Mazda6 Kombi : Von A nach B

Matthias Kalle fährt mit dem Mazda6 Kombi 2.2l SKYACTIV-D von Aue nach Potučky
Mazda6 Kombi © Hersteller

Eigentlich wollte ich es machen wie Franz Beckenbauer. Der war während der Fußball-WM 2006 in Deutschland bei jedem Spiel, in jedem Stadion, und ich wollte gerne an einem Wochenende in jede deutsche Stadt, in der Profi-Fußball gespielt wird, aber während Franz Beckenbauer einen Hubschrauber zur Verfügung hatte, hatte ich einen Mazda6. Mit dem stand ich an einem Samstag in Aue.

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Aue? Warum Aue? Weil Aue mit A anfängt und nach Sandhausen von allen Städten, die einen Verein in der ersten oder zweiten Bundesliga haben, die kleinste Stadt ist. 17.400 Menschen leben dort, und im Gegensatz zu Sandhausen wird Aue nicht absteigen, aber als ich dann in Aue war, war spielfrei, und ich fand es plötzlich viel interessanter, durch das Erzgebirge zu fahren, denn der Mazda – das stellte ich fest – ist ein dankbares Auto für das deutsche Mittelgebirge: Wendig, schaltfreundlich, und theoretisch hätte ich in ihm auch Skier transportieren können. Von Aue aus fuhr ich also nach Eibenstock, von dort nach Wildenthal, hinein in das Herz des Erzgebirges, aber in Wildenthal kam die Müdigkeit, und der Tank war leer, also parkte ich vor dem Gasthaus Hammerschänke, aß Rinderzunge, trank den Hausschnaps Hammertropfen und blieb über Nacht.

Am Morgen fragte ich Herrn Schimmel, Wirt der Hammerschänke, nach der nächsten Tankstelle. "Nächste ist in Tschechien." Ich fuhr los, die Landstraße entlang, durch das verschneite Erzgebirge, kurvenreiche Straßen, und ich dachte, so schön hatte Franz Beckenbauer es in seinem Hubschrauber bestimmt nicht. Der Mazda brachte mich wie auf Schienen durch Oberwildenthal in Richtung Johanngeorgenstadt, und hinter Johanngeorgenstadt liegt Potučky, Tschechien, ganz plötzlich, auf einmal stehen Buden an der Straße, an denen Plunder verkauft wird, nachgemachte Luxustaschen. Hinter den Buden dann die Tankstelle mit Spritpreisen, für die man Deutschland nicht unbedingt verlassen müsste. Ich tankte den Mazda mit Diesel voll, betrat die Tankstelle – und traute meinen Augen nicht: Wo es in deutschen Tankstellen belegte Brötchen, Kaffee und Zeitungen gibt, handeln tschechische Tankstellen ausschließlich mit zwei Dingen: Zigaretten und Schnaps. Ich zahlte, setzte mich ins Auto und fuhr zurück nach Aue, wo der Verein 1:0 gegen Dresden gewann.

Technische Daten

Motorbauart: 4-Zylinder-Dieselmotor
Leistung: 110 kW (150 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 9,1 s
Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
CO2-Emission: 116 g/km 
Durchschnittsverbrauch: 4,4 Liter
Basispreis: 28.490 Euro

Matthias Kalle ist stellvertretender Chefredakteur des ZEITmagazins

Kommentare

5 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Hidden Champion mit 5 Buchstaben

Unser '"Kleiner" – ein vor zwei Jahren für 2500 EUs erworbener Demio von 1998 (erste Serie, damasl 56000 km, heute 81000 ...) bestreitet heute die Alltagstransportaufgaben fast alleine; obwohl noch zwei weitere neuere Autos und ein Motorrad da sind. Der "Kleine" ist einfach handlich, knuffig und unverwüstlich. Zudem weckt er Erinnerungen an einen wundervollen 323i (1986) und einen 626 von 1989 ... – demnächst geht's mit ihm für eine Woche nach Böhmen ;-)

Opel Astra Kombi macht genau das Gleiche

Der Sinn des Artikels ist mir nicht ganz klar. Ich habe einen Opel Astra Kombi mit Dieselmotor, vor 4 Jahren als 4jährigen gebraucht gekauft, knapp 9000 Euro. Damit fahre ich regelmäßig solche Strecken. Lässt sich gut schalten, fährt wie auf Schienen, etc.

Jaja, der Astra entspricht eher dem Mazda3. Jedenfalls sind die genannten Qualitäten schlichtweg normal in dieser Preisklasse. Und natürlich hätte ich vor 4 Jahren auch einen anderen 4jährigen Diesel Kombi kaufen können. Mazdas gab's aber keine, Toyotas verbrauchten zu viel, VWs und Audis waren zu teuer. Renaults machten einen unsoliden Eindruck (Verarbeitung, Reparaturstatistik). De facto waren auf dem "Markt" nur Ford Focus und Opel Astra verfügbar. Den Astra fahre ich nun seit 4 Jahren ohne Probleme.

PS: Ich sah mir auch einen neuen Dacia Logan Kombi Diesel an. Das hätte sich gerechnet, wenn ich ihn über die gesamte Lebenszeit gefahren hätte, trotz seines etwas höheren Verbrauchs. Aber dann hätte ich 300.000 km damit fahren müssen, und dafür erschien er dann doch etwas zu "klapprig".