"Es ist gut hier im Gefängnis", sagt der Häftling." Er hockt auf dem Boden der Zelle auf einer dünnen, dreckigen Matratze. Seinen vollen Namen will er nicht sagen. "Nenn mich Kidane." Eigentlich darf er mit niemandem über die Zustände hier sprechen – auch nicht über die Umstände, die ihn hierhergebracht haben. Er ist Anfang 30, ein hagerer Mann mit dem Gesicht eines Jungen. Sein Rücken gleicht einer Kraterlandschaft von Narben, manche sind noch nicht verheilt.

Seit fast sechs Monaten sitzt er mit elf anderen Männern in dieser Zelle. Es riecht nach Exkrementen und eiternden Wunden. An den Wänden sieht man Heiligenbilder und Wappen großer europäischer Fußballclubs, die sie akkurat mit Bleistift gezeichnet haben. Zeugen leerer Tage. Kidane und die anderen stammen aus Eritrea, sie sind vor der Armut dort, vor allem aber vor dem Militärdienst geflohen – einer modernen Form von Zwangsarbeit, ohne Lohn, mit Folter und Misshandlungen. Alle wollten in den Sudan, die meisten nach Khartoum. Doch sie landeten im Sinai. Man hat sie hierher verkauft.

Viele der Flüchtlingsgeschichten aus Ostafrika enden hier in El-Arisch, einer staubigen, ägyptischen Küstenstadt am Mittelmeer. Auf dem Friedhof oder im Gefängnis. Auf dem Dach der Haftanstalt befindet sich ein Maschinengewehrnest. Nervöse Polizisten hocken hinter frisch gefüllten Sandsäcken. Vor dem Gefängnistor stehen gepanzerte Fahrzeuge. Früher fürchteten die Bewohner hier den Staat, seit dem Sturz des Mubarak-Regimes fürchtet der Staat die Bewohner, die Beduinen. Das letzte drive-by shooting auf das Gefängnis liegt zwei Tage zurück. Die Haftanstalt ist in den Augen der Einheimischen eine Provokation.

Als der israelische Ministerpräsident Menachem Begin den Sinai im Rahmen des Camp-David-Abkommens 1982 den Ägyptern zurückgab, tat er dieses für den Frieden mit Ägypten, mehr aber noch, um eine Pufferzone zum Schutz Israels zu schaffen. Das Abkommen beschränkt massiv die ägyptische Militärpräsenz auf der Halbinsel und sieht zudem einen demilitarisierten Streifen im Osten vor, der von UN-Truppen überwacht werden soll. Diese verlassen ihre Stützpunkte allerdings kaum. So ist über die Jahrzehnte ein Machtvakuum entstanden, verschärft durch den Umstand, dass die Beduinen des Sinai unter dem Mubarak-Regime kollektiv aus dem Staatswesen ausgeschlossen wurden. Ihr Land wurde an Gefolgsleute des Präsidenten verteilt. Doch die Beduinen gingen nicht weg. Sie begannen das Machtvakuum zu füllen: Die Stämme entwickelten sich zu hochgerüsteten Milizen, die sich in einem zunehmend rechtsfreien Raum das Schmuggelgeschäft aufteilen. Geschmuggelt wird alles: Waren für die Palästinenser im Gazastreifen, Drogen, Waffen. Und Flüchtlinge. Die illegalen Geschäfte haben einige Beduinenfamilien sehr reich gemacht. Aber in ihren Augen nicht reich genug.

Der Preis für die Freilassung wird immer höher

In den 1990ern und frühen 2000ern brachten die Beduinen russische Zwangsprostituierte über den Sinai nach Israel. Um 2006 suchten immer mehr afrikanische Flüchtlinge den Weg nach Europa über den Sinai. Erst kamen Sudanesen, dann Eritreer. Sudanesen trafen in Kairo auf Kontaktmänner, die sie in den Sinai schmuggelten, wo verschiedene Beduinenclans sie an unbewachte Abschnitte der israelischen Grenze brachten, die erst seit einigen Jahren, allerdings im Eiltempo, befestigt wird. Der massive Zaun wurde im Januar fertiggestellt. Flüchtlinge aus Eritrea ließen sich erst in den Sudan von dort in den Sinai schmuggeln, wo sie von lokalen Schleusergruppen übernommen wurden. Um die 2.000 Dollar musste ein Flüchtling zahlen. Das waren die billigen Zeiten.

Vor rund vier Jahren begannen die Schmugglerclans die Preise zu erhöhen. Aus 2.000 wurden 4.000, dann 5.000 Dollar, dann 10.000. Keiner der Flüchtlinge besitzt, was die Menschenhändler fordern – manche haben noch nie in ihrem Leben eine Dollarnote gesehen. Doch es gibt ein dichtes weltumspannendes Netzwerk von Exil-Eritreern, in dem das Geld für Flüchtlinge zusammengetragen wird. Keine andere afrikanische Exilgemeinschaft ist ähnlich gut organisiert. Das weiß man auch im Sinai. Irgendwann erkannten einige Clans, dass sie mit eritreischen Geiseln mehr Geld machen können als mit eritreischen Migranten. Sie nahmen die Flüchtlinge gefangen und forderten von deren Familien Lösegeld. 10.000 Dollar. Dann 20.000, inzwischen sind es 40.000 Dollar. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, foltern sie ihre Gefangenen so, dass ihre Angehörigen es hören können.

In Ruhe und ausführlich mit Kidane zu reden ist nicht möglich. Journalisten dürfen offiziell gar nicht mit den Flüchtlingen reden. Es bedarf Tarnung und Geld, um in das Gefängnis zu kommen.

In der kurzen Zeit des Gefängnisbesuches erzählt er immerhin so viel: dass er drei Monate in einem Haus der Menschenhändler nahe der Grenze zu Israel gefangen war. Dass die Männer im Keller aneinandergekettet, die Frauen und Kinder im Erdgeschoss eingesperrt gewesen sind. Dass man ihm ein Telefon in die Hand gab, ihn seine Familie anrufen ließ, dann Strom an die Ketten legte. Dass er schrie, bevor er die Lösegeldforderung durchgeben musste: 35.000 Dollar.

Asyl beantragen kann im Sinai niemand

Er habe, sagt Kidane, täglich gehört, wie die Frauen vergewaltigt wurden. Bis das Geld in Israel die Kontaktmänner erreichte, wurde weiter gefoltert. Ihm goss man geschmolzenes Plastik über den Rücken, daher die Narben. Dann ließen ihn die Beduinen nahe der israelischen Grenze frei. Ägyptische Grenzsoldaten nahmen ihn prompt fest und steckten ihn ins Gefängnis von El-Arisch. Dort sitzt er jetzt, ohne zu wissen, wie es weitergeht, aber in der Hoffnung, dem Schlimmsten entkommen zu sein. "Es ist gut hier", sagt er immer wieder.

Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass sich derzeit zwischen 500 und 1.000 Flüchtlinge auf dem Sinai in der Gewalt von Schleppern befinden. 800 weitere, so wird vermutet, sitzen wie Kidane in Gefängnissen auf der Halbinsel. Genau weiß es niemand, denn UNHCR hat keinen Zugang. Asyl beantragen kann hier niemand.

Selbst wenn es Kidane über die Grenze nach Israel geschafft hätte, wäre er vermutlich nicht weit gekommen. Seit Juni 2012 ist in Israel das New Anti-Infiltration Law in Kraft. Es erlaubt, Flüchtlinge bis zu drei Jahren ohne Anhörung oder Verfahren einzusperren. Flüchtlinge aus Feindstaaten wie dem Sudan können zeitlich unbegrenzt inhaftiert werden. Vorsorglich hat man bereits Lager mit 9.000 Plätzen nahe der Grenze errichtet.

Im Jargon der Regierung heißen die Flüchtlinge "Infiltratoren". Nachdem der Grenzzaun auf dem Sinai verstärkt worden war, verkündete Premierminister Benjamin Netanjahu im Dezember 2012, der Weg aus Afrika nach Israel sei nun blockiert. Nun beginne Phase 2, "die Rückführung der Infiltratoren", die schon im Lande sind. Grenzsoldaten führen auch seit Längerem schon sogenannte hot returns durch: Aufgegriffene Flüchtlinge werden direkt in den Sinai zurückgeschickt oder noch auf ägyptischem Gebiet abgefangen und an dortige Sicherheitskräfte übergeben. Offiziell heißt es, man habe diese Praxis eingestellt, Berichte darüber reißen aber nicht ab. Flüchtlinge, die schwer krank sind oder sichtbare Folterspuren aufweisen, werden manchmal noch nach Israel durchgelassen. Noch bis Mitte 2012 kamen über 1.000 Flüchtlinge monatlich. Im Dezember vergangenen Jahres erreichten gerade mal 40 israelischen Boden. Man muss davon ausgehen, dass viele mehr nach Ägypten zurückgeschickt wurden. Das stellt eine klare Verletzung der Genfer Flüchtlingskonvention dar, denn Ägypten schiebt, wie man auch in Israel weiß, Menschen in den Sudan und nach Eritrea ab, wo ihnen politische Verfolgung droht.

Beduinenanführer residieren in Luxusvillen

Es dauert Tage und erfordert unzählige Telefonate, bis sich einer der Beduinenführer zum Gespräch bereit erklärt. Sheich Ibrahim Elmenei gibt als Treffpunkt ein kleines Haus am Rand von Al-Mahdia an, einem verstaubten Schmugglernest südlich von Raffah. Die Inneneinrichtung besteht aus Sitzpolstern, einem Fernseher und einem Silbertablett. Wo er wirklich wohnt, will er nicht sagen. Sheich Ibrahim, ein Mann in den Fünfzigern mit ergrautem Dreitagebart und weißer Galabia, ist einer der Führer des Sawarka-Stammes, eines der mächtigsten im Sinai.

"Fast jeder Stamm ist irgendwie auch in den Menschenhandel involviert", erklärt er, während ihm ein Bediensteter unaufhörlich Tee nachschenkt. Als illegal möchte er das nicht bezeichnen. Hier gälten, sagt er, nun mal eigene, andere Gesetze. Trotzdem möchte er den Menschenhandel in Zukunft unterbinden. Die Ambitionen des Sheichs sind politisch, er träumt von einer Sezession, einem unabhängigen Sinai. Schlagzeilen über Schlepper und Folterkeller schaden der Sache. "Aber das geht nur Schritt für Schritt", erklärt er. Wer zu rabiat gegen den Schmuggel mit Menschen vorgehe, riskiere Blutvergießen – selbst innerhalb des eigenen Stammes. 25 Familien aus verschiedenen Stämmen sollen letztes Jahr noch in den Menschenhandel involviert gewesen sein, sechs seien nach wie vor im Geschäft.

"Das Lösegeldgewerbe existiert so bereits seit drei Jahren", erklärt er, als lege er die Branchen eines Großkonzerns dar. Dann kam das Geschäft plötzlich ins Stocken. Die Horrormeldungen über gefangene und gefolterte Flüchtlinge und die neue israelische Abschottungspolitik zeigten abschreckende Wirkung. Immer weniger Afrikaner wagten sich aus den Camps im Sudan über die Grenze nach Ägypten. Die Beduinenclans aber, deren Anführer sich mittlerweile Luxusvillen mit Pagodendächern und teure SUVs angeschafft hatten, wollten nicht auf ihre Profite verzichten.

Direkt aus den Flüchtlingslagern entführt

Mit dem Raschaida-Stamm, der im Grenzgebiet zwischen Sudan und Eritrea sowie auch in Südägypten ansässig ist, wurde eine neue Vorgehensweise entwickelt. Beduinen begannen, die Flüchtlinge, die freiwillig nicht mehr kommen wollten, zu kidnappen.

Der Raschaida-Stamm kooperiert dabei mit dem sudanesischen Militär und lokalen Sicherheitskräften, die vom UNHCR in den sudanesischen Camps beschäftigt werden. Die Flüchtlinge werden entweder direkt aus den Lagern entführt oder von sudanesischen Soldaten an der Grenze zu Eritrea aufgegriffen und an die Kidnapper verkauft. Laut Amnesty International wurden 95 Prozent der Flüchtlinge, die in den letzten sechs Monaten aus den Foltercamps nach Israel kamen, vorher entführt. Im Januar dieses Jahres dokumentierte der UNHCR wieder mehrere Kidnappingfälle aus einem der sudanesischen Camps. Man arbeite mit der sudanesischen Regierung zusammen, um die Sicherheit in den Flüchtlingslagern zu verbessern.

Die Kidnapper schreckt das bislang nicht ab. Sie unterhalten eigene Camps im nordsudanesischen Niemandsland, in denen sie ihre Geiseln sammeln. Siedlungen aus kleinen Häusern, kalter Boden, eine kleine Schale Reis pro Tag und, bereits hier schon, Vergewaltigungen. So beschreibt es Kidane in seiner Zelle in El-Arisch. In Trupps von bis zu 80 Menschen werden sie dann in den Sinai geschafft und an den nächsten Familenclan weiterverkauft. Für 4.000 Dollar pro Geisel. So erzählt es Sheich Ibrahim in Al-Mahdia.

Den Flug zurück müssen die Flüchtlinge selbst zahlen

Bis zu drei Wochen seien die Trecks unterwegs. In gleißender Sonne, auf abgelegenen Pisten. Die Flüchtlinge würden teils in Wassertransportern untergebracht, manchmal in Hohlräumen, die man unter Düngerladungen auf Lkw geschaffen hat. Manchmal auch einfach nur unter einer Plane auf der Ladefläche eines Lasters. Die Ersten sterben schon auf diesem Streckenabschnitt. An diesem Teil des Geschäfts verdienen offenbar auch korrupte ägyptische Polizisten und Soldaten mit. General Samih Baschadi, der Chef der ägyptischen Sicherheitskräfte im Nordsinai, bestreitet das auf Nachfrage energisch als böswillige Unterstellung der Beduinen. Nie würden seine Kräfte mit Menschenhändlern zusammenarbeiten. Sheich Ibrahim lächelt dazu und schüttelt den Kopf.

Amnesty International und die israelische NGO Hotline for Migrant Workers haben Hunderte Flüchtlinge interviewt, die von Bestechung an Checkpoints und teilweise sogar von Polizei- oder Militäreskorten in den Sinai sprechen.

Das grausame Geschäft mit dem Elend der Afrikaner ist Familiensache. Die Routen und Geschäftsbereiche sind genau aufgeteilt, manchmal kommt es zu Konkurrenzkriegen, Drohungen werden ausgesprochen, Auftragskiller bestellt. Fragt man nach dem aktuell mächtigsten Clan im Schmuggelgeschäft, fallen immer die Namen mehrerer Brüder der Sinaja-Familie. "Der Kopf der Schlange", so nennt sie ein Informant, der selber Führer eines anderen großen Stammes ist. Der Ermilad-Stamm, zu dem die Sinaja-Familie gehört, hat bereits eine riesige Geldquelle: Er kontrolliert die Tunnel, durch die Waren und Waffen in den Gazastreifen geschmuggelt werden. Jetzt sollen sie auch das Kidnappinggeschäft beherrschen. Ihre Mitglieder sind berüchtigt für Folter. Die Familie, so heißt es, habe ein Kaffeehaus in El-Arisch, dort könne man Kontakt aufnehmen.

Natürlich sind die Sinaja-Brüder dort nicht anzutreffen, aber nach längerer Verhandlung ist man im Café bereit, den Chef anzurufen. Es wird eine kurze Unterhaltung. Am Telefon dementiert Suleiman Sinaja, dass seine Familie irgendetwas mit Menschenhandel oder Entführungen zu tun habe. Damit konfrontiert, dass gefolterte Flüchtlinge immer wieder den Namen seiner Familie nennen und sogar sein Haus als eines der Geiselverstecke identifiziert haben, beendet er das Gespräch.

Spuren des Organhandels führen nach Kairo

Der Friedhof von El-Arisch liegt am Rand der Stadt. Hunde scharren vor der Mauer im Sand nach Knochen. Kinder jagen sie ihnen ab und graben sie wieder ein. Sie bekommen etwas Geld dafür von dem, der dieses Massengrab angelegt hat. Hamdi al-Azazi bestattet seit Jahren die toten Flüchtlinge, um die 500, sagt er, seien es bislang, die meisten stammten aus dem Sudan und Eritrea und seien in den Händen der Schlepper und Entführer gestorben. An Folter, an Hunger, Durst oder Krankheit. Andere, behauptet Al-Azazi, weil man ihnen Organe entnommen habe.

Al-Azazi, ein kleiner gedrungener Mann, arbeitete 2006 in einem Krankenhaus auf dem Sinai, als ihm dort zwei Patienten, Flüchtlinge aus dem Sudan, vom Schleusergeschäft erzählten. Al-Azazi weiß, was Flucht bedeutet, seine Familie selbst musste im Sechstagekrieg fliehen. Deswegen, sagt er, helfe er. Andere sagen, er helfe, weil es über seine NGO Geld in seine Taschen spüle.

Al-Azazi bekommt Morddrohungen – nicht nur weil er die Beduinenclans des Menschenhandels und der Folter beschuldigt, sondern weil er ihnen auch vorwirft, mit den Organen von Flüchtlingen zu handeln. Auf seinem Computer hat er Fotos gespeichert, die Leichen mit aufgesägten, leeren Brustkörben zeigen. Den Opfern würden in mobilen Kliniken die Organe entfernt, behauptet Al-Azazi, und dann nach Kairo oder Israel gebracht. Allerdings ist er der Einzige, der diese Kliniken gesehen haben will.

Im Gefängnis sind sie wenigstens sicher

Al-Azazi ist von seinen Beschuldigungen nicht abgerückt. Auch nicht, als die Beduinenclans ihre Drohungen auf seine Familie ausweiteten. Vor vier Monaten wurde sein Sohn von einem Jeep überfahren. Ein Anschlag, sagt Al-Azazi. Der Junge überlebte schwer verletzt.

Auch Angehörige der ägyptischen Sicherheitskräfte bestätigen Al-Azazis Vorwürfe, nur will sich keiner mit Namen nennen lassen. Nach ihren Angaben zählen nicht nur afrikanische Flüchtlinge zu den Opfern, sondern auch entführte Ägypter, der Hauptumschlagplatz sei auch nicht der Sinai, sondern Kairo, wo auch der Großteil der Operationen durchgeführt werde. Bei den Empfängern handele es sich um wohlhabende Ägypter und Patienten aus den Golfstaaten.

Kidane, der Eritreer im Gefängnis von El-Arisch, erzählt, man habe ihm angedroht, seine Nieren zu verkaufen, wenn seine Familie und das Netzwerk der Exil-Eritreer das Lösegeld von 35.000 Dollar nicht auftreiben würden. Seine Mitgefangenen berichten von ähnlichen Drohungen. Deswegen mögen sie nicht viel Schlechtes sagen über die stinkenden, überfüllten Zellen von El-Arisch. Hier sind sie wenigstens sicher. Jetzt warten sie wieder einmal, bis irgendwo anders Geld übergeben wird. Diesmal für einen Rückflug nach Eritrea, vor dessen Regime sie geflohen sind. Denn Ägypten will sie zwar abschieben, doch den Flug, sagt Kidane, müssten die Flüchtlinge selbst bezahlen.