Über kaum etwas wird in Deutschland mehr gestritten als über die Energiewende. Einig sind sich die Parteien nur in einer Erkenntnis: Soll die Versorgung umweltschonend werden und obendrein zuverlässig und bezahlbar bleiben, muss gespart werden, vor allem beim Heizen. Wer weniger verbraucht, muss weniger zahlen, so die einhellige Logik dabei. Die Regierung will sogar dafür sorgen, dass die Wohnhäuser bis zur Mitte des Jahrhunderts nahezu klimaneutral werden, also fast ohne Heizöl und Erdgas auskommen. Doch jetzt zeigt sich, dass für den gigantischen Umbau das Geld fehlt. Nach der Bundestagswahl könnte deshalb auf die Bürger eine neue Abgabe zukommen – und auf die Politik ein Kampf um die Häuser.
Es geht um die Sanierung von Zehntausenden Gebäuden, die Deutschlands größte Energieschleudern sind. Auf sie entfallen 40 Prozent der insgesamt verbrauchten Energie, sie tragen rund ein Drittel zum Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) bei. In ihrem Energiekonzept hat die Regierung deshalb angekündigt, den Energiebedarf der Häuser bis zum Jahr 2050 um rund 80 Prozent reduzieren zu wollen. Die Sanierung des Gebäudebestandes sei "die wichtigste Maßnahme, um den Verbrauch an fossilen Energieträgern nachhaltig zu mindern und die Abhängigkeit von Energieimporten zu reduzieren", heißt es in dem Dokument.
Viele Politiker nähren außerdem die Hoffnung, das Vorhaben senke die Kosten für eine warme Wohnung. Am günstigsten sei "diejenige Energie, die gar nicht erst verbraucht wird", erklären Joachim Pfeiffer und Thomas Bareiß, die für die Sache zuständigen Fachleute der CDU; dem Gebäudebereich komme hierbei "die Schlüsselrolle" zu. "Ohne den Gebäudesektor wird der Umbau der Energieversorgung nicht funktionieren", sagt Pfeiffer. Nicht einmal die Opposition opponiert in dieser Angelegenheit. Im "Regierungsprogramm" der SPD heißt es beispielsweise, die richtige Antwort auf steigende Energiepreise sei "die konsequente Steigerung der Energieeffizienz"; auch im Wohnungsbau sei noch viel zu holen.
Kein Wunder, dass vor Kurzem eine Schlagzeile der Tageszeitung Die Welt für helle Aufregung sorgte. Die große Lüge von der Wärmedämmung, titelte das Blatt. Die Zeitung hatte mit einer ähnlichen Schlagzeile zwar schon vor mehr als zwei Jahren Stimmung gegen die Gebäudesanierung gemacht ("Null-Emissionsstandard kostet 2,6 Billionen Euro"); damals kam die Angst einflößende Ziffer jedoch von der Lobby der Immobilienwirtschaft, während die aktuelle Hiobsbotschaft aus einer unverdächtigen Quelle stammt: von der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
Die KfW fördert die Gebäudesanierung mit öffentlichem Geld. Allerdings reicht die bisherige Hilfe – es sind vor allem zinsverbilligte Kredite – bei Weitem nicht aus, um die Ziele des regierungsamtlichen Energiekonzepts zu verwirklichen. Der Gebäudebestand müsste nicht nur schneller saniert werden, die Sanierung müsste auch gründlicher sein als heute, meinen Experten.
Das Forschungsinstitut Prognos hat der KfW nun bestätigt, dass beides möglich wäre, wenn die Förderung opulenter wäre. Unterm Strich entstünden so nicht nur neue Arbeitsplätze, die Wirtschaft wachse sogar etwas mehr, das Programm finanziere sich deshalb am Ende selbst, so die Studie. "Deutschland profitiert von der Energiewende", ließ die KfW freudig wissen, als sie die Studie veröffentlichte. Es war eine Botschaft an die Politik, mehr Mittel für die Bank lockerzumachen.
Ob die energetische Sanierung eines Gebäudes aus der Sicht eines potenziellen Investors rentabel ist oder nicht, damit beschäftigt sich die Prognos-Studie nur beiläufig – und missverständlich: 838 Milliarden Euro an Investitionen sind laut der Expertise bis zum Jahr 2050 aufzubringen, um die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu erfüllen. Die eingesparten Energiekosten betragen laut Prognos aber nur 372 Milliarden Euro. Es bleibt also eine gewaltige Differenz in Höhe von 466 Milliarden Euro. Die KfW selbst kommentierte diese Zahlen in einer Pressemitteilung mit den Worten, die notwendigen Investitionen ließen sich "nicht allein aus den eingesparten Energiekosten refinanzieren".
Kommentare
Gebäudeschäden durch Wärmedämmung?
Ist auch eingerechnet, dass viele Häuser spätestens 20 Jahre nach der Dämmung wegen Bauschäden abrissreif sein werden? Und was passiert dann mit dem Dämmungsmüll?
"Und was passiert dann mit dem Dämmungsmüll?"
Styropor und ähnlichen Materialien können Sie leicht z. B. dadurch verflüssigen und neuen Produktzyklen zuführen, dass sie etwas Aceton dazu geben. Dafür gab's schon vor Jahren mal einen Preis bei Jugend forscht.
Der Bestand wird nicht zerstört und wie soll ein Material das ..
tausende Jahre nicht verrotten kann zu Bauschäden führen..
Es gibt derzeit 10% Architekten die seit 30 Jahren Erfahrung haben mit Passivhäusern und Plusenergie Häusern, diese Erfahrung hat gezeigt ohne Architekten hat man Bauschäden.
Jeder Hobby Architekt die weiteren 90% Prozent versuchen sich an Passivhäusern ohne Erfahrung.
Gut Ausgebildete Planer kosten ihr Geld für eine nachhaltige und mit niedrigen Lebenslaufzykluskosten.
Aber 60 Prozent der Bevölkerung baut ohne Planer und saniert mit Baumarktartikeln.
Da ist es kein Wunder das nach 20 Jahren Bauschäden und Entsorgung auf sie zu kommen.
keine Macht der Tugendpolizei
eine MInderheit , die ökologisch korrekt leben will und sonst keine Probleme hat , will der Masse den korrekten Lebensweg aufzwingen. Das darf nicht sein!
Bezeichnend ist einfach - und ja, liebe Zeit, bitte läschen sie das nicht- , dass die meisten Grünen eben Beamte sind und sich diesen Unsinn auf Kosten der Masse leisten können.
Ehrlich gesagt, ist diese Haltung grob asozial und eine den Deutschen eigenes Wesensmerkmal, weil es anderorts keine so priviligierten beamten gibt!
(zBsp gibt der RS-Optimist, KOmmentator, hier gibt zu in einem Beamtenwohnverein zu leben und glaubt, diese Vermietung sei repräsentatvi für alle Vermieter ..so viel Weltfremdheit muss es erst mal in einem Mensch geben)
Passivhäuser
"Es gibt derzeit 10% Architekten die seit 30 Jahren Erfahrung haben mit Passivhäusern und Plusenergie Häusern, diese Erfahrung hat gezeigt ohne Architekten hat man Bauschäden."
sie meinen hoffentlich nicht (Stadt-)villen für 600.000 bis x Mio.,
Neubauten ist sowieso ein Thema für sich
Brot und Butter sind doch sicherlich der unendlich größere Bestand,
dabei zum einen die großen Miet-Komplexe und all die kleinen Bachsteineinzelhäuser/ -reihenhäuser
was soll man bei denen groß architektieren außer der Wahl des Materials drumherum angepappt?
auch diese Entscheidung ist sicher nicht trivial, aber mindestens sollte doch
eine Regierung die das millionenfach mitentscheidet in paar Ratgebern ablegen,
das kann doch nicht auch schon wieder in jedem Einzelfall eine abgepresse Wissens-Prämie einer elitären Gruppe sein?
klingt erstmal genau wie (Abmahn-)Anwälte, Banker, Immobilienheinis: einmal Mausklick für Standardformular/ Anlage/ Mietwohnung, schon ein Monatsgehalt kassiert
Architekten für individuellen Neubau gerne, selbst das ist aber kein Maßstab,
die Fertighäuser für 80.000 müssen wirtschaftlich sein, es gibt nicht nur Münchener Innenstadt.., da baucht es einmal einen Plan und Rest ist Ausführung
Was für Gebäudeschäden?
Alternativ zum teuren und aufwendigen Rückbau alter Dämmsysteme kann man diese auch "aufdoppeln". Das ist nicht nur billiger, sondern es entsteht auch weniger Müll. Außerdem müssen 2020 per Gesetz mindestens 70% der Dämmstoffe recyclebar sein: http://www.waerme-im-dial...
Ich verstehe die Überschrift nicht so richtig?
Ich wohne seit fast 40 Jahren in einer Wohnung des "Beamtenbauvereins". Dieser Verein, ist gegründet worden, um Beamten bezahlbare Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Die Gründer müssen wahre Propheten gewesen sein, als sie diesen Verein in den 20er Jahren gegründet haben! Was diesen Verein aber so erwähnenswert macht, ist sein Art, wie er die Bausubstanz und Wohnungswerte, pflegt und erhält! Unter anderem ist man jetzt dabei, die Häuser "alle" neu zu isolieren mit Dämmplatten, Dachsanierungen, Fensteraustausch, alles was dieses Programm so hergibt. Bis heute haben wir Mieter noch nichts von einer Mieterhöhung gehört, sie wird mit Sicherheit, wie bisher immer nach Sanierungen, im akzeptablen Rahmen noch kommen. Warum schreibe ich das? Weil es verantwortungsvolle Vermieter gibt, die "nicht" warten bis sie gezwungen werden was zu tun, sie tun dies, weil sie die Wohnungen in einem guten, akzeptablen Zustand halten wollen und zufriedene Mieter haben möchten. Denn wie der Name ja schon sagt, es ist ein Verein, da möchte man zufriedene Mitglieder haben, sonst hat der Vorstand ein Problem!!!
lmao..tja Herr Beamter
in ihrem "Beamtenwohnverein" wird so viel staatliche subventioniert, dass sich ihr toller Vermieter das auch leisten kann.
(die mesiten Zeitleser sind übrigens Beamte und wissen gar nicht, wie es ist die politischen Entscheidungen auf dem eigenen Buckel auszutragen).
Ein normaler Vermieter wird eben bei so SChmarn , wie Energiewendegesetzen, viel auf die Mieter umlegen.
(zBsp auch die tolle Vermögenssteuer der Grünen bzw. auch bei der ERbschaftssteuer wird dann ex ante aufgeschlagen)
Schon toll, wie verblendet manche Menschen sind
Tja, Herr Beamter.
"Schon toll, wie verblendet manche Menschen sind" Na wo steht dieser Satz wohl? Genau, in Ihrem Post. Nun zu Ihrer hochintelligenten Antwort auf meinen Post. 1.) bin ich kein Beamter sondern Rentner. 2. was haben sie gegen Beamte? Ihre Post hier bei ZON richten sich fast alle gegen Beamte, als diejenigen, die unsere Republik zum Untergang verdammen. Wie kommen sie eigentlich auf diesen schmalen Ast? Ich bin bestimmt kein ausgesuchter Freund von Beamten, nur ohne sie wären wir ganz schön aufgeschmissen! Feuerwehr; Polizei; Lehrer; Stadtverwaltung u.s.w.!!!
Unübersichtliche Lage
So wie die Herren Prof. G. Hauser und Prof. K. Sedlbauer (Fraunhofer-Institut für Bauphysik) für den Lobbyverband der Dämmstoffindustrie GDI publizieren,
http://www.gdi-daemmstoff...
hat andererseits ohne dafür gratifiziert worden zu sein, bereits seit Ende der 90er Jahre Prof. Dr. ing. Claus Meier, Nürnberg für alle Interessierten zugänglich auf seiner Homepage detailliert über den bauphysikalischen groben Unsinn der Wärmedämmung publiziert.
Wenn selbst DIE WELT, sicher kaum das Kampfblatt der Linken und Mieterverbände, umfänglich über den Unsinn der Dämmung informiert
http://www.welt.de/finanz...
kann der Interessierte bezüglich der versprochen Energieeinsparversprechen schon mal skeptisch werden.
Die unverdrossen unter „Gesparte Energie“ angeführten Berechnungen der Dämmstoffindustrie bezüglich einer Altbestandssanierung halten mit Ausnahme der Heizungsmodernisierung auch nicht im Entferntesten einer ingenieurwissenschaftlichen Überprüfung stand. Die wenigen bisher von seriösen, d. h. lobbyfernen Quellen publizierten Vor- und Nachheruntersuchungen sind bezogen auf das Renditeergebnis durchweg ernüchternd.
Eine an dem Lebenserwartungszeitraum orientierte Amortisation ist nicht darstellbar!
"das Renditeergebnis durchweg ernüchternd."
Haben Sie den Artikel, den Sie kommentieren, nicht gelesen? Darin wird erklärt, dass jedes Haus in Abständen erneuert werden muss und dass wenn man die Erneuerung mit einer Dämmung kombiniert, die Kosten für die Dämmung sich stark reduzieren. Allerdings fürchte ich, dass das Überlesen der relevanten Passagen bei Ihnen kein verständiges sondern ein ideologisches Problem sein könnte. Das gab's bei ökologischen Zukunftsthemen schon öfter. Das ist in Grenzen normal. Das ist schlicht der Unwille, etwas zu verändern. Wenn's schlimm kommt, die Angst vor Neuem.
Selbst unter Einrechnung von in der Nutzungszeit ohnehin...
...notwendiger Reparaturen amortisieren sich Wärmedämmmaßnahmen an alten Gebäuden: Nie!, vorausgesetzt, der Gutachter ist nicht von der Industrielobby bezahlt.
Wärmedämmung - Der Wahnsinn geht weiter
"Styropor als Fassadendämmstoff ist häufig das Material der Wahl, wenn Häuser wärmegedämmt werden sollen. Doch das kann verheerende Folgen haben: für das Raumklima und auch im Brandfall.
Bereits vor einem Jahr haben wir uns mit dem Thema Wärmedämmung beschäftigt und auf Risiken und Probleme hingewiesen.
Vor allem unser Brandtest mit dem Wärmedämmstoff Polystyrol sorgte bundesweit für Aufsehen.
Nach wie vor ist die Frage: Wer profitiert wirklich von ständig verschärften Energiesparverordnungen und dem dadurch angeheizten Boom der Wärmedämmverbundsysteme: die Bewohner, die Umwelt oder nur die Lobby?"
http://www.ndr.de/ratgebe...
Absurdistan...
... wer zig-tausende Euro für schon ein kleines Haus investiert um damit 500 Euro im Jahr zu sparen (50% unserer derzeitigen reinen Heizkosten), dem ist nicht mehr zu helfen. Selbst wenn sich die Energiepreise verdoppeln würde ich eine schwarze Null dieser Investition selbst mit staatlicher Hilfe und einer Lebenserwartung von 150 Jahren nicht mehr erleben. Dazu noch Brandgefahr etc.
Unsinn hoch drei. Freiwillig nie.
"Dazu noch Brandgefahr etc."
Wenn Sie ein Haus mit nur ein paar zig-tausend Euro gekauft haben, dürfte das schon ein älteres sein. Wenn da die Holzfenster alle paar Jahre neu gestrichen werden müssen, kommen Ihnen die Vorteile von Plastikfenstern von Mal zu Mal bedenkenswerter vor. Wenn Sie keine 150 Jahre alt werden wollen, um von deren Vorteile noch zu partizipieren, sollten Sie sie eher früher als später einsetzen. Machen Sie's in kleinen Häppchen, wenn sie die Kosten fürchten. Zuerst die Nordseite, dann die Ostseite usw.
Wenn der Putz erneuert werden muss, gehen sie die Dämmung an. Eben wie im Artikel beschrieben, sollten Sie die Renovierungen sinnvoll kombinieren.
Wenn Sie Wärmedämmmaßnahmen in "Häppchen" durchführen...
...amortisieren sie sich eben häppchenweise nie!
Angeblich nur 14 % Transmissionswärme d. Wand
Wenn davon 50% eingespart werden = 7 % der Heizkosten !