Immobilien: China geht shoppen
Die Reichen kaufen Immobilien auf der ganzen Welt, weil die wirtschaftliche Lage sie aus dem Land treibt.
© AFP/Getty Images

Makler und potenzielle Kunden begutachten die neusten Hausmodelle auf einer Immobilienmesse in China
Es gibt sie also wirklich. Die Typen, von denen man glaubte, sie seien ausgedacht. Den rundlichen, freundlichen Chinesen zum Beispiel, den man eines Nachmittags bei Pekinger Künstlerfreunden trifft. Der Kleidung nach zu urteilen, könnte er Kleinunternehmer sein, Autohändler vielleicht. Aber chinesischen Millionären sieht man ihr Geld eben selten an. Der Mann ist in die USA ausgewandert, betätigt sich als Kunstsammler und lebt in einem Palast. Auf seinem iPhone zeigt er Bilder seines neuen Zuhauses in Atlanta. Darauf: das Weiße Haus. "Sieht genauso aus wie das in Washington", sagte er in möglichst bescheidenem Tonfall. "Ein bisschen größer vielleicht."
Der Neuamerikaner ist durchaus typisch, denn immer mehr reiche Chinesen kaufen Grundbesitz im Ausland und wandern aus. Umweltverschmutzung, Lebensmittelskandale und wirtschaftliche Unsicherheit treiben sie ins Ausland. Dort, glauben sie, seien ihre Besitztümer besser geschützt, bekämen ihre Kinder eine bessere Ausbildung, sei die Lebensqualität einfach besser. Kein Smog und kein verseuchtes Milchpulver. Dies sind Ergebnisse des jährlichen Berichts über die Internationale Migration der Chinesen, welche die renommierte Akademie für Sozialwissenschaften (CASS) jüngst veröffentlichte. Fast ein Drittel derer, die mehr als 10 Millionen Yuan besitzen, umgerechnet 1,2 Millionen Euro, haben das Land bereits verlassen. Fast die Hälfte derer, die noch in China leben, erwägt, ihnen zu folgen.
Neu ist, dass sich Chinesen mit dem Gedanken tragen, nach Europa und besonders nach Deutschland auszuwandern. Oder dort zumindest Grundbesitz zu erwerben. Durch die Eurokrise sind europäische Immobilien für Chinesen sehr günstig geworden. Deutsche mögen über die steigenden Immobilienpreise in Berlin klagen, einem Pekinger entfährt da nur ein erstauntes: "Unfassbar billig!" Chinesische Zeitungen preisen neuerdings Europa als Investitions- und Reiseziel. "Seit zwölf Monaten beobachten wir einen Wandel. Plötzlich ist Europa sehr interessant für unsere Kunden", sagt Simon Henry, Vizemanager von Juwai.com, der größten chinesischen Onlinebörse für Auslandsimmobilien.
Wer aber sind die Auswanderer? Laut CASS-Studie sind die meisten Privatunternehmer oder Manager zwischen 35 und 55 Jahren. Viele leben teilweise in China, sobald sie erst mal eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis anderswo erworben hatten – meist durch ein Investitionsvisum. 75 Prozent der Ausländer, die in den vergangenen drei Jahren in Nordamerika ein solches Visum erhalten hatten, waren Chinesen. Was den Auswanderern enorm hilft, sind die Netzwerke chinesischer Auswanderer überall auf der Welt – 45 Millionen Chinesen bilden schon jetzt die größte Auslandsgemeinschaft der Welt.
Für die Regierung in Peking ist der Migrationstrend ziemlich heikel. Schließlich sind es gerade die Gutausgebildeten und Reichen, die das Land verlassen wollen und damit zeigen, dass sie wenig Vertrauen in das politische und wirtschaftliche System ihres Heimatlands haben. Ganz zu schweigen vom Kapital und Know-how, das mit ihnen abfließt. Noch peinlicher ist, dass unter den Auswanderern auch korrupte Beamte sind. In China spricht man vom "nackten Beamten": Erst schickt der Beamte Frau und Kinder ins Ausland und sendet ihnen Stück für Stück das Vermögen nach. Er selbst bleibt allein und damit "nackt" in China, bis es auch für ihn Zeit wird, das Weite zu suchen.
Im Jahr 2011 veröffentlichte die Zentralbank auf ihrer Website eine Schätzung, die auf Recherchen der CASS zurückging. Demzufolge hatten zwischen 1995 und 2008 rund 18.000 Beamte das Land verlassen, viele offenbar von der Angst getrieben, in ein Korruptionsverfahren verwickelt zu werden. Sie nahmen ein Korruptionsvermögen von 800 Milliarden Yuan (96 Milliarden Euro) mit. Die Studie sorgte in China für große Aufregung, wenig später war sie von der Website der Zentralbank verschwunden.
Das chinesische Interesse an Grundbesitz im Ausland ist rapide gestiegen, seit die chinesische Regierung vor zwei Jahren durch allerlei Maßnahmen den heimischen Immobilienmarkt beschränkte, um der Überhitzung vorzubeugen. Mit einem Mal war es schwerer, an Kredite zu kommen, später kamen Regelungen hinzu, die Neuankömmlingen den Häuserkauf in Städten wie Peking empfindlich erschwerten. "Etwa die Hälfte der Chinesen, die Immobilien im Ausland erwerben wollen, suchen nach einer guten Investition", sagt Henry. "Andere wollen eine Wohnung für ihre im Ausland studierenden Kinder kaufen. Und dann gibt es jene, die selbst auswandern möchten."
Für eine Investition im Ausland spricht aus chinesischer Sicht einiges. Nach wie vor kann man Boden in China nicht besitzen, sondern lediglich das Nutzungsrecht für maximal 70 Jahre erwerben. Die meisten Chinesen aber bevorzugen feste Werte, statt ihr Vermögen ins Bonds, Aktien oder Fonds fließen zu lassen. Einige investieren in Kunst.




Falls man Einwanderer hat, die in erster Linie von Vermoegen und Zinsertraegen leben, ist das zumindest nicht ganz unproblematisch, denn nach unseren netten Steuergesetzen geniessen sie die relativ gute Infrastruktur ohne sich an den Kosten beteiligen zu muessen, obwohl sie es ohne Zweifel koennten.
...wer hier wohnt lebt und konsumiert zahlt auch Verbrauchssteuern, Gebühren und evt. Grundsteuern. Auch Kapitalertragssteuern fallen ja an. Durch den Konsum kommen andere Leute in Arbeit....
Wenn wir als Deutsche im Ausland Urlaub machen nutzen wir dort ja auch die Infrastruktur, welche auch mit den Devisen finanziert wird, die wir dahin bringen.
Inwieweit Kapitalvermögen ingesamt stärker zur Staatsfinanzierung herangezogen werden sollte ist eine andere Frage - die gilt dann aber für schon immer hier lebende und reiche Einwanderer gleichermaßen.
...wer hier wohnt lebt und konsumiert zahlt auch Verbrauchssteuern, Gebühren und evt. Grundsteuern. Auch Kapitalertragssteuern fallen ja an. Durch den Konsum kommen andere Leute in Arbeit....
Wenn wir als Deutsche im Ausland Urlaub machen nutzen wir dort ja auch die Infrastruktur, welche auch mit den Devisen finanziert wird, die wir dahin bringen.
Inwieweit Kapitalvermögen ingesamt stärker zur Staatsfinanzierung herangezogen werden sollte ist eine andere Frage - die gilt dann aber für schon immer hier lebende und reiche Einwanderer gleichermaßen.
... informieren Sie sich doch erst einmal, was Marktwirtschaft bedeutet.
Kleiner Tipp: Wer trägt normalerweise Verluste?
dei armutsmigration schützt doch vor Preisexzessen.
Oder welcher reicher chinese möchte schon gerne Immobilien in einer Gegend mit vielen Transferleistungsbeziehern (zu denen auch Rentner gehören,deren Einkünfe auch zu dreissig Prozent nicht erarbeitet sind)?
Früher oder später wird man nämlich dann die Vermögenden über Immobiliensteuern etc zur Finanzierung dieser Almosen heranziehen.
Und deshalb sind mir beide Gruppen herzlich willkommen,sowohl die Investoren,als auch die Armutsmigranten.
"Umweltverschmutzung, Lebensmittelskandale und wirtschaftliche Unsicherheit treiben sie ins Ausland."
Es wäre doch schön, wenn die reichen Chinesen ihr Geld und ihre (relative) Macht dafür einsetzen würden, die Umwelt, Nahrungsmittelsicherheit und Arbeitsbedingungen in China zu verbessern.
...wer hier wohnt lebt und konsumiert zahlt auch Verbrauchssteuern, Gebühren und evt. Grundsteuern. Auch Kapitalertragssteuern fallen ja an. Durch den Konsum kommen andere Leute in Arbeit....
Wenn wir als Deutsche im Ausland Urlaub machen nutzen wir dort ja auch die Infrastruktur, welche auch mit den Devisen finanziert wird, die wir dahin bringen.
Inwieweit Kapitalvermögen ingesamt stärker zur Staatsfinanzierung herangezogen werden sollte ist eine andere Frage - die gilt dann aber für schon immer hier lebende und reiche Einwanderer gleichermaßen.
Es ist und bleibt eben Tauschhandel, große Mengen billigen Chinesischen Tands (Plastikmüll, Telefone, Schuhe, Klamottem) gegen deutsche Häuser, Unternehmen etc.
Warum dieser Unterton? Niemand hält Sie davon ab in chinesische Realia &, ja auch das gibt's, Pretiosen und/oder Qualitätsgüter zu investieren.
Richard Sorge
Warum dieser Unterton? Niemand hält Sie davon ab in chinesische Realia &, ja auch das gibt's, Pretiosen und/oder Qualitätsgüter zu investieren.
Richard Sorge
Warum dieser Unterton? Niemand hält Sie davon ab in chinesische Realia &, ja auch das gibt's, Pretiosen und/oder Qualitätsgüter zu investieren.
Richard Sorge
Wie ich lese, scheinen Sie zu ausgelassener Polemik zu neigen,bei denen gleich alle über einen Kamm geschert werden. Wie denken Sie denn haben die 800000 Millionäre in Deutschland ihr Geld wohl erwirtschaftet? Nach Ihnen sind das wohl alles Betrüger und Diebe. Wer sind aber Menschen die viele Arbeitsplätze für Leute wie Sie schaffen? Es sind also ebenfalls die Betrüger und Diebe. Diese Menschen haben alle mal selbstständig angefangen wie ich, hatten eine Idee und ein Geschäftkonzept entwickelt und haben großes Risiko und Verantwortung getragen, dass Leute mit 8-17-Uhr-Job nicht kennen. Ich geb ihnen den Tipp, falls Sie auch zu den Leuten gehören möchten, die Geld ausgeben können, weil Sie es verdient haben, dann machen Sie sich selbstständig, falls Sie es denn drauf haben.
P.S. Ich Kapitalismusegoist engagiere mich finanziell und ideell bei der Tafel, der Arche und für ein Nachhilfeprogramm für benachteiligte Kinder
Es geht jetzt zwar vom Thema ab, aber ich war 6 Jahe lang - erfolgreich - selbständig. Ich war 6 jahre nicht in Urluab und froh, daß ich in diesen Jahren nie krank war. Ich kenne die Vorteile von Selbstämdigkeit und die Nachteile.
Ich meine aber auch sagen zu könen, daß man ohne Mitarbeiter keine Milliardenvermögen erarbeiten kann.
Ich war aber auch in Steuerberterkanzleien tätig und als Buchhalter bei einem "Unternehmer" mit 130 Beschäftigten. Ich habe die Steuererklärungen von 18jährigen gemacht, die als Beruf Tochter angaben und als Einnahmequelle nur Ertäge aus Kapitalvermögen.
Genau die Sorte Menschen reden schnell vom 16Stunden Tag und meinen, Anmweseneit wäre Arbeit.
Ich habe mich als Selbständiger entschieden, andere Menschen nicht auszubeuten (gesundheitlich angeschlagene Kunden) und bin nicht reich geworden. Ich konnte aber morgens in den Spiegel schauen. Ggut, das können andere auch, selbst Lleute wie mein ehemaliger Chef, der unternehmerische Unfähigkeit mit Lohnkürzungen (20 % unter Mindestlohn) ausglich. 50 AN bekamen weder Lohnfortz. im Krankheitsfall noch bez. Urlaub und statt 8 € MLohn nur 6,50 €)
Warum hat man für AN die marktwirtschaftlichen Regeln ausgehebelt? Ich sollte als gepr. Bilanzbuchhalter bei einer Zeitarbeitsfrima (18500 dieser Schmarotzerunternehmer gibt es mittlereile) für 10€/Std arbeiten. Mehr muß ich nicht sagen, um meine differenzierte Betrachtung von "unternehmerischem, vererbabarem! Unternehmertum zu erläutern.
Es geht jetzt zwar vom Thema ab, aber ich war 6 Jahe lang - erfolgreich - selbständig. Ich war 6 jahre nicht in Urluab und froh, daß ich in diesen Jahren nie krank war. Ich kenne die Vorteile von Selbstämdigkeit und die Nachteile.
Ich meine aber auch sagen zu könen, daß man ohne Mitarbeiter keine Milliardenvermögen erarbeiten kann.
Ich war aber auch in Steuerberterkanzleien tätig und als Buchhalter bei einem "Unternehmer" mit 130 Beschäftigten. Ich habe die Steuererklärungen von 18jährigen gemacht, die als Beruf Tochter angaben und als Einnahmequelle nur Ertäge aus Kapitalvermögen.
Genau die Sorte Menschen reden schnell vom 16Stunden Tag und meinen, Anmweseneit wäre Arbeit.
Ich habe mich als Selbständiger entschieden, andere Menschen nicht auszubeuten (gesundheitlich angeschlagene Kunden) und bin nicht reich geworden. Ich konnte aber morgens in den Spiegel schauen. Ggut, das können andere auch, selbst Lleute wie mein ehemaliger Chef, der unternehmerische Unfähigkeit mit Lohnkürzungen (20 % unter Mindestlohn) ausglich. 50 AN bekamen weder Lohnfortz. im Krankheitsfall noch bez. Urlaub und statt 8 € MLohn nur 6,50 €)
Warum hat man für AN die marktwirtschaftlichen Regeln ausgehebelt? Ich sollte als gepr. Bilanzbuchhalter bei einer Zeitarbeitsfrima (18500 dieser Schmarotzerunternehmer gibt es mittlereile) für 10€/Std arbeiten. Mehr muß ich nicht sagen, um meine differenzierte Betrachtung von "unternehmerischem, vererbabarem! Unternehmertum zu erläutern.
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