MBAFallstudien für Manager

Acht Fragen und Antworten zum MBA von 

1. Was ist ein MBA?

Der Master of Business Administration (MBA) ist ein Studienprogramm, in dem allgemeine Wirtschaftskenntnisse vermittelt werden, also ein kompakter Kurs in Management. Die MBA-Studenten kommen aus verschiedenen Ländern und aus unterschiedlichen Fachrichtungen wie Jura, Philosophie, Geowissenschaften, Musik, Medizin oder IT. Im Durchschnitt sind sie 34 Jahre alt, meist haben sie bereits mehrere Jahre in ihrem Beruf gearbeitet. Die unterschiedlichen Hintergründe sollen den Ideenaustausch und neue Herangehensweisen in Projekten und Gruppenarbeiten fördern.

Der MBA bietet wegen der Interdisziplinarität nicht nur Fachwissen, sondern häufig auch internationale Freundschaften ebenso wie berufliche Kontakte. In manchen MBA-Jahrgängen gründen die Studenten sogar schon ihre eigenen Start-ups. Teil des Studiums sind oft mehrmonatige Auslandsaufenthalte an einer Partneruniversität oder in einem Unternehmen.

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16 Monate dauert ein Vollzeitprogramm an einer Business School in Europa im Durchschnitt. Ein Teilzeitprogramm beansprucht in Europa durchschnittlich 23 Monate. Für einen MBA an einer europäischen Fern-Uni müssen Teilnehmer im Schnitt 27 Monate Studienzeit einplanen. Amerikanische MBAs gehen meist über zwei Jahre.

2. Was lernt man im MBA?

Personalführung, Verkauf, Unternehmensstrategie, Marketing, Finanz- und Rechnungswesen und allgemeines Management gehören zu den Inhalten des MBA-Studiums. Meist werden sie in Englisch vermittelt. Doch auch Kreativität und Zeitmanagement, Ethik, Teamfähigkeit, Interkulturalität und der Umgang mit Sozialen Netzwerken werden immer häufiger unterrichtet, denn auch das ist für Manager wichtig. "Ein Unternehmensführer muss zum Beispiel in der Lage sein, auch in einer Krisensituation professionell gegenüber der Presse aufzutreten", sagt Volker Stößel von der HHL Leipzig Graduate School of Management.

Praktische Erfahrungen spielen eine zentrale Rolle im MBA-Programm. Daher lösen die MBA-Studenten Fallstudien, und die Hochschulen kooperieren mit Unternehmen, in denen die angehenden Manager über längere Zeit Projekte umsetzen – auch unter Zeitdruck. Für Getränkefirmen entwickeln sie etwa eine Strategie, um ein neues Produkt zu vermarkten, oder sie suchen Sponsoren für karitative Einrichtungen. Sie lernen, wie Lieferketten aufgebaut werden oder wie man eine dauerhafte Zusammenarbeit mit Partnerfirmen aufbaut. Nach und nach wachsen die Studenten so in die Aufgaben eines Managers hinein.

3. Lässt sich ein MBA berufsbegleitend studieren?

Viele Hochschulen und Business Schools bieten MBAs auch berufsbegleitend an. Allerdings ist der Arbeitsaufwand bei berufsbegleitenden Programmen sehr hoch. Berufstätige müssen meist 10 bis 20 Stunden pro Woche für das Studium aufbringen und zwei bis drei Jahre studieren. Die Seminare finden entweder an einem oder zwei Abenden in der Woche statt, am Wochenende oder in dafür vorgesehenen Präsenzphasen auch ganztägig.

4. An welchen Hochschulen wird ein MBA angeboten?

In Deutschland bieten zahlreiche Universitäten und eigens gegründete Business Schools MBAs an, wie etwa die Mannheim Business School, die Otto Beisheim School of Management bei Koblenz, die Goethe Business School der Universität Frankfurt oder die European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin. Aber auch an Fachhochschulen wie zum Beispiel in Pforzheim, Reutlingen oder Berlin kann man den MBA studieren. Im Ausland ist das Angebot ebenfalls groß, auch hier gibt es die Alternativen Teilzeit- und Vollzeitstudium.

Die Business School der Open University in London hat ihre Lehrveranstaltungen größtenteils ins Internet verlagert, die Studenten müssen den Lernstoff am Computer bearbeiten.

Leserkommentare
  1. Sehr geehrter Autor,

    Ihre Zusammenfassung halte ich grundsätzlich für gut und habe den Artikel interessiert gelesen. Bei mir sind jedoch einige Alarmglocken im letzten Abschnitt angegangen, denn dass der MBA sich "nach meinung EINIGER Experten" lohnt und die Gehaltssprünge werden doch wohl Durchschnitt sein, oder?

    Mich hätte halt interessiert, ob es am MBA Studium, oder an einer eventuellen Beföderung liegt, denn ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass in Unternehmen (gerade US-Amerikanischen), dass die Entscheidung zur Bevörderung vor der Zusage zur Förderung des MBA-Studium steht?

    Ich muss nicht recht haben, aber diese Fragen haben sich mir gestellt.

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  2. Angesichts der Fülle von MBA Programmen ist eine sorgfältige Auswahl immens wichtig. Man muss sich überlegen, was man mit dem MBA überhaupt erreichen will, welche Programme einen zu diesem Ziel führen können und ob die Kosten dafür angemessen sind. Das Kürzel "MBA" ist gerade in Deutschland kein Karrieregarant. Aber auch in UK oder den USA zählt gerade auch das Prestige der Business School. Man sollte sich auf keinen Fal ein billigen Wald- und Wiesen-MBA aussuchen und dafür auch noch bezahlen. Dann kann man auch einfach einen ganz normalen MSc machen.

    Wenn ich mir die Durchschnittsgehälter für Deutschland ansehe, dann lohnt es sich sicher nicht, dafür Preise in fünfstelliger Höhe auszugeben. Die Gehälter bekommt man bspw. auch mit einem stinknormalen und billigeren Finance-Master und (ggf:) etwas Berufserfahrung.

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  3. Creedingers Frage ist eine die mich auch beschäftigt hat.

    Die "renommierten" Schulen, die die mit Statistiken Werbung für sich machen, um wie viel % die Gehälter nach Abschluss gestiegen sind, verlangen zur Bewerbung auch Empfehlungsschreiben vom Arbeitgeber und sogar eine Unterschrift des Arbeitgebers unter ein Schreiben auf dem steht, dass er über das Studium informiert ist und den Angestellten/Studenten beim MBA Studium unterstützen wird. Meiner Meinung nach trift man so schon die Vorauswahl für die Leute, die sowieso demnächst in einer höheren Position tätig sein werden. So haben sie ihre Statistik gesichert.

    Ich denke, dass ein Vorgesetzter sowas üblicherweise nicht unterstützt, da er dadurch einen Mitarbeiter verlieren wird. Außer, vielleicht wenn er bald ausscheidet und seinen Nachfolger ausgebildet haben will.

    Ein Freund von mir (Ingeniuer) hatte auch die Idee sowas zu machen und hat mit seinem Chef darüber gesprochen. Er war nicht begeistert, er hat dann für die Firmeneigenen Lehrgänge Werbung gemacht, die bekanntermaßen nicht sehr Sinnvoll sind.

    Zu dem Artikel: ich finde ihn sehr dünn, da stehen nur Sachen, die sonst überall woanders auch stehen.

  4. Ich dachte wir brauchen in Dtl. Fachkräfte insbesondere Ingenieure??

    Wärs dann nicht besser ein Master für BWL'er in Naturwissenschaften anzubieten??

    Von denen BWLern haben wir doch so viele. Da brauchen wir dann auch keine Kräfte aus dem Ausland oder kräftig Nachwuchs produzieren.

    Hmm, oder ist der Fachkräftemangel doch nur mehr Schein als sein. Gehts beim MBA etwa doch nur noch ums Prestige und sind Marktgesetze wirklich auch Naturgesetze??

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    Jeder will nur noch die Leistungen anderer "managen" und arbeiten tun nur noch der wenigsten.

    Nette Idee aber hoffentlich ironisch gemeint, denn den BWL'er der im 3 oder 4 semester maschinenbau mithalten kann will ich sehen.
    Wie wohl alle Ingineurswissenschaftenstudenten bestätigen können sind die ersten Semester eine dermaßene Tour de Force durch Mathe und fachspezifische Grundlagen ohne die später nichts geht. Aber etwas naturwissenschaftliche Grundlagen wären sichernicht verkehrt, werden aber wohl eher die Qualität der Manager verbessern als den Fachkräftemangel bekämpfen.

  5. Jeder will nur noch die Leistungen anderer "managen" und arbeiten tun nur noch der wenigsten.

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    • Rudi01
    • 08. April 2013 9:53 Uhr

    Ich vermute, denjenigen, die einen MBA anstreben, geht es darum, Führungskraft zu werden, möglichst ganz weit oben in der Unternehmenshierarchie.

    Das Problem ist, dass die "Führung" von größeren Institutionen nur dann erfolgreich möglich ist, wenn man die Institution kennt. Man muss also wissen, wie die wesentlichen Prozesse ablaufen, die die Wertschöpfung eines Unternehmens ergeben. Es reicht nicht, darüber mal gehört oder gelesen zu haben.

    "Personalführung, Verkauf, Unternehmensstrategie, Marketing, Finanz- und Rechnungswesen und allgemeines Management gehören zu den Inhalten des MBA-Studiums."

    Dazu ist folgendes zu sagen: Finanz- und Rechnungswesen gehören mit zu den "harten" Faktendisziplinen, ebenso wie auch Wirtschaftsrecht und Steuerwesen. Diese Dinge muss man natürlich als Unternehmer beherrschen, damit man mit den entsprechenden Fachabteilungen überhaupt kompetent kommunizieren kann, und von diesen ernst genommen wird.

    Über weiche Disziplinen wie Personalführung, "Unternehmenstrategie" und "allgemeines Management" möchte ich mich lieber nicht näher äussern, nur soviel: so etwas lernt man nicht in Lehrgängen, aus Vorlesungen, oder aus Lehrbüchern.

    Ich stelle fest, dass dieser Artikel, wie so viele in der ZEIT, dieses naive Bild vom Studenten, der direkt zum "Manager" oder gar Gründer eines Unternehmens wird, befördert. Motto: man muss eigentlich nichts wirklich fundiert können, sondern einfach nur _wollen_.

    Mit der Wirklichkeit hat das ziemlich wenig zu tun.

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  6. ist weit weg, und der Vergleich mit amerikanischen Gehältern ist traumhaft. Nicht einmal in einer Führungsposition muß jemand, der sinnvoll im englischsprachigen Ausland arbeiten will, überhaupt erst einmal "verhandlungssicher" sprechen können. Das setzt Sprachkenntnisse voraus, die sich nur im täglichen und mehrjährigen Umgang mit Muttersprachlern erwerben lassen, und das ist in der Regel auch nur erfolgreich, wenn man Sprachen gerne lernt und Talent mibringt. Ich habe kaum Mitteleuropäer kennengelernt, die das schafften. Skandinavier und Niederländer - durch ihre fundierte sprachliche Schulausbildung - und Asiaten - durch ihre Kolonialgeschichte - sind hierbei problemlos unterwegs.

    Ein Deutscher, der sich mit seinen Kommillitonen "regelmäßig" auf Englisch unterhält, wenn sie keine Muttersprachler sind, kommt da nicht weit, und ein Jahr Sprachurlaub ist auch nicht ausreichend. Dieses Problem unterdrücken Deutsche gerne. Ihre fremdsprachlichen Fähigkeiten sind aber oft auffällig dürftig (Franzosen, Italiener dito). Spanier sind auch oft flexibler. Europa hat ein Problem mit Sprachbarrierien, finde ich.

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    • Rudi01
    • 08. April 2013 11:34 Uhr

    ... ist eine Grundvoraussetzung für einen Führungsjob im (vermutlich meist anvisierten) englischsprachigen Ausland, und hier rächt sich bitter die deutsche (und französische) Selbstzufriedenheit mit den sogenannten "Schulkenntnissen" der englischen Sprache.

    Es mag banal klingen, aber das trifft exakt die Länder, die ihre Fernsehprogramme synchronisieren; in NL, DK, SE, NO, FI etc. hingegen wächst man mit "richtigem" Englisch (genauer: Amerikanisch) im Ohr auf.
    Natürlich ist nicht damit zu rechnen, dass wir hier im Interesse unserer jungen Leute von liebgewonnenen Sitten abweichen.

    Das heisst naturlich nicht, dass jemand mit Top-Sprachkenntnissen automatisch das Zeug zur Führungskraft hat, aber jemand ohne diese Kenntnisse kommt mit ziemlicher Sicherheit nicht zum Zuge. Ausnahmen mag es in der Forschung geben, aber eben nur extrem selten im "Management".

  7. Nette Idee aber hoffentlich ironisch gemeint, denn den BWL'er der im 3 oder 4 semester maschinenbau mithalten kann will ich sehen.
    Wie wohl alle Ingineurswissenschaftenstudenten bestätigen können sind die ersten Semester eine dermaßene Tour de Force durch Mathe und fachspezifische Grundlagen ohne die später nichts geht. Aber etwas naturwissenschaftliche Grundlagen wären sichernicht verkehrt, werden aber wohl eher die Qualität der Manager verbessern als den Fachkräftemangel bekämpfen.

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    Da haben Sie natürlich recht, dass aus einem alten BWLer kein Top Ingenieur mehr wird. Das sollte aber auch nicht das Ziel sein. Einen Aufbau-Master Ingenieurwesen für BWL/VWL Absolventen halte ich, als Angehöriger der Erstgenannten, für extrem sinnvoll. Denn ich schätze es gibt ausser mir durchaus noch andere WiWis, die im Laufe des Berufslebens ein tieferes Interesse an der tatsächlich wertschöpfenden Seite des Wirtschaftslebens entdecken - sei es aus intrinsischem Interesse oder weil der Job es vertragen könnte. Logischerweise käme realitsches Maximum ein Wirtschaftsingenieur-ähnlicher Wissensstand heraus (wobei die Wing's mit denen ich zu tun hatte auch recht viel reguläre Ing-Vorlesungen und Leistungsnachweise ablegen mussten). Wenn Sie so wollen, würde es Ihnen als Echt-Ingenieur zukünftig die Arbeit erleichtern, wenn der WiWi auf der Gegenseite die technischen Probleme versteht, anstatt nur nach Kostensenkung zu rufen.

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