WochenmarktFrohe Ostern mit Spinat

von Elisabeth Raether

Das deutsch-italienische Verhältnis hat in der letzten Zeit gelitten, deshalb wollen wir hier daran erinnern, dass es auch das »gute Italien« gibt. Das Land, das uns beigebracht hat, dass Essen etwas Schönes ist und nichts, was man so schnell wie möglich hinter sich bringen muss.

Und waren es nicht auch die Italiener, die uns gezeigt haben, dass Spinat nicht kleingehackt und tiefgefroren sein muss, sondern dass es sich um luftige Blättchen handelt, die sich sanft dünsten lassen und sich besonders gut mit Ricotta vertragen? Das sollte man so wenig für selbstverständlich erachten wie den europäischen Frieden. Deshalb wollen wir dieses Ostern unsere Eier in einer italienischen Spinattorte namens Torta Pasqualina suchen.

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Dafür wird ein Teig aus Mehl und Olivenöl zubereitet. Das geht so einfach, dass man sich das Rezept am besten für seine nächste Gemüsetarte merkt. Mit den Knethaken des Rührgeräts werden Mehl, Olivenöl und Salz vermengt, sodass sich Klümpchen bilden. Das kalte Wasser wird langsam dazugegeben. Weiterrühren, bis ein Teig entsteht.

Alle Wochenmarkt-Rezepte

Alle Wochenmarkt-Rezepte  |  © Miguel Medina/AFP/Getty Images

Für die Füllung hackt man die Zwiebel und dünstet sie glasig in etwas Olivenöl. Der geputzte Spinat kommt dazu. Etwa 10 Minuten lang dünsten, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Auskühlen lassen, am besten in einem Sieb. In einer Schüssel werden Parmesan, Ricotta und 1 Ei vermengt, den Spinat unterheben.

Den Teig in Hälften teilen. Eine Hälfte ausrollen und in eine Springform von 30 cm Durchmesser geben, der Teig sollte über den Rand hinausreichen. Spinatmischung hineingeben, mit einem Löffel vier Kuhlen ausheben, in die man jeweils ein Ei gleiten lässt, ohne das Eigelb zu verletzen. Die andere Hälfte des Teigs ausrollen und damit die Torte abdecken. Bei 190 Grad eine Stunde lang backen.

Italienischer Osterkuchen
für 8–10 Personen

Für den Teig:
500 g Mehl
240 ml Olivenöl
1 EL Salz
180 ml eiskaltes Wasser

Für die Füllung:
1 Zwiebel
500 g frischer Spinat
Salz
Pfeffer
Muskat
100 g geriebener Parmesan
500 g Ricotta
5 Eier

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Leserkommentare
  1. Ich koche in der Tradition der tirolerisch-österreichischen Küche, und da gehört Spinat seit jeher (lange bevor es tiefgekühlten gab) in allen Formen dazu. Es ist mir auch gelungen, zahlreiche italienische Freunde, die von Spinat nichts wissen wollten, davon zu überzeugen. Jetzt werde ich versuchen, meine italienischen Freunde, die die Torta pasqualina ausschließlich mit Mangold zubereiten, zu überzeugen, dass man auch Spinat dazu verwenden kann. Wenn sie hören, dass man auch in Deutschland davon überzeugt ist, dass dies die italienische Art sei, dann werden sie es mir wohl hoffentlich glauben. Das wäre wirklich ein Akt der Völkerverständigung

    3 Leserempfehlungen
  2. Liebe Zeit-Redaktion, hat dieses Rezept eigentlich irgendjemand bei Ihnen getestet? Wie soll aus 500 g Mehl und 430 ml Flüssigkeit ein Teig entstehen? Und mit einem Ei im Verhältnis zu 500 g Ricotta die Füllung stocken? Ein rätselhaftes Rezept ... Die Grundidee klingt lecker, aber an den Mengen kann irgendwas nicht stimmen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Das Originalrezept aus Ligurien sieht wirklich ganz anders aus. Dort nimmt man für den Ziehteig auf 600 Gramm Mehl 350 ml Wasser und 35 ml Öl. Die Fülle wird schichtartig aufgebaut. Auf zwei Blätter Ziehtteig kommt der Spinat, dann die Ricotta, in die fünf Eier eingearbeitet und sieben Eigelbe eingelegt werden. Das Eiweiß wird geschlagen und als weiter Schicht aufgetragen. Darauf kommen dann weitere zwei Blätter Ziehteig. Irgendwie erinnert das Ganze, schon wegen des Ziehteiges, an unseren Spinatstrudel, auch wenn die Italiener Mangold bevorzugen..

    Lieber "zeitkoch", das Rezept funktioniert ganz wunderbar. Geschmeidiger Teig, feste Kuchenmasse nach dem Backen. Quelle: Karfreitag ausprobiert.

  3. Das Originalrezept aus Ligurien sieht wirklich ganz anders aus. Dort nimmt man für den Ziehteig auf 600 Gramm Mehl 350 ml Wasser und 35 ml Öl. Die Fülle wird schichtartig aufgebaut. Auf zwei Blätter Ziehtteig kommt der Spinat, dann die Ricotta, in die fünf Eier eingearbeitet und sieben Eigelbe eingelegt werden. Das Eiweiß wird geschlagen und als weiter Schicht aufgetragen. Darauf kommen dann weitere zwei Blätter Ziehteig. Irgendwie erinnert das Ganze, schon wegen des Ziehteiges, an unseren Spinatstrudel, auch wenn die Italiener Mangold bevorzugen..

    Antwort auf "Mengenangaben?"
  4. Lieber "zeitkoch", das Rezept funktioniert ganz wunderbar. Geschmeidiger Teig, feste Kuchenmasse nach dem Backen. Quelle: Karfreitag ausprobiert.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Mengenangaben?"
  5. lässt sich übrigens sehr gut durch "Tofu Rosso" ersetzen. Und schon hat man ein wunderbares veganes Ostergericht.

    Mit ein bisschen Phantasie !

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    • sinta
    • 01. April 2013 16:19 Uhr

    Da braucht es aber eine Menge Phantasie. Durch das Ei weglassen, bzw. ersetzen, hat man ein nettes vegetarisches Gericht (sofern man Spinat mag). ;)
    An dem Rezept sind nämlich noch 500 g Ricotta und 100 g Parmesan, also nix ist mit vegan.

    • sinta
    • 01. April 2013 16:19 Uhr

    Da braucht es aber eine Menge Phantasie. Durch das Ei weglassen, bzw. ersetzen, hat man ein nettes vegetarisches Gericht (sofern man Spinat mag). ;)
    An dem Rezept sind nämlich noch 500 g Ricotta und 100 g Parmesan, also nix ist mit vegan.

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    Antwort auf "Das Ei im Rezept"

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  • Schlagworte Essen | Frieden | Ostern | Wasser | Italien
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