Neue StudiengängeDer Wind steht günstig

Erneuerbare Energien bieten Ingenieuren gute Jobaussichten. Die Unis reagieren darauf mit neuen Fächern von Friederike Lübke

Die Zahlen können sich sehen lassen: Im Jahr 2020 soll es 470.000 bis 600.000 Beschäftigte im Bereich der erneuerbaren Energien geben, also in Windenergie, Bio- und Solarenergie, Wasserkraft und Erdwärme. Derzeit sind es rund 380.000, vor knapp zehn Jahren waren es nach Angaben des Umweltministeriums erst um die 160.000 Beschäftigte. Das bisherige rasante Wachstum hängt natürlich auch an der starken Förderung des Bundes. Sie stieg von rund 120 Millionen Euro auf etwa 600 Millionen Euro. Die neuen Jobs entstehen in der Produktion, Planung, Beratung oder Montage. Es sind also vor allem Ingenieure und Techniker gefragt.

Die Hochschulen sind dabei, auf die steigende Nachfrage zu reagieren und spezialisierte Studiengänge einzurichten. Zum vergangenen Wintersemester gab es 173 Bachelor- und Diplomstudiengänge, die vollständig auf erneuerbare Energien ausgerichtet waren oder dort ihren Schwerpunkt setzen. Zählt man auch die Masterstudiengänge dazu, die dualen Studiengänge und die Weiterbildungen, sind es insgesamt 380. Und es werden noch mehr. Damit rechnet zumindest Theo Bühler vom Wissenschaftsladen in Bonn. Der gemeinnützige Verein führt eine Studiengangstatistik und analysiert regelmäßig Arbeitsfelder.

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Die Studiengänge sind meist den Fachgebieten Maschinenbau, Elektrotechnik oder Bauingenieurwesen zugeordnet. Führend sind dabei die Fachhochschulen, weil sie mit ihrem Studienangebot flexibler sind; aber auch weil manche kleine Hochschule hoffe, mit einem Trendbegriff neue Studenten anzulocken, sagt Bühler.

Die Auswahl ist groß: Die TU Dresden etwa bietet den Studiengang Regenerative Energiesysteme an, in den höheren Semestern können sich die Studenten zum Beispiel auf Geothermie spezialisieren oder Energieeffizienz. An der TU Darmstadt gibt es seit dem Wintersemester 2012/13 den Masterstudiengang Energy Science and Engineering, zu dem auch regenerative Formen der Energiegewinnung gehören. An der Fachhochschule Kiel lernen Studenten seit dem vergangenen Jahr, wie Windparks auf hoher See geplant und gebaut werden können. Die Universität Stuttgart bietet den Studiengang Erneuerbare Energien mit den Wahlbereichen elektrische, thermische oder kinetische Energiesysteme an. An vielen Hochschulen lernen die Studenten in den ersten Semestern die Grundlagen etwa für Maschinenbau und spezialisieren sich erst danach, beispielsweise mit Vorlesungen zu thermischen Prozessen und neuen Systemen der Kraftwerkstechnik.

Was unterscheidet die Fächer von herkömmlichen Ingenieurfächern?

Po Wen Cheng hält in Stuttgart einen Stiftungslehrstuhl für Windenergie. Er sagt: "Das Studium vermittelt nicht nur typische Maschinenbaukenntnisse, sondern zum Beispiel auch meteorologisches Wissen." Weil die Windenergie sich ständig weiterentwickelt, "braucht es jedes Jahr eine Aktualisierung der Lehrmaterialien."

Und gibt es Unterschiede zu den klassischen Maschinenbaustudenten? "Sie beschäftigen sich mit gesellschaftlich relevanten Themen wie nachhaltiger Energieversorgung, und viele von ihnen wollen etwas verändern", sagt Po Wen Cheng. Und: "Sie sind sehr engagiert, das sieht man auch daran, dass sie auch zum Semesterende noch vollzählig in die Veranstaltung kommen."

Leserkommentare
  1. keine "erneuerbaren" Energien, nur Zufalls-Energien (Wind, Sonne)
    und solche aus nachwachsenden Rohstoffe (NAWARO).

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    Erdwärme und die Wärme der Luft.

  2. Erdwärme und die Wärme der Luft.

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    ... primäre, sekundäre und tertiäre Sonnenenergie.

  3. "Der Windenergie aber, hoffen die Experten, stehen gute Zeiten bevor."

    Wer auf einer derartigen Aussage seine Studienwahl aufbaut, hat eigentlich schon verloren. Eigentlich gilt, dass man sich in einem Studium breit aufstellt und sich Zeit für die Grundlagen nimmt, die lassen sich später fast gar nicht mehr nachholen.

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  4. ... primäre, sekundäre und tertiäre Sonnenenergie.

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    Es gibt eigentlich nur Kernfusion und Kernspaltung und die daraus abgeleitende Energieformen.

  5. Es gibt eigentlich nur Kernfusion und Kernspaltung und die daraus abgeleitende Energieformen.

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    Entfernt. Doppelposting. Danke, die Redaktion/jk

    Erdwärme und Gezeitenenergie gehören dazu, beruhen aber auf einem anderen physikalischen Prinzip als doe Sonnenenergie.
    Aber Sie haben Recht, für uns auf der Erde kommt als weitere unabhängige Energiequelle die Kernfusion und die -spaltung ( zumindest theoretisch ) in Frage.
    Dass die Sonne die zu uns kommenden Strahlung aus kernphysikalischen Prozessen "gewinnt" ist im Grunde unerheblich, weil weit weg.
    BTW, scheiß-fehlende Editierfunktion.

  6. daß die meisten derjenigen die solche Fächer studieren zweigleisig fahren,

    um nachher nicht windenergie zu betreiben,sondern darüber zu diskutieren als Journalisten bzw als Politiker und Manager entfernt damit zu planen.

    In Deutschland wird das über die dinge reden in Medien bzw das Verwalten und Managen der Dinge in Management und (öffentlicher) Verwaltung immer noch 10 mal besser bezahlt als die Tätigkeit selbst,und das krisensicher.

    Denn über Wind und Sonne wird auch in hundert Jahren noch in Parlamenten und Medien und Management ewig (mit oder ohne Kalauer) und entspannt diskutiert werden zu horrenden Stundensätzen.

    Jedoch Vorsicht: wer die eigentliche Arbeit erledigen möchte,wird irgendwann vom billigeren Kollegen in Fernost abgesägt,der hat die Rente mit 30 noch längst nicht durch.

  7. der nicht-fossilen Energiegewinnung. Ich denke da an notwendige Nachbesserungen, um z.B. Kollisionen von Fledermäusen und Vögeln mit Windrädern zu vermeiden sowie die Auswirkungen von maritimen Windparks auf die Tierwelt unter und über Wasser.

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    .. und mit etwas Sucherei finden Sie leicht Publikationen dazu.

    Diesen Publikationen kann man entnehmen, dass das Problem des Vogelschlags an Windturbinen vorkommt, <a href="http://www.verivox.de/nachrichten/studie-vogelschlag-durch-windraeder-un... in geringem Maße</a>. Welche Maßnahmen schweben Ihnen übrigens vor, um Vogelschlag durch Windräder gänzlich zu verhindern?

    Und wenn man den Tod von Vögeln verhindern will, wäre es vielleicht angebracht, bei den wirklich großen Ursachen anzusetzen.

    Jährlich kommen Millionen Singvögel durch Autos um, werden von Jägern in Mittelmeerländern schlicht abgeknallt oder von streunenden Hauskatzen gerissen.

    • anin
    • 21. April 2013 16:55 Uhr

    geht, sollte man gar nicht studieren und lieber in bestimmten Parteien eintreten. Oder hat jemand schon einmal Ingenieure oder Physiker in Tallkshows gesehen, wo diese Themen in aller Breite diskutiert werden?

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    "Oder hat jemand schon einmal Ingenieure oder Physiker in Tallkshows gesehen"

    Sie sehen da etwas falsch. Ingenieure machen sich über ein Thema kundig, nicht um großflächig darüber zu reden, sondern um es anzupacken und umzusetzen. Und zwar richtig.

    Und nebenbei: Sie verdienen damit ihren Lebensunterhalt nachhaltig und sicher.

    ...denn wir haben besseres zu tun, als uns in Talkshows herumzutreiben.

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