Hyundai Santa Fe © Hersteller

Der Wettbewerb zwischen den Autos von Hyundai und den deutschen Konkurrenten erinnert an den zwischen den Smartphones von Samsung und Apple. Die Koreaner können unglaublich viel, sind aber im Image und im Aussehen nie ganz vorne. Natürlich wollen die Designer das ändern, so wie jetzt mit dem neuen SUV von Hyundai, dem Santa Fe 2.2 CRDI. Mächtig sieht er aus, mit großem Auftritt vorne und eleganter, sportlicher Linie nach hinten. Ein eigenständiges Gesicht.

Wir, das sind meine zwei kleinen Töchter und ich, fahren mit dem zwei Tonnen schweren Diesel-Auto von Hamburg ins Rheinland, zu Oma und Opa. 480 Kilometer sind das. Normalerweise würden wir die Strecke mit der Bahn oder mit unserem alten Ökoauto, einem Audi A2, bewältigen. Jetzt also der Santa Fe. Die Kinder mögen den großen Hyundai. Da sitzen sie hoch und können sogar die Rücksitze elektrisch verstellen und heizen, obwohl das in ihren Kindersitzen keinen Unterschied macht. Einmal haben sie darüber gesprochen, dass wir doch den kleinen Audi verkaufen und uns ein größeres Auto kaufen könnten. "Ja, aber an wen sollen wir den Audi verkaufen?", fragte die Achtjährige. "An jemanden, der noch kein Auto hat", antwortete die Dreieinhalbjährige.

Die Fahrt war für alle Beteiligten angenehm. Das fing für Papa schon damit an, dass er keinen Schlüssel mehr ins Zündschloss stecken musste. Startknopf, und fertig. Das große Navi (für die Kinder das "Video") wies den Weg – wobei man nie wusste, ob es nun Staus einberechnete oder nicht. Aber wir hatten keine. Das Auto beschleunigte schon bei 1.500 Umdrehungen ruhig und kräftig, und wir schafften die ersten 300 Kilometer in zweieinhalb Stunden, ohne zu hetzen. Papa merkte, dass der Wagen sich jenseits der 170 km/h schwerer tat, und reizte den Motor auch nach der Pause auf einer dieser furchtbaren neuen Raststätten nicht aus. Nach vier Stunden waren wir da, entspannt und hungrig auf Omas Spaghetti Bolognese.

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Nicht ganz so entspannt kann die Umwelt sein. Die Autobahnfahrt ergab einen Verbrauch von neun bis zehn Litern auf hundert Kilometern. Kein Wunder bei dem Gewicht und all der Elektronik, aber doch so viel, dass wir uns entschlossen, zum Ausgleich etwas Geld für eine Wiederaufforstungs-NGO zu spenden. Der Dreieinhalbjährigen war das allerdings nicht so wichtig.

Technische Daten

Motorbauart: 4-Zylinder-Dieselmotor
Leistung: 145 kW (197 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 10,1 s 
Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h
CO₂-Emission: 178 g/km
Durchschnittsverbrauch: 6,8 Liter 
Basispreis: 41.000 Euro

Uwe Jean Heuser leitet das Ressort Wirtschaft in der ZEIT