Demografie : Die schon wieder!

Sie sind viele, sie sind reich, und sie sind mächtig: Die Babyboomer bestimmen, wo es langgeht – in der Politik, in der Wirtschaft, in der Kultur. Warum kommen die Jüngeren nicht gegen sie an? Eine Polemik

Ein Rentner in Lederhosen erklärt mir, wie Deutschland zu retten ist: "Der Euro muss weg!" Ein weißbärtiger Mann winkt mit einem Hundertmarkschein. Der 72-jährige ehemalige Wirtschaftsprofessor Joachim Starbatty posiert mit seinem Buch Tatort Euro. Im Foyer laufen der 73-jährige ehemalige BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel und der 72-jährige ehemalige CDU-Staatssekretär Alexander Gauland an mir vorbei. Es ist der Gründungsparteitag der "Alternative für Deutschland" im Hotel Intercontinental in Berlin.

Früher, vor 33 Jahren, als die Grünen entstanden, waren die Protestler jung, hier sind die meisten über 50. Früher trugen die Alternativen lange Haare, heute tragen sie Einstecktuch. Damals träumten sie von einer Zukunft voller Sonnenenergie. Heute wollen sie die D-Mark zurück.

Wann habe ich eigentlich angefangen, mich zu wundern?

War es im März, als der Altpunker Campino (50) für den wichtigsten deutschen Musikpreis Echo nominiert wurde, gemeinsam mit den Altrockern Bruce Springsteen (63), Joe Cocker (68) und Peter Maffay (63)?

War es im Winter, als die Altpolitiker Peer Steinbrück (66) und Rainer Brüderle (67) zu Hoffnungsträgern ihrer Parteien gekürt wurden?

Oder war es nach der Wahl in Italien, wo seither ein 87-jähriger Staatspräsident und ein 76-jähriger korrupter Milliardär um die Macht rangeln, gemeinsam mit einem 70-jährigen ehemaligen Investmentbanker, einem 64-jährigen Komiker und einem 61-jährigen Sozialdemokraten?

Vielleicht war es auch während einer dieser Talkrunden, in denen der 44-jährige Markus Lanz als "junger Mann" bezeichnet wurde – oder als eine 74-jährige ehemalige Nachrichtenmoderatorin behauptete, Männer, die Frauen herabwürdigen, "sind nun mal so".

Kann sein, dass es in jenen Wochen war, als die Zahl der jungen Arbeitslosen in den Euro-Krisenländern einen neuen Rekord erreichte – einige Feuilletons aber fürs Sitzenbleiben in den Schulen kämpften, als sei es ein Menschenrecht. Womöglich war es auch die Ankündigung neuer Actionfilme mit Sylvester Stallone (66) und Arnold Schwarzenegger (65)?

Ich weiß nicht, wann es anfing – ich weiß nur, dass es auf einmal da war: dieses Gefühl, dass die Zeit festgefroren ist.

Die Deutschen sind das zweitälteste Volk der Welt, vor den Italienern, nach den Japanern. Jeder zweite Bundesbürger ist älter als 45, jeder dritte Wahlberechtigte ein Rentner.

Sie, lieber ZEIT-Leser, sind im Schnitt 51 Jahre alt. Der durchschnittliche Zuschauer der öffentlich-rechtlichen Programme ist über 58. Ich bin 35 und habe nichts gegen Menschen, die älter sind: Ich liebe meine Eltern, ich habe viele ältere Freunde, meine Chefs sind in Ordnung. Doch für Menschen unter 40 kann sich das Leben anfühlen wie ein immerwährendes Auswärtsspiel.

In der Schule habe ich gelernt, dass der Bevölkerungsaufbau unserer Gesellschaft an eine Zwiebel erinnert: unten ein schmales Ende (das waren wir Kinder), oben ein schmales Ende (die Alten), dazwischen ein gewaltiger, kraftstrotzender Bauch: unsere Eltern, eine Menge Leute zwischen 20 und 50. Das war in den Achtzigern.

Inzwischen ist der Bauch nach oben gerutscht, Jahr für Jahr wandert er, und bald, so prognostiziert es das Statistische Bundesamt, wird aus der Zwiebel ein Pilz werden: ein schmaler Stiel (wir), darüber ein breiter Hut, die Menschen über 60.

Ich frage mich: Was macht das mit einer Gesellschaft?

Peter John Mahrenholz läuft durch ein ausgebautes Loft im Hamburger Karoviertel. Hohe Decken, große Fenster, Holzfußboden. Es sind die Räume der Werbeagentur Jung von Matt, Mahrenholz ist dort der Chefstratege.

Seine Geschäftsgrundlage ist es, zu wissen, wie die Deutschen denken und fühlen, wie sie leben, konsumieren und altern. Ein offener Aufzug surrt zwischen bunt bemalten Betonwänden nach oben, Mahrenholz steigt aus, öffnet am Ende des Flurs eine weiße Kunststofftür und betritt ein Zimmer, das sich von allen anderen Räumen in der Agentur unterscheidet. Niedrige Decke, Teppichboden, Gardinen. Vor dem Fenster steht eine Couchgarnitur, gegenüber eine Schrankwand aus Holzimitat.

"In diesem Wohnzimmer leben der 48-jährige Thomas und seine 46-jährige Frau Claudia", sagt Mahrenholz. Natürlich gibt es Thomas und Claudia nicht wirklich. Die Werber von Jung von Matt haben Deutschlands typisches Wohnzimmer nachgebaut.

Im Regal stehen Harry Potter, Thilo Sarrazin, ein paar Porzellankatzen und ein Flachbildfernseher. Thomas und Claudia seien konservativ, sagt Mahrenholz. Durch das Fernsehprogramm navigieren sie noch immer mit einer Programmzeitschrift. Erst langsam beschäftigen sie sich mit Sozialen Netzwerken im Internet, ihre Musik kommt noch immer aus dem CD-Spieler, nicht aus einem MP3-Player.

Mahrenholz setzt sich oft in dieses Wohnzimmer. Für Thomas und Claudia entwirft er seine Werbekampagnen, denn für Thomas und Claudia entwickeln die Unternehmen ihre Produkte. Die 48- bis 67-Jährigen sind die wichtigste kommerzielle Zielgruppe der Welt.

In fast allen Industrieländern setzte nach dem Zweiten Weltkrieg ein gigantischer Babyboom ein – in Deutschland begann er erst einige Jahre später, aber auch hierzulande gilt: Nie zuvor und nie danach wurden so viele Kinder geboren wie zwischen 1946 und 1965. Die sogenannten Babyboomer sind die größte und wohlhabendste Alterskohorte aller Zeiten.

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Kommentare

424 Kommentare Seite 1 von 47 Kommentieren

falsche Rechnung

Ihre Rechnung ist natürlich falsch.
In dem Moment, in dem weniger nachkommen als sterben, sinken die Beiträge und das wird definitiv um das Jahr 2030 geschehen.

Was die Pensionen angeht, sinken auch dort die Belastungen, weil gerade im Bereich der Beamten massiv Stellen abgebaut wurden. Momentan kämpfen wir noch mit den hohen Lasten, die uns durch die Privatisierungen entstanden sind, aber danach wird es weniger. (Auch ein Punkt warum Privatisierungen nicht immer lukrativ sind, denn die neuen Besitzer zahlen nichts für die Pensionen)

Es gibt, wie ich schon aufgeführt habe keine steuerlichen Zuschüsse für die Rentenkasse, denn die Versicherungsfremden Leistungen, können ja nicht Aufgabe des Beitragszahlers sein, sondern sind Aufgabe des Staates. Und das die Mittel die der Staat dafür bereitstellt nicht ausreichend sind, ist auch hinlänglich bekannt.

Lassen sie sich doch nicht so aufstacheln.

Übrigens, in einem anderen Kommentar beschweren sie sich darüber das sie heute so wenig Chancen haben. Schon mal darüber nachgedacht, wie die Chancen aussehen würden, wenn die Geburtenrate höher gewesen wäre??
Was hätten sie davon, wenn wir jetzt 10 Millionen Arbeitslose haben würden??

Die Ursachen für unsere Probleme liegen wo ganz anders.

Daran glaube ich schon

denn ansonsten müssten wir in Spitzenzeiten bis zu 400.000 Arbeitsplätze jährlich verlieren. Ich bin selbst im Automatisierungsbereich tätig und so viel Industrie zum Automatisieren haben wir nicht mehr.

Außerdem gibt es gerade bei den Babybommern noch viele mit hervorragenden Renten und dazu noch einer zweiten Betrieblichen Absicherung. Diese Leute verstehen es zu leben und werden deutlich mehr an Dienstleistung nachfragen, als heute noch der Fall ist. Man ist noch jung und will unterhalten werden.

Rente mit ? in 2040

Jahrgang 1960 Lebenserwartung Männer: 75,6 Jahre
Renteneintrittsalter 66,5
=> Bezugszeit 9,1 Jahre

Jahrgang 1980 Lebenserwartung Männer: 81,0 Jahre
Renteneintrittsalter ?
Wenn Sie zB SCHON mit 70 ( statt 75 ) ihre Rente bekommen, bekommen Sie 11 Jahre lang Rente, ich nur 9,1 Jahre, dafür haben Sie aber (hoffentlich) 3.5 Jahre länger eingezahlt

Finden Sie das SO ungerecht ??

Ich finde feste Altersgrenzen total ungerecht

Reicht es nicht, wenn ich 45 Jahre eingezahlt habe?? Warum müssen das jetzt auf einmal 51 Jahre werden, wenn andere schon nach 40 Einzahljahren bei voller Rente nach Hause dürfen.

Diese ganze Rentenberechnung ist Humbug, weil sie die Wertschöpfung außer acht lässt. Habe mal meine hochgerechnet, mit einer Verzinsung von 5%. Dabei bin ich von der Annahme ausgegangen, das meine Rentenzahlungen nichts anderes als Bundesanleihen sind. Wieso denn auch nicht, wenn andere dafür Zinsen erhalten. Ich gebe heute dem Staat Geld, damit er die heutigen Rentner bezahlt, dafür erhalte ich meinen gezahlten Betrag inkl. Zinsen zurück, wenn ich in Rente gehe.

Selbst ohne Zinsen auf den Endbetrag, würde ich 25 Jahre lang ein Stück über 40.000 Euro erhalten. Nach 45 Einzahljahren!!

Also soll mir einer erklären, warum ich 51 Jahre zahlen soll. Denn das kann ich noch viel weniger verleben.

Die Wahrheit ist, der Beitragszahler wird nur abgezockt. Er muss für tausend andere Dinge mit bezahlen und jetzt hetzt man auch noch die Jungen auf, damit man die später genauso veralbert.

Überall gibt es die Wertschöpfung. Nur bei der Rente nicht.

Arbeitsplätze

<<< Daran glaube ich schon denn ansonsten müssten wir in Spitzenzeiten bis zu 400.000 Arbeitsplätze jährlich verlieren. Ich bin selbst im Automatisierungsbereich tätig und so viel Industrie zum Automatisieren haben wir nicht mehr. <<<

Ich denke da auch weniger an Industrie als Verwaltung und alle möglichen internetbasierten Dienstleistungen die entweder durch einen knuffigen Algorythmus ersetzt oder ins billigere Ausland outgesourct werden können.
Und das die Existenzslosen in Resteuropa und Restwelt dahin gehen, wo noch Arbeitsplätze sind, sollte klar sein.

<<< Außerdem gibt es gerade bei den Babybommern noch viele mit hervorragenden Renten und dazu noch einer zweiten Betrieblichen Absicherung. Diese Leute verstehen es zu leben und werden deutlich mehr an Dienstleistung nachfragen, als heute noch der Fall ist. Man ist noch jung und will unterhalten werden. <<<

Die Frage ist, wieviel Kaufkraft da am Ende noch vorhanden ist, wenn die diversen Staats-/Banken-/€-/Kapitalismusrettungen mal in Rechnung gestellt werden und nach Bezahlung schreien.

Aber.

wollen wir das, kann Wachstum nur mit einer steigenden Bevölkerung möglich sein, warum sollte unsere Bevölkerung nicht wieder sinken können. Sind wir nicht jetzt schon eines der Länder mit der höchsten Bevölkerungsdichte? Obwohl wir inzwischen weniger Geburten als Todesfälle haben steigt unsere Bevölkerung weiterhin. Was war daran falsch als die Bevölkerung nur 60 Mio stark war? Es sollte eigentlich jedem klar sein das konstantes Wachstum nicht möglich ist, hätte unsere Bevölkerung sich in dem Tempo vergrößert wie zur Babyboomer Phase dann wären wir schon weit über 100 Mio in Deutschland und Ende dieses Jahrhunderts wohl auf die 200 Mio gegangen...

ungeklärt: Wertschöpfung

bei wachsender Weltbevölkerung und stagnierenden Materialreserven (ohne intelligente, gleitende Umstrukturierung des Materialeinsatzes für menschlich_humanistische Entwicklung, sogar ohne Ausgrenzung der selektivRadikalen?)

... will Er/Sie/Es dazu alte Argumente oder im 21. Jhd sozialisierte Einsichten (geprüft an der Erfahrung, einer wirklichen Erfahrung, der älteren Einsichtigen)???

Stabilisieren

Stabilisierung

Vorab: Bei der Kinderanzahl geht es ja nicht um Sie persönlich sondern um die ganze Generatiion

Stabilisieren tut sich eine Population nur dann, wenn Geburten und Sterbefälle sich in der Waage halten, dh entweder 2.0 Kinder pro Frau oder 2,0-x Geburten/Frau + x Zuwanderung. Davon sind wir weit entfernt.

Neben der ( nicht von mir ) angesprochenen Zukunftsangst ist dafür aber auch ein stärker ausgeprägtes Selbstverwirklichungs- und konsumorientiertes Verhalten verantwortlich ( stärker im Verhältnis zur Vor-Babyboomergeneration )

Zynismus

"Was also genau sollten höhere Geburtenraten besser machen?"

Ist Ihnen eigentlich nicht klar, wie unglaublich zynisch das ist? Wer braucht schon Kinder, wenn die hinterher sowieso nur die Sozialkassen belasten! Ha!

Mal unabhängig davon, dass zahlenmäßig stärkere Kindergenerationen automatisch für eine veränderte Politik sorgen, wie auch immer die genau aussehen mag. ;-)

Ja, habe ich

Und wenn einem scheinbar gar nichts zum Thema einfällt, kommt das Todschlagargument, man hätte den Artikel nicht bis zum Ende gelesen. Gähn....

Kommen Sie doch erst einmal mit ein paar Argumenten, bevor Sie Standardphrasen dreschen.

Ich hatte sogar das Glück, den Artikel in der Print-Ausgabe gelesen zu haben, wo dieser noch mit teilweise fragwürdigen Fotos von Prominenten garniert wurde. Was mich zu der Frage bringt, was hat George Clooney und Meryl Streep damit zu tun? Als ob es keine Jungschauspieler mehr geben würde. Irgendjemand hier erkannte richtig, dass James Dean zwar jung war, aber zu seiner Zeit auch viele ältere, erfolgreiche Schauspieler am Start waren.

Wie gesagt, teilweise fand ich den Artikel ja sehr treffen, aber teilweise wurden auch Dinge bemüht, die eher gewollt als gekonnt waren und mehr den Eindruck erweckten, um ein Dossier damit zu füllen, muss man halt eini paar Beispiel bringen und seien sie auch mehr als widerlegbar.

So, und jetzt kommen Sie. Ich warte.

Dennoch ist die Umweltbilanz nicht dieselbe.

Ach wissen Sie, neidisch bin ich nicht auf die fetten Autos. In der Gegend rumreisen tu ich dennoch. Allerdings fiege ich eher selten sondern nehme den Zug wo es geht. In meinem Umfeld war noch keiner auf Bali. Und Thailand, Indien oder Neuseeland sind absolut keine "Banalitäten" für meine Generation. Das sind Reisen, die sich die Leute vom Mund absparen. Natürlich kann diese Generation viel reisen, aber die ältere Generation reist noch mehr und hat daher eine schlechtere Umweltbilanz. Ich war in meinem Leben bisher nur einmal in den USA, meine Eltern bereits zweimal. Ich nehme das meinen Eltern nicht übel, aber Tatsache ist, dass die Umweltbilanz für meine Eltern verheerender aussieht als bei mir und darum ging es doch in dem Kommentar auf den ich reagierte.

Umdenken ist für alle nötig.

Nun, es stimmt natürlich, dass auch die jüngere Generation wird umdenken müssen, wenn der Klimawandel zuschlägt. Allerdings ist die ältere Generation mit den dicken Autos, den Flugreisen und Kreuzfahrten(die übrigens noch umweltbelastender sind als Flüge) nicht gerade hilfreich.

Ansonsten habe ich ihren Beitrag nicht verstanden. Wenn Sie insinnuieren wollten, dass ich mich nicht beschweren kann, nur weil ich im Ausland lebe, so weise ich das von mir, denn auch mit Auslandserfahrung ist noch keine Garantie erreicht für zukünftigen Wohlstand.

wenn Sie in der Schweiz leben, ...

wird sich Ihre persönliche Erfahrung deutlich von der einer Praktikantin auf Zypern unterscheiden?

... die Frage, wäre ja bspw. ob eine jüngere Generation dann mit Lebenserfahrungen, so sehr anders agiert (in der Reichweite der finanziellen Mittel, wegen des stärkeren Ausgleichs durch Globalisierung, vielleicht, in der Art und Weise des Denkens dann, vermutlich schon weniger ... )
... die Werte der jüngeren Generationen (welche die etwas Älteren empören?)?

Fortsetzung

Es behauptet auch keiner, dass die jüngere Generation grundlegend besser ist als die ältere Generation. Allerdings ist es eine Tatsache, dass die jüngere Generation momentan gewaltig gekniffen ist. Diese Schieflage muss man doch wenigstens ansprechen können.

Die Werte der u-35 generation sind nicht sonderlich anders als die der anderen. Man möchte ein vernünftiges Leben führen und wenn möglich nicht von "altersweisen" Leuten unten gehalten und ausgebeutet werden.

direkte Demokratie, ...

halte ich für sehr vernünftig, für eine vernünftige und gereifte Bevölkerung
(... wenn Sie die Kommentare hier lesen, und die Frage nach der repräsentativen Gewichtung für sich klären können, erhalten Sie schon ein tendenzielles Bild, ob Sie schon dafür sind? ... und es gibt weitere Medien ... )

... ob Wir die entsprechenden Formen dazu erproben können, bleibt Hoffnung oder wird Schicksal (nur Wer kann uns darauf vorbereiten???)?

Es ging um die Behauptung eines anderen Kommentators.

Das ist nicht der Punkt. Der Punkt war, dass meine Eltern (um sie als Beispiel mal zu strapazieren) deutlich mehr Ressourcen zur Verfügung haben als ich und diese eben für Dinge nutzen, die nicht immer umweltfreundlich sind und dadurch momentan, pro Tag im Durchschnitt, mehr Umweltschäden anrichten als ich. Das sind Schiffsreisen in die Staaten nur ein Teilaspekt. Ich habe das auch nur deswegen erwähnt, weil ein anderer Kommentator hier behauptete, die junge Generation würde genauso viel Umweltschäden anrichten wie die Ältere, was einfach nicht stimmt. Klar, wenn ich die selben Möglichkeiten wie meine Eltern hätte, würde ich ähnlich leben (hoffentlich ein wenig umweltfreundlicher), aber das ist eben nicht so.

Probleme kann man nicht ignorieren.

Natürlich gibt es auch Gemeinsames, aber es kann doch nicht sein, dass nur die Interessen der Älteren berücksichtigt werden sollen. Sind Sie so verzweifelt, dass Sie mal ein wenig Macht und Wohlstand teilen müssen, dass Sie gleich mit "Neid" anfangen und so tun, als ob es gar kein Problem gibt? Tauschen Sie doch mal mit einem Anfang 30er und nehmen über mehrere Jahre nur befristete Arbeitsverträge. Mal sehen wie Sie dann reden.

da verstehen Sie die Älteren falsch, ...

Michelangelo war Auftragskünstler ... Sie sind da also durchaus etwas frei interpretierbar ;)
(und vielleicht wollen Sie die Definition feststehender Begriffe nachlesen ... )

die Interessen der Jüngeren
und dabei bewußt die englische Titelung "Convention on the Rights of the Child"
http://de.wikipedia.org/w...

... in welchen Bereich wollen Sie mich denn überantworten, mittels der Arbeitsverträge?

Und täglich grüßt das Murmeltier

"Beispielsweise als Jungakademiker muss man bis Mitte/Ende 30 mit befristeten Arbeitsverträgen auskommen. Ähnlich läuft es im Verlagswesen."

Schöne Beispiele. In diesen Bereichen war es nämlich vor 30 Jahren schon kein bisschen anders.

Ich selbst habe nach dem Studium erstmal eine Schleife als "überqualifizierte" Bürokraft gedreht, und das haben sehr viele andere auch.

selber Schuld?

Es ist einfach andere darauf zu verweisen, dass sie selbst Schuld sind, wenn man selbst viel bessere Bedingungen genossen hat. Viele Junge Menschen würden gerne eine Familie gründen, haben aber keiner berufliche Sicherheit und ähnlich Randbedingungen, welche die Baby-Boomer hatten.

Der Artikel ist Spitze! Ich hätte nur noch eine Erwähnung der Wissenschaft gewünscht. Auch dort herrscht die geriatrische Diktatur.

@Theeconomist

Ich war vor einer Woche in Paris und saß mit meinem Freund in einem Restaurant. Als wir ankamen, war es fast leer - eine halbe Stunde später waren vier junge Familien mit 5 Kleinstkindern und Kinderwagen dazugekommen. Es war wohl ein bisschen eng, aber was ich mit Erstaunen wahrgenommen habe, war, dass die Kids auf den Armen der Erwachsenen am Tisch saßen und ein Teil der Familie waren - wohingegen sie in Deutschland wahlweise als aboluter MIttelpunkt bewundert werden müssen bzw. im Restaurant losgelassen und spielen geschickt werden. Das finde ich lästig. Die französischen Familien waren abolut relaxed und die Kids auch - ebenso wie wir!

Sie unterstützen mein Argument mehr als Sie ahnen.

Der Punkt ist aber, dass nach einer Weile die Kinder eben unruhig werden ,wenn sie nur auf den Armen der Eltern sitzen. Wenn sie noch sehr jung sind mag das gehen, wenn sie aber 3-4 Jahre sind, wird man sie nicht mehr so einfach bändigen können. Dann muss man sie auch im Restaurant spielen lassen (vorzugsweise natürlich gibt es einen Spielbereich, aber davon kann man nicht ausgehen). Das ist in Frankreich und Italien auch kein Problem, wurde aber von Ihnen schon als "lästig" bezeichnet. Und der Kreis schließt sich.