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Die Jugendarbeitslosigkeit in Europa steigt dramatisch. Gerade Deutschland ist gefordert.

Studenten und Uniabsolventen bei einer Jobmesse in Athen

Studenten und Uniabsolventen bei einer Jobmesse in Athen

Schon die bekannten Folgen der Jugendarbeitslosigkeit sind schlimm genug: der Verlust sozialer Fähigkeiten und Bindungen, die Depression, die Armut. Nicht minder fürchterlich könnten auch ihre unbekannten sein. Fast jeder vierte junge Europäer im erwerbsfähigen Alter ist inzwischen arbeitslos, ein Acht-Millionen-Heer junger Bürger ohne Arbeit ist entstanden. Es könnte sich in Richtungen bewegen, die zu nichts Gutem führen. In Italien hat die Jugendarbeitslosigkeit schon wesentlich zum Erfolg der Grillo-Bewegung beigetragen.

Heute ein Aushilfsjob im Supermarkt, morgen Nachtdienst im Büro. Oder ein Erste-Hilfe-Kurs, das Schulterzucken auf dem Arbeitsamt, schließlich stapelweise Versand von Bewerbungen. Nicht selten geht das viele Jahre so und zermürbt auch jene, denen Sicherheit nicht alles ist. Eigentlich ist die Jugend das Alter der Pläne, Projekte und Fantasien. Aber für Millionen junger Europäer verliert die Zukunft gerade ihre Gestalt, wird etwas Graues, Hoffnungsloses.

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Neu ist das nicht; neu ist das Ausmaß der Jugendarbeitslosigkeit, die sich noch dazu auf einige Länder konzentriert. In ihnen ist der Arbeitsmarkt verbaut, liegt die Wirtschaft am Boden, machen sich Politiker, Arbeitgeber, Gewerkschaften andere Sorgen. Milliarden werden verschleudert, weil die Jungen nicht arbeiten, aber versorgt werden müssen. Und die Besten und Mutigsten kehren ihrer Heimat den Rücken.

Debatte

Wie retten wir Europas verlorene Generation? Auf Facebook diskutieren Autoren der ZEIT ab Donnerstag, 14 Uhr, mit Lesern von ZEIT ONLINE.

Neu ist noch etwas: Die jungen, arbeitslosen Europäer wissen voneinander. Sie sind im Internet unterwegs, und dort können sie ihren Zorn artikulieren, sich verabreden. Zu was? Wenn sie sich zusammenfänden, um den Regierenden ihre Wut ins Gesicht zu schreien: Das könnte helfen, den gesellschaftlich Mächtigen die Dringlichkeit des Problems klarzumachen. Aber was, wenn die Enttäuschten, die Empörten nach rechts marschierten? Blieben die politischen Systeme in Europa auch dann noch krisenfest?

Vielleicht geschieht da gar nichts. Was allerdings kein Grund zur Beruhigung wäre. Für einen jungen Maghrebiner in den nördlichen Stadtteilen Marseilles lautet die Alternative heute so: »les barbus ou les voyous«, sprich Extremismus (»die Bärtigen«) oder Verbrechen (»die Schurken«). Und dass die Familien die jungen Leute auffangen, ist nicht in jeder europäischen Kultur selbstverständlich und vor allem nicht immer möglich.

Natürlich lebt die Mehrheit der jungen Arbeitslosen nicht in Ghettos, sie lebt mitten in der Gesellschaft – aber eben in einer Gesellschaft, die sie nicht zu brauchen scheint. Glaubt jemand, diese Erfahrung, millionenfach gemacht, werde ohne Weiteres weggesteckt?

Umso erschütternder ist es, dass für die Regierungen selbst jener Länder, die wir auf diesen Seiten beschreiben, die Arbeitslosigkeit ihrer jungen Bürger nur ein Thema unter vielen ist. Eines, das sich zur Inszenierung eines Ministerbesuchs in einer Firma eignet, in der dann ein paar junge Gesichter mit aufs Foto dürfen. Ansonsten werden die jungen Leute auf Staatskosten irgendwo geparkt, im Vereinsleben, in Jugendzentren, in Kursen für dieses und jenes.

Leser-Kommentare
  1. Lesen Sie doch mal bitte das Buch "Das Ende der Massenarbeitslosigkeit" von Heiner Flassbeck, bevor Sie hier so einen undifferenzierten Stuss von sich geben. Ihre Aussage scheitert bereits logisch, da der Anstellungsverlust garantiert irgendjemanden unter den entlassenen 50% der Arbeitnehmer stören würde (die Wahrscheinlichkeit hierfür strebt gegen 1). Es zeugt von flagrantem historischen Mangelwissen zu glauben, dass die gegenwärtige Situation nicht maßgeblich das Ergebnis von Reaktionen auf vergangene Missstände wäre; würde man bspw. den Großteil der Berater und Berater entlassen, würden genau jene Arbeitsstellen vermutlich wenige Jahre später neu geschaffen.

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    Aber denken Sie doch mal über die Grundidee nach: Es drängt sich beim Anblick unserer Gesellschaft (also zumindest mir) durchaus der Eindruck auf, dass ein Großteil der Arbeitskraft-Ressourcen dafür eingesetzt wird, einfach nur überhaupt Arbeit zu schaffen...
    Sei es am Beispiel der Jobcenter, die genauso viel Geld ausgeben für ihre eigene Verwaltung und Mitarbeiter und die Anwälte der zahllosen Widersprüche und Gerichtskosten wegen ihrer eigenen Unfähigkeit, wie für rechtmäßige Sozialleistungen AN SICH.
    Oder sei es die gewaltige, gewaltige, gewaaaltige Werbebranche, deren einziger Zweck es ist, dass die Leute irgendwas bei einem selbst kaufen statt bei wem anders.
    Genannt seien hier auch die deutschen Rundfunkanstalten, die jedes Jahr zweistellige Milliardenbeträge erhalten, um letztlich Vereine wie die Fifa zu unterhalten, die eigentlich niemandem nützen (ist jetzt etwas off-topc, ich weiss).
    Naja, und so weiter.

    In diesem Sinne: Wie wärs jetzt mit ein paar sinnvollen Gedanken von Ihnen, mit oder ohne Ausrufezeichen.

    Aber denken Sie doch mal über die Grundidee nach: Es drängt sich beim Anblick unserer Gesellschaft (also zumindest mir) durchaus der Eindruck auf, dass ein Großteil der Arbeitskraft-Ressourcen dafür eingesetzt wird, einfach nur überhaupt Arbeit zu schaffen...
    Sei es am Beispiel der Jobcenter, die genauso viel Geld ausgeben für ihre eigene Verwaltung und Mitarbeiter und die Anwälte der zahllosen Widersprüche und Gerichtskosten wegen ihrer eigenen Unfähigkeit, wie für rechtmäßige Sozialleistungen AN SICH.
    Oder sei es die gewaltige, gewaltige, gewaaaltige Werbebranche, deren einziger Zweck es ist, dass die Leute irgendwas bei einem selbst kaufen statt bei wem anders.
    Genannt seien hier auch die deutschen Rundfunkanstalten, die jedes Jahr zweistellige Milliardenbeträge erhalten, um letztlich Vereine wie die Fifa zu unterhalten, die eigentlich niemandem nützen (ist jetzt etwas off-topc, ich weiss).
    Naja, und so weiter.

    In diesem Sinne: Wie wärs jetzt mit ein paar sinnvollen Gedanken von Ihnen, mit oder ohne Ausrufezeichen.

  2. 18. Genug

    Gibt es auf diesem Planeten eigentlich noch irgend ein Problem, für dessen Lösung Deutschland nicht in irgend einer Art und Weise verantwortlich ist? Ist es nicht so, dass dieses Land nicht bereits hoffnungslos damit überfordert ist, seine eigenen Probleme zu lösen? Muss man sich in dieser Situation unbedingt auch noch die unlösbaren Probleme anderer Staaten zu eigen machen?

    Und was ist so falsch daran, dass diejenigen, die die Probleme in der üblich souveränen Art verursacht haben, Sie in der selben Weise lösen - oder zumindest solange ignorieren bis sie ihnen um die Ohren fliegen?

    Oder besteht Europa jetzt wirklich nur mehr aus einem Haufen minderbemittelter Fürsorgeempfänger die als Mitglieder der geheiligten grosseuropäischen Wohlstandszone einen gottgegebenen Anspruch darauf haben, die Lösung für sämtliche selbstverschuldeten Probleme auf einem Silbertablett präsentiert zu bekommen? Soll Europa seine Sprensätze entschärfen oder damit in die Luft fliegen. Aber es reicht endgültig mit dieser Anspruchshaltung ebenso wie dem deutschen Reflex sich für jedes Problem und jeden Unsinn dieser Welt zuständig zu fühlen.

    27 Leser-Empfehlungen
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    .... also wie sich die USA in ihrer Führungsrolle fühlen. Sie werden für Alles verantwortlich gemacht. Da wir ja jetzt der leise Hegemon auf diesem Kontinenten sind, geht es uns genauso. Der Preis der Führung.

    Deutschland hat schließlich mit dem vollkommen falschen Niedriglohnsektor angefangen. Jetzt bleiben eigentlich nur wenige Möglichkeiten.

    - Die anderen Staaten unterbieten uns in dem Lohngefüge
    - Wir bezahlen dafür, das wir so viel Überschuss produzieren
    - Wir beenden das Dilemma Niedriglohnsektor

    Suchen sie sich etwas heraus.

    • spr33m
    • 04.04.2013 um 15:17 Uhr

    "[...] diejenigen, die die Probleme in der üblich souveränen Art verursacht haben [...]"

    Den Verursacher der Probleme haben Sie aber schnell ausfindig gemacht. Ganz nach dem Motte: Ich wars nicht, also müssen sie es selber gewesen sein!

    Aber erklären Sie mir bitte mal, inwiefern die jungen Menschen der betroffenen Länder schuld daran sind? Die haben diese Politik weder gemacht noch gewählt. Natürlich könnt man verlangen, dass sie für die "Fehler" ihrer Eltern/Vorfahren gerade stehen, aber mit dieser Forderung wäre ich aus deutscher Sicht eher vorsichtig. Die Schuld die mir von meinen Vorfahren aufgebürgt wurde könnte ich nämlich mit keinem Geld der Welt begleichen.

    Deutschland betrachtet sich als Nabel der Welt und infolgedessen zuständig für die Lösung aller Probleme dieser Welt. Eine enorme Bürde, die wir mit uns herumschleppen...

    “Die permanente Identitätskrise [...] und die daraus resultierende innere Angst und Unsicherheit führen dazu, daß die Deutschen sich zu wichtig nehmen, und sie tun dies mit einer Ernsthaftigkeit, die manchmal absurd anmutet. Lebt man in Deutschland, dann gewinnt man den Eindruck, als befinde man sich am Nabel der Welt. Wie sehr man diesem Eindruck, der einem durch die Medien täglich suggeriert wird, unterliegt, merkt man erst, wenn man sich außerhalb der deutschen Grenzen befindet und dieses Land aus der Ferne betrachtet. Die Deutschen – besonders die Intellektuellen – sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt [...] Jeder stellt einen hohen Anspruch an sich selbst, vielleicht einen zu hohen, als daß er ihn jemals erfüllen könnte. Und dies ist eine erdrückende Belastung, die ständig das Gewissen plagt. Sie macht den Menschen hart, verschlossen, rechthaberisch, sie schränkt die Chancen zu naiver Offenheit, Spontaneität, Gelassenheit und Beschaulichkeit ein, sie macht einsam.”
    http://www.zeit.de/1992/4...

    Ein besonders deutsches Schicksal:
    “Alle Probleme des Erdkreises waren seine höchstpersönlichen Angelegenheiten, und die Verantwortung für die Zukunft des Planeten schien allein auf seinen Schultern zu ruhen”
    http://www.zeit.de/2007/2...

    .... also wie sich die USA in ihrer Führungsrolle fühlen. Sie werden für Alles verantwortlich gemacht. Da wir ja jetzt der leise Hegemon auf diesem Kontinenten sind, geht es uns genauso. Der Preis der Führung.

    Deutschland hat schließlich mit dem vollkommen falschen Niedriglohnsektor angefangen. Jetzt bleiben eigentlich nur wenige Möglichkeiten.

    - Die anderen Staaten unterbieten uns in dem Lohngefüge
    - Wir bezahlen dafür, das wir so viel Überschuss produzieren
    - Wir beenden das Dilemma Niedriglohnsektor

    Suchen sie sich etwas heraus.

    • spr33m
    • 04.04.2013 um 15:17 Uhr

    "[...] diejenigen, die die Probleme in der üblich souveränen Art verursacht haben [...]"

    Den Verursacher der Probleme haben Sie aber schnell ausfindig gemacht. Ganz nach dem Motte: Ich wars nicht, also müssen sie es selber gewesen sein!

    Aber erklären Sie mir bitte mal, inwiefern die jungen Menschen der betroffenen Länder schuld daran sind? Die haben diese Politik weder gemacht noch gewählt. Natürlich könnt man verlangen, dass sie für die "Fehler" ihrer Eltern/Vorfahren gerade stehen, aber mit dieser Forderung wäre ich aus deutscher Sicht eher vorsichtig. Die Schuld die mir von meinen Vorfahren aufgebürgt wurde könnte ich nämlich mit keinem Geld der Welt begleichen.

    Deutschland betrachtet sich als Nabel der Welt und infolgedessen zuständig für die Lösung aller Probleme dieser Welt. Eine enorme Bürde, die wir mit uns herumschleppen...

    “Die permanente Identitätskrise [...] und die daraus resultierende innere Angst und Unsicherheit führen dazu, daß die Deutschen sich zu wichtig nehmen, und sie tun dies mit einer Ernsthaftigkeit, die manchmal absurd anmutet. Lebt man in Deutschland, dann gewinnt man den Eindruck, als befinde man sich am Nabel der Welt. Wie sehr man diesem Eindruck, der einem durch die Medien täglich suggeriert wird, unterliegt, merkt man erst, wenn man sich außerhalb der deutschen Grenzen befindet und dieses Land aus der Ferne betrachtet. Die Deutschen – besonders die Intellektuellen – sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt [...] Jeder stellt einen hohen Anspruch an sich selbst, vielleicht einen zu hohen, als daß er ihn jemals erfüllen könnte. Und dies ist eine erdrückende Belastung, die ständig das Gewissen plagt. Sie macht den Menschen hart, verschlossen, rechthaberisch, sie schränkt die Chancen zu naiver Offenheit, Spontaneität, Gelassenheit und Beschaulichkeit ein, sie macht einsam.”
    http://www.zeit.de/1992/4...

    Ein besonders deutsches Schicksal:
    “Alle Probleme des Erdkreises waren seine höchstpersönlichen Angelegenheiten, und die Verantwortung für die Zukunft des Planeten schien allein auf seinen Schultern zu ruhen”
    http://www.zeit.de/2007/2...

  3. Es ist meines Erachtens populistischer Quatsch, die derzeitigen Zustände auf nur einen Faktor zurückführen zu wollen. Die Wettbewerbsstaatlichkeit, die sich die EU verordnet hat, wäre so oder so etabliert worden, unabhängig jeder Währung. Und da es bereits 100e von Staatsschulden-, Banken-, und Währungskrisen in den letzten Jahrzehnten gab, ist auch hier nicht einzusehen, was eine Währung (außer der vielzitierten Unmöglichkeit das wirtschaftliche Ungleichgewicht mit Symptomheilung zu behandeln) wirklich zur Veränderung der immanenten Krisenanfälligkeit des Wirtschaftssystems beitragen kann. Symptomlinderung bleibt übrig.

    3 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Und warum?"
  4. Dass die Arbeitslosigkeit in Europa von den Medien entdeckt wird, ist mal ein gutes Zeichen. Nur sollte man sich auch die Mühe machen, seriös zu analysieren. Wie das geht sehen Sie hier: http://blog.tagesanzeiger...
    Die wichtigste Ursache ist offenbar der Mangel an Nachfrage. Es ist ganz offensichtlich, dass der Euro dabei eine wesentliche Rolle spielt. Vorsichtig ausgedrückt: die Möglichkeiten einer die Nachfrage stimulierenden Politik für die Krisenländer der Eurozone ist besonders eingeschränkt (IWF).
    Beispiel Frankreich: wenn keiner mehr französische Autos kaufen will, dann einfach deshalb, weil sie im europäischen Markt zu teuer sind. Wie hat man das früher gelöst? Nun, man hat einfach den FFranc abgewertet. Das hat funktioniert. Dasselbe mit der Lire. Das geht jetzt nicht mehr.
    Daher ist es naheliegend, den Krisenländern den Austritt aus dem Euro zu erlauben, dann würde sich die Wettbewerbsfähigkeit durch Abwertung schnell wieder herstellen, und das schafft dann schliesslich neue Stellen.
    Die Situation in der Euro-Krise ist so verfahren, weil man versucht den Euro zu retten, also eigentlich eine wesentliche Ursache der Probleme zu erhalten. Und die Folgen muss leider die junge Generation tragen. Da helfen nur radikale Massnahmen, also die Rückkehr zu nationalen Währungen.

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    Die ständige Abwertungen von FF und ITL haben dafür gesorgt, dass in F und I jahrzehntelang keine Forschung und Produktentwicklung getrieben wurde, mit der Folge, dass viele Produkte aus diesen Ländern qualitativ nicht kompetitiv sind. Da die Arbeitskosten in F und I auf deutschem Niveau sind, können technisch unterlegene Produkte nicht billiger verkauft werden.
    Auch wenn F und I wieder abwerten könnten, wären sie immer noch viel teurer als China, Indien und Korea und würden schlechtere Qualität produzieren, die sich preislich auf halbem Wege zwischen D und China befinden würde. Heute kann man Ramsch nur zum echten Ramschpreis verkaufen.

    Die ständige Abwertungen von FF und ITL haben dafür gesorgt, dass in F und I jahrzehntelang keine Forschung und Produktentwicklung getrieben wurde, mit der Folge, dass viele Produkte aus diesen Ländern qualitativ nicht kompetitiv sind. Da die Arbeitskosten in F und I auf deutschem Niveau sind, können technisch unterlegene Produkte nicht billiger verkauft werden.
    Auch wenn F und I wieder abwerten könnten, wären sie immer noch viel teurer als China, Indien und Korea und würden schlechtere Qualität produzieren, die sich preislich auf halbem Wege zwischen D und China befinden würde. Heute kann man Ramsch nur zum echten Ramschpreis verkaufen.

  5. in der Absolutheit. Vollbeschäftigung, in der alle nur 2 Stunden erwerbstätig sind, wäre wohl möglich, aber nicht durchsetzbar - derzeit.

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  6. Wenn jemand keine Arbeit hat, der hat auch keinen Platz in der heutigen Gesellschaft, kann mit seinem "Einkommen" kaum etwas anfangen, wird Opfer von Depressionen, Alkoholismus, Vereinsamung, Suizidgedanken...
    Und Arbeit ist eben nicht nur die mit der Hand, intellektuelle, geistige Arbeit und Dienstleistung braucht auch jeder von uns. Oder kommen Sie ohne Bücher, Zeitungen, TV, Kino, Theater... aus?
    Es gibt keinen Mangel an Arbeit, nur wenig Bereitschaft, auf eigenes Einkommen zu verzichten, um Arbeit zu entlohnen. Leere Bahnhöfe, geschlossene Postämter, kaum Beratung im Kaufhaus, Call Centers, keine Techniker, die die Bahn bei Schnee schnell instand setzen, haarsträubende Zustände bei Gesundheit und Pflege... das sind alles Beispiele dafür, dass es jede Menge Arbeit gibt.

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    Das es Defizite in der persoenlichen Betreuung gibt, ist sicher richtig. Banken/Sparkassen sperren Filialen zu, treiben Internetbanking voran, nicht genug Pflegekraefte, nicht genuegend Verkaeufer in vielen Geschaeften, wie von Ihnen beschrieben.
    Die angesprochenen Unternehmen bzw Einrichtungen sind auf Profitmaximierung ausgerichtet - ich nehme an, dass Sie das mit Einkommensreduzierung meinen. Die Deutsche Bahn hat erst vor kurzem einen Rekordgewinn vermeldet - grossteils durch Kostensenkungsmassnahmen - und bei ALLEN Unternehmen heisst das vor allem Arbeitsplatzabbau.Die humanen und finanziellen Kosten traegt dann aber auch der einkommensbeziehende Steuerzahler, nie die erwaehnten Unternehmen / Einrichtungen - Shareholder Value ueber alles, Menschen / Arbeitskraefte sind Kostenfaktoren, sonst nichts , ausser man sitzt im Vorstand mit fetten Vertraegen, wo man auch nach Rausschmiss fuerstlich entlohnt wird

    Zwar stimmt ihr Argument, dass Dienstleistungsarbeit heute mehr anfällt als früher, da wir alle heute mehr Freizeit haben ergo mehr, TV, Kino, Zeitung, Bücher und andere Kulturangebote konsumieren. Dies muss natürlich von irgendwem bereitgestellt werden.

    Trotzdem gibt es m.E. heute mehr Arbeitskraft als anfallende Arbeit (Volkswirtschaftlich betrachtet).

    Einmal ist die Agrarindustrie heute dermaßen optimiert, s.d. heute ein Landwirt 133 Menschen ernährt (http://www.landvolk.net/P...). Eine gleiche wenn nicht noch stärkere Produktivitätssteigerung ist in der Industrie zu verzeichnen. Laut WP (http://de.wikipedia.org/wiki/Produktivität) hat sich die Arbeitsproduktivität seit 1960 in Deutschland vervierfacht. Auch die Jahresarbeitsstunden pro Arbeitnehmer sind seit 1970 von ca. 1800h auf 1300h im Jahr 2012 gefallen (https://www.destatis.de/D...). Das ist nicht unerheblich, denn das macht einen Unterschied von 60 Arbeitstagen p.a.

    Ein Durchschnittsmensch kann nur 16h am Tag konsumieren und die dazu nötigen Konsummittel können heute in weit weniger als 16h hergestellt werden. Z.B. muss eine gute einstündige TV-Dokumentation die vllt. 10 Menschen 1 Jahr beschäftigte (= 13 000 Arbeitsstunden) nur von mind. 13 000 Menschen konsumiert werden um eine positive Arbeits-vs.-Konsumstunden Bilanz darzustellen.

    Das es Defizite in der persoenlichen Betreuung gibt, ist sicher richtig. Banken/Sparkassen sperren Filialen zu, treiben Internetbanking voran, nicht genug Pflegekraefte, nicht genuegend Verkaeufer in vielen Geschaeften, wie von Ihnen beschrieben.
    Die angesprochenen Unternehmen bzw Einrichtungen sind auf Profitmaximierung ausgerichtet - ich nehme an, dass Sie das mit Einkommensreduzierung meinen. Die Deutsche Bahn hat erst vor kurzem einen Rekordgewinn vermeldet - grossteils durch Kostensenkungsmassnahmen - und bei ALLEN Unternehmen heisst das vor allem Arbeitsplatzabbau.Die humanen und finanziellen Kosten traegt dann aber auch der einkommensbeziehende Steuerzahler, nie die erwaehnten Unternehmen / Einrichtungen - Shareholder Value ueber alles, Menschen / Arbeitskraefte sind Kostenfaktoren, sonst nichts , ausser man sitzt im Vorstand mit fetten Vertraegen, wo man auch nach Rausschmiss fuerstlich entlohnt wird

    Zwar stimmt ihr Argument, dass Dienstleistungsarbeit heute mehr anfällt als früher, da wir alle heute mehr Freizeit haben ergo mehr, TV, Kino, Zeitung, Bücher und andere Kulturangebote konsumieren. Dies muss natürlich von irgendwem bereitgestellt werden.

    Trotzdem gibt es m.E. heute mehr Arbeitskraft als anfallende Arbeit (Volkswirtschaftlich betrachtet).

    Einmal ist die Agrarindustrie heute dermaßen optimiert, s.d. heute ein Landwirt 133 Menschen ernährt (http://www.landvolk.net/P...). Eine gleiche wenn nicht noch stärkere Produktivitätssteigerung ist in der Industrie zu verzeichnen. Laut WP (http://de.wikipedia.org/wiki/Produktivität) hat sich die Arbeitsproduktivität seit 1960 in Deutschland vervierfacht. Auch die Jahresarbeitsstunden pro Arbeitnehmer sind seit 1970 von ca. 1800h auf 1300h im Jahr 2012 gefallen (https://www.destatis.de/D...). Das ist nicht unerheblich, denn das macht einen Unterschied von 60 Arbeitstagen p.a.

    Ein Durchschnittsmensch kann nur 16h am Tag konsumieren und die dazu nötigen Konsummittel können heute in weit weniger als 16h hergestellt werden. Z.B. muss eine gute einstündige TV-Dokumentation die vllt. 10 Menschen 1 Jahr beschäftigte (= 13 000 Arbeitsstunden) nur von mind. 13 000 Menschen konsumiert werden um eine positive Arbeits-vs.-Konsumstunden Bilanz darzustellen.

  7. Zugegeben: Jugendliche sind natuerlich flexibel. Sie sind sicher eher bereit, in anderen Laendern nach Arbeitsmoeglichkeiten zu suchen. Jedoch haben sie doch in ihren Heimatlaendern ihre Familie, ihre Freunde . Also sollte man ihnen doch in ihren Heimatlaendern helfen, und zwar nicht nur die jeweiligen Behoerden in den Heimatlaendern, sondern europauebergreifend. Sehr viele sind bereits sehr gut ausgebildet. Wenn sie wegziehen, wird dieses geistige Kapital in Zukunft fehlen.
    Vielleicht waere es (wenn sicher auch begrenzt) moeglich, das Firmen zusaetzliche Arbeitsplaetze via PC ins Ausland verlagern und diese den Betroffenen auf diese Art und Weise anbieten. Ich bin ueberzeugt, dass es auch in Spanien, Griechenland, Italien, Portugal etc talentierte Programmiere, IT Architekten, IT Designer usw (um nur einige Beispiele zu nennen) gibt.
    Es muss nicht immer Auslagerung nach Indien sein - und das soll bitte nicht als Anfgriff oder Abwertung indischer Fachkraefte gelten, sie sind grossteils hochqualifiziert, keine Frage.
    Europa muss sich selbst helfen und ist auch in der Lage dazu. In das existierende und zukuenftige Humankapital zu investieren, muss doch genausoviel Sinn machen und wert sein, wie "systemrelevante" Finanzinstitute zu unterstuetzen...
    Wie im Artikel richtigerweise beschrieben, tauchen die Demagogen schon wieder auf - und wer nichts zu verlieren hat, nimmt jede wenn auch falsch gemeinte Hilfe an, das sollten wir aus der Vergangenheit gelernt haben...

    2 Leser-Empfehlungen
    • ZH1006
    • 04.04.2013 um 12:36 Uhr

    und zwar, w e i l die Jungen mit Billiglöhnen abgespeist und mit Zeitverträgen erpresst werden,

    während die wohl- bis überversorgte Rentnergesellschaft Politik für sich selbst macht, aus dem Ohrensessel heraus gute Ratschläge erteilt und für Löhne, wie sie in China und Indien gezahlt werden, weder früher noch jetzt einen Finger krumm gemacht hätte - geschweige denn für Löhne, die noch darunter liegen.

    Weder Rentengarantien noch solch zynische Wortmeldungen (von dem fremdenfeindlichen Unterton wollen wir lieber gar nicht sprechen) werden dazu beitragen, dass Junge wieder bereit sind, Kinder in diese kaltherzige Egoistengeselllschaft zu setzen.

    19 Leser-Empfehlungen
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    ....werden nur mit Billiglöhnen abgespeist, wenn sie nichts können oder irgendwas mit Politik oder Medien studiert haben! Aus Ihnen spricht Frust! Wenn Sie etwas können, dann gehen Sie nach Australien, Kanada oder Norwegen! Performer sind dort gesucht! dann brauchen Sie hier auch nicht über die überversorgten Renter schimpfen! Take it oder leave it!!!

    ....werden nur mit Billiglöhnen abgespeist, wenn sie nichts können oder irgendwas mit Politik oder Medien studiert haben! Aus Ihnen spricht Frust! Wenn Sie etwas können, dann gehen Sie nach Australien, Kanada oder Norwegen! Performer sind dort gesucht! dann brauchen Sie hier auch nicht über die überversorgten Renter schimpfen! Take it oder leave it!!!

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