Selena Gomez: "Wie mein Leben in zwanzig Jahren aussehen wird, macht mich nervös"

Die junge Schauspielerin Selena Gomez hegte typische Teenagerträume. Mittlerweile sind daraus konkrete Pläne geworden. Aber wie kann sie ihrem Tun einen Sinn geben?

Als ich klein war, hatte ich ziemlich verrückte Träume. Mit sieben war es mein größter Traum, die Jungs von ’N Sync, die ich anhimmelte, kennenzulernen, mit ihnen zu tanzen und zu singen. Ich war wie besessen von ihnen, wollte genau wissen, welche Kleidung sie tragen, was sie essen, mit wem sie ausgehen. Später träumte ich davon, den Popsänger Jesse McCartney zu heiraten. Diese Träume und Schwärmereien veränderten sich im Laufe der Jahre. Aber ein Traum hat mich seit meiner Kindheit begleitet: auf der Bühne zu stehen, im Scheinwerferlicht, und zu schauspielern und zu singen. Das schien anfangs noch unerreichbar weit weg zu sein. Ich bin in sehr einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Meine Eltern trennten sich, als ich fünf war. Meine Mutter war Schauspielerin an kleinen Theatern, sie lebte von einem Job zum nächsten und hatte Mühe, uns durchzubringen.

In meiner Kindheit und Jugend bin ich oft mitten in der Nacht aus Albträumen aufgewacht, verstört habe ich nach meiner Mutter gerufen. Als ich vierzehn war, zogen wir von Texas nach Los Angeles, weit weg von meinem leiblichen Vater und von meinen Freunden, den vertrauten Straßen und Orten. Es war eine sehr schwierige Zeit für mich, ich fühlte mich oft verlassen und einsam. Noch heute wünsche ich mir manchmal, ich hätte weiter mit meinen alten Freunden zur Schule gehen können und später zum Abschlussball. Wenn ich nur könnte, würde ich diese Erfahrungen gerne nachholen. Aber ich liebte schon damals meine Arbeit als Schauspielerin. Ich lernte, jede Herausforderung anzunehmen, in schwierigen Zeiten zurechtzukommen und von den Menschen, die ich liebe, getrennt zu sein. Ich wusste ja, wofür. Und so ist es bis heute.

Jetzt sind meine Träume greifbarer, es sind eigentlich eher Pläne und Ziele. Dabei denke ich nicht allzu weit in die Zukunft. Die Frage, wie mein Leben in zehn oder zwanzig Jahren aussehen wird, macht mich nervös, verängstigt mich ein wenig. Aber einen großen Traum habe ich schon noch: Ich träume davon, dass es mir gelingt, meinem Leben einen tieferen Sinn zu geben. Mir ist es wichtig, mich für Menschen zu engagieren, die weniger Glück haben als ich. Schon als wir selber sehr wenig besaßen, hat meine Mutter mir klargemacht, dass es immer Menschen gibt, denen es noch schlechter geht, und dass es wichtig ist, füreinander da zu sein. Jetzt bin ich in einer Situation, in der ich mehr tun kann.

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Und falls meine Film- und Musikkarriere doch irgendwann im Sande verlaufen sollte, würde ich gern eine Kochschule besuchen und ein kleines Restaurant eröffnen. Als Kind habe ich oft meinem Vater beim Kochen geholfen, ich liebe die texanische, mexikanische und italienische Küche. Meine Restaurants wären eher klein, intim und in meinen Lieblingsfarben eingerichtet, Gold und Lila.

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