LektüreWas lesen Sie da?

Am Pool, im Zug, im Café, in der Autowerkstatt, in der Sauna, in der Notaufnahme: Ursula März hat mit Lesern über deren Lektüren gesprochen.

Hotelpool auf Mallorca
Eine schätzungsweise dreißigjährige Frau liegt in der Sonne. Die Frage, welches Buch sie dabei liest, erübrigt sich. Das Cover ist von Weitem zu identifizieren.

»Entschuldigung, darf ich Sie mal was fragen?«

»Ja, klar.«

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»Ist Shades of Grey für Sie speziell Urlaubslektüre?«

»Ich hab den ersten Band schon daheim gelesen, das ist der zweite.«

»Respekt, Sie haben ja Ausdauer.«

»Also, wenn ein Buch so spannend ist, komm ich da nicht mehr von los.«

»Weiß Ihr Mann, dass Sie das lesen?«

»Also, wenn Sie’s sooo genau wissen wollen, ich bin nicht verheiratet.«

»Dann sind Sie im Urlaub auch ein bisschen auf Männersuche?«

»Na, hörn Sie mal, seh ich vielleicht so aus?«

»Nein, nein, ich überlege nur, ob man als unverheiratete Frau irgendwie anders auf neue Männer schaut, wenn man Shades of Grey liest, die Sexszenen sind ja schon speziell.«

»Also Entschuldigung, diese ganzen Sexszenen haben doch mit mir nichts zu tun, das ist doch alles erfunden. Haben Sie mal ein Foto von der Frau gesehen, die das geschrieben hat?«

»Ja.«

»Die hatte doch nie im Leben einen Liebhaber, der so drauf ist.«

»Bin ich mir nicht sicher.«

»Aber ich, hundert Pro.«

»Ich hab noch eine Frage. Shades of Grey wird ja garantiert verfilmt, und ich finde es spannend, wer dann den Liebhaber spielt.«

»Keine Ahnung.«

»Vom Typ her eher Götz George oder Heiner Lauterbach?«

»Na, die doch sowieso nicht, das sind doch deutsche Schauspieler!«

»Im Film könnte die Geschichte doch auch in Deutschland spielen.«

»Nee, aber wirklich nicht. Sie haben ja Ideen.«

Leser-Kommentare
  1. Na gut....
    Jetzt weiß ich, was 6 Personen von schätzungsweise 70 Millionen -des Lesens kundigen- Menschen in Deutschland lesen. Wow!
    .
    Ich lese schätzungsweise 3 Bücher in 14 Tagen; manchmal auch parallel.
    Macht plus/minus 75 Bücher im Jahr.
    .
    Im Wartezimmer meines Zahnarztes führe ich mir sicher leichtere Kost zu Gemüte, als an einem langen, gemütlichen Winter-Sonntag mit viel Zeit auf dem Sofa zuhause.
    Das geht über Biografien, Krimis, Sachbücher, Reiseliteratur, Romane, Klassiker bis hin zu schönen Kochbüchern. Selbst gute Erotik wird nicht ausgelassen. Und dazu gehört *50 Shades of grey* sicher nicht!
    .
    Dabei lasse ich mich nicht von Bestseller-Listen blenden oder beeinflussen, sondern ich stöbere ein mal wöchentlich in der städtischen Bücherei Wien.
    Das ganze um 18,00 € pro Jahr.
    .
    Repräsentativ ist weder mein- noch das Lese-Verhalten der o.g. sechs Personen.
    .
    Darf ich fragen: "Was sollte mir/uns dieser Artikel vermitteln?"

    Eine Leser-Empfehlung
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    • ahaaa
    • 16.03.2013 um 11:15 Uhr

    Dass Sie gefragt haben, was der Artikel soll, dann brauche ich das ja nicht mehr fragen.

    • ahaaa
    • 16.03.2013 um 11:15 Uhr

    Dass Sie gefragt haben, was der Artikel soll, dann brauche ich das ja nicht mehr fragen.

    • ahaaa
    • 16.03.2013 um 11:15 Uhr
    2. Danke

    Dass Sie gefragt haben, was der Artikel soll, dann brauche ich das ja nicht mehr fragen.

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    • Hagmar
    • 17.03.2013 um 16:04 Uhr

    Wer brauchen ohne "zu" braucht, braucht brauchen gar nicht zu brauchen.
    :=)

    • Hagmar
    • 17.03.2013 um 16:04 Uhr

    Wer brauchen ohne "zu" braucht, braucht brauchen gar nicht zu brauchen.
    :=)

  2. Die Idee an sich finde ich sehr gut, es ist sicher ein unterhaltsamer Ansatz mal zu fragen, was jemand gerade liest, auch an etwas ungewöhnlichen Orten

    Aber die Autoin musste bestimmt ziemlich lange suchen, um diese Klischeebomben zu finden, oder hier wurde nach Art der Emser Depesche gekürzt. Da passt ja jeder Charakte in eine Schublade.

    Schade eigentlich, denn wie gesagt, der Ansatz ist schön, auch wenn er natürlich keine Aussage zum Leseverhalten insgesamt macht.

    Eine Leser-Empfehlung
  3. Nur dass ich keines der hier genannten Bücher gelesen habe, einzig von Shades of Grey hab ich mal gehört.

    Ich lese als bald 29jähriger eher so Bücher von Bernard Cornwell, Simon Beckett, Frank Schätzing, Preston & Child, H.P. Lovecraft (aber nur in der alten deutschen Rechtschreibung, die passt zu Lovecraft besser als die aktuelle), hin und wieder mal Ken Follett (nur der hat immer so das gleiche Schema von Geschichte). Dann hin und wieder englischsprachige Romane wie "In The Electric Mist With Confederate Dead" von James Lee Burke, oder Neil Gaiman, der ja auch für Graphic Novels bekannt ist.

    Comics lese ich auch viele, das ist für mich künstlerische Literatur.

  4. Eine sehr schöne Idee, das zu machen, was die meisten schon immer machen wollten, aber sich nur selten getraut haben. Es ist wirklich hochinteressant (diesmal ohne Ironie) zu erfahren, wieso welche Menschen welches Buch in welcher Situation lesen.

    Danke auch an perlenqwien, dass Sie auf die Idee aufgesprungen sind und etwas von ihrem Leseverhalten erzählt haben. Aber es würde mich sehr interessieren, was Sie aktuell für ein Buch lesen.

    Und ahaa und Dielektrikum: Was lesen Sie aktuell für Bücher?

    Ich lese gerade "Das grüne Gesicht" von Gustav Meyrink, vor allem wenn ich unterwegs in Stadtbahnen und Bussen bin. Für in Stadtbahnen zwar ein bisschen schwer zu verstehen, aber da ich es schon seit Jahren lesen will und sonst kaum Zeit finde, muss es dort sein.

    Ich hoffe sehr, dass der Artikel als Serie fortgesetzt wird. :-)

    3 Leser-Empfehlungen
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    • ahaaa
    • 16.03.2013 um 12:13 Uhr

    ..als echtes Buch "Das Labyrinth der träumenden Bücher" von Moers, und als eBook "Greyhound" von Steffan Piper, das vor ein paar Tagen Kindle Deal des Tages war, ein Spontankauf also.
    "Greyhound" ist eine Art Roadmovie, das die Geschichte der Fahrt eines zwölfjährigen Jungen erzählt, der in Kalifornien von seiner Mutter in besagten Bus gesetzt wird, um alleine nach Pittsburgh zu seinen Großeltern zu fahren und dort zu leben und seinen Erlebnissen mit den Leuten, die er unterwegs trifft. Sehr angenehm geschrieben, liest sich so weg.

    Überhaupt habe ich mit dem Kindle Deal des Tages in den letzten Wochen das eine oder andere wirklich schöne Buch gefunden, das ich in der Buchhandlung niemals in die Hand genommen hätte, weil ich gar nicht in die entsprechende Abteilung gekommen wäre.

    zur Unterhaltung: Carlos Ruiz Zafón: Der Gefangene des Himmels.
    .
    Das interessiert mich, als begeisterte Barcelona-Reisende und weil ich zehn Jahre in Spanien gelebt habe. Das spanische Hörbuch war mein Vorläufer und was ich nicht wirklich geschnallt habe, kann ich jetzt nachlesen ;-)
    .
    Zum politischen Tagesgeschehen: Meinhard Miegel: EXIT - Wohlstand ohne Wachstum
    Dieses Buch fasziniert mich, weil viele von Miegels Thesen einleuchten. Ob die Zahlen alle stimmen, vermag ich nicht zu beurteilen, aber mein persönliches Fazit in der Mitte des Buches lautet *weniger ist mehr!!!!*
    Es touchiert final auch Gerechtigkeits-Themen, Grundeinkommen und ein *Umkrempeln* des Systems.
    .
    Zum Dritten parallel, wann ich Zeit habe und munter (österreichisch; will heißen wach) bin: eine Kreisky-Biografie.
    Ich bin Deutsche und lebe in Österreich. Dieser (hier) unvergleichlich große Sozialdemokrat war mutig und fasziniert mich.
    Viel ist davon nicht übrig geblieben und bei den SPÖ-Parlamentariern in Wien hat man das Gefühl im falschen Film zu sein. Leider!
    .
    Ein schönes Wochenende mit einem Schmöker und liebe Grüße aus Wien!

    Neben Zafón, Isabel Allende und Gabriel García Márquez sind zwei weitere meiner Lieblings-Autoren (Zeitgenossen) Philip Roth und John Irving.
    .
    Grenz-genial und wie (ich glaube) offensichtlich auch alle sehr gut übersetzt.

    Im Moment lese ich den "Nachtzug nach Lissabon"

    Sonst lese ich alles von Terry Pratchett, Douglas Adams.

    Die hohe Science Fiction ist mein Lieblingsgenre, wobei ich auch gerne historische Romane lese.
    Das Genre ist mir allerdings nicht ganz so wichtig, nur Thriller und Krimis finde ich eher langweilig, obwohl es da auch Bücher meines Geschmacks gibt.

    • ahaaa
    • 16.03.2013 um 12:13 Uhr

    ..als echtes Buch "Das Labyrinth der träumenden Bücher" von Moers, und als eBook "Greyhound" von Steffan Piper, das vor ein paar Tagen Kindle Deal des Tages war, ein Spontankauf also.
    "Greyhound" ist eine Art Roadmovie, das die Geschichte der Fahrt eines zwölfjährigen Jungen erzählt, der in Kalifornien von seiner Mutter in besagten Bus gesetzt wird, um alleine nach Pittsburgh zu seinen Großeltern zu fahren und dort zu leben und seinen Erlebnissen mit den Leuten, die er unterwegs trifft. Sehr angenehm geschrieben, liest sich so weg.

    Überhaupt habe ich mit dem Kindle Deal des Tages in den letzten Wochen das eine oder andere wirklich schöne Buch gefunden, das ich in der Buchhandlung niemals in die Hand genommen hätte, weil ich gar nicht in die entsprechende Abteilung gekommen wäre.

    zur Unterhaltung: Carlos Ruiz Zafón: Der Gefangene des Himmels.
    .
    Das interessiert mich, als begeisterte Barcelona-Reisende und weil ich zehn Jahre in Spanien gelebt habe. Das spanische Hörbuch war mein Vorläufer und was ich nicht wirklich geschnallt habe, kann ich jetzt nachlesen ;-)
    .
    Zum politischen Tagesgeschehen: Meinhard Miegel: EXIT - Wohlstand ohne Wachstum
    Dieses Buch fasziniert mich, weil viele von Miegels Thesen einleuchten. Ob die Zahlen alle stimmen, vermag ich nicht zu beurteilen, aber mein persönliches Fazit in der Mitte des Buches lautet *weniger ist mehr!!!!*
    Es touchiert final auch Gerechtigkeits-Themen, Grundeinkommen und ein *Umkrempeln* des Systems.
    .
    Zum Dritten parallel, wann ich Zeit habe und munter (österreichisch; will heißen wach) bin: eine Kreisky-Biografie.
    Ich bin Deutsche und lebe in Österreich. Dieser (hier) unvergleichlich große Sozialdemokrat war mutig und fasziniert mich.
    Viel ist davon nicht übrig geblieben und bei den SPÖ-Parlamentariern in Wien hat man das Gefühl im falschen Film zu sein. Leider!
    .
    Ein schönes Wochenende mit einem Schmöker und liebe Grüße aus Wien!

    Neben Zafón, Isabel Allende und Gabriel García Márquez sind zwei weitere meiner Lieblings-Autoren (Zeitgenossen) Philip Roth und John Irving.
    .
    Grenz-genial und wie (ich glaube) offensichtlich auch alle sehr gut übersetzt.

    Im Moment lese ich den "Nachtzug nach Lissabon"

    Sonst lese ich alles von Terry Pratchett, Douglas Adams.

    Die hohe Science Fiction ist mein Lieblingsgenre, wobei ich auch gerne historische Romane lese.
    Das Genre ist mir allerdings nicht ganz so wichtig, nur Thriller und Krimis finde ich eher langweilig, obwohl es da auch Bücher meines Geschmacks gibt.

    • ahaaa
    • 16.03.2013 um 12:13 Uhr

    ..als echtes Buch "Das Labyrinth der träumenden Bücher" von Moers, und als eBook "Greyhound" von Steffan Piper, das vor ein paar Tagen Kindle Deal des Tages war, ein Spontankauf also.
    "Greyhound" ist eine Art Roadmovie, das die Geschichte der Fahrt eines zwölfjährigen Jungen erzählt, der in Kalifornien von seiner Mutter in besagten Bus gesetzt wird, um alleine nach Pittsburgh zu seinen Großeltern zu fahren und dort zu leben und seinen Erlebnissen mit den Leuten, die er unterwegs trifft. Sehr angenehm geschrieben, liest sich so weg.

    Überhaupt habe ich mit dem Kindle Deal des Tages in den letzten Wochen das eine oder andere wirklich schöne Buch gefunden, das ich in der Buchhandlung niemals in die Hand genommen hätte, weil ich gar nicht in die entsprechende Abteilung gekommen wäre.

    Eine Leser-Empfehlung
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  5. zur Unterhaltung: Carlos Ruiz Zafón: Der Gefangene des Himmels.
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    Das interessiert mich, als begeisterte Barcelona-Reisende und weil ich zehn Jahre in Spanien gelebt habe. Das spanische Hörbuch war mein Vorläufer und was ich nicht wirklich geschnallt habe, kann ich jetzt nachlesen ;-)
    .
    Zum politischen Tagesgeschehen: Meinhard Miegel: EXIT - Wohlstand ohne Wachstum
    Dieses Buch fasziniert mich, weil viele von Miegels Thesen einleuchten. Ob die Zahlen alle stimmen, vermag ich nicht zu beurteilen, aber mein persönliches Fazit in der Mitte des Buches lautet *weniger ist mehr!!!!*
    Es touchiert final auch Gerechtigkeits-Themen, Grundeinkommen und ein *Umkrempeln* des Systems.
    .
    Zum Dritten parallel, wann ich Zeit habe und munter (österreichisch; will heißen wach) bin: eine Kreisky-Biografie.
    Ich bin Deutsche und lebe in Österreich. Dieser (hier) unvergleichlich große Sozialdemokrat war mutig und fasziniert mich.
    Viel ist davon nicht übrig geblieben und bei den SPÖ-Parlamentariern in Wien hat man das Gefühl im falschen Film zu sein. Leider!
    .
    Ein schönes Wochenende mit einem Schmöker und liebe Grüße aus Wien!

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    • ahaaa
    • 16.03.2013 um 16:18 Uhr

    Lohnt sich "Der Gefangene des Himmels"?

    Ich liebe "Der Schatten des Windes", habe aber Angst, mir seine anderen Bücher zu kaufen und vielleicht enttäuscht zu werden - einfach, weil "Der Schatten.." so perfekt ist.

    • ahaaa
    • 16.03.2013 um 16:18 Uhr

    Lohnt sich "Der Gefangene des Himmels"?

    Ich liebe "Der Schatten des Windes", habe aber Angst, mir seine anderen Bücher zu kaufen und vielleicht enttäuscht zu werden - einfach, weil "Der Schatten.." so perfekt ist.

  6. Neben Zafón, Isabel Allende und Gabriel García Márquez sind zwei weitere meiner Lieblings-Autoren (Zeitgenossen) Philip Roth und John Irving.
    .
    Grenz-genial und wie (ich glaube) offensichtlich auch alle sehr gut übersetzt.

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