Stimmt's?Enthält die Luft im Sommer mehr Sauerstoff als im Winter?

… fragt Benjamin Britz aus Regensburg von 

Die Frage klingt einfach, aber man kann die Antwort beliebig komplizieren. Beginnen wir mit dem relativen Sauerstoffgehalt der Luft: Der hat sich im Lauf der Jahrmillionen auf etwa 21 Prozent eingependelt. Pflanzen produzieren aus Kohlendioxid Sauerstoff, Tiere und Menschen atmen Sauerstoff ein und Kohlendioxid aus.

Langfristig gleichen sich die Prozesse aus. Durch die Verbrennung von Öl und Gas steigt allerdings die CO2-Konzentration an, auf Kosten des atmosphärischen Sauerstoffs.

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Gibt es dabei jahreszeitliche Schwankungen, weil die Pflanzen im Winter weniger Fotosynthese betreiben? Ein Blick auf die Größenordnungen zeigt, dass die Schwankung beim Sauerstoff nicht sehr groß sein kann: Der CO2-Anteil der Atmosphäre liegt unter einem Promille.

1992 konnten Forscher vom National Center for Atmospheric Research in den USA tatsächlich messen, dass im Winter der CO2-Gehalt steigt und der Sauerstoffgehalt sinkt. Am wenigsten Sauerstoff gibt es auf der Nordhalbkugel im April, am meisten im Oktober. Der Unterschied beträgt aber lediglich etwa 20 ppm – das sind 20 tausendstel Promille.

Serie: Stimmt's?
Stimmt's?

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Dieser winzige Unterschied betrifft nur den relativen Anteil des Sauerstoffs an allen Luftmolekülen. Kalte Luft ist aber generell dichter als warme, bei null Grad Celsius hat sie etwa fünf Prozent mehr Masse als bei 15 Grad. Und deshalb steckt im Winter in jedem Liter Außenluft sogar mehr Sauerstoff als im Sommer.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de. Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

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Leserkommentare
  1. " Und deshalb steckt im Winter in jedem Liter Außenluft sogar mehr Sauerstoff als im Sommer. "

    Das ist nach Volumen schon richtig, aber dann ist da genau so viel mehr Stickstoff drinnen, weil die die Luft außer dem gennanten ca. 21 % Sauerstoff auch noch ca. 79 % Stickstoff enthält.
    Wenn man das nach Gewicht betrachtet änderts ich auch nichts.

    Das hat auch nichts mit Sommer und Winter oder mit Drinnen und Draußen zu tun, sondern nur mit der Temperatur.

    Die Wärmedehnung ist bei Gasen immer gleich, deswegen ändert sich die Anteile kaum.

    Aber Ozon ( O3 ) entsteht im Sommer mehr als im Winter. Da ein Molekül Gas immer gleich viel Platz ( Volumen ) braucht und Ozon 3 Atome enthält statt 2 wie bei Sauerstoff ( O2 ) enthält die Luft doch mehr Sauerstoff.

  2. "Dieser winzige Unterschied betrifft nur den relativen Anteil des Sauerstoffs an allen Luftmolekülen. Kalte Luft ist aber generell dichter als warme, bei null Grad Celsius hat sie etwa fünf Prozent mehr Masse als bei 15 Grad. Und deshalb steckt im Winter in jedem Liter Außenluft sogar mehr Sauerstoff als im Sommer."

    Beim Gesamt-Luftdruck ist es ähnlich. "Unten" ist der relative Sauerstoffanteil höher als "oben" in den Bergen. Eine ganz "elegante" Eigenschaft dabei ist, dass man in Landschafts-Senken, wie etwa am Toten Meer, trotz extremer Hitze kaum einen Sonnenbrand bekommt. Die schädlichen UV(B)-Strahlen werden durch Sauerstoff nämlich physikalisch neutralisiert. Wie das allerdings dann mit dem Ozon ist, weiß ich jetzt nicht...

    • wd
    • 27. April 2013 13:39 Uhr

    sollte man bei dieser Frage beiseite lassen. Die Temperatur spielt z.B. keine Rolle, wenn ich mich immer in einem Raum mit 20°C aufhalte.
    Die Erde hat allerdings im Norden mehr Landmassen als in Süden. Die Bäume produzieren dann mehr Sauerstoff, wenn im Norden Sommer ist. Allerdings produzieren auch Algen im Meer Sauerstoff.

  3. wird besser im kalten Wasser gebunden.

  4. der allgemeinen Meinung nach nicht aus Kohlendioxid sondern aus Wasser gebildet!!!

    In einer der ersten Reaktionen der Photosynthese entstehen durch die Oxidation des Wassers Elektronen, Protonen und Sauerstoff..

    Die Elektronen werden in der Folge durch membranständige Proteinkomplexe auf das Redoxmittel NADP+ weitergeleitet, wodurch weitere Protonen ins Stroma (das Innere der Chloroplasten) aufgenommen werden. Durch den Anstieg der Protonenkonzentration im Inneren des Stroma ensteht ein Gradient der am ende genutzt wird um die ATP-Synthase (ein ebenfalls membranständigerProteinkomplex) anzutreiben um ATP (die "Energiewährung" der Zellen) zu generieren.. und der enstandene Sauerstoff wird von den Chloroplasten freigesetzt, da diese mit dem Sauerstoff nichts anfangen können.

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  • Serie Stimmt's
  • Schlagworte Sommer | Kohlendioxid | Pflanze | Winter
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