Slowenien
Slowenien lernt
Andere Studenten sind froh, wenn sie endlich alle Prüfungen geschafft haben und das Uni-Zeugnis in den Händen halten. Tjaša nicht. Ihren Abschluss zögert die Slowenin hinaus, sie will nicht fertig werden, nicht jetzt, wo es auf dem Arbeitsmarkt so schlecht für sie aussieht. Tjaša, Mitte zwanzig, studiert Dolmetschen, Deutsch und Englisch. Dadurch, dass sie Studentin ist, bekommt sie immerhin Gelegenheitsjobs. Mit einem Uni-Abschluss wäre sie wohl arbeitslos.
Wie ihr geht es mehr als einem Fünftel der Slowenen zwischen 15 und 24. »In meinem Freundeskreis hat nur eine einen festen Job«, sagt Tjaša.
Slowenien ist so groß wie Hessen und hat rund zwei Millionen Einwohner. 2004 trat das Land der EU bei. Das Wachstum lag damals bei 3,6 Prozent, die Arbeitslosenquote unter dem EU-Durchschnitt. 2007 führte Slowenien den Euro ein. Dann kam die Krise. Inzwischen schrumpft die Wirtschaft, die Arbeitslosigkeit ist auf rund neun Prozent gestiegen – sie ist doppelt so hoch wie vor Beginn der Krise.
Seither ist der sogenannte Studentenstatus ein Türöffner auf dem Arbeitsmarkt. Firmen stellen bevorzugt Studenten ein, denn die sind billiger – und fast so gut ausgebildet wie Hochschulabsolventen. Die Folge: Junge Leute bleiben so lange wie möglich an der Uni. Verglichen mit anderen Ländern in der EU, sind slowenische Studenten deshalb inzwischen am ältesten, wenn sie die Hochschule verlassen.
Inzwischen fragen die Firmen sogar 50-jährige Arbeitslose, ob sie sich nicht immatrikulieren könnten – dann würden sie einen Job bekommen. Die Regierung hat nun eingegriffen: Wer bereits einen Abschluss hat und noch einmal studieren möchte, muss zahlen. Das Erststudium ist kostenlos.
Mindestens alle drei Monate gehen Tjaša und ihre Freundinnen zum Arbeitsamt, das ist Pflicht. Das letzte Mal, als sie dort war, um nach einer neuen Stelle zu fragen und einen Buchhaltungskurs zu beantragen, sagte der Bearbeiter zu ihr: »Ich weiß auch nicht, wie lange ich diesen Job hier noch haben werde.« Tjaša lacht, als sie das erzählt. Es ist kein fröhliches Lachen. Wenn das Arbeitsamt einen Job vermitteln kann, ist man verpflichtet, ihn anzunehmen. So kommt es, dass Grafikerinnen als Putzfrauen arbeiten, Ingenieure Schornsteine reinigen oder Sportwissenschaftler Fenster in Einkaufszentren putzen.
In der Kartei des Arbeitsamts von Sloweniens Hauptstadt Ljubljana stehen rund 100.000 Namen. Etwa 1.000 Stellen sind zu besetzen. Viele Jobs werden unter der Hand vergeben. Tjaša wurde kürzlich zu einem Vorstellungsgespräch bei Lidl eingeladen und erfuhr, dass 800 Bewerbungen für eine einzige Stelle an der Kasse eingegangen waren.
Ihre Freundin Zala überlegte kurz, ob sie sich einen Job im Ausland suchen soll – Österreich vielleicht oder Deutschland. Sie ist dann aber doch geblieben. Die Soziologin Mirjana Ule wundert das nicht: »Kulturell gesehen, liegt Slowenien zwischen dem Mittelmeer und Zentraleuropa. Ähnlich wie in anderen südlichen EU-Ländern ist auch hier der enge Familienzusammenhalt wichtig, viele Eltern unterstützen ihre Kinder.« Zala wohnt mit ihrer Mutter zusammen, die bezahlt Miete und Strom, Wasser und Lebensmittel. Im vergangenen Jahr hat Zala 2.000 Euro verdient, also nicht mal 200 Euro im Monat. Alleine könnte sie nur schwer überleben.
Wenn junge Slowenen ins Ausland gehen, zieht es sie vielfach nach Deutschland. Ähnlich wie in Spanien oder Italien, wo die Nachfrage nach Deutschkursen seit Jahren steigt, wollen auch die Slowenen Deutsch lernen. »Immer mehr rufen bei uns an und wollen wissen, wann der nächste Sprachkurs beginnt«, meint Hendrik Kloninger, Leiter des Goethe-Instituts in Ljubljana. In Beltinci, im Nordosten des Landes nahe der ungarischen Grenze, wurde 2008 eine deutsch-slowenische Grundschule eröffnet, unterstützt vom Goethe-Institut. Kloninger erzählt, dass ihm viele Eltern Dankesbriefe schreiben – weil ihre Kinder dort die Möglichkeit haben, von klein auf Deutsch zu lernen. »So etwas habe ich in meiner gesamten Goethe-Laufbahn noch nie erlebt«, sagt er.
Auch Tjašas Freundin Kaja lernt jetzt Deutsch. Fremdsprachenkenntnisse seien von Vorteil, meint sie, weg aus Slowenien will sie nicht: »Das ist doch keine Lösung. Wir müssen für unsere Rechte kämpfen!« Im November 2012 gingen in Maribor erstmals junge Menschen auf die Straße. Die Bewegung hatte auf Facebook begonnen, »Maribor uprising« heißt sie: Maribor lehnt sich auf. Gegen hohe Arbeitslosigkeit, ein schlechtes Gesundheitssystem, Korruption. Der damalige Regierungschef Janez Janša konnte nicht erklären, wie 210.000 Euro auf seine Privatkonten gelangt waren. Und Oppositionsführer Zoran Janković wollte der Antikorruptionsbehörde nicht sagen, wie er zu 2,4 Millionen Euro gekommen war.
Maribor ist zu einem Vorbild geworden, inzwischen gehen auch die Menschen in Ljubljana auf die Straße. Seit Ende März hat Slowenien eine neue Regierung. Sie sagt, die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit sei ein primäres Ziel. Wird es jetzt besser werden? Tjaša zuckt mit den Schultern. Sie hat zwei Bewerbungen nach Österreich geschickt. Dort will sie gerne eine Ausbildung zur Physiotherapeutin beginnen. Jana Gioia Baurmann






an der Zahl sind es mittlerweile 200.000 ohne Arbeit, die Talente emigrieren und sind dabei sehr erfolgreich. So geht Italien (nicht allein) in der Krise viel Know-how verloren.
Was für ein schönes Europa mit dem Euro...zurück ins Mittelalter dank Goldman Sachs und nichts ändert sich...doch etwas bewegt sich, immer mehr Europa heisst die Devise und das bedeutet zugleich eine immer schwerer werdende Krise...
Vor 2 tage hat Marine Le Pen Beppe Grillo angerufen, sie will die nationale Währung wieder, der Euro kann dennoch als Gemeinschaftswährung bestehen bleiben..warum nicht? Das ist der einzige Ausweg aus der Krise...
Für alle die etwas italienisch können, hier das Interview von Marine Le Pen:
http://www.serviziopubbli...
Grüße an alle Europäer
und eine Rückkehr zu Nationalwährungen, inklusive national zersplitterter Geldpolitik wäre keine Lösung.
Ganz offensichtlich ist die Jugendarbeitslosigkeit durch andere Mißstände verursacht:
In Spanien z.B. durch eine geplatzte Immobilienblase, die zu Hochzeiten schnelles Geld verhieß und dazu führte, daß viele Jugendliche auf eine Ausbildung verzichteten.
In Frankreich durch einen irrwitzigen Teppich aus Einzelfallsubventionen und die Vernachlässigung mittelständischer Unternehmen und Handwerksbetriebe.
In Italien herrscht paradoxerweise Jugendarbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Nachwuchsmangel im Handwerk, also ein fehlgesteuerter Arbeitsmarkt.
Das hat alles nichts mit dem Euro und der EU zu tun.
Die EU eröffnet viel mehr die Möglichkeit, daß ausgebildete Arbeitnehmer sich auch in anderen Ländern um Arbeit bewerben können, die Freizügigkeit ist ein wesentliches Recht eines jeden EU-Bürgers.
Und die EU ermöglicht es, von Arbeitsmärkten zu lernen, die günstigere Kennzahlen aufweisen.
Ebenfalls Grüße an alle Europäer
und eine Rückkehr zu Nationalwährungen, inklusive national zersplitterter Geldpolitik wäre keine Lösung.
Ganz offensichtlich ist die Jugendarbeitslosigkeit durch andere Mißstände verursacht:
In Spanien z.B. durch eine geplatzte Immobilienblase, die zu Hochzeiten schnelles Geld verhieß und dazu führte, daß viele Jugendliche auf eine Ausbildung verzichteten.
In Frankreich durch einen irrwitzigen Teppich aus Einzelfallsubventionen und die Vernachlässigung mittelständischer Unternehmen und Handwerksbetriebe.
In Italien herrscht paradoxerweise Jugendarbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Nachwuchsmangel im Handwerk, also ein fehlgesteuerter Arbeitsmarkt.
Das hat alles nichts mit dem Euro und der EU zu tun.
Die EU eröffnet viel mehr die Möglichkeit, daß ausgebildete Arbeitnehmer sich auch in anderen Ländern um Arbeit bewerben können, die Freizügigkeit ist ein wesentliches Recht eines jeden EU-Bürgers.
Und die EU ermöglicht es, von Arbeitsmärkten zu lernen, die günstigere Kennzahlen aufweisen.
Ebenfalls Grüße an alle Europäer
und eine Rückkehr zu Nationalwährungen, inklusive national zersplitterter Geldpolitik wäre keine Lösung.
Ganz offensichtlich ist die Jugendarbeitslosigkeit durch andere Mißstände verursacht:
In Spanien z.B. durch eine geplatzte Immobilienblase, die zu Hochzeiten schnelles Geld verhieß und dazu führte, daß viele Jugendliche auf eine Ausbildung verzichteten.
In Frankreich durch einen irrwitzigen Teppich aus Einzelfallsubventionen und die Vernachlässigung mittelständischer Unternehmen und Handwerksbetriebe.
In Italien herrscht paradoxerweise Jugendarbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Nachwuchsmangel im Handwerk, also ein fehlgesteuerter Arbeitsmarkt.
Das hat alles nichts mit dem Euro und der EU zu tun.
Die EU eröffnet viel mehr die Möglichkeit, daß ausgebildete Arbeitnehmer sich auch in anderen Ländern um Arbeit bewerben können, die Freizügigkeit ist ein wesentliches Recht eines jeden EU-Bürgers.
Und die EU ermöglicht es, von Arbeitsmärkten zu lernen, die günstigere Kennzahlen aufweisen.
Ebenfalls Grüße an alle Europäer
Sie schreiben:
"Die EU eröffnet viel mehr die Möglichkeit, daß ausgebildete Arbeitnehmer sich auch in anderen Ländern um Arbeit bewerben können, die Freizügigkeit ist ein wesentliches Recht eines jeden EU-Bürgers.
Und die EU ermöglicht es, von Arbeitsmärkten zu lernen, die günstigere Kennzahlen aufweisen."
das geht sehr gut ohne Euro.
Sie schreiben:
"Die EU eröffnet viel mehr die Möglichkeit, daß ausgebildete Arbeitnehmer sich auch in anderen Ländern um Arbeit bewerben können, die Freizügigkeit ist ein wesentliches Recht eines jeden EU-Bürgers.
Und die EU ermöglicht es, von Arbeitsmärkten zu lernen, die günstigere Kennzahlen aufweisen."
das geht sehr gut ohne Euro.
Sie schreiben:
"Die EU eröffnet viel mehr die Möglichkeit, daß ausgebildete Arbeitnehmer sich auch in anderen Ländern um Arbeit bewerben können, die Freizügigkeit ist ein wesentliches Recht eines jeden EU-Bürgers.
Und die EU ermöglicht es, von Arbeitsmärkten zu lernen, die günstigere Kennzahlen aufweisen."
das geht sehr gut ohne Euro.
Man muss sich nur die Frage stellen, was mit einer kleinen Lira oder Drachme passiert, wenn die Wirtschaft des Landes schwächelt. Die Abwertung führt nur auf den ersten Blick zu einem Vorteil des Exports. Denn der Großteil der Exporte geht in die EU selbst und Transaktionskosten werden wieder fällig. 2. ist die Wirtschaft zu eng mit Europa vernetzt, als das sich daraus langfristig ein Vorteil entwickeln könnte. 3. Würden die Importpreise eben wegen dieser Vernetzung sehr schnell ansteigen und in Griechenland beipielsweise gäbe es sehr schnell ein Ernährungsproblem. 4. Währungsspekulation im großen Stil, auch gegen den Euro, dann in die andere Richtung nach oben! Das würde dann auch in Deutschland und nicht nur bei den faulen anderen Europäern - auf die wir immer so verächtlich hinabschauen - zu Jobverlusten in Millionenhöhe führen. Eurokritiker möchte ich auch noch gerne auf die jetzige Inflationsrate von 1,7% hinweisen, Schreckensszenario ist für mich nur eins: Das jemand mal auf die hört, die nicht mal fähig sind das Werk des Wirtschaftsnobelpreisträgers Mundell und die Erweiterungen seiner Nachfolger(unter anderem De Growe der als erster riet, die EZB solle nur ankündigen sich zu engagieren, was ja wie man gesehen hat hervorragend klappt) richtig zu lesen. Pragmatismus bitte....
Man muss sich nur die Frage stellen, was mit einer kleinen Lira oder Drachme passiert, wenn die Wirtschaft des Landes schwächelt. Die Abwertung führt nur auf den ersten Blick zu einem Vorteil des Exports. Denn der Großteil der Exporte geht in die EU selbst und Transaktionskosten werden wieder fällig. 2. ist die Wirtschaft zu eng mit Europa vernetzt, als das sich daraus langfristig ein Vorteil entwickeln könnte. 3. Würden die Importpreise eben wegen dieser Vernetzung sehr schnell ansteigen und in Griechenland beipielsweise gäbe es sehr schnell ein Ernährungsproblem. 4. Währungsspekulation im großen Stil, auch gegen den Euro, dann in die andere Richtung nach oben! Das würde dann auch in Deutschland und nicht nur bei den faulen anderen Europäern - auf die wir immer so verächtlich hinabschauen - zu Jobverlusten in Millionenhöhe führen. Eurokritiker möchte ich auch noch gerne auf die jetzige Inflationsrate von 1,7% hinweisen, Schreckensszenario ist für mich nur eins: Das jemand mal auf die hört, die nicht mal fähig sind das Werk des Wirtschaftsnobelpreisträgers Mundell und die Erweiterungen seiner Nachfolger(unter anderem De Growe der als erster riet, die EZB solle nur ankündigen sich zu engagieren, was ja wie man gesehen hat hervorragend klappt) richtig zu lesen. Pragmatismus bitte....
Man muss sich nur die Frage stellen, was mit einer kleinen Lira oder Drachme passiert, wenn die Wirtschaft des Landes schwächelt. Die Abwertung führt nur auf den ersten Blick zu einem Vorteil des Exports. Denn der Großteil der Exporte geht in die EU selbst und Transaktionskosten werden wieder fällig. 2. ist die Wirtschaft zu eng mit Europa vernetzt, als das sich daraus langfristig ein Vorteil entwickeln könnte. 3. Würden die Importpreise eben wegen dieser Vernetzung sehr schnell ansteigen und in Griechenland beipielsweise gäbe es sehr schnell ein Ernährungsproblem. 4. Währungsspekulation im großen Stil, auch gegen den Euro, dann in die andere Richtung nach oben! Das würde dann auch in Deutschland und nicht nur bei den faulen anderen Europäern - auf die wir immer so verächtlich hinabschauen - zu Jobverlusten in Millionenhöhe führen. Eurokritiker möchte ich auch noch gerne auf die jetzige Inflationsrate von 1,7% hinweisen, Schreckensszenario ist für mich nur eins: Das jemand mal auf die hört, die nicht mal fähig sind das Werk des Wirtschaftsnobelpreisträgers Mundell und die Erweiterungen seiner Nachfolger(unter anderem De Growe der als erster riet, die EZB solle nur ankündigen sich zu engagieren, was ja wie man gesehen hat hervorragend klappt) richtig zu lesen. Pragmatismus bitte....
Die Folge des Preisanstiegs im Inland, muss zwangsläufig eine Lohnerhöhung und damit steigende Exportpreise sein. Es fehlt an Faktormobilität und an verschiedenen Branchen.....
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