Die Frage klingt einfach, aber man kann die Antwort beliebig komplizieren. Beginnen wir mit dem relativen Sauerstoffgehalt der Luft: Der hat sich im Lauf der Jahrmillionen auf etwa 21 Prozent eingependelt. Pflanzen produzieren aus Kohlendioxid Sauerstoff, Tiere und Menschen atmen Sauerstoff ein und Kohlendioxid aus.

Langfristig gleichen sich die Prozesse aus. Durch die Verbrennung von Öl und Gas steigt allerdings die CO2-Konzentration an, auf Kosten des atmosphärischen Sauerstoffs.

Gibt es dabei jahreszeitliche Schwankungen, weil die Pflanzen im Winter weniger Fotosynthese betreiben? Ein Blick auf die Größenordnungen zeigt, dass die Schwankung beim Sauerstoff nicht sehr groß sein kann: Der CO2-Anteil der Atmosphäre liegt unter einem Promille.

1992 konnten Forscher vom National Center for Atmospheric Research in den USA tatsächlich messen, dass im Winter der CO2-Gehalt steigt und der Sauerstoffgehalt sinkt. Am wenigsten Sauerstoff gibt es auf der Nordhalbkugel im April, am meisten im Oktober. Der Unterschied beträgt aber lediglich etwa 20 ppm – das sind 20 tausendstel Promille.

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Dieser winzige Unterschied betrifft nur den relativen Anteil des Sauerstoffs an allen Luftmolekülen. Kalte Luft ist aber generell dichter als warme, bei null Grad Celsius hat sie etwa fünf Prozent mehr Masse als bei 15 Grad. Und deshalb steckt im Winter in jedem Liter Außenluft sogar mehr Sauerstoff als im Sommer.

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