Deutsche AußenpolitikWir tun doch nix ...

... wir wollen nur profitieren. Deutschland ist strikt gegen Interventionen, aber für Waffenexporte, es kritisiert nicht gern Diktaturen und lässt seine afghanischen Helfer im Stich. Über die Verlogenheit der neuen deutschen Außenpolitik von , , , und Ronja Wurmb-Seibel, von

Transportpanzer vom Typ Boxer

Transportpanzer vom Typ Boxer bei einer Präsentation der Bundeswehr auf dem Übungsgelände in Putlos (Archiv)  |  © Joern Pollex/Getty Images

1. Deutsche Zustände

Ja, in so einem Land zu leben, das kann man sich vorstellen: in einem Land, das militärische Interventionen strikt ablehnt, dafür aber auch auf lukrative Waffenexporte weitgehend verzichtet; das keine Kriege für Menschenrechte führen will, im Gegenzug jedoch laut und deutlich Verletzungen dieser Rechte anprangert, selbst wenn das ökonomisch mal von Nachteil sein kann.

Auch in einem ganz anderen Land (nennen wir es Frankreich) zu leben, kann man sich zur Not vorstellen: in einem Land mit einem starken Militär, das pragmatisch eingesetzt wird, mal für die eigenen Interessen, mal für Menschenrechte; ein Land, das Waffen exportiert, wenn es machtpolitisch opportun erscheint, das China oder Russland nur mäßig kritisiert, weil so was schlecht fürs Geschäft ist.

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Deutschland ist keines von beidem, weder jenes konsequent pazifistische noch dieses machtpolitisch abgeklärte Land, vielmehr ist es die schlechte Mischung aus beidem: ein Land, das strikt jede Beteiligung an militärischen Interventionen ablehnt, dafür aber nach Kräften Waffen exportiert, gern auch in Diktaturen und in Krisenregionen; das gegenüber China und Russland nur sehr verhalten über Menschenrechte spricht und sogar selbst anfängt, zu zweifeln, ob Demokratie immer und überall die beste Lösung ist; und das sich bei alledem auch noch als Moralweltmeister geriert.

Nein, in einem solchen Land möchte man nicht leben. Auch die Deutschen möchten das nicht. Darum wird nicht darüber geredet, was außen-, sicherheits- und menschenrechtspolitisch aus diesem Land geworden ist und ob man wirklich will, was man da tut.

Leserkommentare
  1. Z.B. was Afghanistan angeht und das dortige Scheitern des Westens?
    Begehen wir medial nicht tapfer den gleichen Fehler weiter, wenn wir das Eingreifen zwecks Demokratiebringen z.B. in Syrien propagieren?

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    In einem Punkt haben die drei Autoren natürlich recht: Afghanistan ist "verloren", wobei kein Mensch damit gerechnet hat, dass es dort etwas zu gewinnen gibt.

    Leider hat G. W. Bush (plus Rumsfeld plus Cheney) sich schon ab 2001 so sehr auf den Irakangriff konzentriert, dass für Afghanistan wenig bis null Raum blieb. Ich will jetzt nicht darüber schreiben, wie dieser Krieg idealerweise hätte geführt werden sollen, weil ich sonst hier rausfliege.

    In Anlehnung an ein alte französiche Zeitungsschlagzeile: Mourir pour Dantzig? Ou Tunis? Ou Damaskus? Ou Timbuktu? Ou ...? Mais non!

  2. die Menschen, die unsere Betrachtensweise der Menschenrechte sehr gut finden und deshalb zu uns kommen, sind doch sehr sehr zahlreich. Kein Land Europas ist auch nur annähernd so anziehend für Einreisende wie Deutschland. Hier zählen die Menschenrechte doch sehr sehr sehr viel und sind wohl bei den Beweggründen für die Einreise sehr sehr sehr hoch bewertet. Allein 180.000 Menschen sind vermutlich aus diesem Grunde allein im letzten Jahr zu uns gekommen - aus den jegliche Menschenrechte verachtenden Ländern Bulgarien, Serbien und Rumänien. Oder etwa aus anderen Gründen als der Liebe zu unserem hohen Standard der Menschenrechte ?

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    Lieber spät als nie: In diesem Artikel geht es um die deutsche Außenpolitik ;-)

    Entfernt. Bitte beachten Sie das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/ls

    • BSiR
    • 02. April 2013 2:10 Uhr

    Nicht vordringlich Menschenrechte, sondern eher Hunger und Not, umfassendes Elend treiben die Menschen in die Bundesrepublik.
    Und warum?
    Weil die ehemalige UdSSR ein Chaos in allen Belangen in den von Ihnen genannten Ländern hinterlassen hat. In ähnlicher Situation sind die Länder, in denen viele Jahre die Kolonialmächte gehaust haben.
    Ich glaube kaum, dass die vielen Einreisewilligen mehr als nur den Begriff "Menschenrechte" kennen. Ich behaupte sogar, dass selbst in Deutschland Viele nicht mehr als das Wort kennen. Sie wissen sicher auch, dass die AEMR nicht einmal völkerrechtsverbindlich sind und X Staaten ihre eigenen Definitionen haben.
    Jeder auch nur halbwegs normale Mensch, der Alleinstehende in Verantwortung für sich selbst, Väter und Mütter von Kindern für eben diese und auch für sich selbst, wird überall auf der Welt Verhältnisse suchen, in denen er/sie nach ihren Vorstellungen vom Leben leben können.
    Und Viele davon kämen erst gar nicht, wenn sie vorher wüssten, welche Drangsale in dem "gelobten Land" auf sie warten.
    Ich empfehle Ihnen einmal ein Asylkantenheim zu besuchen. Dort sehen Sie, welchen Begriff der deutsche Staat von Menschenrechten hat. Eine Abschiebehaftanstalt ist noch besser. Sie finden dort Kinder jeden Alters hinter Gittern und Stacheldraht.
    Ihr "sehr, sehr, sehr" in Bezug auf die Einhaltung von Menschenrechten bezeugt Ihre völlige Ahnungslosigkeit.

    Bitte beachten Sie das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/ls

  3. Wenn schon, dann alle Fakten auf den Tisch:

    1. Deutschlands Anteil an Waffenexporten beträgt 7% (3. Platz)

    2. Davon gehen 70% in EU-Länder

    3. Unter Rot-Grün 1998-2005 war die Export-Quote höher als heute

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    legt man bei Thesen stets seine Quellen(lage) offen.

    dass Deutschland völlig bigott in seiner Außenpolitik verfährt- und- da ist das Macht- und Kompetenzvakuum in personam des "Außenministers" selbst nun einmal hauptverantwortlich. Jemand, der bei seiner ersten Pressekonferenz nach der Wahl von einem BBC-Journalisten in Berlin nicht auf Englisch gefragt werden will- musste dies damals einem britischen Kollegen in Kabul erläutern- irgendwie hat der noch nichts verstanden von Takt und- von den Zeiten, in denen wir da leben.
    Insgesamt hat der lange Artikel manche Punkte, über die man streiten kann- will ich hier aber gar nicht. Wesentlich erscheint mir, einmal mehr zu betonen, dass die Betrachtung Afghanistans- eigentlich auch Malis und anderer "Brennpunkte auf der Südhalbkugel" mit primär militärischem Blickwinkel das eigentlich Fatale ist.
    Den gewaltigen Sprengstoff der Armut - und der damit oft einhergehenden kompletten Chancenlosigkeit- außenpolitische militärische "Bedenkenträger" und Waffenlieferanten- also "Ersatzakteure" haben da genauso wenig präventive zivilgesellschaftliche Konzepte wie die primär militärisch agierenden "Frontkämpfer". Da beide Fraktionen jedoch dominieren und- "privatwirtschaftliche Interessen" auf weltweit "befreiten"- also eher "neofeudalen Märkten" quasi "per Naturgesetz" Vorrang haben wird dies ewig so weitergehen- ein Afghanistan, ein Mali, ein Syrien nach dem anderen wird kommen- weil der "Neoliberalismus" letztlich genauso Misswirtschaft bringt wie der Kaderkommunismus und die Taliban zuvor.

    1. Deutschlands Anteil an Waffenexporten beträgt 7% (3. Platz)
    2. Davon gehen 70% in EU-Länder
    3. Unter Rot-Grün 1998-2005 war die Export-Quote höher als heute

    zu 1. Dritter Platz bei 10,6% (Andere Quellen schreiben von etwas mehr als 9% aber keine von 7%)
    http://diepresse.com/home...
    zu 2. Die Bundesrepublik lieferte Kriegsgerät aber auch in krisengeschüttelte und nichtdemokratische Staaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate (1161 Millionen Euro), Saudi-Arabien (460) und Irak (298). Weitere Großabnehmer waren Südkorea mit 660 Millionen Euro und Singapur mit 564 Millionen Euro.
    http://www.sueddeutsche.d...
    zu 3. Lesen sie den Rüstungsbericht vom Bundesministerium für Wirtschaft und Forschung
    http://www.bmwi.de/BMWi/R...

    Bis auf den dritten Platz im Verkauf von Rüstungsgütern, stimmt keine ihrer Behauptungen. Aber dennoch haben sie wieder etliche gefunden die ihnen das abkaufen.

    Einfach nur ätzend, wie leicht man manche Leute manipulieren kann.

  4. ... habe ich mal die drei Autoren-Namen gegoogelt. Weder bei Bittner noch bei Lau noch bei Geis konnte ich feststellen, dass einer der Herren Wehrdienst geleistet hat. In Laus Bio steht sogar explizit "Zivildienst".

    Da finde ich es doch richtig toll, dass diese Leute bis zum letzten Zeitsoldaten (früher wäre es bis zum letzten Wehrpflichtigen) intervenieren wollen. Sie, Bittner, Lau, Geis, befinden sich damit in der guten Gesellschaft von Cheney, der sich - ebenso wie sein Herr und Meister George W. Bush - vor dem Wehrdienst gedrückt und damit einen Einsatz in Vietnam vermieden hat. Cheney hat wohl sinngemäss dazu gesagt, dass er damals andere Pläne hatte.

    Und was diesen Ihren Satz anbelangt:

    "In einem solchen Land möchte man tatsächlich nicht leben."

    kann ich nur sagen: Nur zu, verlegen Sie Ihren Wohnsitz und nehmen Sie noch ein paar Leute (Liste gerne auf Anfrage) mit. Ich kann nämlich richtig gut leben in einem Land, dass seine Soldaten nicht für die Hirngespinste linker Journalisten verheizt.

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    • Narses
    • 01. April 2013 18:56 Uhr

    Bravo !!!!

    - und damit als potentielles Kanonenfutter - zur Verfügung stellt. Es macht mehr Sinn, in einem Altersheim demente Patienten zu pflegen, als sich in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen. Kriege, gleich welcher Art, sind immer von machtbesessenen Menschen gesteuert. Ausnahmslos (!) immer. Egal, welche Begründung auch immer von der Politik an den Haaren herbeigezogen wird. Und für solche Leute werde ich meinen Kopf nicht hinhalten. Dafür bin ich mir definitiv zu schade.

    Kritischer Journalismus in Sachen Rüstungspolitik ist nur ehemaligen Soldaten erlaubt? Was ist das denn für 'ne neue Mode?

    Was genau am Recht der freien Meinungsäußerung haben Sie nicht verstanden? Alles?

    Gruß von jemandem, der ein paar Jahre beim Bund war. Ich hoffe, das wiegt das Gewicht meiner Meinung auf?

    und zwar uneingeschränkt ! Die Wahrheit tut schon weh, nicht wahr?

    Es geht nicht darum, dass Kritik nur ehem. Soldaten erlaubt ist, sondern um eine objektive Haltung und einen Blickwinkel, der einem Wehrdienstverweiger verwehrt bleibt.

    Das sage ich übrigens als jemand, der ausgemustert wurde! :-)

    Ich habe mich auch schon ernsthaft gefragt ,wessen Fähnlein diese 3 Zeitgenossen schwingen,gehoren sie zu den von mir nicht so sehr geschätzten --Eingebetteten-? Es scheint so ,dass sie alle 3 auch nicht -gedient- haben ,bestätigt wieder einmal ,es sind oft gerade diese Leute denen es anscheinend leicht fällt ,-auf in den Kampf-zu rufen- ,andere kämpfen und sterben zu lassen ,während sie selber natürlich in einem sicheren Land leben.

    • BSiR
    • 01. April 2013 19:56 Uhr

    Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/mo.

    ...das sie den Artikel gelesen haben, aber nicht eine Sekunde verstanden haben worum es geht. Sie sollten sich ernsthaft nochmal die Zeit nehmen um alles in ruhe und Sachlich zu lesen, bevor sie sich so unbegründet aufplustern.

    Vieleicht kommen sie dann dahinter, das es den Autoren vielmehr nur um eine klare Linie geht und weniger um Militäreinsätze.
    Es ist traurig das soviele andere Leser nicht in der Lage sind, sich mit dem Artikel objektiv außeinander zu setzen.

    Für mich ist das eine intelektuelle Bankroterklärung. Nicht nur weil sie den Artikel so offensichtlich nicht verstanden haben, sondern auch weil sie demokratische Grundprinzipien und die Meinungsfreiheit scheinbar für unwichtig halten.

    Wer im übrigen gedient hat, ist sich der Tatsache bewußt das er von seinem Dienstherrn in den Einsatz geschickt werden kann. Das ist schlicht der Beruf.
    Die Entscheidungsfindung dazu liegt in den Händen der Volksvertreter, nicht in den Händen der Soldaten selber.

    Allerdings sind sie nicht alleine. Viele andere Kommentare sind nur geschrieben worden um der eigenen Wut luft zu verschaffen. Sachlichkeit und ein außeinander setzen mit den Argumenten sind erschreckend selten. Einige Kommentatiren schrecken auch nicht vor falschen Informationen zurück.

    Ein echtes Trauerspiel.

    MfG

    • Atan
    • 02. April 2013 5:33 Uhr

    nur anschließen: wer für alle möglichen Intervention so weitgehend andere Mitbürger bzw deren Kinder opfern möchte, ohne den vielfach ganz offensIchtlichen Preis zu nennen ( in vielen ausländischen Zeitungen 10 Jahre nach dem Irak-Einmarsch gerade gut nachzulesen), die teilweise grotesken Missverhältnisse zwischen Aufwand und Ergebnis nicht sehen will und dabei noch nicht mal untersucht, ob die ganz konkrete deutsche Außenpolitik eigentlich nicht ganz gut mit Opportunität und Eigeninteresse begründet werden kann, braucht nicht weiter ernstgenommen werden.
    Das ist wirklich nichts weiter als der Nachhall schuldbeladenen Gewinsels, das einerseits ständig alle anderen um ihre "Normalität" beneidet und doch ständig irgendwelche großmoralischen Extratouren einfordert.
    Leute, schnappt Euch einfach ein Gewehr und zieht in den Bürgerkrieg Eurer Wahl, geht zur Fremdenlegion, aber nervt nicht mit dem Lamento, warum niemand anders für Eure Ideale Krieg führen will. Hemingway und Co waren da weit überzeugender...

    „.Weder bei Bittner noch bei Lau noch bei Geis konnte ich feststellen, dass einer der Herren Wehrdienst geleistet hat. In Laus Bio steht sogar explizit "Zivildienst". Sie, Bittner, Lau, Geis, befinden sich damit in der guten Gesellschaft von Cheney, der sich - ebenso wie sein Herr und Meister George W. Bush - vor dem Wehrdienst gedrückt …hat.“

    Da haben Sie a u f d i e S c h n e l l e aber was verwechselt. Wer Zivildienst leistet, „drückt“ sich nicht vor dem Wehrdienst sondern entscheidet sich für einen sozialen Dienst an der Gemeinschaft.

    Echte Drückeberger vermeiden auch den Zivildienst. Oft mit Hilfe der Väter, die über Parteibuch- oder Verwaltungsseilschaften dafür sorgen, dass ihre Söhne – oh Wunder – wehrdienstuntauglich werden.

    „ "In einem solchen Land möchte man tatsächlich nicht leben." kann ich nur sagen: Nur zu, verlegen Sie Ihren Wohnsitz und nehmen Sie noch ein paar Leute (Liste gerne auf Anfrage) mit.“

    Ich kenne das Argument noch von früher aus den 70er Jahren. Als ich meinen Zivildienst leistete, schallt es mir in der Dorfkneipe entgegen: “Geh doch rüber in die DDR!“

    Bedenklich finde ich aber schon, dass Sie in alter Blockwart-Tradition bereits vorgefertigte Listen von zu vertreibenden Geistern angefertigt haben.

    Fazit: Sie hätten sich besser mit den klugen Argumenten des Artikels auseinandergesetzt anstatt die Autoren zu diffamieren.

    • 29C3
    • 02. April 2013 20:55 Uhr

    in etwa so links wie die Kette an meinem Fahrrad...

  5. "Heute spricht kaum noch jemand darüber, was der Afghanistan-Einsatz eigentlich bewirken sollte: Rechte für Frauen, einen demokratischen Staat, ein Land ohne Taliban."

    Dies war weder ein legitimer Kriegsgrund noch jemals realistisch.Das Afghanistan Desaster ist seit Jahren für jeden aufmerksamen Beobachter nachvollziebar:

    http://www.spiegel.de/pol...

    http://www.abendblatt.de/...

    http://www.blaetter.de/ar...

    http://www.fr-online.de/d...

    http://www.spiegel.de/pol...

    http://siteresources.worl...

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    Der eigentliche Grund für den Einmarsch in Afghanistan war, dass die Taliban der Al Kaida auch offiziell Zuflucht gewährt hatten. Hätten die Bin Laden und seine Truppe in ein Flugzeug in Richtung Sudan gesetzt, wäre der Krieg ausgeblieben. Allerdings gibt es halt auch einen Haufen "Nebenschwingungen", die man damals ideologisch gerne mitgenommen hatte.

    Der Westen ist auch nicht militärisch in Afghanistan gescheitert. sondern politisch und zivil. Es gibt dort auch nicht "die" Taliban, sondern diverse Gruppen von Aufständigen mit unterschiedlichster Motivation. Teilweise reicht es schon völlig aus, in der jeweiligen Region zu einer unterdrückten ethnischen Minderheit zu gehören.

    Es gab halt die Idee des Nationbuilidings, bei dem man glaubte, durch etwas Infrastruktur und etliche Milliarden EURO/Dollar ein, sich zur Demokratie hinbewegendes Staatsgebilde schaffen zu können. Das ist grandios gescheitert. Genauso, wie im Irak. Es stellt sich generell die Frage, ob eine Demokratie in Ländern mit starken, unterschiedlichen Ethnien überhaupt möglich ist.

    Wenn man das Nationbuilding auch auf die wirtschaftliche Entwicklung ausdehnt, dann erleben wir dessen Scheitern auch in Ostdeutschland, Ost- und Südeuropa, um nur die prominenten Beispiele zu nennen.

    Mit anderen Worten: Es fehlt generell ein außenpolitisches Konzept. Mit Merkel und Westerwelle wird sich daran aber auch nichts ändern.

  6. daß das "Nein" zum Irak-Krieg richtig war und das halbherzige "Nein" zur Libyen-Invasion falsch. Heute haben wir in Libyen irakische Verhältnisse, bewaffnete Milizen, Rechtlosigkeit, Terror gegen Minderheiten (Schwarze, Christen). Das "Ja" des UN-Sicherheitsrates zu einer Flugverbotszone wurde brutal mißbraucht, für einen Regime-Change, der Libyen um Jahrzehnte zurückgeworfen hat ins Zeitalter der Stammeskriege. Jeder weiß das, keiner schreibt es öffentlich, außer ein paar mutigen englischen Journalisten:

    http://www.dailymail.co.u...

    Das Zögern der Bundesregierung war in diesem Fall berechtigt ebenso wie die Abneigung, in Syrien Rebellen zu bewaffnen, die man zum Teil mit Fug und Recht als Terroristen bezeichnen kann.

    Und eine himmelschreiende Schande sind in der Tat die Waffenlieferungen an die islamistischen Feudal-Regime in Saudi-Arabien und den Emiraten, die Herr de Maiziere als "Stützpfeiler der Stabilität" zu bezeichnen beliebte ...

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    ... diese Länder sind Stützpfeiler der Stabilität. Die Art der Stabilität dort gefällt sicherlich keinem Grün-Linke. Aber auch hier gilt der Roosevelt Spruch: "... but he's our son of a bitch."

    ZITAT
    Ich weiß nicht, wie die Autoren darauf kommen,
    daß das "Nein" zum Irak-Krieg richtig war

    Zum einen weil die offensichtliche Heuchelei, dass ein US-Präsident
    dessen eigene demokratische Legitimation höchst fragwürdig ist,
    einem anderen Land die Demokratie bringen will, einfach zu peinlich war.

    Zum anderen war es von Anfang an klar,
    dass der Irak-Krieg die Region destabilisieren würde !

    In Lybien war der Aufstand gegen Gadafi sowieso nicht mehr zu verhindern
    ohne Unterstützung der Aufständischen hätte es, so wie jetzt in Syrien, einen jahrelangen Bürgerkrieg gegeben !!

    bei der Steinzeitmentalität der Völker im Nahen bis Mittleren Osten.

    Die schaffen es ja noch nicht mal ihre Konflikte abzulegen, wenn sie bei uns in Europa Asyl beantragen und bekommen.

    Da haut auch hier der Kurdisch-stämmige dem Türkisch-stämmigen mit Freuden eins auf die Fresse weil ihre Großväter sich nicht leiden konnten.

    Da werden auch hier Töchter ermordet weil sie sich zu "westlich" benehmen.

    Was dort vermutlich fehlt ist das equivalent eines 30-Jährigen Krieges -
    wo am ende Frieden geschlossen wird weil nur noch Leute leben die keinen Bock mehr auf Krieg haben.

    Also bitte: fliegt haufenweise Waffen ein und nehmt auf dem Rückweg alle mit die nicht kämpfen wollen, die könne die Gegend dann wieder besiedeln wenn die Idioten fertig damit sind, sich gegenseitig abzuschlachten.

    Der Fall des Regimes in Libyen hat den Menschen Hoffnung auf ein besseres Leben gegeben, während dér Gaddafi Diktatur hatten die Menschen keine Hoffnung. Allerdings ist der Weg für ein über Jahrzehnte unterdrücktes Volk in die Freiheit und Demokratie ein sehr beschwerlicher und man muss geduldig sein. Mit religiösen Fanatikern sollte nicht verhandelt und kein umfassender Handel betrieben werden. Es gibt aber auch viele gemäßigten Kräfte, die es zu unterstützen gilt. Und das wäre kluge Außenpolitik.

    und was der ehemalige Zivildienstleistende, für den heute Krieg führen und “Verantwortung übernehmen“ scheinbar synonym sind, verschweigt.

    “Deutschlands außenpolitische Schande
    Von Jörg Lau 25. August 2011 um 15:10 Uhr
    Deutschland hat den libyschen Rebellen in der Not nicht geholfen. Jetzt will die Regierung dennoch einen Anteil an deren Sieg reklamieren. Sie hat noch nicht begriffen, dass sie einen historischen Moment verpasst hat. Von Jörg Lau und Bernd Ulrich (aus der ZEIT Nr. 35, S. 4)“

    http://blog.zeit.de/joerg...

    Noch während die Rebellen gegen Gaddhafi kämpften, wurden die Schwarzafrikaner verfolgt, vertrieben, gefoltert, gelyncht gemordet. Was ist aus ihnen geworden? Aus der Presse erfährt man nichts. Sie zählen nicht.

  7. Im Gegenteil Deutschland macht es genau richtig.
    Es hält sich einfach aus irgendwelchen Abenteuern raus und verdient dabei auch noch gutes geld....
    Wäre man auf die Idee nur 100 Jahre früher gekommen.

    Und eine kleine Sache zur Intervention : Die Deutsche Armee ist schlicht nicht in der Lage zu einer grösseren eigenständigen militärischen aktion wie die Franzosen.

    12 Leserempfehlungen
    • isback
    • 01. April 2013 18:43 Uhr

    ... bei Goethe:

    "Krieg oder Frieden. Klug ist das Bemühen,
    Zu seinem Vorteil etwas auszuziehen."

    Was spricht gegen kluge Politik?

    Eine Leserempfehlung
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    damit belegen Sie nicht nur den Inhalt Ihres Kommentars auch gleich sondern ebenfalls, welch Geistes Kind diese Politik ist; Interessanter sind die Antworten Fausts´!

    Aber lieber ein anderes Goethe-Zitat: "Krieg, Handel und Piraterie, Dreieinig sind sie, nicht zu trennen."

    • Muhme
    • 01. April 2013 19:42 Uhr

    das Gewissen. Kluge Politik auf Kosten anderer. Im Grunde ist es egal, so lange es uns gut geht bzw wir nicht so schlimm sind wie andere - ist das die Argumentationsweise?

    Wenn wir nicht die Waffen liefern, dann andere. Durch Abschaffung unserer Rüstungsindustrie würden wir sicherlich niemandem helfen, sondern nur uns selbst schaden.

    Dennoch sollte man sich fragen, ob es nicht auch einen anderen Weg gibt. Diese ganzen Konflikte, das ganze Leid - es geht sicherlich auch ohne. Aber inwiefern eine Nation mit gutem Bsp voran gehen kann, ist eine Frage, die man erst beantworten kann, wenn man diesen Schritt auch wagt.

    Ist alles nicht so einfach. Aber es einfach akzeptieren? Ich weiß ja nicht...

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  • Schlagworte Angela Merkel | Bundesregierung | Afghanistan | China | Intervention | Irak
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