Arbeitgeber-Rankings : Wir sind spitze

Viele Unternehmen schmücken sich mit Titeln wie bester oder attraktivster Arbeitgeber. Doch wer ist es denn nun?

Die Besten in Deutschland

Audi hat mal wieder gewonnen. Kürzlich vermeldete das manager magazin, dass nach einer Studie des Marktforschungsinstituts trendence Audi der attraktivste Arbeitgeber ist. Zumindest für die befragten Hochschulabsolventen. Das scheint aber kein wirkliches Alleinstellungsmerkmal zu sein. Denn die Liste der verschiedenen Ranglisten und Auszeichnungen ist lang. Vielerorts erwarten einen allerbeste Topunternehmen: Volkswagen etwa darf sich bester Arbeitgeber der Automobilbranche nennen. Die abat Gruppe, ein IT-Dienstleister, ist Arbeitgeber des Jahres, British American Tobacco ist "Top Arbeitgeber Deutschland", Roche wiederum "Star"-Arbeitgeber. Und das ist nur ein kleiner Auszug aus Hunderten von Meldungen über Auszeichnungen in diesem Jahr – sozusagen ein paar Sterne am Sternenhimmel.

Alle wollen ein Siegel

Bevor jemand für ein Unternehmen arbeitet, will er nicht nur eine aufgehübschte Unternehmens-Homepage sehen, sondern eine möglichst objektive Einschätzung, wie gut der Arbeitgeber ist. Vergleichsstudien sind gefragt – und taugen immer für eine Schlagzeile. "Rankings machen sich immer gut und sind bei den Medien beliebt", sagt Holger Koch, Geschäftsführer bei trendence. Doch nicht nur Medien und Bewerber, auch Unternehmen interessieren sich für eine Arbeitgeber-Zertifizierung. "Die Machtverhältnisse haben sich in einigen Berufsgruppen umgedreht", sagt Marc-Sven Kopka von dem Berufsnetzwerk Xing und spitzt zu: "Kandidaten bewerben sich nicht länger beim Unternehmen, sondern Unternehmen bewerben sich bei den Talenten."

So wie ein Siegel der Stiftung Warentest ein Produkt auszeichnet und es für Kunden attraktiver macht, so hoffen die Unternehmen, dass ein Arbeitgeber-Siegel ihnen im Kampf um die besten Talente Vorteile bringt. Das hat einen Sog ausgelöst. "Je mehr Auszeichnungen es gibt, umso mehr fällt es auf, wenn ein Unternehmen keine hat. Also steigen viele in den Wettbewerb ein – und logischerweise gibt es dadurch wieder mehr Firmen, die solche Arbeitgebervergleiche anbieten", sagt Werner Eichhorst. Er ist am Institut zur Zukunft der Arbeit stellvertretender Direktor im Bereich Arbeitsmarktpolitik. Dazu kommt, dass die Vergleichsstudien immer offensiver von den Unternehmen nach außen kommuniziert werden.

Ihr Ziel sei es mal gewesen, mit einem Zertifikat Licht in den Arbeitgeberdschungel zu bringen, sagt Silke Masurat, Geschäftsführerin der Firma compamedia, die das "TOP JOB"-Zertifikat vergibt, "aber jetzt wächst gerade ein neuer Dschungel mit lauter Zertifikaten und Rankings."

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Kommentare

10 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Laut des Blubber-Reports

ist die Firma XY beliebtester Arbeitgeber bei 23 Jahre alten schwulen Singles. Erkenntniswert: 0. Die Arbeitsbedingungen dürften überall ähnlich sein, mit einigen Ausnahmen. Überhaupt: Warum konzentriert man sich auf die white-collar-jobs? Interessanter wäre es doch, wie mit den Arbeitern umgegangen wird. Die meisten Menschen richten sich bei der Stellensuche eh nach Erfahrungen ihrer Bekannten.

Weil blue collar

in großen Firmen in D meist bedeutend besser da stehen, denn die sind gewerkschaftlich und traifvertraglich meistens besser abgedeckt. White collar kämpfen fast immer alleine.
MIt dem Wissen von Heute, hätte ich mir nach der Lehre die HS-Ausbildung gespart und wäre mein Leben lang blue collar geblieben, geldtechnisch hätte es in D keinen Unterschied gemacht, würde da jetzt mehr verdienen als in meiner Ing.-fachrichtung in D, bei bedeutend weniger Stress.

Die Qualität von AG kann man imltho meist schon am Bewerbungsprozess und dem möglichen Gespräch sehen.
Denn wie man mit potentiellen AN umgeht zeigt, welchen Stellenwert diese für den AG haben und da ist D nicht mal im Mittelfeld zu finden, wenn man sich im dt. Bekanntenkreis umhört.