Deutsche Außenpolitik: Wir tun doch nix ...
... wir wollen nur profitieren. Deutschland ist strikt gegen Interventionen, aber für Waffenexporte, es kritisiert nicht gern Diktaturen und lässt seine afghanischen Helfer im Stich. Über die Verlogenheit der neuen deutschen Außenpolitik
© Joern Pollex/Getty Images

Transportpanzer vom Typ Boxer bei einer Präsentation der Bundeswehr auf dem Übungsgelände in Putlos (Archiv)
1. Deutsche Zustände
Ja, in so einem Land zu leben, das kann man sich vorstellen: in einem Land, das militärische Interventionen strikt ablehnt, dafür aber auch auf lukrative Waffenexporte weitgehend verzichtet; das keine Kriege für Menschenrechte führen will, im Gegenzug jedoch laut und deutlich Verletzungen dieser Rechte anprangert, selbst wenn das ökonomisch mal von Nachteil sein kann.
Auch in einem ganz anderen Land (nennen wir es Frankreich) zu leben, kann man sich zur Not vorstellen: in einem Land mit einem starken Militär, das pragmatisch eingesetzt wird, mal für die eigenen Interessen, mal für Menschenrechte; ein Land, das Waffen exportiert, wenn es machtpolitisch opportun erscheint, das China oder Russland nur mäßig kritisiert, weil so was schlecht fürs Geschäft ist.
Deutschland ist keines von beidem, weder jenes konsequent pazifistische noch dieses machtpolitisch abgeklärte Land, vielmehr ist es die schlechte Mischung aus beidem: ein Land, das strikt jede Beteiligung an militärischen Interventionen ablehnt, dafür aber nach Kräften Waffen exportiert, gern auch in Diktaturen und in Krisenregionen; das gegenüber China und Russland nur sehr verhalten über Menschenrechte spricht und sogar selbst anfängt, zu zweifeln, ob Demokratie immer und überall die beste Lösung ist; und das sich bei alledem auch noch als Moralweltmeister geriert.
Nein, in einem solchen Land möchte man nicht leben. Auch die Deutschen möchten das nicht. Darum wird nicht darüber geredet, was außen-, sicherheits- und menschenrechtspolitisch aus diesem Land geworden ist und ob man wirklich will, was man da tut.





"Blut deutscher (toitscher!) Soldaten"
Terminologie / Phraseologie prä-1945.
Wo wir uns doch heute rühmen so aufgeklärt und vernunftsgemäß zu denken..., wozu noch dieser Nationalzentrismus? Ist das "Blut" (=LEBEN) von Soldaten anderer Nationen weniger wichtig / wert?
Sorry, aber für mich fehlt jedwedes Verständnis für diese nationale Nabelschau.
Es muss natürlich der Dativ sein, anstelle des Akkusativs!
Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde entfernt. Die Redaktion/ls
Es muss natürlich der Dativ sein, anstelle des Akkusativs!
Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde entfernt. Die Redaktion/ls
Es muss natürlich der Dativ sein, anstelle des Akkusativs!
ich hoffe, dass dieser Artikel der wenig schmeichelhafte Versuch ist einen Aprilscherz zu platzieren, wenn nicht, oy vey!
Ich behaupte jetzt mal ins blaue, das keiner der Autoren den Wehrdienst an der Waffe geleistet hat, in einem Kampfeinsatz war oder überhaupt selbst jemals eine Feuerwaffe benutzt hat.
Der Artikel insgesamt erinnert mich an die Romantisierung des spanischen Bürgerkriegs durch Hemingway.
Wenn Sie, liebe Autoren, so erpicht darauf sind zu den Waffen zu greifen, es hindert Sie niemand. Aber bitte ziehen sie nicht andere mit hinein.
Wirklich lachen musste ich, bei „unter dem militärischen Schutz seiner Bündnispartner“.
Dazu fiel mir eigentlich nur ein Wort ein: „Besatzung“, den nichts anderes war dieser „Schutz“ der uns gewährt wurde.
Zur Mär vom drittgrößten Waffenlieferanten: Man muss nun mal bedenken, dass ein Panzer etwas mehr kostet als eine AK47. Exportiert Deutschland 500 Panzer ist das nun mal höherwertiger als wenn Bulgarien 100.000 seiner alten Kalaschnikows billig nach Afrika verhökert (fiktives Beispiel).
Zu guter Letzt, müssen sich die Autoren selbst fragen, inwieweit Sie selbst an dieser Misere schuld sind. Sämtliche Medien in Deutschland versuchen seit Dekaden (erfolgreich) jeden der eine legale Waffe besitzt, sei es als Jäger, Sportschütze oder nur Sammler, als geisteskranken zukünftigen Massenmörder hinzustellen.
Wen wundert es dann, wenn alle Bürger gegen bewaffnete Einsätze sind und die Politiker entsprechend diese ablehnen?
Lieber spät als nie: In diesem Artikel geht es um die deutsche Außenpolitik ;-)
bei der Steinzeitmentalität der Völker im Nahen bis Mittleren Osten.
Die schaffen es ja noch nicht mal ihre Konflikte abzulegen, wenn sie bei uns in Europa Asyl beantragen und bekommen.
Da haut auch hier der Kurdisch-stämmige dem Türkisch-stämmigen mit Freuden eins auf die Fresse weil ihre Großväter sich nicht leiden konnten.
Da werden auch hier Töchter ermordet weil sie sich zu "westlich" benehmen.
Was dort vermutlich fehlt ist das equivalent eines 30-Jährigen Krieges -
wo am ende Frieden geschlossen wird weil nur noch Leute leben die keinen Bock mehr auf Krieg haben.
Also bitte: fliegt haufenweise Waffen ein und nehmt auf dem Rückweg alle mit die nicht kämpfen wollen, die könne die Gegend dann wieder besiedeln wenn die Idioten fertig damit sind, sich gegenseitig abzuschlachten.
Entfernt. Bitte beachten Sie das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/ls
Der Fall des Regimes in Libyen hat den Menschen Hoffnung auf ein besseres Leben gegeben, während dér Gaddafi Diktatur hatten die Menschen keine Hoffnung. Allerdings ist der Weg für ein über Jahrzehnte unterdrücktes Volk in die Freiheit und Demokratie ein sehr beschwerlicher und man muss geduldig sein. Mit religiösen Fanatikern sollte nicht verhandelt und kein umfassender Handel betrieben werden. Es gibt aber auch viele gemäßigten Kräfte, die es zu unterstützen gilt. Und das wäre kluge Außenpolitik.
einem schwarzhäutigen Libyer, die heute von den "Revolutionären" gejagt, gefoltert und ermordet werden, den Frauen, die aus dem Sitzungssaal gejagt werden, wenn sie kein Kopftuch tragen oder gleich zusammengeschlagen und vergewaltigt wie Studentinnen in Benghasi.
Vielleicht sollte man die Befürworter des Regime-Changes für ein paar Tage einfliegen, nach Sirte oder Bani-Walid oder in eines der zahlreichen Gefangenenlager der neuen Herren. Es wäre interessant, ob sie danach noch die gleichen euphorischen Statements abgeben würden ...
einem schwarzhäutigen Libyer, die heute von den "Revolutionären" gejagt, gefoltert und ermordet werden, den Frauen, die aus dem Sitzungssaal gejagt werden, wenn sie kein Kopftuch tragen oder gleich zusammengeschlagen und vergewaltigt wie Studentinnen in Benghasi.
Vielleicht sollte man die Befürworter des Regime-Changes für ein paar Tage einfliegen, nach Sirte oder Bani-Walid oder in eines der zahlreichen Gefangenenlager der neuen Herren. Es wäre interessant, ob sie danach noch die gleichen euphorischen Statements abgeben würden ...
Ich verstehe nicht, warum da in Deutschland so moralisiert wird wie wahrscheinlich nirgendwo sonst. Zunächst einmal: Ich finde es richtig, wenn deutsche Truppen nicht an vorderster Front mitkloppen. Viele Kriegsabenteuer für das angeblich Gute sowie Einmischungen in die inneren Angelegenheiten souveräner Staaten haben sich am Ende als Fehlschläge herausgestellt. Ohne ideologische Verblendung wäre es nie zum Vietnamkrieg gekommen und hätte Augusto Pinochet nie Salvador Allende in Chile weggeputscht. Natürlich können wir uns als militärische Bündnispartner nicht vollkommen neutral wie die Schweiz verhalten - aber wir können doch unsere eigenen Interessen vertreten, dass wir weniger statt mehr Truppen wegschicken. Dass "Nie wieder Hitler" in diese Richtung weist, die uns das erlaubt ... um so besser!
Andererseits: Wenn andere so doof sind und "sich die Köppe einhauen", warum sollen wir, die wir so schlau sind, darauf zu verzichten, nicht daran mitverdienen? WIR sind ja nicht die Kriegsverursacher, sondern das sind diejenigen, die dies ganze Rüstungzeugs kaufen und einsetzen. Niemand hindert andere Länder, friedlich zu sein und keine Waffen zu brauchen. Aber wenn sie welche kaufen, dann doch lieber von uns, und wir verdienen dran, als von anderen Exporteuren. Sonst würde es unserer Wirtschaft eben ein Stückchen schlechter gehen. Wollen wir das ernsthaft? Na also.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren