Details sind wichtig

Die Arbeitgeber wollen durch gute Ergebnisse auffallen und damit ihre Rekrutierungschancen verbessern. "Bewerber achten auf solche Siegel und haben sich deshalb schon gezielt bei uns beworben", sagt etwa Philipp Blomeyer, Personalleiter bei der TeamBank AG. Das Nürnberger Unternehmen nimmt bereits seit vielen Jahren an solchen Arbeitgebervergleichen teil, zuletzt erfolgreich beim Zertifikat TOP JOB. "Wir möchten auch herausfinden, wie wir mit unserer Personalpolitik im Wettbewerb stehen und wo wir uns verbessern müssen", sagt Philipp Blomeyer.

Viele Unternehmen führen zwar interne Mitarbeiterbefragungen durch, doch Prüfungen von außen kommen oft zu anderen Ergebnissen. Durch die umfassenden, nicht öffentlichen Rückmeldungen an die Unternehmen stoßen Beratungsfirmen oft neue Entwicklungsschritte in der Organisation oder Personalpolitik von Firmen an. Diese Rückmeldungen können für Arbeitgeber mitunter viel aufschlussreicher und hilfreicher sein als die Auszeichnung selbst.

Welche Faktoren einen guten Arbeitsplatz ausmachen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Kein Unternehmen wird alle glücklich machen. Werner Eichhorst vom Institut zur Zukunft der Arbeit empfiehlt daher, weniger auf Zertifikate und andere Außendarstellungen zu achten, sondern potenzielle Arbeitgeber selbst zu prüfen: "Eigene Praktikumseindrücke oder ein persönliches Gespräch mit einem Mitarbeiter, dessen Kontakt man über einen Freund hat, bringen am meisten."

Also sollte man besser gar keinen Blick auf Rankings oder Zertifikate werfen? Jein. Problematisch ist an Arbeitgeberbewertungen vor allem die Art ihrer Veröffentlichung. Sie werden in Pressemitteilungen, in Printmedien oder im Internet vermeldet, meist in kurzen Texten. Die Erhebungsmethode wird zwar selten ganz weggelassen, aber oft nur in zwei, drei Sätzen erwähnt.

Dabei sind die Studien nur richtig aufschlussreich, wenn man sich die Details anschaut, sofern sie öffentlich gemacht werden. Dann erfährt man, wer wie befragt worden ist, welche Arbeitgeber in welchen Teilbereichen (wie etwa Aufstiegschancen, Weiterbildung oder Führungskultur) gut oder schlecht abgeschnitten haben. Transparenten Arbeitgeber-Bewertungsstudien ist etwas abzugewinnen, bloßen Titeln nicht.

Doch die wenig konkrete Frage nach dem besten Arbeitgeber wird sicher noch oft gestellt werden. Schließlich sind Bewerber, Mitarbeiter und Personalmanager längst nicht alle, die man fragen kann. So konnten in einer Umfrage zuletzt sogar Schüler den beliebtesten Arbeitgeber wählen: Es war die Polizei.