Devid Striesow"Ich kenne sonst keine Versagensängste"

Der neue Tatort-Darsteller Devid Striesow schläft zumeist wie ein Stein. Und Angst vor Castings kennt er nicht. Doch manche Träume versetzen ihn in Panik.

Schauspieler Devid Striesow

Schauspieler Devid Striesow

Viele meiner Träume sind eher unangenehm. Zum Glück bleibt von ihnen meistens nur ein vages Gefühl zurück, und ich würde sie alle komplett vergessen, wenn ich sie nicht manchmal gleich nach dem Aufstehen meiner Frau erzählen würde.

In einem meiner Albträume ging es zum Beispiel darum, dass ich mich entscheiden musste: Um meine Familie zu retten, sollte ich meinen Hund Buddy einschläfern lassen. Ich erklärte mich dazu bereit. Beim Aufwachen war ich dann so ergriffen von diesem Drama, dass ich sofort gucken musste, ob es Buddy gut geht. Erst als ich ihn in der Ecke vor sich hin dösen sah, beruhigte ich mich wieder.

Anzeige

Als Kind hatte ich oft Fieberträume. Ich bekam sie immer am Abend, bevor ich richtig krank wurde. Im Traum sah ich einen tiefroten Hintergrund, davor bewegten sich weiße Kugeln aufeinander zu und stießen sich wieder ab, wie bei einem Bildschirmschoner. Schon beim Aufwachen wusste ich dann, dass ich wieder Fieber hatte.

DEVID STRIESOW

39, wurde auf Rügen geboren und wuchs in Rostock auf. An der Ernst-Busch-Schule in Berlin studierte er die Schauspielkunst. Im Kino war er unter anderem in den Filmen »Yella« und »Die Fälscher« zu sehen, im Fernsehen in der ZDF-Serie »Bella Block«. Seit Anfang des Jahres ist er als saarländischer »Tatort«-Ermittler Jens Stellbrink im Einsatz, die nächste Folge, »Eine Handvoll Paradies«, läuft am 7. April in der ARD

Vor einiger Zeit war ich für ein paar Tage in Solingen, für Dreharbeiten. Eines Nachts hatte ich einen klassischen Schauspielertraum: Ich sollte zu einem Casting, es ging um eine große Rolle. Ich war mir ziemlich sicher, dass ich sie bekommen würde. Den Text für das Vorsprechen hatte ich mir allerdings nicht angeguckt. Erst als es so weit war, las ich mir die Mail mit den Vorgaben durch. Verlangt wurden zehn Szenen und drei Lieder, also hammermäßig viel. Sonst kenne ich bei der Arbeit überhaupt keine Versagensängste, weder bei Castings noch bei Dreharbeiten. In diesem Traum allerdings geriet ich in Panik.

In dem Moment ging auch schon der Vorhang auf, und die Jury saß vor mir. Ich fing an, irgendetwas zu erzählen, ein Gemisch aus allen Stücken, in denen ich jemals mitgespielt hatte. Hamlet, Macbeth, Der Prinz von Homburg, alles durcheinander, wie in dem Film Ein ungleiches Paar mit Albert Finney. Nachdem ich vorgesprochen hatte, herrschte totale Stille. Deshalb fing ich an, ein ewig langes Lied zu singen – bis alle aufstanden und den Raum verließen. Das war mir alles wahnsinnig peinlich. Noch bevor die Jury ihre Entscheidung bekannt gab, wachte ich auf. Und hatte einen dicken Hals. Ich fühlte mich wie gemartert.

Ich habe einen Traum
Alle bisherigen Träume zum Nachlesen

Alle bisherigen Träume zum Nachlesen

Das Gute ist, dass ich schlafe wie ein Stein. Innerhalb weniger Minuten bin ich weg, bei mir geht das überall und in jeder Position. Das erinnert mich an einen anderen Traum, während der Abiturprüfungen. Im Leistungskurs Deutsch saß ich in der ersten Reihe. Einmal schlief ich während des Unterrichts ein, mit dem Kopf auf dem Tisch. Ich träumte von einer heftigen Verfolgungsjagd. Unbewusst hielt ich mich am Tisch fest. Offenbar packte ich so doll zu, dass Tisch und Stuhl umfielen und ich in den Gang knallte. Direkt vor den Augen meiner Lehrerin. Als ich auf dem Boden aufschlug und meine Augen öffnete, blickte ich in ihr entsetztes Gesicht. Echt unangenehm.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service