"Große Oberflächen brauchen gedeckte Farben"
ZEITmagazin: Welche Farben gehören unbedingt in eine Wohnung?
Erwan Bouroullec: Es gibt eine Regel für die Gestaltung einer Fläche oder eines Gegenstands – je kleiner die Fläche oder das Objekt ist, desto ungewöhnlicher und stärker dürfen die Farben sein. Zum Beispiel sind ein pinkfarbener Briefumschlag oder eine hellblaue Blume etwas Tolles. Je langlebiger und größer die Oberfläche ist, desto eher sollte man sich für gedeckte Farben entscheiden.
ZEITmagazin: Gehen die Deutschen unentschieden mit Farbe um?
Erwan Bouroullec: Wie wir auf Farbe reagieren, liegt in unserer Kultur begründet. In den kalten europäischen Ländern wie England oder Deutschland sehnen wir uns nach rötlichen Tönen oder dunklem Holz. Je weiter südlich man kommt, desto eher findet man hellere und kräftige Farben wie Weiß und Blau.
Ronan Bouroullec: Die Deutschen haben doch quasi die Lehre der Farben erfunden. Man denke nur an den Maler und Bauhaus-Professor Josef Albers, der die Farben und ihre Wirkung jahrelang erforschte. Ich glaube, man kann die Verwendung von Farbe nicht mehr an einer Nation festmachen, in einer Zeit, in der es ganz normal ist, dass ein Möbel aus Tokio in einer Wohnung in Paris steht.
ZEITmagazin: Was ist Ihre Lieblingsfarbe?
Ronan Bouroullec: Mich beeindruckt seit Langem die Vielfalt von Pink. Als ich vor 20 Jahren das erste Mal nach Japan gereist bin, war ich von dem selbstverständlichen Umgang der Japaner mit dieser leuchtenden Farbe begeistert.
Erwan Bouroullec: Ich habe zwei Lieblingsfarben. Einmal ein Grün, mit genügend Gelbanteil, damit es nicht zu kalt wirkt. Denn Vorsicht: Hat es zu viel Gelb, wird es ein grauenhaftes Grün. Es muss tief und dunkel genug sein, darf aber nicht zu sehr ins Blaue gehen. Meine zweite Lieblingsfarbe ist ein dunkles Blaugrün, eine Art dunkles Türkis. Man verwendete die Farbe früher oft für Bucheinbände und für Leder, mit dem Schreibtischplatten bezogen wurden.
ZEITmagazin: Wie viele Farben kann ein Raum ertragen?
Ronan Bouroullec: Es geht nicht um die Anzahl der Farben, sondern um das Verhältnis, in das man sie bringt. Der Teppich, den wir für die spanische Teppichfirma Nanimarquina entworfen haben, ist wahnsinnig bunt, aber er funktioniert trotzdem, weil das Verhältnis der Farben ausgeglichen ist.
Erwan Bouroullec: Wenn man sich im Schlafzimmer für eine rote Überdecke entscheidet, dann ist der Raum mit Farbe ausreichend bedient. Das Schlimmste ist, finde ich, die kleinen und großen Elemente in einem Raum aufeinander abzustimmen. Also den Vorhang bitte nicht in derselben Farbe wie die Bettdecke wählen.
ZEITmagazin: Welche Dinge sollte man beachten, wenn man Farbe in seine Wohnung bringen will?
Erwan Bouroullec: Investieren Sie in bunte Decken und Teppiche, leben Sie in Ihren Wohnungen wie in einem Park. Sie müssen sich das vorstellen wie bei einem Picknick: Sobald man die Decke ausbreitet, passiert etwas, und die Umgebung verändert sich. Und Regenstiefel für Kinder, die sollten auch immer bunt sein.











wirklich ein tolles Beispiel sei...
bei diesem Interview über Farbe und Design fand ich die Fotostrecke...
ähm, wo war die noch gleich...
ach ja hier:
http://theslideshow.net/#...
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren