Zwei Jahre nach Beginn des Aufstandes gegen den syrischen Herrscher Baschar al-Assad fordert der Konflikt einen immer höheren Blutzoll. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London registrierte im März 6005 Tote, so viele wie noch nie in einem Monat. Und vermutlich ist die wahre Zahl deutlich höher.

Beide Seiten haben sich radikalisiert, in der Opposition wächst der Einfluss der Islamisten, die Fronten verlaufen teilweise entlang ethnischer Zugehörigkeit (siehe kleine Karte rechts unten), Assad ist Alevit, die Rebellen sind vor allem Sunniten. Regime und Opposition haben inzwischen fast die gleiche Anzahl von Truppen. Assad hat schätzungsweise 110.000 Soldaten hinter sich, die Freie Syrische Armee (FSA) nach eigenen Angaben 100.000.

Assad konzentriert seine Truppen im Wesentlichen auf den Korridor zwischen Damaskus, Homs und dem Mittelmeer, die Rebellen haben in den vergangenen Monaten wichtige Erfolge errungen (siehe Zeitleiste).

Sie fordern Abwehrwaffen gegen Panzer und Kampfflugzeuge des Regimes. Damit wäre die waffentechnische Überlegenheit Assads gebrochen. Frankreich und England sind bereit, diese Waffen zu liefern, zur Not auch im Alleingang. Sie setzen darauf, dass Assad dann einlenken würde. Auch Außenminister Guido Westerwelle schließt Waffenlieferungen an die Rebellen nicht mehr aus.