Managerin Christine Wolff»Ich wollte anders leben«

Mit fast 50 Jahren hat sie sich noch einmal umorientiert: Die Topmanagerin und Aufsichtsrätin Christine Wolff über ihr zweites Studium, überholte Hierarchien und die Frauenquote. von 

DIE ZEIT: Frau Wolff, Sie haben über 20 Jahre für den Ingenieurkonzern URS gearbeitet. Zuletzt waren Sie dort als Managing Director zuständig für die Planung von Großprojekten in den Bereichen Infrastruktur, Energie und Umwelt. Sie trugen die Verantwortung für 2.000 Mitarbeiter in 15 Ländern. Auf dem Höhepunkt Ihrer Karriere haben Sie gekündigt. Warum?

Christine Wolff: Ich wollte einfach anders leben. Ich saß ständig im Flieger, bin alle zwei Jahre umgezogen, hatte viel Stress. Natürlich gab es auch viele Erfolge und schöne Zeiten, aber es musste sich etwas ändern.

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ZEIT: Was haben Sie sich gewünscht?

Wolff: Ich wollte öfter mal zu Hause bleiben. Ich wollte meine Nachbarn kennenlernen, beim Bäcker erkannt werden, mit meinem Mann ins Kino gehen. Und wieder mehr für den Kopf machen.

ZEIT: War das denn bei Ihrer Arbeit nicht der Fall?

Wolff: Ich habe zwar auf intellektuell hohem Niveau gearbeitet und hatte viel Verantwortung, immerhin betrug der Gesamtumsatz der Region, für die ich zuständig war, 350 Millionen Dollar im Jahr, aber auf der anderen Seite wiederholen sich die Erfahrungen, wie in jeder Branche. Ich wollte wieder etwas Neues lernen.

ZEIT: Sie hatten bereits eine internationale Managementkarriere hinter sich, die Financial Times zählte Sie zu den 101 Top-Frauen der deutschen Wirtschaft. Trotzdem haben Sie sich nach Ihrer Kündigung mit fast 50 Jahren an der Hamburg School of Business Administration für ein MBA-Studium eingeschrieben.

Wolff: Das Studium ist eigentlich berufsbegleitend angelegt, aber ich sah es als eine Möglichkeit, neue Anregungen zu bekommen und gleichzeitig Zeit zu haben für Dinge, die ich schon lange machen wollte. Es hat mich dann überrascht, wie arbeitsintensiv das Studium war, und es hat eine Weile gedauert, bis ich mich an das Lernen gewöhnt hatte. Seiten über Seiten Texte von Nobelpreisträgern zu lesen, die ja auch sehr kompliziert schreiben – das war schon ein anderes Arbeiten.

Für eine Frauenquote
  • Es geht um Chancengleichheit und Gleichberechtigung: Frauen stellen die Hälfte der Bevölkerung und sie sind genauso gut ausgebildet wie Männer.
  • Unternehmen, deren Führungsspitze aus Männern und Frauen besteht, erzielen bessere Ergebnisse.
  • Ein Großteil der Kaufentscheidungen wird von Frauen getroffen. 
  • Durch einen höheren Frauenanteil verbessert sich das Betriebsklima, die von Männern geprägten Spielregeln in Kommunikation und Karriereverhalten ändern sich mit mehr Frauen an der Spitze. 
  • Männer fördern eher Männer – und weil die Führungspositionen überwiegend mit Männern besetzt sind, rücken Frauen bei der Besetzung der Spitzenposten weniger ins Blickfeld. Es handelt sich um ein sich selbst erhaltendes System.
  • Frauen sind aufgrund ihrer geschlechtsspezifischen Sozialisierung oft nicht so stark darin, ihre Stärken und Erfolge zu kommunizieren. Sie machen weniger stark auf sich aufmerksam.
  • Es gibt viele Karrierenetzwerke und Eliteklubs, zu denen nur Männer Zutritt haben. Hier findet informelles Mentoring statt und hier werden die entscheidenden Karrierekontakte gemacht. Weil Frauen keinen oder nur schwer Zugang zu den Männernetzwerken haben, können sie von den Netzwerken kaum profitieren.

Fehlt ein Argument? Kontaktieren Sie uns: @zeitonline_kar

Gegen eine Frauenquote
  • Eine Frauenquote diskriminiert Männer.
  • Eine gesetzliche Quote greift in die unternehmerische Freiheit ein.
  • Durch die Quote wird Geschlecht zum Kriterium für die Besetzung einer Spitzenposition. Dabei sollte die Leistung und die Qualifizierung entscheidend sein.
  • Frauen werden als Quotenfrau in Unternehmen stigmatisiert.
  • In einigen Branchen und Unternehmen gibt es nicht ausreichend qualifizierte Frauen, um eine Quote einzuführen und einzuhalten.
  • Mädchen und junge Frauen wählen immer noch traditionelle Frauenberufe, aus denen heraus eine Karriere in eine Führungsposition unwahrscheinlich ist.
  • Viele Frauen wollen gar keine Karriere machen, sondern entscheiden sich bewusst für Familie.

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ZEIT: Haben Sie Ihr früheres Jetset-Leben vermisst?

Wolff: Nein, meine Tage haben sich schnell gefüllt. Ich war nebenbei als Beraterin tätig, als Gastdozentin an Hochschulen, habe Vorträge gehalten und Veröffentlichungen geschrieben. Außerdem hatte ich mir für die zwei Jahre des Studiums vorgenommen, viel Sport zu treiben, bin Marathon gelaufen und Radrennen gefahren. Mein Ziel war es auch, richtig gut Kraulen zu lernen, weil ich an Triathlonwettbewerben teilnehmen wollte. Am Anfang habe ich mich nicht so geschickt angestellt, dann habe ich Einzeltraining genommen. Inzwischen klappt es ganz gut, und ich habe schon viele Wettkämpfe gemeistert.

ZEIT: Gegen Ende des Studiums wurden Sie als erste Frau in den Aufsichtsrat von Hochtief berufen, das galt als mittlere Sensation. Wie haben Sie das empfunden?

Wolff: Dass ich die erste Frau war, empfinde ich als nicht so spannend, da ich immer viel mit Männern zusammengearbeitet habe. Spannend waren eher die neuen Abläufe, die neuen Aufgaben. Da ich Ende Januar aus persönlichen Gründen mein Mandat bei Hochtief niedergelegt habe, möchte ich nicht näher auf Details eingehen. Aber ich nehme noch in zwei weiteren Beiräten technisch ausgerichteter Industrieunternehmen Mandate wahr – auch als einzige Frau. Ich kenne es so gesehen nicht anders. Einen gewissen Exotenstatus habe ich seit 25 Jahren.

ZEIT: Hat Sie das nie gestört?

Wolff: Ich habe überwiegend für US-amerikanische und australische Firmen gearbeitet. In diesen Ländern ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen schon seit vielen Jahren höher als in Deutschland, das Frauenthema steht dort deshalb nicht so im Vordergrund. In meinem Unternehmen war ich zwar oft die einzige Frau, aber ich habe es nie so empfunden, dass ich einen Nachteil hatte. In deutschen Unternehmen machen viele Frauen aber andere Erfahrungen.

Christine Wolff

Die Managerin Christine Wolff ist die erste Frau im Aufsichtsrat von Hochtief.

ZEIT: Was halten Sie von der Frauenquote?

Wolff: Ich war immer dagegen, aber ich habe meine Meinung geändert, denn ich habe gemerkt, was allein diese Diskussion schon aufrüttelt. Ohne einen gewissen Druck werden wir keine Veränderung erleben.

ZEIT: Welche Eigenschaften haben Sie so weit gebracht?

Wolff: Ich habe immer darauf geachtet, eine Aufgabe zu haben, die mir Freude macht. Nur dann ist man auf Dauer erfolgreich. Außerdem ist es wichtig, nicht ganz unbescheiden zu sein. Viele Frauen machen den Fehler, dass sie zu zurückhaltend sind. Meine Erfahrung aus über 500 Gehaltsverhandlungen ist, dass sich Frauen überwiegend bescheidener als Männer verhalten, das Gleiche gilt bei Beförderungen. Man sollte außerdem darauf achten, ein gutes Netzwerk innerhalb und außerhalb des Unternehmens zu pflegen. Ob es einem gefällt oder nicht: Seilschaften sind wichtig, um weiterzukommen. Frauen sind oft sehr fleißig und haben den Anspruch, alles 150- prozentig zu machen. Aber dann fehlt ihnen die Zeit, rauszugehen, sich zu zeigen, bei den richtigen Veranstaltungen Vorträge zu halten.

Leserkommentare
  1. Frauen sind tendenziell bescheidener, zurückhaltender, wie Frau Wolff selbst sagt.
    Es wäre nun sehr schade, wenn Frauen diesen "Charakterzug", der sie angenehm von vielen Ellbogen-Männern in der oberen Etage unterscheidet, um der Karriere willen aufgäben.

    Ob außerdem Selbstverleugnung wirklich der Karriere dient, bezweifle ich....

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    Sie schreiben es!!! Und genau das ist das schlagende Argument für eine Quote!

    • minhen
    • 07. April 2013 13:56 Uhr

    Wenn Sie wirklich glauben, das Geschlecht sei der bestimmende Faktor beim Verhalten, dann ist das nichts weiter als Sexismus. Daran krankt auch die ganze Debatte. Die Menschen sind nach wie vor sexistisch, stören sich nun jedoch an den Konsequenzen (Frau: weich, lieb, sanft, als Konsequenz am besten Zuhause und bei den Kindern aufgehoben; Mann: hart, rücksichtslos, als Konsequenz am besten bei potentiellen Konfliktpositionen aufgehoben.)

    Will man etwas gegen die Folgen des Sexismus tun, sollte man in erster Linie das sexistische Weltbild aufgeben. Denn Sexismus gegen Frauen ist die logische Kehrseite des Sexismus gegen Männer. Wer die Konsequenzen kritisiert indem er oder sie andere Teile des klassischen sexistischen Weltbildes propagiert und bejubelt, der tut niemandem einen Gefallen.

    Wir sind alle Menschen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten. Frauen sind genau so schlecht wie Männer. Männer sind genau so gut wie Frauen. Wer etwas anderes glaubt, der sollte auch Männer in von Frauen dominierten Berufen nach deren Erfahrungen fragen. Aber Achtung, das Ergebnis ist schlecht für den Sexismus: Egal wer dominiert, die Gruppen verhalten sich immer gleich.

  2. Leider unterscheiden sich da Frauen von Männern scheinbar auch nicht wirklich: diese ständige Selbstoptimierung und Herausforderung seiner/ihrer selbst - mit welchem Ziel? Statt Zeit zu Körper- und Effizienzoptimierung einzusetzen sollte solche Menschen ihre Ressourcen lieber in wichtigere Dinge wie den Erhalt unserer Umwelt einsetzen.

    DAS ist es doch was zählt, sich selbst für eine große Sache aufopfern und nicht dafür, der Wirtschaft optimal zur Verfügung zu stehen und sich selbst (und anderen) mit irgendwelchen Triathlons etwas zu beweisen.

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  3. sollte eher zu der Frage gegangen werden, was die Frauen in den USA und Australien denn anders gemacht haben. Schließlichlich haben es auch ohne Quote (und künstlich hochgehaltene Debatte darüber) geschafft, aufzusteigen.

    Wieso sollte man andere gewaltsam von der Tränke für solche verdrängen, die womöglich deshalb nicht dort stehen, weil sie keinen Durst haben?

    Auch wenn Frau Wolff "ihre Meinung geändert hat": die meisten, die hierzulande eine Frauenquote fordern (inklusive Reding und v.d. L), haben gemeinsam, dass sie noch nie einen Fuß in die freie Wirtschaft gesetzt haben, jedoch wissen, dass sie als Geschlecht in ihr benachteiligt werden und dass durch Zwangsmaßnahmen optimale Unternehmenspolitik vollzogen werden kann.

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    "die meisten, die hierzulande eine Frauenquote fordern (inklusive Reding und v.d. L), haben gemeinsam, dass sie noch nie einen Fuß in die freie Wirtschaft gesetzt haben, jedoch wissen, dass sie als Geschlecht in ihr benachteiligt werden und dass durch Zwangsmaßnahmen optimale Unternehmenspolitik vollzogen werden kann."

    Und die meisten, die hierzulande eine Frauenquote ablehnen (Rösler, Kauder etc.) haben ebenfalls gemeinsam, dass sie noch nie einen Fuß in die freie Wirtschaft gesetzt haben und dennoch glauben zu wissen, dass sie - obwohl sie selbst männlichen Geschlecht sind! - mit weiblichen Geschlecht in ihr nicht benachteiligt werden. Ähnlich geht es jenen, die zwar Erfahrung in der freien Wirtschaft haben, aber dennoch nur ihre eigenen Erfahrungen männlichen Geschlechtes als Maßstab für die gleiche Behauptung machen.

    Eine saubere Analyse sieht aber anders aus!

    Wenn ich feststelle, dass die Frauen in den USA und Australien besser in dieser Frage gestellt wird, ist es eine maue Analyse bzw. gar keine, sofort den Rückschluss zu ziehen, dass das an den Frauen liegt, die etwas anders gemacht haben!

    Eine saubere Analyse wäre, sachlich und wertfrei nach den Ursachen zu suchen! Das würde aber mit einschließen, dass man sich neben vielen anderen Faktoren auch gesellschaftliche Rahmenbedingungen, Entstehung von Hierarchien, Führungsverhalten von Männern etc. angucken müsste. Und das bedeutet zwangsläufig, dass die Männer an diesem Phänomen beteiligt sind!

    "Selber schuld" ist so ziemlich das dämlichste Argument und erinnert ein wenig an Klein-Karli im Sandkasten...

  4. Da wird sie ja nicht allzuviel Auswahl haben. Denn wenn ich an mein Berufsleben denke, konnten nur sehr wenige Unternehmen von einer guten Unternehmenskultur sprechen, weil der tägliche Kleinkrieg der unter den einzelnen Abteilungen herrschte, eine solche gar nicht zugelassen hat. Ich habe mich bei vielen Unternehmen ( größer 200 MA ) gewundert, dass sie überhaupt funktionierten. Das lag dann meistens daran, dass einige wenige im Unternehmen noch den Überblick hatten und so viele Unzulänglichkeiten ausbügelten. Nur diese Mitarbeiter waren wirklich zu bedauern. Nur sie wollten auch nicht anders, nach dem Motto, den Laden kenne ich, was woanders ist, weiß ich nicht! Also Augen zu und durch. Wenn man darüber nachdenkt, welche Ressourcen dadurch liegen blieben? Eigentlich nur schade.

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  5. ... bemüht, dann kommt man sehr schnell zu dem Schluss, dass Wolff das sein möchte, was im Quotenland Nr. 1 (Norwegen) "goldener Rock" genannt wird, nämlich: hauptberufliche AufsichtsrätIN. Gegenüber ihrem "alten Job" - LinienmanagerIN - hat das mehrere Vorteile:

    - bei entsprechender Akkumulation der Mandate liegt die Summe Vergütungen deutlich über dem, was sie als MangerIn erreichen konnte/könnte.
    - der Stress ist deutlich geringer und der Arbeitsaufwand auf wenige Tage im Jahr (pro Mandat) begrenzt.

    Übrigens war Wolff ganze 6 (i. W.: sechs) Monate im Hochtief-Aufsichtsrat, hat dafür aber immerhin knapp 40.000 EUR erhalten.

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    • gorgo
    • 08. April 2013 10:54 Uhr

    Na da wundert es mich wieder mal gar nicht, warum es bisher auf den entsprechenden Posten unendlich viele tote - pardon - goldene Hosen gibt....

  6. "die meisten, die hierzulande eine Frauenquote fordern (inklusive Reding und v.d. L), haben gemeinsam, dass sie noch nie einen Fuß in die freie Wirtschaft gesetzt haben, jedoch wissen, dass sie als Geschlecht in ihr benachteiligt werden und dass durch Zwangsmaßnahmen optimale Unternehmenspolitik vollzogen werden kann."

    Und die meisten, die hierzulande eine Frauenquote ablehnen (Rösler, Kauder etc.) haben ebenfalls gemeinsam, dass sie noch nie einen Fuß in die freie Wirtschaft gesetzt haben und dennoch glauben zu wissen, dass sie - obwohl sie selbst männlichen Geschlecht sind! - mit weiblichen Geschlecht in ihr nicht benachteiligt werden. Ähnlich geht es jenen, die zwar Erfahrung in der freien Wirtschaft haben, aber dennoch nur ihre eigenen Erfahrungen männlichen Geschlechtes als Maßstab für die gleiche Behauptung machen.

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  7. Eine saubere Analyse sieht aber anders aus!

    Wenn ich feststelle, dass die Frauen in den USA und Australien besser in dieser Frage gestellt wird, ist es eine maue Analyse bzw. gar keine, sofort den Rückschluss zu ziehen, dass das an den Frauen liegt, die etwas anders gemacht haben!

    Eine saubere Analyse wäre, sachlich und wertfrei nach den Ursachen zu suchen! Das würde aber mit einschließen, dass man sich neben vielen anderen Faktoren auch gesellschaftliche Rahmenbedingungen, Entstehung von Hierarchien, Führungsverhalten von Männern etc. angucken müsste. Und das bedeutet zwangsläufig, dass die Männer an diesem Phänomen beteiligt sind!

    "Selber schuld" ist so ziemlich das dämlichste Argument und erinnert ein wenig an Klein-Karli im Sandkasten...

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    hat schon etwas bewirkt und sei es der Angstschweiß bei Männern, die ein Frauenbild des frühen letzten Jahrhunderts pflegen. Eine Quote ist diskussionswürdige und es gibt viel pro und contra, aber alles in allem ist es gut, dass sich zumindest damit beschäftigt wird, die Rolle und Perspektive der Frau in der Gesellschaft diskutiert wird.
    Ich glaube zum klassischen Gegenargument gegen eine Quote hat sich die These "Die Männer werden diskriminiert" entwickelt, wobei eine wichtige Sache übersehen wird und das ist die über Jahrhunderte betriebene Unterdrückung von Frauen. Noch immer sind Frauen, wie Wolff eine große Ausnahme und Sie haben völlig recht, dass es notwendig ist einen Blick auf andere Gesellschaften zu werfen und wirklich zu analysieren, was der Unterschied für Frauen in diesen Gesellschaften ist, ohne eine Quote. Besonders Rollenvermittlungen in Schulen und vom Elternhaus ist dabei ein interessanter Ansatz.
    Ich glaube, dass eine temporäre Regulierung hilfreich sein kann um ein Ungleichgewicht und Cliquenwirtschaft zu überwinden und zu durchbrechen, denn allein findet ein gesellschaftlicher Wandel eher nicht statt. Eine Frage wird aber immer sein, ob und wie sich Männer für Frauen einsetzen. Eine Gleichstellungsbewegung ohne Männer wird immer problematisch sein.

    Zu: "Saubere Analyse..." "Wertfrei"....

    Mich würde es freuen, wenn Sie diese Anwürfe zuerst an jene Journalisten der meinungsbildenden Medien richteten, die damit ihr Geld verdienen.

    "Klein Karli im Sandkasten..

    Nun, und was ist dann der Wille, durch eine Quote in die Fleischtöpfe gehoben zu werden? Prinzessin im Kindergarten?

    Aber ok, suchen wir mal sachlich nach den Ursachen: schauen Sie sich doch mal an,
    - wieviele Frauen überhaupt in der Zeit studiert haben, aus der die heutigen Führungskräfte stammen und
    - was sie danach bevorzugt studiert haben. Eignet man sich mit einem Grundschullehramts/Kommunikations/Gesellschaftswissenschaftsstudium die Qualifikation für den Aufsichtsrats- / Vorstandsposten ein - oder nicht doch eher mit einem Abschluss in MINT/BWL?

    Leider orientieren sich die Leitmedien jedoch fast ausschließlich an der blanken Statistik, wer wo ist und es folgt darauf unmittelbar der Aufschrei hinsichtlich Diskriminierung. Beweise, dass diese tatsächlich vorliegt, sind sie bis jetzt schuldig geblieben.

    Ansonsten weiß ich nicht, wie Sie im ersten Kommentar zu der Aussage kommen, dass diejenigen, welche eine Quote ablehnen, ebenfalls noch nie in der freien Wirtschaft waren. Die Daxkonzerne sind geschlossen dagegen (http://www.tagesspiegel.d...) und in Norw. haben fast 1/2 der betroffenen Konzerne extra ihre Rechtsform geändert.

  8. hat schon etwas bewirkt und sei es der Angstschweiß bei Männern, die ein Frauenbild des frühen letzten Jahrhunderts pflegen. Eine Quote ist diskussionswürdige und es gibt viel pro und contra, aber alles in allem ist es gut, dass sich zumindest damit beschäftigt wird, die Rolle und Perspektive der Frau in der Gesellschaft diskutiert wird.
    Ich glaube zum klassischen Gegenargument gegen eine Quote hat sich die These "Die Männer werden diskriminiert" entwickelt, wobei eine wichtige Sache übersehen wird und das ist die über Jahrhunderte betriebene Unterdrückung von Frauen. Noch immer sind Frauen, wie Wolff eine große Ausnahme und Sie haben völlig recht, dass es notwendig ist einen Blick auf andere Gesellschaften zu werfen und wirklich zu analysieren, was der Unterschied für Frauen in diesen Gesellschaften ist, ohne eine Quote. Besonders Rollenvermittlungen in Schulen und vom Elternhaus ist dabei ein interessanter Ansatz.
    Ich glaube, dass eine temporäre Regulierung hilfreich sein kann um ein Ungleichgewicht und Cliquenwirtschaft zu überwinden und zu durchbrechen, denn allein findet ein gesellschaftlicher Wandel eher nicht statt. Eine Frage wird aber immer sein, ob und wie sich Männer für Frauen einsetzen. Eine Gleichstellungsbewegung ohne Männer wird immer problematisch sein.

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    Antwort auf "Saubere Analyse"
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    Allerdings halte ich die moralische Basis, auf welcher der Staat handelt, wenn er eine potenzielle, unterstellte Diskriminierung durch eine faktische, auf purer Mathematik basierende ersetzen will, nunmal für ziemlich dünn.

    "Eine Gleichstellungsbewegung ohne Männer wird immer problematisch sein."

    Dann darf soetwas, wie im unten aufgeführten Artikel nicht passieren!

    "Der Stadtrat von Goslar beruft die Gleichstellungsbeauftragte ab - weil sie sich angeblich zu sehr für Männer einsetzt. "

    http://www.spiegel.de/pan...

    Oder soetwas:

    "Frau Merkel, wollen doch den Skandal fortsetzen: Sie wollen, dass das begabtere Geschlecht weiterhin ein Viertel weniger verdient als wir Männer. Das ist fatal.“

    http://www.taz.de/!105886/

    Wenn politische Parteien ein Geschlecht (das weibliche) als begabter darrstellen, wird Ihnen die männliche Unterstützung auch in der Zukunft versagt bleiben.

    MfG
    FT

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    Philosophische Texte sind oft besonders unverständlich. Hier ein Beispiel: "Das mit seiner Umgebung konfrontierte gesellschaftliche Subjekt verhält sich jeweils zu den vergangenen Produktionsprozessen insgesamt so wie jenes mit seinem Nicht-Ich konfrontierte Ich zum Akt des in sich zurückgekehrten Handelns, welches als das absolute Ich durch Entgegensetzung eines Nicht-Ichs als Ich produziert."
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