UmweltverschmutzungAlles so sauber

Der Himmel über dem Ruhrgebiet ist wieder blau. Ein Besuch in der einst dreckigsten Region Deutschlands

Auf die verrückte Idee, Wäsche an die frische Luft zu hängen, wäre im Ruhrgebiet damals niemand gekommen. Frische Luft gab es nicht. »Der Dreck war überall«, erinnert sich Norbert Appel. Der vollbärtige Pfarrer ist damals in Dortmund-Hörde zur Schule gegangen, genau zwischen Phönix-West und Phönix-Ost, den beiden Teilen des Stahlwerks der Hüttenunion. Aus dem Klassenzimmer fiel der Blick auf den Schlot der Hörder Fackel an der gegenüberliegenden Straßenseite. »Das Christkind backt Plätzchen«, sagten die Eltern ihren Kindern, wenn die Flammen gelbrot in den grauen Himmel schlugen.

Ruß, Schwefel, Staub und Stickoxide – am schlimmsten war der Smog Anfang Dezember 1962. Eine Inversionswetterlage hatte fünf Tage lang den Luftaustausch gestoppt, die Schadstoffbelastung schoss in die Höhe, über 150 Menschen starben, darunter auch die sechsjährige Tochter einer Cousine von Norbert Appel. »Sie bekam einfach keine Luft mehr«, erinnert er sich. Die Familie habe den Erstickungstod mit einer »gewissen Selbstverständlichkeit« hingenommen. »Man kann sich das heute gar nicht mehr vorstellen!«

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Denn der Smog hat sich gelichtet. Industrieanlagen, dicht befahrene Straßen und endlose Besiedlung prägen noch immer das Bild des Ruhrgebiets, doch dazwischen gibt es klare Bäche, grün überwachsene Abraumhalden, ausgedehnte Wälder. Wer im Sommer einen Strandnachmittag an der Ruhr verbringt, muss mit Sonnenbrand rechnen. Und an Wäscheständern in Wanne-Eickel wehen weiße Bettlaken.

Keine 40 Jahre hat das Großreinemachen gedauert. Nicht nur im Ruhrgebiet. Vom Bodensee bis nach Kiel hat sich die Qualität von Luft, Wasser und Boden enorm verbessert. Alles Abwasser wird geklärt, alle offenen Hausmülldeponien wurden geschlossen, alle Müllverbrennungsanlagen mit einer Rauchgaswäsche ausgerüstet, ihr Dioxinausstoß ist fast auf null gesunken. Deutschlands Wälder haben sich um zehn Prozent ausgedehnt, drei Viertel ihrer Bäume sind gesund. Blei ist zuerst aus dem Benzin und dann aus der Luft verschwunden, FCKW wurde verboten, das Ozonloch beginnt sich langsam zu schließen. Erneuerbare Energie hat die Atomkraft im Stromnetz überholt. Die Fläche der Naturschutzgebiete hat sich seit 1972 versiebenfacht.

Die Erfolge der Umweltpolitik sind unübersehbar, doch nirgendwo fallen sie so drastisch ins Auge wie im industriellen Zentrum Nordrhein-Westfalens.

Den besten Überblick bietet die Halde Tetraeder mitten in Bottrop. Sie ist nach einer spektakulären Metallkonstruktion benannt, die weit über den 75 Meter hohen Gipfel aus dem Abraum der benachbarten Zeche hinausragt. Ganz oben schwebt eine Aussichtsplattform, unter der sich das Industrierevier mit seinen gut fünf Millionen Einwohnern und vielen Dutzend Schloten ausbreitet. Die auffälligsten von ihnen stehen in Scholven, Herne und Voerde neben Steinkohlekraftwerken, die zu den größten Deutschlands gehören. Mit ihrer Höhe zwischen 250 und 300 Meter markieren sie den Anfang vom Ende des dreckigen Potts. »Der Himmel über dem Ruhrgebiet muss wieder blau werden«, hatte Willy Brandt im Bundestagswahlkampf 1961 gefordert und war damals – auch von seinen Genossen –verlacht worden. Es war die Zeit des Wirtschaftswunders, und der Schmutz galt als seine notwendige Begleiterscheinung. Jedes Jahr bliesen die Schlote der Montanindustrie zwischen Dortmund und Duisburg weit über eine Million Tonnen Staub, Asche und Ruß sowie vier Millionen Tonnen Schwefeldioxid in die Luft. Dazu kamen die Abgase der Chemieindustrie und des zunehmenden Autoverkehrs. Regen spülte das Gift in Bäche und Flüsse, Kläranlagen existierten kaum, Fische starben, die Trinkwasserqualität litt.

Umweltschutz war noch kein Begriff, stattdessen galt seit Beginn der Industrialisierung das Prinzip der Ortsüblichkeit. Kurorte und wohlhabende Stadtteile blieben vom Dreck verschont, das Ruhrgebiet sollte ihn akzeptieren. Das änderte sich erst mit dem rasch wachsenden Wohlstand der Wirtschaftswunderjahre. Sie brachten nicht nur extreme Schadstoffkonzentrationen, sondern auch eindeutige Erkenntnisse über deren Folgen. Willy Brandt bezog sich in seiner Wahlkampfrede auf »erschreckende Untersuchungsergebnisse«, die eine »Zunahme von Leukämie, Krebs, Rachitis und Blutbildveränderungen sogar schon bei Kindern« festgestellt hätten.

Bund und Länder erließen damals erste Grenzwerte, die Industrie unterlief sie mit einer »Politik der hohen Schornsteine«. Die Luftschadstoffe wurden nicht reduziert, sondern so weiträumig verteilt, dass sie nirgendwo die erlaubte Konzentration überschritten. Tatsächlich halbierte sich damit die Belastung im Ruhrgebiet, dafür fiel nun in halb Europa saurer Regen. »In Schweden wurden deutsche Touristen in Broschüren aufgefordert, sich zu Hause für Filter stark zu machen«, erinnert sich Wilfried Kühling. Seit 30 Jahren forscht und kämpft der Dortmunder Umweltingenieur für saubere Luft, unter anderem im wissenschaftlichen Beirat des BUND. Ein »Riesenerfolg« sei im Rückblick zu verzeichnen, sagt er, »auch Dank der EU«.

Leser-Kommentare
  1. nur habe ich arge Zweifel ob ausgerechnet das Ruhrrevier als "sauber" angesprochen werden kann?

    Zudem, das erzähle ich als Arbeitschutzverantwortlicher bei jeder Einweisung in Überwachungsgeräte wieder, sind niedrigere Konzentrationen keine Gewähr für Hamlosigkeit, es kommt immer auf die Gesamtdosis an....

    Der Untergrund ist auch nicht besser geworden, allenfalls unzureichend untersucht! Mit Parameterlisten allein kommt man da nicht weiter.

    Peter

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  2. Durch Auflagen seitens der Politik und der verbesserten, modernen Technik wurden Industriebetriebe immer sauberer. Aber einen guten Teil zur "wunderbaren" Luftverbesserung trug und trägt einfach das verschwinden der Industriebetriebe bei. Tja, man kann nicht alles haben: saubere Luft und Arbeitsplätze, gerade im Ruhrpott. Nicht wahr?

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    Ein großer Teil der Stahlwerke wurde dicht gemacht, als diese durch eine Absatzkrise beim Stahl unrentabel waren. Damals wurden Werke komplett an die Chinesen verkauft. Zwischenzeitlich war die Stahlproduktion hoch profitabel. Durch die Wirtschaftskrise sieht es jetzt wieder anders aus.

    Die Stahlproduktion ist nicht mehr zwangsläufig mit viel Dreck für die Umwelt verbunden.

    Ein großer Teil der Stahlwerke wurde dicht gemacht, als diese durch eine Absatzkrise beim Stahl unrentabel waren. Damals wurden Werke komplett an die Chinesen verkauft. Zwischenzeitlich war die Stahlproduktion hoch profitabel. Durch die Wirtschaftskrise sieht es jetzt wieder anders aus.

    Die Stahlproduktion ist nicht mehr zwangsläufig mit viel Dreck für die Umwelt verbunden.

  3. Ich bin in Dortmund aufgewachsen. Wir haben zwar die Wäsche im Garten getrocknet, aber wir hatten auch jede Menge Wäsche. Helle Kleidung zeigte schon nach wenigen Stunden Schmutzränder.

    Hinter dem Häuschen meiner Großeltern am Rande des Ruhrgebietes floß ein Bach. Mir war als Kind verboten, ins Wasser zu fassen. Der Bach stank fürchterlich, und mein Opa nannte ihn Köttelbecke.

    Vor einiger Zeit bin ich dort hingefahren, um meinen Kindern die Spielplätze meiner Kindheit zu zeigen. Der Bach war klar, und an seinem Ufer saßen Angler.

    Ein Bild, das in meiner Kindheit überhaupt nicht vorstellbar war.

    4 Leser-Empfehlungen
  4. Der südliche Teil der Ruhrgebiets war schon immer dessen "grüne Schokoladenseite". Man sollte daher etwas differenzieren.

    Der "typische Geruch" kommt in der Regel weniger von den Industrieanlagen, als von der massenhaften Kohleverfeuerung durch die Privathaushalte. Insbesondere Braunkohle stinkt bei der Verbrennung. Kohle war halt in beiden Regionen damals ein billiger Brennstoff. Mittlerweile haben die meisten Haushalte auf Öl oder Gas umgestellt, weil das auch bequemer ist, weniger staubt und stinkt.

    Jede alte Industriebrache ist problematisch, da wurde vieles einfach in den Boden gekippt oder lief aus. Hierbei würde ich aber den Boden eines Stahlwerks oder eines metallverarbeitenden Betriebs ganz klar einem Chemiewerk vorziehen.

    Eine Kleinigkeit zum Schluss: Das Ruhrgebiet hat eine gute geographische Lage mit viel Westwind. Da wird die verbrauchte Luft auch schnell weggeweht. In etlichen deutschen Großstädten ist aufgrund von Talkessellagen der Luftaustausch wesentlich schlechter.

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    auch ich arbeite im Bereich Chemie, glücklicherweis nicht im Pott!
    Kollegen von dort bereichten häufiger das die ihre Hausanalytik gegen Störeinflüsse aus dem Untergrund, meist Ausgasungen oder Eindringen in den Bauwerkskeller(!), aufwändig abschirmen oder fremdvergeben müssen!

    Selbst Brauchwassergewinnung kann zum Problem werden, übersteigen die Aufbereitungskosten doch den Trinkwasserpreis, weil auch Chemie- und Bergbaubrachen praktisch überall Störsubstanzen vorhanden sind.

    Stahl ist wohl ok, Metallverarbeitung nur ohne Entfettung, da dort großzügig mit Tetra; Methylenchlorid etc geferkelt wurde.

    Peter

    Oh je. Das musst du gelesen haben.
    .
    Ich kann dir von einer/mehreren Strassenbahnlinie erzählen, die du mit geschloßenen Augen fahren und am Geruch erkennen konntest wo du gerade warst!
    .
    Treber = Unionbrauerei
    Benzol die 1. = Kokerei Hansa
    Benzol die 2. = Kokerei Hansemann
    ....
    .
    Braunkohle wurde im "Pott" fast gar nicht verheizt. Da gab es feinsten "Anthrazit" als Deputatkohle;-) Man hatte es doch, oder der Nachbar:-)
    .
    Grinsegruesse
    Sikasuu

    auch ich arbeite im Bereich Chemie, glücklicherweis nicht im Pott!
    Kollegen von dort bereichten häufiger das die ihre Hausanalytik gegen Störeinflüsse aus dem Untergrund, meist Ausgasungen oder Eindringen in den Bauwerkskeller(!), aufwändig abschirmen oder fremdvergeben müssen!

    Selbst Brauchwassergewinnung kann zum Problem werden, übersteigen die Aufbereitungskosten doch den Trinkwasserpreis, weil auch Chemie- und Bergbaubrachen praktisch überall Störsubstanzen vorhanden sind.

    Stahl ist wohl ok, Metallverarbeitung nur ohne Entfettung, da dort großzügig mit Tetra; Methylenchlorid etc geferkelt wurde.

    Peter

    Oh je. Das musst du gelesen haben.
    .
    Ich kann dir von einer/mehreren Strassenbahnlinie erzählen, die du mit geschloßenen Augen fahren und am Geruch erkennen konntest wo du gerade warst!
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    Treber = Unionbrauerei
    Benzol die 1. = Kokerei Hansa
    Benzol die 2. = Kokerei Hansemann
    ....
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    Braunkohle wurde im "Pott" fast gar nicht verheizt. Da gab es feinsten "Anthrazit" als Deputatkohle;-) Man hatte es doch, oder der Nachbar:-)
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    Grinsegruesse
    Sikasuu

  5. Südwestfälische Seenplatte:
    .
    Die Bergsenkungen (bis 20-30m unter natürliche Entwässerung) im Ruhrgebiet betreffen Flächen von mehreren hundert Km². Die Kosten für die Wasserhaltung/Instandhaltung waren bis vor kurzer Zeit auf EWIG an die Produktion gekoppelt.
    .
    Das hat von der Goldmark bis zum Euro gut geklappt. Erst unter Rütgers/Merkel wurde dieser "Ewigkeitsvertrag" aufgelöst, die RAG in einen "weissen/schwarzen" Bereich zerschlagen und die Bergschäden in eine Stiftung ausgelagert, die mit dem Kapital des "weißen" Bereichs aus dem Börsenverkauf ausgestattet werden soll.
    .
    Damit wird wie wohl auch bei den AKWs der Gewinn privatisiert und auf Dauer die Schäden wohl vergesellschaftet!
    .
    Die Bergehalden sind ein weiteres GROSSES Problem. Das Gestein ist sehr salzhaltig (bis 4%) und verdirbt durch Sickerwasser die umliegenden Grund-/Oberflächenwasser.
    .
    Die "Löcher=Zechen" müssen s.o. abgepumt werden. Saufen sie ab bekommt Grubenwasser (sehr salzhaltig) Kontakt zum Grundwasser und die Wasserversorgung von ca 8 Mio. Menschen... s.o.
    .
    Der Rhein bei Wesel ist der "welthöchste"? Fluß über dem umliegenden Land. Wenn dort die Deiche.......
    .
    Mit "Nachwehen" des Bergbaus wird diese Region noch auf "ewig" belastet sein, wobei die "Südwestfälische Seenplatte" wohl die größte Binnenwasserfläche Europas sein würde. Spannendes Segel und Freizeitrevier :))
    .
    Was bei Starkregen.... geschieht? Mehrfach "klein Venedig" gab es hier schon!
    .
    Sauber, aber nicht "rein" :-)
    Weiss
    Sikasuu

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    na dann können wir hier im Revier ja froh sein, dass für 4 Millionen Bürger die Trinkwassergewinnung über die Ruhr erfolgt ;)

    Die Ruhr ist von irgendwelchen Bergbauüberresten nicht betroffen (Bergbau dort in vorindustrieller Zeit: Zeche Eimerweise) und auch Stahl- und Chemieindustrie findet man im Norden des Ruhrgebietes.

    Was die Trinkwasserqualität in der jüngeren Vergangenheit gestört hat, waren (und sind) sind die eingeschwämmten Überreste der Landwirtschaft, Biozide (Pflanzenschutzmittel, Antibiotika, etc.) .

    http://www.lanuv.nrw.de/v...

    Aber ansonsten : die Lebensqualität ist spürbar gestiegen !

    In unserem Wirtschaftssystem ist es immer so, dass die Allgemeinheit für die Folgekosten aufkommt. Verbleiben die Kosten bei den Rechtsnachfolgern der alten Zechen, so haben diese massive Wettbewerbsnachteile und die Bewohner der Region werden doppelt bestraft.
    Die Leute, die damals den großen Reibach gemacht haben, haben ihre Gewinne schon längst im Trockenen.

    Überflutungen bei Starkregen gibt es auch in vielen anderen Regionen. Dies hatte im Ruhrgebiet eher mit der Bodenversiegelung und der Kanalisation zu tun, als das die "Pumpen nicht nachgekommen wären".

    na dann können wir hier im Revier ja froh sein, dass für 4 Millionen Bürger die Trinkwassergewinnung über die Ruhr erfolgt ;)

    Die Ruhr ist von irgendwelchen Bergbauüberresten nicht betroffen (Bergbau dort in vorindustrieller Zeit: Zeche Eimerweise) und auch Stahl- und Chemieindustrie findet man im Norden des Ruhrgebietes.

    Was die Trinkwasserqualität in der jüngeren Vergangenheit gestört hat, waren (und sind) sind die eingeschwämmten Überreste der Landwirtschaft, Biozide (Pflanzenschutzmittel, Antibiotika, etc.) .

    http://www.lanuv.nrw.de/v...

    Aber ansonsten : die Lebensqualität ist spürbar gestiegen !

    In unserem Wirtschaftssystem ist es immer so, dass die Allgemeinheit für die Folgekosten aufkommt. Verbleiben die Kosten bei den Rechtsnachfolgern der alten Zechen, so haben diese massive Wettbewerbsnachteile und die Bewohner der Region werden doppelt bestraft.
    Die Leute, die damals den großen Reibach gemacht haben, haben ihre Gewinne schon längst im Trockenen.

    Überflutungen bei Starkregen gibt es auch in vielen anderen Regionen. Dies hatte im Ruhrgebiet eher mit der Bodenversiegelung und der Kanalisation zu tun, als das die "Pumpen nicht nachgekommen wären".

  6. auch ich arbeite im Bereich Chemie, glücklicherweis nicht im Pott!
    Kollegen von dort bereichten häufiger das die ihre Hausanalytik gegen Störeinflüsse aus dem Untergrund, meist Ausgasungen oder Eindringen in den Bauwerkskeller(!), aufwändig abschirmen oder fremdvergeben müssen!

    Selbst Brauchwassergewinnung kann zum Problem werden, übersteigen die Aufbereitungskosten doch den Trinkwasserpreis, weil auch Chemie- und Bergbaubrachen praktisch überall Störsubstanzen vorhanden sind.

    Stahl ist wohl ok, Metallverarbeitung nur ohne Entfettung, da dort großzügig mit Tetra; Methylenchlorid etc geferkelt wurde.

    Peter

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    Hast du aber noch nett gesagt!
    .
    Mal zwei Beispiele:
    1. Ex Zechengelände Dortmund Mengede, Zeche Hansemann (mit Kokerei):
    Nachnutzung Wohnbebauung. MASSIVE Benzolausgasungen in den Kellern, nach Arbeitsschutzrichtlinien unbegehbar, Schwerer Atemschutz........ gequählte Sanierung. Waren ja bloß Sozialwohnungen.....
    .
    2. Ex Zechengelände Dortmund Dorstfeld (Süd) mit Kokerei:
    Nachnutzung Eigenheimsiedlung (Uninähe) MASSIVE Benzolausgasungen in den Kellern, Garten usw. s.o.
    .
    Die aufwändigste Bodensanierung Europas bis in 2 m Tiefe. Trotzdem fast unverkäuflich.........
    .
    Beide Flächen wurden "lastenfrei" vom Bergbau an die Stadt übergeben. Jeder "Altanwohner" hätte dort nicht einmal einen Hühnerstall aufgestellt!
    ####
    Warum haben wir hier im "Pott" denn wohl so viele "Grünflächen" auf alten Industriebrachen? :-((
    .
    Ach, was solls. Die Alteigentümer werden ja für die Umwelt-Schäden nie zur Kasse gebeten! (Siehe Phönix, Gelsenkirchen, Bottrop, Oberhausen, Duisburg, RAG-Stiftung.......demnächst "Endlager")
    .
    Knurrende Gruesse
    Sikasuu

    Also neben einem Chemiewerk wohnen oder auf oder neben einem ehem Chemiewerk zu bauen, ist auch nicht so prickelnd. Wenn ich mich recht erinnere, war eine problematische Häuserzeile auf dem Grundstück einer Munitionsfabrik erbaut worden.

    Gerade bei alten Chemiewerken dürfte die Gegend besonders prickelnd sein. Ich erinnere mich merkwürdigen Schnee in Frankfurt Hoechst, als es dort mal gebrannt hatte. Gerade im WKII sind diese Werke auch kräftig bombardiert worden. Bei den Bränden dürften so einige Verbindungen in die Umwelt entwichen sein.

    Mir hat, ehrlich gesagt, schon im Studium die räumliche Nähe zu den Chemikern gereicht. Da war regelmäßig Party mit der Feuerwehr.

    Hast du aber noch nett gesagt!
    .
    Mal zwei Beispiele:
    1. Ex Zechengelände Dortmund Mengede, Zeche Hansemann (mit Kokerei):
    Nachnutzung Wohnbebauung. MASSIVE Benzolausgasungen in den Kellern, nach Arbeitsschutzrichtlinien unbegehbar, Schwerer Atemschutz........ gequählte Sanierung. Waren ja bloß Sozialwohnungen.....
    .
    2. Ex Zechengelände Dortmund Dorstfeld (Süd) mit Kokerei:
    Nachnutzung Eigenheimsiedlung (Uninähe) MASSIVE Benzolausgasungen in den Kellern, Garten usw. s.o.
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    Die aufwändigste Bodensanierung Europas bis in 2 m Tiefe. Trotzdem fast unverkäuflich.........
    .
    Beide Flächen wurden "lastenfrei" vom Bergbau an die Stadt übergeben. Jeder "Altanwohner" hätte dort nicht einmal einen Hühnerstall aufgestellt!
    ####
    Warum haben wir hier im "Pott" denn wohl so viele "Grünflächen" auf alten Industriebrachen? :-((
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    Ach, was solls. Die Alteigentümer werden ja für die Umwelt-Schäden nie zur Kasse gebeten! (Siehe Phönix, Gelsenkirchen, Bottrop, Oberhausen, Duisburg, RAG-Stiftung.......demnächst "Endlager")
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    Knurrende Gruesse
    Sikasuu

    Also neben einem Chemiewerk wohnen oder auf oder neben einem ehem Chemiewerk zu bauen, ist auch nicht so prickelnd. Wenn ich mich recht erinnere, war eine problematische Häuserzeile auf dem Grundstück einer Munitionsfabrik erbaut worden.

    Gerade bei alten Chemiewerken dürfte die Gegend besonders prickelnd sein. Ich erinnere mich merkwürdigen Schnee in Frankfurt Hoechst, als es dort mal gebrannt hatte. Gerade im WKII sind diese Werke auch kräftig bombardiert worden. Bei den Bränden dürften so einige Verbindungen in die Umwelt entwichen sein.

    Mir hat, ehrlich gesagt, schon im Studium die räumliche Nähe zu den Chemikern gereicht. Da war regelmäßig Party mit der Feuerwehr.

  7. Am Nordhang des "Phonixsees" ist schon vor Jahrhunderten ein "Weingarten" gewesen:-) Die Strassennamen "Weingartenstrasse, usw......" und ein Blick in die Regionalgeschichte zeugen noch davon.
    (In Lünen-Brambauer 20km weiter nördlich (auf der Halde) stehen Reben schon seit ca 20 Jahren:-))
    .
    Btw. Der Phönixsee selbst ist auch kein sich selbsterhaltendes Gewässer. Als "Flachwassertümpel" (die "saubere" Emscher wir daran vorbeigeleitet um sie vor "Verunreinigung" mit Industrierückständen zu schützen) wird er erheblichen Pflegeaufwand brauchen um nicht zu "kippen".
    .
    Das für die seit >200 Jahren kontaminierte Ex-Stahlwerksfläche keine andere Nutzung möglich, war sollte auch einmal gesagt werden.
    .
    Ein "hübscher" Beitrag im Überblick, der leider die bestehenden Probleme nicht wirklich umreißt, sondern m.M.n. mehr verschleiert!
    .
    Verständlich, wenn die Hauptinformationen von interessengeleitetet "Pressestellen" aus der Region kommen :-((
    .
    Gruss
    Sikasuu

    Eine Leser-Empfehlung
  8. Oh je. Das musst du gelesen haben.
    .
    Ich kann dir von einer/mehreren Strassenbahnlinie erzählen, die du mit geschloßenen Augen fahren und am Geruch erkennen konntest wo du gerade warst!
    .
    Treber = Unionbrauerei
    Benzol die 1. = Kokerei Hansa
    Benzol die 2. = Kokerei Hansemann
    ....
    .
    Braunkohle wurde im "Pott" fast gar nicht verheizt. Da gab es feinsten "Anthrazit" als Deputatkohle;-) Man hatte es doch, oder der Nachbar:-)
    .
    Grinsegruesse
    Sikasuu

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