ParteienDie tot-grüne Koalition

Die Grünen wollen die SPD nicht länger ergänzen, sie wollen sie ersetzen: Die Sozialdemokraten seien "eine sterbende Partei".

Die Spitzenkandidaten der Grünen, Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin, während der Bundesdelegiertenkonferenz in Hannover, November 2012

Die Spitzenkandidaten der Grünen, Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin, während der Bundesdelegiertenkonferenz in Hannover, November 2012

Wenn die SPD im April in Augsburg ihr Regierungsprogramm verkündet, werden die Delegierten eine Premiere erleben. Zum ersten Mal wird eine Grüne, die Vorsitzende Claudia Roth, zum Parteivolk sprechen. Augsburg ist ihr Wahlkreis, Sigmar Gabriel hat sie eingeladen, und er wird seinerseits auf dem Parteitag der Grünen auftreten. Man rückt offensiv zusammen – aber beäugt sich hinter den Kulissen mit wachsendem Misstrauen.

Siebzig Grüne vom Realoflügel brauchten auf einem Treffen in der Berliner Hertie-School kürzlich nicht lange, um bei ihrer Hauptsorge zu landen: Mit Steinbrück als Kanzlerkandidat werde es eng für einen gemeinsamen Wahlsieg. "Wann kommen die endlich aus dem Knick", fragte der bayerische Landesvorsitzende Dieter Janecek. "Was machen wir eigentlich, wenn nur zwei Optionen drin sind: eine Große Koalition oder eine Mehrheit aus CDU und Grünen?"

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Spätestens seit vergangener Woche fragen sich nun auch die Sozialdemokraten, ob auf die Grünen noch Verlass ist. Es war die Woche der Agenda-2010-Feiern, fast täglich mühten sich Spitzen-Sozialdemokraten, ihre Basis zumindest im Nachhinein mit den Reformen zu versöhnen. Mitten in diese Stimmung hinein platzte Jürgen Trittin mit einer Neuinterpretation der Rolle der Grünen damals: Sie seien immer gegen harte Sanktionen fürgegen unwillige Arbeitslose und für einen Mindestlohn gewesen.

Das war nicht nur in der Sache nicht ganz richtig – die meisten grünen Entscheider wollten damals keinen Mindestlohn –, es war vor allem eine Provokation. Seitdem fragen sich viele bei den Sozialdemokraten: Wie viel Rot steckt eigentlich in den Grünen? Und was bedeutet es für eine künftige gemeinsame Regierungsarbeit, dass die Grünen ihre Positionen von damals schlankerhand abstreiten?

Die Grünen reklamieren eine rücksichtsvolle Bürgerlichkeit für sich – nicht der Dreiteiler macht es, sondern die Orientierung am Gemeinwohl. Wo sie regieren, üben sie sich meist in pragmatischer Wirtschaftspolitik, beim Sparen sind sie oft ehrgeiziger als die SPD. Das Wahlprogramm und viele grüne Parteitagsbeschlüsse weisen allerdings in eine andere Richtung: In fast allen wichtigen Fragen stehen die Grünen mittlerweile weit links von der SPD.

Trittin zu Gabriel: "Wann warst du das letzte Mal bei McDonald’s?"

Sie wollen, anders als die Sozialdemokraten, die Sanktionen für Arbeitslose aussetzen, die sich nicht um Jobs bemühen. Sie wollen die Wohlhabenden nicht nur mit einer höheren Einkommensteuer und einer Vermögensabgabe zur Kasse bitten, sondern auch noch mit diversen anderen Abgaben, vor denen die Sozialdemokraten zurückschrecken: Auf alle Kapitalerträge sollen künftig Beiträge für die Krankenversicherung erhoben werden. Das Ehegattensplitting entfiele für Paare mit einem Jahreseinkommen über 60.000 Euro – die SPD dagegen will nur neu geschlossene Ehen anders besteuern.

Besonders weitreichend ist das grüne Rentenkonzept – 800 Euro monatlich sollen alle bekommen, die über 30 Jahre dem Arbeitsmarkt zur Verfügung standen, also auch ehemalige Arbeitslose. Beitragszahlungen von wenigen Jahren könnten dann für Jahrzehnte auf Kosten der Sozialversicherung einen Ruhestand finanzieren. Die historische Aufgabe der Grünen sei eben, die Wohlhabenden mit dem Thema soziale Gerechtigkeit zu versöhnen, sagt dazu Volker Beck, parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen-Fraktion. In den gemeinsamen Regierungsjahren von Grünen und SPD hatte die kleinere Regierungspartei oft die Rolle des Antreibers übernommen, in der Rentenpolitik wollte Katrin Göring-Eckardt das Niveau schneller senken als die SPD, in der Haushaltspolitik fuhr der Finanzexperte Oswald Metzger einen härteren Anti-Schulden-Kurs als der Finanzminister.

Diese Arbeitsteilung zwischen Roten und Grünen ist Geschichte.

Die Grünen wollen die Sozialdemokraten nicht länger ergänzen – sie wollen sie ersetzen. Die Jahre in der Großen Koalition mögen die SPD an das Machbare gewöhnt haben; bei den Grünen haben die Jahre in der Opposition ein Allzuständigkeitsgefühl genährt, einen raumgreifenden Paternalismus, der auf andere Parteien glaubt verzichten zu können.

Leser-Kommentare
  1. in dem Artikel beachtung geschänkt hätten, wüssten Sie, dass die Grünen anders als fast alle anderen Parteien sehr krasse Einschnitte bei Reichen, ähnlich der Linken, machen wollen. Die Grünen sind genau so wenig und viel abgehoben wie alle Parteien. sie haben nur eine Ideologie, die anders als die der Christenparteien oder der Neoliberalen Parteien stringent und für viele Zustimmungsfähig ist.

    Hingegen kommen solche verknappten pauschalaussgen, wie Sie es tun, denen zugute, die Inhalte im Wahlkampf nach hinten schrieben und allein mit Glanz und Gloria, sprich mit Leuten wie Guttenberg un Merkel Wahlkämpfe gewinnen wollen/wollten.

    Wenn die Menschen nach Inhalten wöählen würden, dann gäbe es doch jedesmal Rot-Grün und mit Rot meine ich die Linke. Aber wegen solchen oberflächlichnen Sichtweisen wählen die Leute nicht die Inhalte die sie vertreten sondern Eticketen und das häufig aus rtaditionellen oder eben anderen oberflächlichen, nicht inhaltsorientierten Gründen.

    Die Grünen sind eine Pari der Zukunft. Waren sie immer. Ich verstehe nicht warum gerade aus dem linken Spektrum soviel negatives über sie gesagt wird, obwohl sie in der REALITÄT im Gegensatz zu anderen Parteien ständig auch für Anträge der Linken stimmen. Ich wette wenn man di eparlamentarischen Abstimmungen übereinander elgt, sieht man ei Linken und Grünen die meisten Überschneidungen. Es sollte darum gehen, um politische Arbeit, und nicht um irgendwelche Diskussionen darüber wer Latte und wer Bier säuft.

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    haben sies noch nicht verstanden?
    Die Grünen sind nicht links.meine Güte..sie hängen die Fahne nach dem Zeitgeist, der jetzt eben unrechtmäßig "links" ist.. das muss man halt verstehen.
    Das linke Getue ist einfach ein Vorwand , um die Klientel zu bedienen.
    Die Beamtenpensionen wollen halt bezahlt werden.
    In den letzten Jahren , studieren ca 30 Prozent der dt. Studierenden LEhramt. Und dann die bösen Reichen für die eigene Leistungslosigkeitsorientierung blechen zu lassen ist eben clever.
    Das ist nicht Eigenart der Bösen "Neolibs".
    Inhaltich: Spitzensteuersatz..durchaus machbar. Vermögensabgabe..DIW (klares linkes Institut hats vorschnell gedeckelt) wird verfassungsmäßig kritisch, wie die Vsteuer (Ungleichbehandlung nichtens , (BFH)), dasselbe gilt für die Esteuer.
    Am Ende würde P€€r wieder zum Freund der Wirtschaft mutieren. UNd Vermögensbesteuerung hängt eben an WIrtschaftsunternehmen, weil eine Differnezierung ungercht wäre..Müssten sogar die Gerechtsigkeitsfanatischen Grünen merken.
    P€€r sagte bei der IHK Siegen, dass sich nichts ändern werde. Glauben sie mir: Ich war dabei ;)

    ... mir nicht, ich würde das Programm der Grünen nicht kennen.

    Das was im Programm steht und die Grünen propagieren und was die Grünen bisher gemacht haben und wie sich das ausgewirkt hat sind zwei Paar Schuhe. Soll ich aufzählen: Kriegseinsatz, Hartz-Reformen, ESM...

    Wenn das für Sie die Zukunft ist, schön für Sie, aber ich habe meine eigene Meinung und meiner Erfahrungen gemacht; also unterlassen Sie den erhobenen Zeigefinger, ich lasse Ihnen ja auch Ihre Meinung.

    http://www.wiwo.de/politi...

    von RÖhl..durchaus lesenswert.
    Die Grünen Wähler verstehen halt auch nicht, dass Papier geduldig ist.
    Die Sudokoplannung der Grünen kann halt in praxi nicht aufgehen. Es sei denn man geht täglich als Lehrer in die Schule und kann sich hohe Energiekosten leistein.
    IM Sinne der moralischen überlegenheit auf den Verzicht von ARbeitsplätzen hinzuarbeiten und anderen die LEbensentwürfe zu verbieten ist einfach eines : strikt asozial!
    Ja DAgobert Duck hatte auch einen Lebensentwurf. Seine Erben vllt auch

    haben sies noch nicht verstanden?
    Die Grünen sind nicht links.meine Güte..sie hängen die Fahne nach dem Zeitgeist, der jetzt eben unrechtmäßig "links" ist.. das muss man halt verstehen.
    Das linke Getue ist einfach ein Vorwand , um die Klientel zu bedienen.
    Die Beamtenpensionen wollen halt bezahlt werden.
    In den letzten Jahren , studieren ca 30 Prozent der dt. Studierenden LEhramt. Und dann die bösen Reichen für die eigene Leistungslosigkeitsorientierung blechen zu lassen ist eben clever.
    Das ist nicht Eigenart der Bösen "Neolibs".
    Inhaltich: Spitzensteuersatz..durchaus machbar. Vermögensabgabe..DIW (klares linkes Institut hats vorschnell gedeckelt) wird verfassungsmäßig kritisch, wie die Vsteuer (Ungleichbehandlung nichtens , (BFH)), dasselbe gilt für die Esteuer.
    Am Ende würde P€€r wieder zum Freund der Wirtschaft mutieren. UNd Vermögensbesteuerung hängt eben an WIrtschaftsunternehmen, weil eine Differnezierung ungercht wäre..Müssten sogar die Gerechtsigkeitsfanatischen Grünen merken.
    P€€r sagte bei der IHK Siegen, dass sich nichts ändern werde. Glauben sie mir: Ich war dabei ;)

    ... mir nicht, ich würde das Programm der Grünen nicht kennen.

    Das was im Programm steht und die Grünen propagieren und was die Grünen bisher gemacht haben und wie sich das ausgewirkt hat sind zwei Paar Schuhe. Soll ich aufzählen: Kriegseinsatz, Hartz-Reformen, ESM...

    Wenn das für Sie die Zukunft ist, schön für Sie, aber ich habe meine eigene Meinung und meiner Erfahrungen gemacht; also unterlassen Sie den erhobenen Zeigefinger, ich lasse Ihnen ja auch Ihre Meinung.

    http://www.wiwo.de/politi...

    von RÖhl..durchaus lesenswert.
    Die Grünen Wähler verstehen halt auch nicht, dass Papier geduldig ist.
    Die Sudokoplannung der Grünen kann halt in praxi nicht aufgehen. Es sei denn man geht täglich als Lehrer in die Schule und kann sich hohe Energiekosten leistein.
    IM Sinne der moralischen überlegenheit auf den Verzicht von ARbeitsplätzen hinzuarbeiten und anderen die LEbensentwürfe zu verbieten ist einfach eines : strikt asozial!
    Ja DAgobert Duck hatte auch einen Lebensentwurf. Seine Erben vllt auch

  2. "auch die grünen haben die bodenhaftung verloren und sind zu einer reine klientelpartei für oberstudienräte, ärzte, apotheker, anwälte und co mutiert."

    Welcher Oberstudienrat hat denn durch die Grünen besonders Vorteile erhalten?

    Eine Leser-Empfehlung
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    Warum treten die Grünen, welche sonst so progressiv sind nicht dafür ein, dass Berufsbeamtentum abzuschaffen und dafür zu sorgen, dass Lehrer (Oberstudienrat) auch genau so behandelt wird wie ein leitender Angestellter?

    Lehrer ist ein guter und respektabler Beruf. Leider habe ich so viele Lehrer kennengelernt, welche überhaupt keinen Bezug mehr zur Realität der Mehrheitsgesellschaft haben. In der Privatwirtschaft gibt es Druck. Der Arbeiter muss die Erwartungen seines Vorgesetzten erfüllen. Dieser muss seinen Manager befriedigen, der wiederum den Vorstand beeindrucken muss. Der Vorstand ist den Kunden und Aktionären Rechenschaft schuldig. Bei den Beamten gilt, wer einmal im Verein ist, der fliegt (in 99% der Fällen) nicht mehr heraus. Man gehört Gesellschaftlich zu den Besserverdienenden, hat bessere Altersperspektiven (Pension) und genießt in der Regel eine bessere Krankenvorsorge. Das alles ohne Bezug zur tatsächlichen Leistung. Es macht nämlich kein Unterschied, ob Sie als Lehrer für Ihre Schüler "brennen" und alles geben, oder ob sie gerade das nötigste machen.

    Warum treten die Grünen, welche sonst so progressiv sind nicht dafür ein, dass Berufsbeamtentum abzuschaffen und dafür zu sorgen, dass Lehrer (Oberstudienrat) auch genau so behandelt wird wie ein leitender Angestellter?

    Lehrer ist ein guter und respektabler Beruf. Leider habe ich so viele Lehrer kennengelernt, welche überhaupt keinen Bezug mehr zur Realität der Mehrheitsgesellschaft haben. In der Privatwirtschaft gibt es Druck. Der Arbeiter muss die Erwartungen seines Vorgesetzten erfüllen. Dieser muss seinen Manager befriedigen, der wiederum den Vorstand beeindrucken muss. Der Vorstand ist den Kunden und Aktionären Rechenschaft schuldig. Bei den Beamten gilt, wer einmal im Verein ist, der fliegt (in 99% der Fällen) nicht mehr heraus. Man gehört Gesellschaftlich zu den Besserverdienenden, hat bessere Altersperspektiven (Pension) und genießt in der Regel eine bessere Krankenvorsorge. Das alles ohne Bezug zur tatsächlichen Leistung. Es macht nämlich kein Unterschied, ob Sie als Lehrer für Ihre Schüler "brennen" und alles geben, oder ob sie gerade das nötigste machen.

  3. Die paternalistischen Auswüchse grüner Politik und die Schäden der grünen Öko-Ideologie werden kaum ein tragendes Fundament sein, um die „alte Tante SPD“ als Volkspartei abzulösen. Sicher, seit Jahren schauen die SPDler tölpelhaft zu, wie die Grünen in dem „Wählerjagdrevier“ der SPD zur Drückjagd blasen. Unterstützt von den grün gefärbten Medien.

    Damit bildet der öffentliche Diskurs häufig eine grüne Scheinwirklichkeit ab, die aber mit der Realität nichts zu tun hat. Wie so etwas ausgehen kann, hat gerade Frau Roth erfahren, als sie glaubte, die japanischen Opfer des Tzunamis instrumentalisieren zu können. http://www.welt.de/politi...

    5 Leser-Empfehlungen
  4. vermisse ich Beispiele.

    "Folglich fehlt es den Grünen an Verständnis für die Belange des einfachen Arbeiters, der jeden Tag aufs neue seine Leistung beweisen muss"

    Inwiefern kümmern sich Grüne nicht um die Belange des "einfachen" Arbeiters? Sind sie nicht für Mindestlohn? Und die Beispiele im Artikel? Schröpfen sie damit etwa die Armen?

    DWoher komt diese Garession gegenüber den Grünen? Und warum lese ich in den Kommetnaren nur so wenig Beispiele bzw. Konkretes?

    Zudem finde ich es schlimm wenn sie Beamtentum als solches in den Dreck ziehen wollen. Wollen Sie etwa Beamte abschaffen? Alle sollen Angestellte werden? Das wollen ja nichtmal die Linken. Was bitte ist Ihr Wunsch, konkret?

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Beamtenpartei"
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    ...was die Grünen an "sozialen Wohltaten" versprechen sind zum einen Ideen der LINKE und werden zum anderen ganz sicher von Grünen nicht durchgesetzt. Grüne werden z. B. nicht darauf verzichten, dass wir "kleinen Leute" dem Zahnarzt in seinem Wahlkreis den Strom bezahlen.

    Also, lasst euch nicht mit SPD/Grünen-CDU/CSU/FDP-Versprechungen vernebeln.

    Wir wählen lieber das Original der sozialen Gerechtigkeit, DIE LINKE!

    Ich habe etwas gegen das deutsche Beamtentum, ja. Das hängt damit zusammen, dass für Beamte in der Regel 100% andere Spielregeln gelten als für den Rest der Gesellschaft.

    - private Krankenversicherung
    - Pension
    - Unkündbar

    usw.

    Es ist natürlich ein leichtes für Beamte zu lamentieren, wenn man einen Arbeitgeber (Staat) hat, der einen nicht einmal dann entlassen kann, wenn man nur noch 60 oder 50 Prozent seiner Leistung bringt.

    Ein Land benötigt Beamter. Beamte sind aber für mich Polizisten und Richter. Bei allen anderen Bereichen müsste man von Angestellten im öffentlichen Dienst sprechen. Nahezu kein anderes Land leistet sich den Luxus von einem Herr Berufsbeamteter Lehrer. Beamte nehmen Obrigkeitsrechte des Staates wahr, ein Angestellter im öffentlichen Dienst ist Dienstleister im Auftrag seines Kunden, des Bürgers. Er sollte nicht über seinem Bürger stehen.

    Was ich an den Grünen kritisiere, kann ich gar nicht alles in einen Kommentar schreiben. Ich habe im Freundeskreis genügend Gründe, da Grünsein gerade in BaWü sehr "in" ist. Wissen Sie ich zähle mich zu den Pragmatikern und weiß es gibt ein eklatanten Unterschied zwischen gut gemeint und gut gemacht. Ein Beispiel dafür: die Wärmedämmung. Erst gestern wurde eine Studie publik, die zeigt, dass Wärmedämmung beim Altbestand ökonomisch und ökologischer Unsinn ist und wir in 20 Jahren Deponien für Dämmungssondermüll benötigen.

    Auch stört mich diese aufgesetzte (selektive) Betroffenheitsrhetorik seitens der Grünen.

    "Woher komt diese Garession gegenüber den Grünen? Und warum lese ich in den Kommetnaren nur so wenig Beispiele bzw. Konkretes?"

    Ich war früher Parteimitglied. Bei Ortsverbands-Treffen wurde kräftig über Hartz IV-Empfänger gelästert - auf so primitivem Niveau wie "die sitzen eh nur vor der Glotze und saufen ihr Bier".

    Da nützt es gar nichts, wenn man sich ein Jahr vor der Wahl ein linkes Mäntelchen umhängt, in dem Wissen, dass man die Wahl eh verliert - aber ein paar Stimmen gerne mitnimmt, sichert ja den Abgeordneten ihre Posten.

    Die GRÜNEN sind für mich unglaubwürdig und nicht mehr wählbar. Weil ich sie aus der Innenperspektive erlebt habe.

    War das konkret genug als Beispiel?

    ...was die Grünen an "sozialen Wohltaten" versprechen sind zum einen Ideen der LINKE und werden zum anderen ganz sicher von Grünen nicht durchgesetzt. Grüne werden z. B. nicht darauf verzichten, dass wir "kleinen Leute" dem Zahnarzt in seinem Wahlkreis den Strom bezahlen.

    Also, lasst euch nicht mit SPD/Grünen-CDU/CSU/FDP-Versprechungen vernebeln.

    Wir wählen lieber das Original der sozialen Gerechtigkeit, DIE LINKE!

    Ich habe etwas gegen das deutsche Beamtentum, ja. Das hängt damit zusammen, dass für Beamte in der Regel 100% andere Spielregeln gelten als für den Rest der Gesellschaft.

    - private Krankenversicherung
    - Pension
    - Unkündbar

    usw.

    Es ist natürlich ein leichtes für Beamte zu lamentieren, wenn man einen Arbeitgeber (Staat) hat, der einen nicht einmal dann entlassen kann, wenn man nur noch 60 oder 50 Prozent seiner Leistung bringt.

    Ein Land benötigt Beamter. Beamte sind aber für mich Polizisten und Richter. Bei allen anderen Bereichen müsste man von Angestellten im öffentlichen Dienst sprechen. Nahezu kein anderes Land leistet sich den Luxus von einem Herr Berufsbeamteter Lehrer. Beamte nehmen Obrigkeitsrechte des Staates wahr, ein Angestellter im öffentlichen Dienst ist Dienstleister im Auftrag seines Kunden, des Bürgers. Er sollte nicht über seinem Bürger stehen.

    Was ich an den Grünen kritisiere, kann ich gar nicht alles in einen Kommentar schreiben. Ich habe im Freundeskreis genügend Gründe, da Grünsein gerade in BaWü sehr "in" ist. Wissen Sie ich zähle mich zu den Pragmatikern und weiß es gibt ein eklatanten Unterschied zwischen gut gemeint und gut gemacht. Ein Beispiel dafür: die Wärmedämmung. Erst gestern wurde eine Studie publik, die zeigt, dass Wärmedämmung beim Altbestand ökonomisch und ökologischer Unsinn ist und wir in 20 Jahren Deponien für Dämmungssondermüll benötigen.

    Auch stört mich diese aufgesetzte (selektive) Betroffenheitsrhetorik seitens der Grünen.

    "Woher komt diese Garession gegenüber den Grünen? Und warum lese ich in den Kommetnaren nur so wenig Beispiele bzw. Konkretes?"

    Ich war früher Parteimitglied. Bei Ortsverbands-Treffen wurde kräftig über Hartz IV-Empfänger gelästert - auf so primitivem Niveau wie "die sitzen eh nur vor der Glotze und saufen ihr Bier".

    Da nützt es gar nichts, wenn man sich ein Jahr vor der Wahl ein linkes Mäntelchen umhängt, in dem Wissen, dass man die Wahl eh verliert - aber ein paar Stimmen gerne mitnimmt, sichert ja den Abgeordneten ihre Posten.

    Die GRÜNEN sind für mich unglaubwürdig und nicht mehr wählbar. Weil ich sie aus der Innenperspektive erlebt habe.

    War das konkret genug als Beispiel?

  5. haben sies noch nicht verstanden?
    Die Grünen sind nicht links.meine Güte..sie hängen die Fahne nach dem Zeitgeist, der jetzt eben unrechtmäßig "links" ist.. das muss man halt verstehen.
    Das linke Getue ist einfach ein Vorwand , um die Klientel zu bedienen.
    Die Beamtenpensionen wollen halt bezahlt werden.
    In den letzten Jahren , studieren ca 30 Prozent der dt. Studierenden LEhramt. Und dann die bösen Reichen für die eigene Leistungslosigkeitsorientierung blechen zu lassen ist eben clever.
    Das ist nicht Eigenart der Bösen "Neolibs".
    Inhaltich: Spitzensteuersatz..durchaus machbar. Vermögensabgabe..DIW (klares linkes Institut hats vorschnell gedeckelt) wird verfassungsmäßig kritisch, wie die Vsteuer (Ungleichbehandlung nichtens , (BFH)), dasselbe gilt für die Esteuer.
    Am Ende würde P€€r wieder zum Freund der Wirtschaft mutieren. UNd Vermögensbesteuerung hängt eben an WIrtschaftsunternehmen, weil eine Differnezierung ungercht wäre..Müssten sogar die Gerechtsigkeitsfanatischen Grünen merken.
    P€€r sagte bei der IHK Siegen, dass sich nichts ändern werde. Glauben sie mir: Ich war dabei ;)

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  6. Dank Ihrer unerreichten Kenntnis der Ansinnen der Grünen Partei verstehe ich nun endlich, warum Herr Kretschmann langsam im Dauerclinch mit den Beamten ist und CDU-Fraktionschef Hauk den todesmutigen Kämpfer für die Beamtenschaft gibt!

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    • Pereos
    • 30.03.2013 um 20:09 Uhr
    15. SPD...

    Gerade die SPD wirft anderen vor,nicht mehr zu wissen,wie der einfache Arbeiter und die einfache Krankenschwester denken?
    Die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten, der in 2 Stunden mehr verdient als jede Krankenschwester und König der Nebeneinkünften ist?
    Ja ne ist klar.

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  7. ... mir nicht, ich würde das Programm der Grünen nicht kennen.

    Das was im Programm steht und die Grünen propagieren und was die Grünen bisher gemacht haben und wie sich das ausgewirkt hat sind zwei Paar Schuhe. Soll ich aufzählen: Kriegseinsatz, Hartz-Reformen, ESM...

    Wenn das für Sie die Zukunft ist, schön für Sie, aber ich habe meine eigene Meinung und meiner Erfahrungen gemacht; also unterlassen Sie den erhobenen Zeigefinger, ich lasse Ihnen ja auch Ihre Meinung.

    10 Leser-Empfehlungen
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    das ist doch Gewäsch. Was Sie da pauschal ablassen gilt für jede Partei, auch für die Linke, die ich genau so unterstütze wie die Grünen. Als ob dieses pauschalieren von oben herab irgendetwas daran ändern würde.

    das ist doch Gewäsch. Was Sie da pauschal ablassen gilt für jede Partei, auch für die Linke, die ich genau so unterstütze wie die Grünen. Als ob dieses pauschalieren von oben herab irgendetwas daran ändern würde.

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