MartensteinÜber eine umstrittene Band aus Südtirol und ehrenwerte Rapper

Harald Martenstein fragt sich, warum Frei.Wild vom Echo ausgeladen werden und Bushido schon so viele bekommen hat. Der sei doch noch viel schlimmer als Rainer Brüderle.

Alle Kolumnen von Harald Martenstein aus dem ZEITmagazin zum Nachlesen

Alle Kolumnen von Harald Martenstein aus dem ZEITmagazin zum Nachlesen

Ich bin ein alter Rock'n'Roller, wisst ihr. Deshalb habe ich mitgekriegt, dass sie eine rechtsradikale Band, die für den Musikpreis Echo nominiert war, wegen Rechtsradikalismus wieder ausgeladen haben. Diese Band heißt Frei.Wild und kommt aus Südtirol. Daraufhin habe ich mir auf den wichtigsten Internetseiten mal die wichtigsten Textbelege für den Rechtsradikalismus dieser Band angeschaut. Auf ZEIT ONLINE hieß es, die Band singe den Satz »Südtirol, wir tragen deine Fahne« und verwende Wörter wie »Helden« und »Volk«. Da war ich perplex, weil David Bowie doch Heroes gesungen hat und John Lennon Power to the People. Meiner Ansicht nach ist Lennon nie ein echter Nazi gewesen. Bowie, gut, der hat in Deutschland gelebt, aber doch nicht aus Liebe zu Adolf Hitler. Auf stern.de stand das Frei.Wild-Zitat: »Sprache, Brauchtum und Glaube sind Werte der Heimat. Ohne sie gehen wir unter.« Das könnte doch auch irgend so ein bedrohter Indianerstamm im Amazonasgebiet singen. Die Südtiroler sind ebenfalls eine Minderheit, die es nicht immer leicht gehabt hat. Zweiter Beweis für das Nazitum war der Satz: »Ich scheiße auf Gutmenschen und Moralapostel.« Sorry, für mich klingt das eher nach Heiner Lauterbach als nach Nazis. Nach Ansicht eines Extremismusexperten bedeuten diese Sätze aber eine »harte Absage an eine moderne Gesellschaft«. Das kapiere ich auch nicht. Wieso muss denn jeder für die moderne Gesellschaft sein? Ich schwöre bei der Fahne Südtirols, dass ich mich niemals piercen lasse, und ich trinke auch keinen Bubble-Tea, egal, wie modern es ist. Ein anderer Experte sagte auf ZEIT ONLINE, zu den Vorbildern der Naziband gehöre der Politiker Heinz Buschkowsky – der ist in der SPD! Wenn sogar die SPD schon faschistisch ist, Himmel, was bleibt dann noch übrig?

Offenbar soll man in der modernen Jugendmusik immer nur, Song für Song, das grüne Parteiprogramm vertonen. Ich habe mir natürlich nicht sämtliche Texte von Frei.Wild angeschaut, aber hey, die Ankläger werden doch hoffentlich in ihrer Anklage die härtesten Stellen bringen, oder? Was ich aber gemacht habe: Ich habe die Texte von früheren Echo-Gewinnern gelesen. Der Rapper Sido: »Ich hab keinen Bock auf Spasten.« Oder: »Michel Friedman – scheiße! Ich kann euch nicht leiden, nicht riechen. Ihr wart als Kinder schon scheiße.« Tut mir leid, da höre ich ein gewisses Ressentiment gegen Behinderte und Juden heraus. Aber der kriegt einen Kulturpreis.

Anzeige

Wobei man der Gerechtigkeit halber sagen muss, dass Bushido, Träger mehrerer Echos und eines Ehren-Bambis für Verdienste um die Integration, die härteren Texte hat. In der ersten Fassung dieser Kolumne hatte ich zwei Bushido-Zitate untergebracht. Nennt mich meinetwegen einen Nazi, aber im Vergleich zu dessen Texten finde ich die Zeile »Südtirol, wir tragen deine Fahne« eigentlich fast poetisch und old school. Daraufhin meldete sich die Redaktion. Die Bushido-Zitate stünden auf dem Index. Wenn ich das bringe, muss die ZEIT offenbar unterm Ladentisch verkauft werden.

Bushido sitzt in Talkshows, tritt mit Horst Seehofer auf, sein Leben wurde verfilmt. Kann das denn wirklich nur damit zusammenhängen, dass Bushido kein Südtiroler ist? Ich werde niemals kapieren, wieso Rainer Brüderle für den Satz »Sie können ein Dirndl ausfüllen« einen Shitstorm erntet, während Bushido mit tausendmal sexistischeren Sätzen einen Ehren-Bambi für Verdienste um die Integration bekommt. Die moderne Gesellschaft ist, bei aller Modernität, oft ein bisschen ungerecht. Darf man das so formulieren?

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
  1. 44 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    dem schliesse ich mich gerne an. Ich lese Martenstein am liebsten von allen. Herr Martenstein bringt es so oft auf den Punkt, und ich muss ihm meistens uneingeschränkt zustimmen. Darüber hinaus, recht amüsant zu lesen. Meine Meinung: keiner schreibt so ehrlich, unopportunistisch, mutig und spannend wie Martenstein.
    Deshalb @ Herr Martenstein: weiter so, Sie haben viele Fans, und ich bin nur einer davon.

    dem schliesse ich mich gerne an. Ich lese Martenstein am liebsten von allen. Herr Martenstein bringt es so oft auf den Punkt, und ich muss ihm meistens uneingeschränkt zustimmen. Darüber hinaus, recht amüsant zu lesen. Meine Meinung: keiner schreibt so ehrlich, unopportunistisch, mutig und spannend wie Martenstein.
    Deshalb @ Herr Martenstein: weiter so, Sie haben viele Fans, und ich bin nur einer davon.

  2. noch in der ZEIT erscheinen darf. Ein Leuchtturm rationalen Denkens und logischer Argumentation, ein Kämpfer für die Meinungsfreiheit! Und das alles auf witzige Weise - vielen, vielen Dank, Herr Martenstein!

    28 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Ein Leuchtturm rationalen Denkens und logischer Argumentation, ein Kämpfer für die Meinungsfreiheit!"

    Oder aber ein Vorkämpfer der Verharmlosung rechtsnationaler Tendenzen im Gewand der Meinungsfreiheit. Die Demokratie geht nicht zuletzt an offen rechtsradikalen Gruppierungen zugrunde, sondern schon an der differenzlosen Hinnahme jedweder Meinung und Gesinnung unter dem Schutz der Meinungsfreiheit. Meinungsfreiheit ist nicht mit >jede Meinung hat gleiches Recht, gesagt zu werden, und jede Meinung ist moralisch gleich gut< zu verwechseln. Hier macht sich die Demokratie wehr- und zahnlos, wodurch die Rechten letztlich leichtes Spiel haben (das wussten diese übrigens schon zur Zeit der Weimarer Republik).

    Von "rationale[m] Denken[] und logischer Argumentation" kann ich an dem Text übrigens nicht viel erkennen. Eher unstringente, haltlose Pauschalisierungen, gewürzt mit einer >ich bin bewusst politisch unkorrekt<-Attitüde. Ein typischer Martenstein halt.

    Ps.: Liebe ZEIT, folgen Sie doch bitte dem >leuchtendem< Beispiel Martensteins, oder was der User Doublethink dafür hält, und beweisen Sie Toleranz und Meinungsfreiheit, indem Sie diesen Kommentar nicht sogleich löschen. Danke!

    "Ein Leuchtturm rationalen Denkens und logischer Argumentation, ein Kämpfer für die Meinungsfreiheit!"

    Oder aber ein Vorkämpfer der Verharmlosung rechtsnationaler Tendenzen im Gewand der Meinungsfreiheit. Die Demokratie geht nicht zuletzt an offen rechtsradikalen Gruppierungen zugrunde, sondern schon an der differenzlosen Hinnahme jedweder Meinung und Gesinnung unter dem Schutz der Meinungsfreiheit. Meinungsfreiheit ist nicht mit >jede Meinung hat gleiches Recht, gesagt zu werden, und jede Meinung ist moralisch gleich gut< zu verwechseln. Hier macht sich die Demokratie wehr- und zahnlos, wodurch die Rechten letztlich leichtes Spiel haben (das wussten diese übrigens schon zur Zeit der Weimarer Republik).

    Von "rationale[m] Denken[] und logischer Argumentation" kann ich an dem Text übrigens nicht viel erkennen. Eher unstringente, haltlose Pauschalisierungen, gewürzt mit einer >ich bin bewusst politisch unkorrekt<-Attitüde. Ein typischer Martenstein halt.

    Ps.: Liebe ZEIT, folgen Sie doch bitte dem >leuchtendem< Beispiel Martensteins, oder was der User Doublethink dafür hält, und beweisen Sie Toleranz und Meinungsfreiheit, indem Sie diesen Kommentar nicht sogleich löschen. Danke!

  3. "Offenbar soll man in der modernen Jugendmusik immer nur, Song für Song, das grüne Parteiprogramm vertonen."
    Dieser Satz trifft die gegenwärtige Meinungsgleichmacherei richtig gut, finde ich!
    Andersdenken? Oppositionelle Meinung? Da wird verbal/medial draufgeprügelt als ob es schon wieder soweit wäre.

    Danke für dieses Plädoyer gegen den gegenwärtigen Unsinn!

    21 Leser-Empfehlungen
  4. Ihre wöchentlichen Kommentare sind (fast) jedesmal ein Genuss. Wie kaum ein anderer Kolumnist verstehen Sie es, in wenigen Zeilen die Verlogenheit unserer Mainstream-Medien auf eindrucksvolle Art und Weise deutlich zu machen. Dafür mein herzlicher Dank!

    Schade ist nur, dass Ihr Arbeitgeber, die ZEIT, ganz klar Teil dieser Verlogenheit ist und in weiten Bereichen von sog. Gutmenschen gesteuert und gestaltet wird. Aber ich denke, das wissen Sie. Ich habe in den vergangenen Jahren gelernt, zur ZEIT eine kritische Distanz zu bewahren. Und solange Sie noch für die ZEIT schreiben "dürfen" und die Gutmenschen Ihre Kolumne ertragen, ist alles vielleicht auch nicht so schlimm.

    Herr Martenstein, weiter so!

    16 Leser-Empfehlungen
  5. Vielen, vielen Dank für diesen Artike Herr Martenstein!!!
    Das war ein sehr amüsanter und gut geschriebener Kommentar, der die Sache mit Frei.Wild auf den Punkt bringt!

    @ Billrock:

    [...] Nur eines mal vorneweg Süd-Tirol bzw. deren Einwohner waren keine Täter im zweiten Weltkrieg sondern Opfer! Sie wurden zwangsitalianisiert (zumindest versuchte man das)! Wissen Sie was es heißt, wenn es ihnen verboten wird in ihrer Muttersprache zu sprechen, oder ihr deutsch klingender Name einfach in einen italienischen namen geändert wird?

    Wissen Sie überhaupt was, oder wer mit diesem Textausschnitt aus dem Lied "Südtirol" gemeint ist?!?

    Kurz gesagt, die besungenen Feinde von denen man keine Kritik duldet sind die Italiener, die Süd-Tirol bis heute ihre eigene Sprache, Kultur und Tarditionen absprechen und sie nicht in die Freiheit entlassen wollen. Und die Feinde, die in der Hölle schmoren sollen sind die deutschen Nationalsozialisten von damals, sowie die Italienischen Faschisten, damals wie heute!
    [...]

    Mfg Sven!

    Gekürzt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

    14 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "die Süd-Tirol bis heute ihre eigene Sprache, Kultur und Tarditionen absprechen "

    Was natürlich schlicht falsch ist. Es gibt das Autonomiestatut, es gibt deutsche Schulen, Deutsch ist in Südtirol Amtssprache. Und Philip Burger klingt irgendwie auch nicht so italienisiert. Sie schrieben aber "bis heute"

    Hier: http://www.songtextemania...

    kann man das Lied übrigens in Gänze lesen und jeder kann sehen was an badluckies Einwänden dran ist. Warum hat er das eigentlich nicht selbst gemacht? Wäre doch logisch, wenn er nichts zu verbergen hätte.

    "Und die Feinde, die in der Hölle schmoren sollen sind die deutschen Nationalsozialisten von damals, sowie die Italienischen Faschisten, damals wie heute!"

    Hatte ich da irgendwas von geschrieben?

    Nochmal, ich hatte kritisiert dass Martenstein Texte unterschlägt, Hätte er ja machen können die Texte zu bringen und zu erklären wenn das alles so harmlos ist. Hat er aber nicht.

    "Schrott" Ja, das ist die Ausdrucksweise der frei.wild-Fans.

    Es stimmt wohl, dass es in Südtirol ein Autonomiestatut gibt und gewisse Rechte zumindest auf dem Papier garantiert sind. Es stimmt aber auch, dass es immer noch sehr viele italienische Politiker (darunter öffentlich bekennende Faschisten gibt), die den Südtirolern liebend gerne alle Rechte wegnehmen wollten, so dass die politische Auseinandersetzung noch lange nicht beendet ist. Es stimmt auch, dass in dem vom italienischen olympischen Komitee und italienischen Verbänden dominierten Sport die deutsche Sprache immer wieder verboten wird und z. B. Fußballspielern, die sich am Feld in ihrer Muttersprache untereinander unterhalten, die Rote Karte gezeigt wird. Aber wer ein Wort gegen faschistische Politik sagt, der ist eben ein Nazi. So einfach kann man es sich machen.

    ".... die Süd-Tirol bis heute ihre eigene Sprache, Kultur und Tarditionen absprechen". Woher wissen Sie das? Leben Sie hier im schönen Südtirol? Wohl kaum. Machen Sie sich keine Sorgen. Ich darf hier sprechen wie mir der Schnabel gewachsen ist. Und zwar Südtirolerisch. Wir dürfen unsere Traditionen pflegen (na da staunen Sie, was?) und unsere Kultur kann uns sowieso niemand nehmen (auch wenn irgendwo noch geschrieben steht: Wir - das wären die Italiener - brachten Euch Barbaren - das wären dann wir - die Kultur). He, und perfekt Italienisch sprechen kann ich auch noch, was will man mehr. Ich jammere jedenfalls nicht über "verlorene Heimat" etc. Das wäre Jammern auf sehr hohem Niveau.

    "die Süd-Tirol bis heute ihre eigene Sprache, Kultur und Tarditionen absprechen "

    Was natürlich schlicht falsch ist. Es gibt das Autonomiestatut, es gibt deutsche Schulen, Deutsch ist in Südtirol Amtssprache. Und Philip Burger klingt irgendwie auch nicht so italienisiert. Sie schrieben aber "bis heute"

    Hier: http://www.songtextemania...

    kann man das Lied übrigens in Gänze lesen und jeder kann sehen was an badluckies Einwänden dran ist. Warum hat er das eigentlich nicht selbst gemacht? Wäre doch logisch, wenn er nichts zu verbergen hätte.

    "Und die Feinde, die in der Hölle schmoren sollen sind die deutschen Nationalsozialisten von damals, sowie die Italienischen Faschisten, damals wie heute!"

    Hatte ich da irgendwas von geschrieben?

    Nochmal, ich hatte kritisiert dass Martenstein Texte unterschlägt, Hätte er ja machen können die Texte zu bringen und zu erklären wenn das alles so harmlos ist. Hat er aber nicht.

    "Schrott" Ja, das ist die Ausdrucksweise der frei.wild-Fans.

    Es stimmt wohl, dass es in Südtirol ein Autonomiestatut gibt und gewisse Rechte zumindest auf dem Papier garantiert sind. Es stimmt aber auch, dass es immer noch sehr viele italienische Politiker (darunter öffentlich bekennende Faschisten gibt), die den Südtirolern liebend gerne alle Rechte wegnehmen wollten, so dass die politische Auseinandersetzung noch lange nicht beendet ist. Es stimmt auch, dass in dem vom italienischen olympischen Komitee und italienischen Verbänden dominierten Sport die deutsche Sprache immer wieder verboten wird und z. B. Fußballspielern, die sich am Feld in ihrer Muttersprache untereinander unterhalten, die Rote Karte gezeigt wird. Aber wer ein Wort gegen faschistische Politik sagt, der ist eben ein Nazi. So einfach kann man es sich machen.

    ".... die Süd-Tirol bis heute ihre eigene Sprache, Kultur und Tarditionen absprechen". Woher wissen Sie das? Leben Sie hier im schönen Südtirol? Wohl kaum. Machen Sie sich keine Sorgen. Ich darf hier sprechen wie mir der Schnabel gewachsen ist. Und zwar Südtirolerisch. Wir dürfen unsere Traditionen pflegen (na da staunen Sie, was?) und unsere Kultur kann uns sowieso niemand nehmen (auch wenn irgendwo noch geschrieben steht: Wir - das wären die Italiener - brachten Euch Barbaren - das wären dann wir - die Kultur). He, und perfekt Italienisch sprechen kann ich auch noch, was will man mehr. Ich jammere jedenfalls nicht über "verlorene Heimat" etc. Das wäre Jammern auf sehr hohem Niveau.

  6. ...namhafter Journalist gegen die Konsenssoße in den gleichgeschalteten deutschen "Qualitäts"-Medien anschreibt. In allen Redaktionsstuben sitzen anscheinend die gleichen universitär deformierten Printpraktikanten, die mit den linksgrünen Schafen blöken; bewaffnet mit der Moralkeule und im wohligen Bewusstsein, auf der Seite der Guten zu stehen.

    Die wahre Aufgabe eines Journalisten ist aber, gegen den Konsens anzubellen, Gegenposition zu beziehen und unbequem zu sein. Danke, Harald Martenstein, dass Sie diesen Job machen.

    12 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    hier im Forum zu dieser Thematik angucke, und noch die im Interviewtext mit dem Musiksoziologen, der vor einiger Zeit hier erschienen ist, hinzunehme, scheinen Sie und Martenstein sich eher auf der Seite des "gleichgeschalteten deutschen" Mainstreams zu befinden. Wie erklären Sie sich diese Paradoxie?

    hier im Forum zu dieser Thematik angucke, und noch die im Interviewtext mit dem Musiksoziologen, der vor einiger Zeit hier erschienen ist, hinzunehme, scheinen Sie und Martenstein sich eher auf der Seite des "gleichgeschalteten deutschen" Mainstreams zu befinden. Wie erklären Sie sich diese Paradoxie?

  7. Schön, diesmal nur positive Kommentare.
    Las' gerade zuvor was vom Martenstein über Toiletten, da wurde er von den Kommentatoren arg angepinkelt, obwohl er auch dort die gleiche Linie wie immer vertritt: ironisch auf den oftmaligen täglichen Wahn- oder Unsinn von Politik & Gesellschaft hinzuweisen.

    11 Leser-Empfehlungen
  8. Eine tolle Logik, weil Bushido Träger mehrerer Echos und eines Ehren-Bambis für Verdienste um die Integration ist muss man nun auch den "stolzen Söhnen Südtirols" zu mehr Rampenlcht verhelfen?
    "Kann das denn wirklich nur damit zusammenhängen, dass Bushido kein Südtiroler ist?"
    Da ich selber dem hl. Land Tirol entstamme weiß ich dass Freiwild eigenlich nur das Spiegelbild der Südtiroler Rechten ist. Eine Rechte die keine Gelegenheit auslässt um gegen Italien zu wettern, die mit dem Zeigefinger auf italienische Faschisten zeigt, sich aber der selben Rhetorik bedient(auch inhaltlich gibt es viele Schnittstellen), die mit Slogans wie "Südtirol ist nicht Italien" oder "Los von Rom" immer wieder für Provokationen sorgt und für das friedlichen Zusammenleben der Sprachgruppen nicht gerade förderlich ist und es somit schafft (wie auch die italienische Rechte) einen großen Teil der politischen Diskussion zu bestimmen. Wie im restlichen Italien, finden auch in Südtirol rechte Schreihälse großen Anhang,

    9 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    frei.wild sind keineswegs ein Spiegelbild der Südtiroler Rechten, sondern ein Spiegelbild der Mehrheit der Südtiroler Gesellschaft. Dort herrscht Lokalpatriotismus und eine starke Abwehrhaltung gegen eine nationalistische italienische Politik vor, die z. T. verdeckt, z. T. ganz offen die Politik der ethnischen Säuberung aus der Zeit des Faschismus betreiben will. Es gibt dabei eher rechte und eher linke Strömungen, wobei vor allem die Sezessionisten mit ihrem "Los von Rom" links von der Mitte einzuordnen sind. Sie stehen in engem Kontakt mit den katalanischen Sezessionisten, von denen sie auch den Slogan "Süd-Tirol ist nicht Italien" (Catalonia is not Spain) übernommen haben. Im Europäischen Parlament sind die Südtiroler Sezessionisten durch die gemeinsame Fraktion EFA/Grüne vertreten, die man wohl kaum als rechts bezeichnen kann.

    Da sie Tirol entstammen sage ich ihnen, als Sohn Berlins, das es hier nicht um Aufmerksamkeit geht, sondern um Verhältnismäßigkeit.
    Frei.Wild singt über Südtirol, ansich nichts schlimmes, machen die Kastelruter Spatzen, und der gesammte ARD Fernsehgarten ebenfalls.
    Bushido hingegen schmückt sich - nicht nur in seinen Texten - mit radikaler und extremer Schwulenfeindlichkeit "Zeig auf mich schwuchtel und ich zünd dich an!" oder Misogynie "sie wurde frech, da bekam sie ein paar, so läuft das ebend".

    Nun kann man drüber streiten was schlimmer ist, sein Land toll finden oder Homosexuelle in Brand zu stecken (Ich persönlich lehne eher den bestialischen Mord ab), hier geht es aber darum das Bushido dafür auch noch ein "Integrations-Bambi" bekommen hat.
    Das gibt die Message wieder: "Verprügelt Schwule und schlagt Frauen wenn sie frech werden nur dann ist man integriert"

    Zum anderen ist der Slogan "Süd-Tirol ist nicht Italien" nicht rechts.
    Es gibt auch "Katalonien ist nicht Spanien" und "Nordirland ist nicht Britannien" beides Sätze ziemlich linker Gruppen.

    Außerdem sollte man nicht vergessen das Südtiroler nicht nur faschistische Denkmäler dulden müssen, sondern von örtlichen Faschistenbanden auch noch quasi dazu genötigt werden italienisch zu sprechen.

    frei.wild sind keineswegs ein Spiegelbild der Südtiroler Rechten, sondern ein Spiegelbild der Mehrheit der Südtiroler Gesellschaft. Dort herrscht Lokalpatriotismus und eine starke Abwehrhaltung gegen eine nationalistische italienische Politik vor, die z. T. verdeckt, z. T. ganz offen die Politik der ethnischen Säuberung aus der Zeit des Faschismus betreiben will. Es gibt dabei eher rechte und eher linke Strömungen, wobei vor allem die Sezessionisten mit ihrem "Los von Rom" links von der Mitte einzuordnen sind. Sie stehen in engem Kontakt mit den katalanischen Sezessionisten, von denen sie auch den Slogan "Süd-Tirol ist nicht Italien" (Catalonia is not Spain) übernommen haben. Im Europäischen Parlament sind die Südtiroler Sezessionisten durch die gemeinsame Fraktion EFA/Grüne vertreten, die man wohl kaum als rechts bezeichnen kann.

    Da sie Tirol entstammen sage ich ihnen, als Sohn Berlins, das es hier nicht um Aufmerksamkeit geht, sondern um Verhältnismäßigkeit.
    Frei.Wild singt über Südtirol, ansich nichts schlimmes, machen die Kastelruter Spatzen, und der gesammte ARD Fernsehgarten ebenfalls.
    Bushido hingegen schmückt sich - nicht nur in seinen Texten - mit radikaler und extremer Schwulenfeindlichkeit "Zeig auf mich schwuchtel und ich zünd dich an!" oder Misogynie "sie wurde frech, da bekam sie ein paar, so läuft das ebend".

    Nun kann man drüber streiten was schlimmer ist, sein Land toll finden oder Homosexuelle in Brand zu stecken (Ich persönlich lehne eher den bestialischen Mord ab), hier geht es aber darum das Bushido dafür auch noch ein "Integrations-Bambi" bekommen hat.
    Das gibt die Message wieder: "Verprügelt Schwule und schlagt Frauen wenn sie frech werden nur dann ist man integriert"

    Zum anderen ist der Slogan "Süd-Tirol ist nicht Italien" nicht rechts.
    Es gibt auch "Katalonien ist nicht Spanien" und "Nordirland ist nicht Britannien" beides Sätze ziemlich linker Gruppen.

    Außerdem sollte man nicht vergessen das Südtiroler nicht nur faschistische Denkmäler dulden müssen, sondern von örtlichen Faschistenbanden auch noch quasi dazu genötigt werden italienisch zu sprechen.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service