WochenmarktFrische Wildkräuter statt Frost

Vom Münchner Restaurant Gratitude stammt dieses Rezept für eine Wildkräutersuppe. Sie sollte nicht heißer werden als 42 Grad – dann bleibt die Kraft der Kräuter erhalten. von Elisabeth Raether

Gehen die einen Nahrungstabus, kommen andere. Früher war es verpönt, auf der Straße zu essen, dafür hatte man kein Problem damit, Singvögel zu verspeisen (Thüringer Meisensuppe). Mit der Lockerung der Tischmanieren entstanden offenbar neue Sensibilitäten für bestimmte Tierarten. Der Ekel wendet sich immer Neuem zu, und vielen ist das schockgefrorene, sicherheitsverpackte Essen aus dem Supermarkt inzwischen unerträglich geworden. Das erklärt den Appeal von Wildkräutern. Sie werden am Wegesrand gepflückt und haben oft ein starkes, eigenwilliges Aroma. Für die einen ein Schreck, für die anderen die Idee der ganzen Sache.

In vielen Städten werden Kräuterwanderungen angeboten. Felicitas Bethmann erklärt im Hamburger Stadtpark, wo man wann welche Kräuter findet und wie sie sich unterscheiden lassen. Sie macht aus Kräutern Salate und Alkoholauszüge, die gegen Kopfschmerzen und Schlafstörungen helfen (dafür sollten die Kräuter 200 bis 500 Meter von der Straße entfernt gewachsen sein).

Anzeige

Vom Münchner Restaurant Gratitude stammt dieses Rezept für eine Wildkräutersuppe auf Misobasis. Einige Kräuter kann man auf dem Markt kaufen, so wie Sauerampfer, Bärlauch und Löwenzahn. Andere, wie der Giersch, wachsen im Garten.

Alle Wochenmarkt-Rezepte

Alle Wochenmarkt-Rezepte  |  © Miguel Medina/AFP/Getty Images

Die Wildkräuter werden mit ungefähr zwei Tassen handwarmem Wasser püriert. Dann werden die restlichen Zutaten dazugegeben und püriert. Die Mischung wird langsam erhitzt. Das Ganze sollte nicht köcheln, sondern am besten nicht heißer als 42 Grad werden, damit die Enzyme erhalten bleiben.

Misosuppe mit Wildkräutern
(für 4 Personen)

3–4 Tassen Wildkräuter (zum Beispiel Giersch, Bärlauch, Brennnessel, Sauerampfer, Spitzwegerich, Löwenzahn)
1 Tasse Misopaste
1 reife Avocado
2 TL Olivenöl
2 TL Senf
1 TL Currypulver
1 TL Cayennepfeffer 
Salz und Pfeffer

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. schön, dass hier in letzter Zeit auch immer öfter vegane Rezepte gebracht werden !

    Mein herzlicher Dank !

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Mir erscheint es sehr problemematisch, in einer Zeit der "Monokulturen" auf den Feldern auch noch in die letzten Freiräume zu "trampeln" und dort "Wildkräuter" fürs unser Essen aus zu reißen.
    .
    "Toll":-(( wenn für die eigene Lebensweise, die noch ungestörten letzten, noch einigermassen intakten Biotope geplündert werden!
    .
    Das sollten wir doch den "Wildtieren" überlassen, die darauf angewiesen sind!
    .
    Die "Zerstörung" dieser Flächen dürfte in keinem Verhältniss zum "Ertrag" stehen. Aber Hauptsache "Natur", ist ja alles so ursprünglich!
    .
    Meint
    Sikasuu
    .
    Ps.Das muss doch auch mal gesagt werden!

    Interessant ist die Kombination der verschiedenen Zutaten in der Suppe…

  2. Mit dem nahenden Frühling sicher eine tolle Abwechslung.

    Aber Achtung! Bevor nun jemand auf die Idee kommt, irgendwelche Kräuter am Wegesrand zu sammeln: da gibt es auch ein paar ganz schön Giftige. Man sollte also schon wissen, was man sich da ins Körbchen legt respektive einen Experten zu Rate ziehen.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    dazu kann ich im übrigen nur das wunderbare Buch "Essbare Wildpflanzen", - 200 Arten bestimmen und verwenden, erschienen im AT Verlag

    wärmsten empfehlen. Eine wahre Goldgrube.

  3. dazu kann ich im übrigen nur das wunderbare Buch "Essbare Wildpflanzen", - 200 Arten bestimmen und verwenden, erschienen im AT Verlag

    wärmsten empfehlen. Eine wahre Goldgrube.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Wunderbare Anregung!"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... ein Buch? Sie dauern mich.

  4. 4. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Werbung. Danke, die Redaktion/sam

    Eine Leserempfehlung
  5. ... ein Buch? Sie dauern mich.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ach je, - das tut mir aber leid. Und Sie dauern mich ganz schön, dass ich Sie wiederrum dauere.

    Schließlich kann wohl nicht jeder so schlau sein wie Sie,
    dass er

    Acker-Hellerkraut
    Kletten-Labkraut
    Kriech-Quecke
    Gewöhnliche Teichsimse
    Bachbungen-Ehrenpreis
    Purpur-Fetthenne

    und vieles andere mehr ...

    vom Aussehen und vom Vorkommen her so gut kennt, wie Sie offensichtlich das Innenfutter ihrer Hosentasche !!!

    • dacapo
    • 07. April 2013 22:18 Uhr

    ........ Sie haben es ohne Buch gelernt, giftige oder unbekömmliche Wildkräuter zu erkennen. Hut ab. Aber wie haben Sie es gelernt?

  6. Ach je, - das tut mir aber leid. Und Sie dauern mich ganz schön, dass ich Sie wiederrum dauere.

    Schließlich kann wohl nicht jeder so schlau sein wie Sie,
    dass er

    Acker-Hellerkraut
    Kletten-Labkraut
    Kriech-Quecke
    Gewöhnliche Teichsimse
    Bachbungen-Ehrenpreis
    Purpur-Fetthenne

    und vieles andere mehr ...

    vom Aussehen und vom Vorkommen her so gut kennt, wie Sie offensichtlich das Innenfutter ihrer Hosentasche !!!

    6 Leserempfehlungen
  7. Zählen hundsgewöhnliche Buchempfehlungen jetzt etwa auch schon als Werbung ? Tja denne ... !

    • dacapo
    • 07. April 2013 22:18 Uhr

    ........ Sie haben es ohne Buch gelernt, giftige oder unbekömmliche Wildkräuter zu erkennen. Hut ab. Aber wie haben Sie es gelernt?

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... und zwar unter anderem von einer 1885 geborenen Großmutter, einem ihrer Brüder (1878) und deren Mutter, die sich alle viel Zeit genommen haben. Von einer Schwiegermutter (1920), von vielem Fragen der richtigen Leute ... – und das Innenfutter meiner Hosentasche(n) kenne ich nicht vom Augenschein.

    aber es soll Menschen geben, denen haben Mutter und Großmutter sowas beibringen können.
    Danach muss man zwar nicht jedes Kraut aus dicken Bücher kennen, doch man hält es da ohnehin wie mit dem Pilzesammeln, was man positiv kennt geht mit, der Rest bleibt stehen.
    Heutzutage problematischer ist für viele Menschen ohnehin das Finden einer akzeptablen Fundstelle.

    In obigem Rezept ist die Menge 1 Tasse Misopaste tatsächlich etwas seltsam. Daraus würde eigentlich ein kleiner Eimer Suppe und dafür erscheine wieder die Kräuter wenig und die einzige genannte Wassermenge sind die zwei Tassen in denen die Kräuter püriert werden.
    Aber vielleicht mögen die veganen Zeitungsenten a.D. das Rezept trotzdem, denn ums Kochen gehts denen ja nicht, sondern nur um die Botschaft.

    ...nur die Harten kommen innen Garten!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Serie Wochenmarkt
  • Schlagworte Essen | Garten | Wasser
  • Models present creations from the Felder & Felder Autumn/Winter 2013 collection during London Fashion Week, February 15, 2013. REUTERS/Olivia Harris (BRITAIN - Tags: FASHION)

    Vom Rand des Laufstegs

    Aktuelle Berichte von den Schauen in New York, London, Mailand, Paris und Berlin auf ZEIT ONLINE

    • Kochblog: Nachgesalzen

      Nachgesalzen

      Die Meisterköche Karl-Josef Fuchs, Jürgen Koch und Christian Mittermeier verraten ihre Tipps und Tricks

      • : Hinter der Hecke

        Hinter der Hecke

        Eine Schrebergarten-Kolonie ist ein eigener Kosmos. Unser Kolumnist Ulrich Ladurner erforscht ihn und seine Bewohner mit Demut, Feinsinn und Humor.

        • ZEITmagazin: Heiter bis glücklich

          Heiter bis glücklich

          Oft sind es die einfachen Dinge, die uns heiter bis glücklich stimmen. Im "Heiter bis glücklich"-Blog stellt die ZEITmagazin-Redaktion täglich ihre Entdeckungen vor.

          Service