkeit vieler Asiaten, ein Phänomen das man übrigens auch (in abgeschwächter Form) in Osteuropa findet. Daraus resultiert eine gewisse Einseitigkeit im Denken, sowie ein instinktives Zurückschrecken vor eigenständigen Ideen oder das Verfolgen einer eigenen Linie.
    Andererseits sind die Inder und Chinesen sehr viel fleißiger als die Europäer. Aber wo führt purer Fleiß hin, wenn er nicht von kreativem Denken begleitet wird?

  5. "viele sind zu dick und finden keine Lebenspartner", und ein paar Abschnitte weiter: "Papa bestimmt die Karriere mit"

    Herr v. Sahr hat offensichtlich noch nicht verstanden, dass das "Finden von Lebenspartnern" gerade bei seinen Mitarbeitern genauso vom Papa mitentschieden wird wie die Karriere, unabhängig vom Körpergewicht. Und dass auch Entscheidungsfähigkeit ganz wesentlich mit dieser Situation zu tun haben könnte. Das Programm zur Fitnesssteigerung ist Ressourcenverschwendung, es basiert auf völlig unrealistischen Grundannahmen.

    Einen Hinweis darauf, wie sich das Problem der Entscheidungsfreude lösen lassen könnte, gibt der Soziologe wunderbar verklausuliert am Artikelende: die Thematik hat etwas mit der "Schicht" zu tun. Es gibt sehr viel Kreativität und Entscheidungsfreude - aber offensichtlich nicht in den von vielen Ausländerfirmen bevorzugten Rekrutier-Reservoiren.

    Es sind primär die Väter jener "Schichten", die seit Generationen in Staatsbetrieben, in der Verwaltung, bei Banken und ähnlichen Institutionen tätig sind, die ihre Kinder trimmen, in ausländischen Unternehmen Karriere zu machen. Formal stimmt bei diesen Bewerbern alles - Bestnoten, Überflieger etc.

    Aber Entscheidungsfähigkeit und Eigenverantwortung geht dieser Schicht schon immer ab. Daran leidet Indien, und BMW.

    Der Mix macht's. Nur dumm, dass Angehörige jener Schichten, die viel kreativer sind und viel schneller entscheiden, wahrscheinlich nicht zu BMW wollen. Da ist's denen zu bürokratisch ;-)

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  6. 99 Prozent aller Arbeit besteht darin auszuführen, was andere einem befohlen haben. Das einzig innovative daran ist, ob ich die Formulare stehend oder liegend ausfülle. Wenn alle so innovativ wären wie in den Stellenausschreibungen gefordert wären sie ständig damit beschäftigt, Ideen auszubrüten statt ihre Arbeit zu machen. Dass ist in Deutschland nicht anders als in Indien, nur dass dort die Hierarchie nicht mit Pseudo-Gleichheit kaschiert wird. Ich muss öfter mit deutschen Dienstleistern zusammenarbeiten und was erlebe ich da? Das Teil st nicht fertig, Dingsda ist drei Wochen im Urlaub, Frau Soundso ist zwei Wochen wegen Erkältung krank geschrieben, Hans Wurst weiß nicht, wie es geht.

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    zum Thread-Thema. Es wird einem ja geradezu schlecht, wenn man all die abfälligen Beiträge hier sonst so liest.

    Wir sind so toll und kreativ. Und die Inder, alle willig, ohne eigenen Willen, aber leider unkreativ.

    zum Thread-Thema. Es wird einem ja geradezu schlecht, wenn man all die abfälligen Beiträge hier sonst so liest.

    Wir sind so toll und kreativ. Und die Inder, alle willig, ohne eigenen Willen, aber leider unkreativ.

  7. sagte ein dänischer Freund, der da bei einer Dämmstofffirma hier in Bombay und Delhi arbeitet und - wie ich die recht schlechten Baustandards bemängelt. Und - das mangelnde Konzept von Gesellschaft gilt ganz besonders für viele junge Leute, die scheinbar nichts anderes vor haben als direkt nach Studium oder Ausbildung goldene Gänse zu schlachten - Höchstpreise westlichen Standards zu fordern während sie wahrscheinlich mit den Autorikschafahrern und anderen Dienstleistern um jede Rupie feilschen. (Normal kostet der Kilometer 10 Rupien - also ca. 15 Eurocent. )
    Postkoloniales Erbe und Kastengesellschaft tragen dabei besonders in solchen Molochen wie Mumbai wesentlich zu dem bei, was Arundhati Roy da "Die Diktatur der Mittelklasse" nennt. http://www.zeit.de/2011/3....
    Dass diese "Mittelklasse" eigentlich erst eine Generation alt ist - vorher gab es so etwas in diesem Sinne gar nicht hier in Indien - das ist nur einer der maßgeblichen Unterschiede zu dem, was da bei uns nach WK 2 letztlich im Zuge der Erhard'schen Massenkaufkraft und der "sozialen Marktwirtschaft" herausgebildet wurde.
    Die hier so benannte indische "Generation Y" wird entsprechend hart kämpfen müssen, um diesen Wohlstand zu halten oder gar zu erweitern. In Ermangelung von Empathie und - in Anbetracht der Tatsache, dass da "1,2 Milliarden Individuen" gerade in den Städten um Pfründe und goldene Gänse kämpfen macht es den Umgang hier nicht leichter. Die allgegenwärtige Korruption -

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    ...die durch alle Ebenen geht - das stetige Neu-Verhandeln jedes Preises - die Märkte hier sind so etwas von "befreit" - schlimmer geht's nimmer. Während im Westen manches geradezu "planwirtschaftlich erstarrt" erscheint und insofern Flexibilität und Spontanität da eher Fremdwörter zu sein scheinen ist hier alles komplett "informell" und - bisweilen komplett "planlos" - bis auf den einen Plan - möglichst viel abzusahnen. Gott sei Dank trifft man bisweilen jene Vertreter von "Incredible India", die eben lächelnd und grundehrlich sind und gar ein Trinkgeld zurückweisen. Meistens die untersten Schichten der Gesellschaft - einfache und sehr stolze Menschen eben. In vielen Bereichen hat man eher das Gefühl, dass in einem Land, in dem man auf der Straße ungestört verrecken kann mancher auch seine Großmutter verkaufen würde.
    Georg Blume und der BMW-Manager hier haben also durchaus recht - die Leute arbeiten viel und hart - Teamspirit - soziale Intelligenz jedoch gibt's kaum. Die Chinesen, mit denen ich dort zusammenarbeitete waren in jedem Falle ein besseres Team und - Konfuzianismus und Taoismus sind einfach tiefer verwurzelt als "ethische Normen" - geschweige denn - ein "kategorischer Imperativ" in einem Land, das sich zwei mal kriegerisch geteilt hat und in dem Bürger aus den anderen ehemaligen "Bruderländern" - Pakistan und Bangladesh vielfach eher als "Infiltratoren"- wenn nicht gar als Terroristen betrachtet werden. Ein Land scheinbar derzeit ohne jede Innovationskraft.

    ...die durch alle Ebenen geht - das stetige Neu-Verhandeln jedes Preises - die Märkte hier sind so etwas von "befreit" - schlimmer geht's nimmer. Während im Westen manches geradezu "planwirtschaftlich erstarrt" erscheint und insofern Flexibilität und Spontanität da eher Fremdwörter zu sein scheinen ist hier alles komplett "informell" und - bisweilen komplett "planlos" - bis auf den einen Plan - möglichst viel abzusahnen. Gott sei Dank trifft man bisweilen jene Vertreter von "Incredible India", die eben lächelnd und grundehrlich sind und gar ein Trinkgeld zurückweisen. Meistens die untersten Schichten der Gesellschaft - einfache und sehr stolze Menschen eben. In vielen Bereichen hat man eher das Gefühl, dass in einem Land, in dem man auf der Straße ungestört verrecken kann mancher auch seine Großmutter verkaufen würde.
    Georg Blume und der BMW-Manager hier haben also durchaus recht - die Leute arbeiten viel und hart - Teamspirit - soziale Intelligenz jedoch gibt's kaum. Die Chinesen, mit denen ich dort zusammenarbeitete waren in jedem Falle ein besseres Team und - Konfuzianismus und Taoismus sind einfach tiefer verwurzelt als "ethische Normen" - geschweige denn - ein "kategorischer Imperativ" in einem Land, das sich zwei mal kriegerisch geteilt hat und in dem Bürger aus den anderen ehemaligen "Bruderländern" - Pakistan und Bangladesh vielfach eher als "Infiltratoren"- wenn nicht gar als Terroristen betrachtet werden. Ein Land scheinbar derzeit ohne jede Innovationskraft.

  8. Nicht nur hier in Großbritannien wo sich Millionen Inder vor Jahrzehnten niedergelassen haben hat man diese Beobachtung gemacht. Mit Individualismus/Creativität können auch viele jungen Inder dritter Generation nicht viel anfangen. Die indische "Middle Class" die alles daran setzt Sohn/Tochter ein Studium zu finanzieren um damit möglichst viel Geld später zu verdienen + um gesellschaftliches/r Ansehen/Aufstieg zu erreichen. Mein/e Tochter+Sohn erzählten mir wie ihre indischen Freunde von ihren Familien gegängelt werden, insb. vom Vater. Jeder Versuch auszubrechen wird mit allen Mitteln verhindert,sei es durch Drohung des Verlusts familiärer Unterstützung und dergl. Man hat beobachtet das creatives Denken schon in den frühen Kindesjahren bewußt unterdrückt wird.Damit wird erreicht, daß Inder weitgehend unter "Ihresgleichen" bleiben welche die gleiche "Weltanschauung" haben, die sie als ihre "Kultur" verteidigen.Für viele jungen Inder dritter Generation ist es fast unmöglich sich aus diesem "Kreis" zu lösen auch wenn es viele wollen oder wünschen.Aus Angst "ausgestoßen" zu werden resignieren die meisten und befolgen ihre "Familien-Tradition". Inder hier u.in Indien wären gut beraten das Intellekt seiner Nachkommen zu nähren und nicht im Keim zu ersticken.

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    Es stimmt zwar, dass ein Großteil der jungen Inder ein MINT Fach, Medizin oder Finance studieren und in diesen Studiengängen überproportional vertreten sind aber nicht zwingend wegen des Ansehens. Die Aussage, dass " creatives Denken schon in den frühen Kindesjahren bewußt unterdrückt wird" ist ziemlicher quatsch.
    Viele Inder haben einfach ein Talent für Mathematik. Genauso wie Chinesen und andere Asiaten.
    Daher ist das Studieren eines MINT-Studiengang oder Finance/Economics eine logische Konsequenz. Das diese Fächer ein gutes Gehalt und damit Prestige mit sich bringen ist ein Nebeneffekt.

    Es stimmt zwar, dass ein Großteil der jungen Inder ein MINT Fach, Medizin oder Finance studieren und in diesen Studiengängen überproportional vertreten sind aber nicht zwingend wegen des Ansehens. Die Aussage, dass " creatives Denken schon in den frühen Kindesjahren bewußt unterdrückt wird" ist ziemlicher quatsch.
    Viele Inder haben einfach ein Talent für Mathematik. Genauso wie Chinesen und andere Asiaten.
    Daher ist das Studieren eines MINT-Studiengang oder Finance/Economics eine logische Konsequenz. Das diese Fächer ein gutes Gehalt und damit Prestige mit sich bringen ist ein Nebeneffekt.

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