Mediziner : "Im Notfall zählt die Zeit"

Der Gesundheitsökonom Andreas Beivers über die Zukunft ländlicher Krankenhäuser und neue Berufsbilder in der Medizin

DIE ZEIT: Herr Beivers, ist das Landkrankenhaus noch zu retten? Wie lautet Ihre Diagnose?

Andreas Beivers: Wenn Sie das typische ländliche Krankenhaus mit 200 bis 300 Betten meinen, das mit allgemeiner Chirurgie und Innerer Abteilung eine Grund- oder Regelversorgung anbietet: Das hat auf jeden Fall ein Problem. Einfache Leistungen werden inzwischen verstärkt ambulant gemacht. Das bringt weniger Geld ein als eine stationäre Behandlung. Und auch mittelschwere, planbare Eingriffe übernehmen immer häufiger größere Kliniken in der nächsten Stadt. Es schreien zwar immer alle Nein, wenn ein Landkrankenhaus geschlossen werden soll, doch für die eigene Hüft-OP fahren sie zum größeren Versorger.

ZEIT: Für den Notfall möchte man halt ein Krankenhaus in der Nähe haben.

Beivers: Das ist richtig – und da ist der Staat auch in der Verantwortung. Es ist im Grundgesetz verankert, dass er flächendeckend die Versorgung sicherstellen muss. Ganz besonders wichtig ist das natürlich bei der Notfallversorgung. Momentan sieht das aber sehr gut aus. Über 98 Prozent der Bevölkerung erreicht innerhalb eines 20-Minuten-Radius das nächste Krankenhaus. Noch. Denn die Bevölkerung wird nicht nur schrumpfen, es wandern auch immer mehr Menschen in urbane und suburbane Gegenden ab. Die Kunst wird dann sein, zu entscheiden: Welche Krankenhäuser in den strukturschwachen Gegenden kann man schließen und welche nicht, weil sie versorgungsrelevant sind? Im Notfall zählt ja nun mal die Zeit.

ZEIT: Nicht nur potenzielle Patienten verlassen diese Gegenden – Kliniken haben auch zunehmend Schwierigkeiten, Personal zu finden.

Andreas Beivers

Andreas Beivers ist Gesundheitsökonom.

Beivers: Dieses Problem ist zwar noch nicht so groß wie bei der ambulanten Versorgung, aber es ist definitiv da. Es betrifft allerdings alle Krankenhäuser. In städtischen Kliniken brennt es vor allem im Pflegebereich. Ich war neulich in einem Münchner Krankenhaus, wo so ein buddy system eingeführt wurde: Wirbt eine Pflegekraft dort eine andere an, kriegt sie ein Kopfgeld in vierstelliger Höhe.

ZEIT: Und auf dem Land gibt es genug Krankenschwestern und -pfleger?

Beivers: Der Punkt ist, dass Pflegekräfte mit ihren niedrigen Gehältern im städtischen Bereich schlechter leben können als auf dem Land. Deswegen ist die Situation in der Pflege dort entspannter. Dafür werden Ärzte dringend gesucht.

ZEIT: Woher kommt es, dass Mediziner ungern aufs Land wollen?

Beivers: Eine Rolle spielt sicherlich, dass man davon ausgehen kann, dass Ärztinnen und Ärzte heute einen Partner haben, der selbst einem Beruf nachgeht. Nehmen wir mal meinen eigenen Fall: Ein Mann, der Volkswirtschaft studiert hat, lernt eine Medizinstudentin aus München kennen. Irgendwann hat diese Medizinstudentin ihren Abschluss und sagt: Ich geh jetzt in die Provinz, in ein Landkrankenhaus. Dann sage ich doch: Mach das, aber nicht mit mir, ich arbeite an der Hochschule. Wir leben in einer emanzipierten Gesellschaft, da wollen beide arbeiten. Auf dem Land ist schnell einer ohne Job.

ZEIT: Welche Anreize können Kliniken schaffen, um dennoch ihre offenen Ärztestellen zu besetzen?

Beivers: Wenn regionale Krankenhäuser Chefärzte anwerben wollen, können sie zum Beispiel versuchen, dem Ehepartner in dieser Region ebenfalls eine interessante Perspektive zu eröffnen. So etwas ist heute, wenn es darum geht, eine Professur zu besetzen, ja auch gang und gäbe. Was macht einen Arbeitsplatz sonst noch attraktiv? Vielleicht, indem der Arbeitgeber für Kitaplätze und Teilzeitmodelle sorgt. Kliniken im ländlichen Raum müssen da einfach mehr machen.

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Kommentare

35 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Skandalöse Selbsteinschätzunh

es ist wohl so,dass es kein leichteres Studium gibt als Mediizn
Die FAZ schrieb mal..Medizin sei das Statussymbol der bildungsaffinen Frau.
Es ist anscheinend ein interessanter Weg , um nach oben zu heiraten.
In der Generation Y zählt der Patient sowieso nichts mehr.
Wer mit Herzinfarkt um 17 00 eingeliefert wird, der stirbt halt. So ist die Berufslogik.
Interessant auch die deutsche ARzthaftung: es gibt keine. Man hat als Arzt also Narrenfreiheit. Dabei argumentieren die deutschen Ärzte auch gerne mit ihrer schlechten BEzahlung. Tja, wenn Ärzte in den USA angeblich so viel bekommen, dann sind sie eben auch haftbar. Und Haftung in einem solchen Bereich heißt: money, money.
Dabei ändert sich die Haftung allerdings derzeit, da der soziale Status der Ärze ständig errodiert: An der Charite wurde einem Chefarzt ;Gyn, im letzten Herbst aufgrund eines nicht zugegeben Behandlungsfehlers so das GEsicht eingetrümmert, dass er erst mal 3 Monate nichgt arbeiten konnte.
Lässt einen die institutionalisierte Justiz im Stich , bilden sich einfach andere Mechanismen , wie die Selbstjustiz.
Früher versteckte sich der ARzt hinter der kürzesten Promotion aller. Wenigstens hier ist die Volksaufklärung dienlich, dass man eben zunehmend gegen die dt. Ärzte opponiert- auch körperlich.
Ein diskutierter VOrschlag :Wer aus dem Land flüchtet, zahlt die Kosten fürs Studium voll zurück. Ausländische ÄRzte sind genauso gut wie usnere, wenn nicht noch besser
Den Ärzten hat dieses Land genug zu viel gebote

naja absolut defizitär

sie haben also ausschließlich aus Geldgier Medizin studiert. Ich hoffte, dass der Tarifvertrag diese Menschen aus der Medizin raus halten würde. Deswegen war ich immer ein BEfürworter einer moderat-hohen Bezahlung.

"Umgekehrt, wenn dieser hohe Schutz des Arztberufes nicht wäre, würde wohl kein Mensch mehr Medizin studieren, oder stehen Sie gern freiwillig mit einem Bein im Gefängnis?"

Welcher hohe Schutz? Wussten sie vor dem Studium, dass sie nicht haften( , was sich in den nächsten Jahren ünbrigens ändern wird)
Ohne Leistung easy living..so sind moderne MEdizinstudenten.
Die bildungsaffine MIttelschicht lässt ihre Kinder heute Medizin studieren, weil sie Sicherheit haben will, die Bezahlung ist nachgelagert..deswegen der Frauenüberschuss. Attraktiv ist weder Fach noch Beruf. : Ohne Haftung entfällt natürlich der Grund für abgehobene Bezahlung der "Übermenschen".
Tja..wirkliche Idealisten würden es auch studieren, weil sie Menschen helfen wollen und die Haftung piepegal wäre.Keine Sorge es wird in zukunft zunehmend zu Selbstjustiz kommen, da mündige Bürger eben auch medizinische Studien verstehen können und sich von Zweimonatspromovierten nicht mehr an der Nase rumführen lassen( verg. Charité Chefarzt fast totgeprügelt)

Zum Einstiegsgehalt: Faktisch arbeitet ein Assi ja gar nichts. Ausserdem steigt er leistunglos auf...ähnlich eines Beamten. Insofern sind Ärzte klar überbezahlt, wobei ihr Gehalt nichts romantisch-abgehobenes mehr hat- und das zu Recht.

nein..genauer Lesen

also mein vorschlag ist das nicht.
Ich sagte, dass sich diese Mechanismen der Selbstjustiz ausbilden, sofern die institutionalisierte Justiz die Menschen (, die meist auch nicth allle auf den Kopf gefallen sind - entgegen der Meinung der Ärzte) eben weiter im Stich lässt und Ärzte per se nicht haftbar sind.
Nur aus Selbstdarstellung Mediizn zu studieren- ohne Haftung - kann ja nicht der Sinn der Sache sein.(wobei in meiner Generation der Arzt nicht mehr ads ist , was er früher war..eher ein normaler Dienstleister).
So viel muss man nicht ändern. Chefärzte sollten , wie in Bawü , eben gestutzt werden. DAs ist Sache der Ärzte...die meisten sind ja so hierachich, dass sie noch nicht mal gegen ihren Oberarzt opponieren.
Abwandern?..ja die Leute hier lassen sich aber nicht mehr an der Nase rumführen. Ein Studium kostet 100k ,das man hier frei bekommt - im Gegensatz zu den anderen Ländern. Insofern könnte man auch ein bisschen Dankbarkeit erwarten und Einsatz für den Patienten, was der eigentliche Grund sein sollte. ANdernfalls müssen sie eben die GEbühren zahlen oder so..da gibts sischer Möglichkeiten. Erpressung durch Ärzte brauchen wir hier nicht.
Die fetten Jahre sind vorbei, sodass wenigstens die Ärzte das wissen ,sobald sie das Studium beginnen zumal die Arbeit faktisch ja eher primitiv ist. Reproduktion von Fakten und Promotion über Nasenlängen zwischen 0 und 17 kann per se nicht ein hohes Einkommen rechtfertigen.
Das tut das Gauß-Markov Theorem eher

EBM und seine Anwendung

Die Diskussion gehört eigentlich nicht hierher. Aber nur, um eine gern gestellt Behauptung zu korrigieren: Nur gut 20% der Standardverfahren sind in randomisierten, kontrollierten Studien getestet worden und genügen damit den Anforderungen des EBM! Also bitte mit der pauschalisierenden Schwarz-Weiß-Malerei aufhören, hier gut, da böse!
Böse ist auch nicht die Schulmedizin und die o.g. Quote heißt auch nicht, dass 80% der Verfahren unwirksam sind. Nur man weiß es nicht gesichert. Vor diesem Hintergrund kann man nicht seriös so genannte Alternativverfahren pauschal verteufeln, nur weil die den Wirksamkeitsnachweise nicht erbracht haben, den eben 80% der Standardverfahren auch noch nicht erbracht haben.

Natürlich ist unter diesen Alternativverfahren weit mehr Humbuk und Scharlatanerie. Den betreibt man in der Schulmedizin aber - wenn gleich in geringerem Ausmaß - auch.

Wesentlich sinnvoller ist es also, GENERELL eine Haltung zu vertreten, die nachweisbare Qualität als Ziel hat. Dazu müssen aber ein paar Schulmediziner auch noch ihre Hausaufgaben machen.

Interessanterweise sind es oft die Ärzte, die besonders laut die Esoteriker verurteilen, die selbst mit Überzeugung nach allen Regeln der ärztlichen Kunst (*hüstel) handeln und sich dort Hinweise auf Nachweise verbitten.

Bitte diskutieren Sie das Artikelthema. Dafür ist die Kommentarfunktion vorgesehen. Danke, die Redatkion/fk.

Quelle?

OK, das mit den 20% klingt interessant, gibt es dazu eine Quelle? Das hab ich nämlich noch nie gehört. Ich ginge eigentlich davon aus, dass überall, wo Medikamenteneinsatz vorliegt, auch eine dazu passende Studie vorhanden sein muss (sonst funktioniert es ja schon allein mit der Zulassung nicht). Ich wage diese Aussage daher vorsichtig zu bezweifeln.

Oder ist das mit den 80% "ohne" Studie auf "Banal-Behandlungen" (Ruhigstellung bei Sportverletzungen, Bettruhe bei Erkältung, Kühlen, usw.) bezogen? Bei sowas müsste man dann eigentlich feststellen: es braucht keine Studie, da der Heilungserfolg auch ohne eine solche direkt selbstevident ist. Und ein ganz wichtiger Punkt: derartige Heilmethoden widersprechen nicht dem seit Jahrhunderten angehäuftem naturwissenschaftlichen Wissensstand (wie es z.B. Knochenwerfen, vom Mond beschienene Kieselsteine und Kraft aus den Schwingungen des Wassers tun), sondern fügen sich in das rationale Bild lückenlos ein.

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Schon richtig, aber nicht ganz...

Man muß halt unterscheiden zwischen offensichtlich tatsächlichen esoterischen Humbug-Heilmethoden und solchen, die durchaus eine Wirkung haben könnten.
Ihre Beispiele "Knochenwerfen, vom Mond beschienene Kieselsteine und Kraft aus den Schwingungen des Wassers" treffen es so gut, besser kann ich es auch nicht beschreiben. Außer, daß das Wasser dreimal links, zweimal vorne, einmal hinten gequirlt sein sollte. ;)

Aber es gibt auch ganz andere Beispiele.
Akupunktur galt mal als esoterischer Humbug, dennoch wurde ihre Wirkung bewiesen, inzwischen auch eine Erklärung für die Wirkungsweise gefunden. Nicht ganz so, wie die alten Chinesen sich das vorgestellt haben mit Energiebahnen, sondern das Bindegewebe ists. Ein Gewebe, das die Schulmedizin sowieso noch massiv in seiner Bedeutung unterschätzt, gerade erst dabei ist, von Physiotherapeuten und Heilpraktikern mehr darüber zu lernen, denen ist die Wichtigkeit nämlich schon länger bekannt.

Oder nehmen wir die Nadeln mit brennendem Ballen am Ende, Handauflegen, Warzen besprechen.
Alles Humbug, sagt der Schulmediziner. Bald heißt es "sagt_e_". Denn man kommt den Wirkungsweisen auf die Spur.
Bei den Nadeln macht es die Wärmezufuhr (wohl wieder das Bindegewebe), beim Handauflegen und den Warzen die ebenso unterschätzten, durch die Psyche aktivierten Selbstheilungskräfte des Körpers, die durchaus auch in der Lage sind, austherapierte Tumore in kurzer Zeit verschwinden zu lassen. Psychosomatik mal umgekehrt.

Ergänzung

Zum letzten Abschnitt eine Ergänzung:
Vor ein oder zwei Jahren las ich einen Artikel zum Thema Selbstheilungskräfte. Vorgestellt wurde eine Krebspatientin, deren Tumor austherapiert war, ihr Onkologe gab ihr nur noch wenige Monate. Sie fing in ihrer Verzweiflung an, ihren Tumor zu beschimpfen, sie brauche ihn nicht, er solle verschwinden.
Bei der nächsten Kontrolle beim Onkologen drei Monate später mußte dieser genau hinschauen: der Tumor war weg! Und auch Jahre später ist sie putzmunter ohne Rückfall.
Daß Autosuggestion enorme Kräfte entfalten kann, weiß ich von mir selbst schon länger. Voriges Jahr entdeckte ich auf meinem Arm eine kleine Hautveränderung, durchaus beobachtenswert. Wieder aus den Augen verloren, im Herbst dann sah es sehr nach Melanom aus. Schulmedizinisch: rausschneiden, nächsten Lymphknoten entfernen. Nein danke.
Ich erinnerte mich an oben genannten Artikel, habe diese Stelle angemault, sie solle sich vom Acker machen, meinen Körper angewiesen, sie verschwinden zu lassen. Sechs Wochen später: alles weg.
Wieso? All solche Veränderungen sind letztlich nur Stellen, an denen das Immunsystem mutierte Zellen übersehen hat. Und ganz offensichtlich funktioniert es, daß man über das gezielte Anmaulen quasi mit dem Finger draufzeigt und "faß!" sagt. Sofern die medikamentenzentrierte Schulmedizin es schafft, ihre Pharmaindustriehörigkeit abzuschütteln, könnte das eine Revolution in Gang setzen. Leider steht da eine geldgierige und sehr mächtige Lobby im Weg...

Noch etwas...

Mir fiel gerade noch ein Beispiel ein.
Ende 2010 oder 2011 gab es im ZDF eine zweiteilige Reportage des Asien-Korrespondenten über China. Unter anderem wurde ein, wenn ich mich recht erinnere, US-Bürger vorgestellt, der als junger Mann in Taiwan unterwegs war, sich dort das Sprungelenk brach. Schulmedizinisch behandelt hätte das zwei Monate lang nicht belasten bedeutet. Er wurde jedoch mit TCM behandelt, konnte nach zwei Tagen schon wieder belasten, nach einer Woche seine Reise fortsetzen. Dies beeindruckte ihn so sehr, daß er dort blieb, Medizin studierte und heute als TCM-Arzt praktiziert - in einer Praxisgemeinschaft mit seinem Lehrmeister.
Doch schafft es der gemeine Schulmediziner an sich, sich mal für solche ebenfalls evidenzbasierten Methoden zu öffnen? Nein, denn dieses Jahrtausende alte Zeugs ist ja schon wegen seines Alters Quark, nur die noch recht junge westliche Schulmedizin ist die einzig wahre Methode.
Oder auch nicht, wie man an diesem Beispiel sieht...
In einem ÖR-Radiosender hörte ich mal das Gespräch mit einem Chirurgen, der jetzt Chefarzt einer homöopathischen Klinik ist, nachdem er im Umgang mit schulmedizinisch austherapierten Patienten erstaunliche Erfolge beobachtete. Der heute sagt, daß die übliche Reihenfolge umgedreht werden, die Homöopathie an erster Stelle kommen sollte, da sanfter als die Schulmedizin. Wenn das nicht hilft, kann man immer noch mit dem Skalpell oder Allopathie ran. Wie ich finde, hat er Recht.

Sie sind lustig

Sorry - Sie machen wirklich Spaß. Wieso reduzieren Sie die Frage der Wirkungsnachweise schulmedizinischer Verfahren auf Medikamente?

In der Diskussion wird von Seiten der Schulmedizin-Verfechter immer argumentiert, es müssten MEHRERE, RANDOMISIERTE STUDIEN vorliegen, damit ein solcher Wirksamkeitsnachweis als erbracht gilt.

Die Einteilung der Leitlinien, welche die medizinischen Verfahren beschreiben, erfolgt in die Stufen 1-3. Stufe 1 bedeutet, dass die Leitlnie in einem "informellen Konsens" einer Expertengruppe erarbeitet wurde. Erst Stufe 2 erfordert eine "systematische Evidenzrecherche", den strengen Anforderungen, die an alternative Heilverfahren in der Diskussion gestellt werden, genügt eigentlich nur Stufe 3.

70 % der Leitlinien (Achtung, das heißt nicht 70% der in der Schulmedizin angewendeten Verfahren, es gibt auch solche zu denen es überhaupt keine gibt s.u.) fallen in Stufe 1.
http://de.wikipedia.org/w...

Die Datenbank der AWMF http://www.awmf.org/
führt aktuell 912 Leitlinen, wovon lediglich 174 also rund 19 % das Level 3 Kriterium erfüllen.

Keine Leitlinien oder niedrig-Level Leitlinien gibt es zu seltenen Krankheitsbildern, so sind bspw so etwas wie Systemischer Lupus, aber auch Kontaktekzem auf Stufe 1.

Bitte diskutieren Sie das Artikelthema. Dafür ist die Kommentarfunktion vorgesehen. Danke, die Redatkion/fk.

Unverständniss

Sie haben scheinbar keine Ahnung. Angefangen bei den Zahlen: Je nach Quelle kostet ein Medizinstudium 350k-500k Euro. Bis zu der "Erpressung" durch Ärzte (die ich nirgendwo sehen kann?). Und die "fetten" Jahre gibt es schon lange nicht mehr, da haben sie recht. Das Gegenteil ist der Fall, mit Regressforderungen lässt die Politik Ärzte die zu viele Patienten handeln zahlen, im Krankenhaus wird wegen Personalmangel schon bei den PJlern Raubbau betrieben und man wird die ganze Zeit durch die Gegend gehetzt. Um den ganzen eins oben drauf zu setzen kommen dann auch noch viele Patienten: "Seien Sie doch mal dankbarer, dass Sie mich behandeln dürfen! und ich musste viel zu lange warten!". Ich sage ja nicht einmal, dass man die Bezahlung höher schrauben müsste (Inflationsbedingte Anpassungen wären aber ganz nett) - sondern, dass sich wesentliches an den Arbeitsbedingungen ändern muss!
Und ich kenne niemanden der nur aus Selbstdarstellung ohne Haftung studiert (merkwürdige Kombination für ein Argument, ohnehin). Ganz abgesehen davon, dass Ärzte haftbar sind - nur wird halt versucht zu verhindern, dass wegen jedem Sch*** Ärzte vor Gericht gezerrt werden.
Und ich bin mir sicher, dass sie einer der ersten sind die sich beschweren über lange Wartezeiten im Krankenhaus, über Ärzte die sie nicht richtig verstehen und wahrscheinlich auch noch wenn der Magen des Arzt zu laut knurrt weil er/sie den ganzen Tag keine Zeit hatte was zu essen.