Ich habe einen guten Orientierungssinn, hatte eine Eins in Mathe und mag Fußball. Aber dem dämlichsten aller Frauenklischees entspreche ich leider vollkommen: Ich kann nicht einparken. Schuld daran ist allerdings nicht mein zweites X-Chromosom, sondern mein Fahrlehrer. Aufgrund seines fortgeschrittenen Alters wurde er Opa Gerlach genannt (Motto: "Wo es rollen muss, muss es rollen!"), und für das Rückwärtseinparken hatte er einen genialen Trick: Während ich nach rechts einschlug und zurücksetzte, blickte er nach hinten, und sobald er den Kopf nach vorn drehte, sollte ich das Lenkrad in die andere Richtung kurbeln. Klappte immer.

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Auch in der Prüfung, was bedeutete, dass Opa Gerlach mir fortan fehlte. 17 Jahre lang suchte ich also Parklücken, die groß genug waren, um vorwärts reinzufahren. Fazit: 1. Diese Suche kostet viel Lebenszeit. 2. Arbeiter der nahen Baustelle zu fragen, ob sie einem das Auto einparken können, empfiehlt sich nur, wenn Parklücke und Baustelle nicht direkt vor der Haustür liegen. Sonst wird man von den fröhlichen Herren täglich daran erinnert.

Ich habe kein eigenes Auto zum Üben, also will ich die Zeit mit dem Dacia Lodgy nutzen. Erster Versuch: Brandenburg, eine Dorfstraße, Parken hinter einem Opel. Der Kotflügel des Lodgy kommt dem Opel bedenklich nahe. Frage an den Beifahrer (wurde in seiner Abi-Zeitung zum "schlechtesten Autofahrer" gekürt): "Ist das jetzt zu knapp?" – "Musst du ausprobieren." Aha. Das Piepen der Einparkhilfe nervt, warum verrät sie mir nicht, wie ich in die verdammte Lücke reinkomme? Als ich am Heck des Opels den Aufkleber "Reinickendorfer Rüpel" entdecke, gebe ich auf. Zweiter Versuch: Unmöglich, die Lücke liegt vor dem Fenster eines Hauses, und wenn mir jemand beim Parken zusieht, bekomme ich sofort Panikattacken. Dritter Versuch: In einer Seitenstraße steht ein Fiesta Senso. Klingt netter als der Rüpel. Der Beifahrer gibt mir diesmal präzise Anweisungen. Es klappt! Gleich noch mal. Euphorie!

Den Rückweg fährt der Beifahrer, er setzt mich vor der Haustür ab, um einen Parkplatz zu suchen. Später prahlt er: "Die Lücke war so eng, dass ich zur Beifahrertür rausmusste, und selbst da war kaum Platz!" Ich habe im Internet einen Parksimulator entdeckt. Angeber!, denke ich, während ich auf dem Bildschirm in 15 Sekunden einparke. Warte nur!

Technische Daten

Motorbauart: 4-Zylinder-Dieselmotor
Leistung: 79 kW (107 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 11,8 s
Höchstgeschwindigkeit: 175 km/h
CO₂-Emission: 116 g/km
Durchschnittsverbrauch: 4,4 Liter
Basispreis: 15.490 Euro

Anna Kemper ist Autorin des ZEITmagazins