StudieDer eigentliche Skandal

Zwei Wissenschaftler haben Fehler gemacht. Schaden entstand aber nur, weil ihre Studie für politische Zwecke missbraucht wurde. von Barry Eichengreen

Wer hat sich nicht alles auf die beiden Ökonomen Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff berufen: Paul Ryan, konservativer Abgeordneter der Republikaner (und Mitt Romneys Kandidat für die Vizepräsidentschaft), wies bei seinem Haushaltsplan für die USA darauf hin, als er drastische Sparmaßnahmen forderte. EU-Kommissar Olli Rehn zitierte ebenfalls ihre Ergebnisse – die angeblich zeigten, dass die europäische Sparpolitik richtig sei.

Drei Jahre nach der Veröffentlichung der Studie von Reinhart und Rogoff erfahren wir nun dank dreier Ökonomen von der University of Massachusetts-Amherst, dass die Berechnungen Fehler enthielten. Als intellektuelle Katastrophe wurde dieses Versehen bezeichnet, als ein Versagen epischen Ausmaßes und als Beweis für die Unzuverlässigkeit der empirischen Makroökonomie. Wann hat es das letzte Mal ein Streit über wirtschaftswissenschaftliche Ergebnisse auf die Titelseite der Financial Times und die erste Wirtschaftsseite der New York Times geschafft?

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Ich sehe die Sache allerdings ganz anders. Der Streit zeigt meiner Ansicht nach nicht das Versagen, sondern das Funktionieren wirtschaftswissenschaftlicher Forschung. Er illustriert, wie ökonomische Forschung neue Erkenntnisse gewinnt. Schauen wir uns an, wie es dazu kam: Reinhart und Rogoff veröffentlichen provokante, wenn auch zweifelhafte Schlussfolgerungen. Ein Trio anderer Wissenschaftler versucht, die Resultate zu replizieren. Dabei stoßen sie auf fragwürdige Vorgehensweisen und Fehler. Das erregt einige Aufmerksamkeit. Die generellen Annahmen darüber, was "die ökonomischen Folgen hoher öffentlicher Verschuldung" sind, werden nie mehr so sein wie vor dieser Debatte.

Aufsehenerregende Thesen, ob über öffentliche Verschuldung oder die Kernfusion, sollten stets hinterfragt werden. Wissenschaftler sollten ihre Daten und Herangehensweise öffentlich machen, sodass andere Wissenschaftler die Ergebnisse nachvollziehen können. Werden die Ergebnisse infrage gestellt, sollten sich die Forscher diesen Fragen stellen.

Genau das ist hier geschehen: Reinhart und Rogoff haben ihre Daten und Programme an die drei Ökonomen von der University of Massachusetts-Amherst herausgegeben. Als diese dann wiederum ihre Ergebnisse veröffentlichten, räumten Reinhart und Rogoff einige Irrtümer ein, verteidigten aber weiter ihre Schlussfolgerung – auch wenn sie dabei nach allgemeiner Einschätzung nicht sehr überzeugend waren.

So arbeiten Wissenschaftler. Ich selbst habe Anfang dieses Jahres eine Studie veröffentlicht, in der es um Wachstumsraten in Schwellenländern ging. Wir hatten untersucht, ob erfolgreiche Schwellenländer riskieren, nach dem Aufstieg eines gewissen Bevölkerungsanteils in die Mittelschicht in die sogenannte middle income trap zu fallen und dann deutlich langsamer zu wachsen. Wir fragten, welche Faktoren dazu beitragen würden. Als ein Journalist des Economist nach unseren Daten und Berechnungen fragte, gaben wir sie ihm. Er machte uns darauf aufmerksam, dass unsere Ergebnisse auf die von uns untersuchten Länder mit mittlerem Einkommen zutrafen, aber nicht auf weniger erfolgreiche, ärmere Länder. Er stellte außerdem fest, dass die von uns betrachtete Verlangsamung des Wachstums sich oft in den siebziger Jahren vollzogen hatte. Das waren sehr nützliche Beobachtungen. Sie haben unsere Ergebnisse zwar nicht widerlegt, gaben unseren Lesern aber die Möglichkeit, die Studie besser einzuordnen.

Anders ausgedrückt: Dass Reinharts und Rogoffs Ergebnisse letztlich widerlegt wurden, sollte unseren Glauben an die Wirtschaftswissenschaft nicht erschüttern, sondern bestätigen.

Es gibt allerdings auch zwei beunruhigende Elemente in dieser Diskussion. Zum einen, dass die Kritik erst nach drei Jahren aufkommen konnte. Zwar waren die Rohdaten zugänglich, aber die Analyseprogramme, die die beiden Autoren eingesetzt hatten, waren nicht auf ihrer Internetseite veröffentlicht worden. Das erschwerte die Arbeit anderer Wirtschaftswissenschaftler, die die Resultate nachvollziehen wollten. Die Veröffentlichung nicht nur von Daten, sondern auch von deren Verarbeitungsprozessen sollte künftig die Norm darstellen.

Das andere Problem ist, dass Politiker die Analyse von Reinhart und Rogoff für ihre Zwecke missbraucht haben. Die beiden sollten weder für das derzeitige Zwangssparpaket in den Vereinigten Staaten noch für die durch fehlgeleitete Sparpolitik ausgelöste Depression in den südlichen Mitgliedsländern der Europäischen Union verantwortlich gemacht werden. Wahr ist allerdings, dass die Studie der beiden Vertretern dieser verkehrten Politik ein weiteres Argument geliefert hat. Wissenschaftler müssen also widersprechen, wenn Politiker übertriebene Argumente aus ihren Forschungen ableiten. Reinhart und Rogoff mögen bei der Formulierung ihrer Schlüsse nuanciert und vorsichtig gewesen sein, aber die daraus abgeleiteten Forderungen von Olli Rehn und Paul Ryan waren fahrlässig und ohne Basis. Reinhart und Rogoff hätten mehr tun müssen, um ihren Widerspruch dagegen vernehmlich zu machen.

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Leserkommentare
    • Moika
    • 02. Mai 2013 10:23 Uhr

    Das sind sehr gute Anmerkungen und Ergänzungen zum Thema der Studie von Reinhart und Rogoff. Wissenschaft ist eben lebendig und von daher ständigen Veränderungen ausgesetzt - wie Sie in Ihrem Beitrag anschaulich bewiesen haben.

    Dafür meinen Dank.

    5 Leserempfehlungen
    • hkeske
    • 02. Mai 2013 10:36 Uhr

    Das ist eher eine heitere Folgerung aus dem ganzen Vorgang. Da veröffentlichen drei anerkannte Ökonomen eine neue wissenschaftliche Erkenntnis nicht etwa in der Weise, daß sie ihre Ergebnisse als eine mögliche Deutung erhobener Daten anbieten, sondern als klar bestimmte "Erkenntnis": So ist es also, wissenschaftliche belegt.

    Dann dauert es drei Jahre, in denen mit den neuen "Erkenntnissen" Politik gemacht wird, bis andere Ökonomen die Fehlerhaftigkeit der Arbeiten ihrer Kollegen ermittelt und ihrerseits veröffentlicht haben.

    Nun ja, daraus läßt sich natürlich Vertrauen ableiten. Etwa in der Weise, daß man neue "Erkenntnisse" erst einmal interessiert zur Kenntnis nimmt, allerdings mit dem Vorbehalt, daß sie auch ziemlich gründlich falsch sein können. Soll man das nun bei allen ökonomisch-wissenschaftlichen Verlautbarungen annehmen?

    Dann warten wir nach neuen Mitteilungen erst einmal mindestens drei Jahre, ob sich Angehörige der selben Wissenschaft desselben Themas annehmen und uns dann mitteilen, daß sie zu anderen Ergebnissen kommen - und dann wissen wir, welche neue Erkenntnis wir nun gewonnen haben.

    Nämlich gar keine. Ein Hoch auf die Wissenschaft.

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    "Der Politiker nutzt die Wirtschaftswissenschaft wie der Betrunkene die Laterne: er such Halt, nicht Licht." Und das geht nicht nur Politikern so.

    Wer eine solche Korrelation wie die hier diskutierte ("ab 90% Staatsverschuldung sinken die Wachstumsraten") als eine Wahrheit nimmt, die man wie die Newtonsche Mechanik behandeln kann (also: unter allen Bedingungen universell gültig), der weiß nicht, wie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften funktionieren. Leider sind diejenigen, die Politik machen oder darüber schreiben, oft keine Wirtschaftswissenschaftler: Merkel Physik, Schäuble Jura, Meister (CDU-Wirtschaftsexperte) Mathematik, Rösler Medizin. Die Journalisten haben vielfach sowas wie "Politik, Wirtschaft und Geschichte" studiert.

    Für das korrekte Lesen wirtschaftswissenschaftlicher Studien braucht man eine Ausbildung - und auch Menschen mit VWL-Diplom sind da vermutlich oft überfordert. Man braucht zudem den Willen, die Unsicherheiten der Ergebnisse anzuerkennen. Beides fehlt den öffentlichen Diskutanten häufig. Das ist nicht die Schuld der Wirtschaftswissenschaftler.

    werden nunmal zunächst (Hypo-)Thesen veröffentlicht. Thesen sind eben alles andere als Theorien oder gar Axiome. Thesen sind belegte Erkenntnisse, die die wissenschaftliche Gemeinde falsifizieren kann, oder bestätigen. Theorie (so eine Art "göttlicher Schluss") bedeutet dagegen, dass eine größere Menge der Wissenschaftler im entsprechenden Gebiet zur Überzeugung gelangt ist, dass die einst veröffentlichte These wohl der Wahrheit entsprechen muss. Selbst hier ist aber nicht 100%ig klar, dass es nicht Ausnahmen geben kann. Ein Axiom dagegen ist bewiesen und über jeden Zweifel erhaben, etwa das Newtonsche Axiom.

    Aus meiner Sicht funktioniert Wissenschaft hier. Auch der Umstand, dass es drei Jahre dauerte, ist unbedenklich. Was wäre gewesen, wenn die drei Ökonomen innerhalb von drei Monaten die These widerlegt hätten, nur um wichtige Aspekte zu vergessen, und am Ende selbst widerlegt zu werden? Vermutlich wäre der Prozess trotzdem schneller abgelaufen, wenn das Thema selbst nicht hochbrisant wäre und die Schlussfolgerungen ab dem Tag der Veröffentlichung wie Axiome gepredigt werden.

    Wissenschaft ist eben nicht wie Brot backen. Man kann nicht einfach so in zwei Stunden die Gedankengänge von anderen abbilden und beurteilen, ob sie richtig sind oder falsch. Man muss sich hinein denken und v.a. muss man auch andere Gedanken zulassen. Von z.T. hunderten Thesen oder Experimenten besteht am Ende eines.

    "Etwa in der Weise, daß man neue "Erkenntnisse" erst einmal interessiert zur Kenntnis nimmt, allerdings mit dem Vorbehalt, daß sie auch ziemlich gründlich falsch sein können. Soll man das nun bei allen ökonomisch-wissenschaftlichen Verlautbarungen annehmen?"

    Genau so arbeitet Wissenschaft. Eine "Veröffentlichung" ist primär einmal genau, was der Name aussagt: "Wir haben etwas öffentlich gemacht, schaut Euch das an, überprüft es und diskutiert es".

    Erst wenn etwas wiederholt von verschiedenen, unabhängigen Forschern bestätigt werden kann, kann man von einer recht stabilen Erkenntnis sprechen.

    Das sollte vertrauensfördernd sein, da wissenschaftlich langfristig nur akzeptiert ist, was immer wieder von verschiedener Seite bestätigt wird.

    Leider wird das von Journalisten und v.a. Politikern missbraucht, indem so getan wird, als ob man mit einem paper irgendetwas unwiderruflich belegen könnte, ohne auf den Gesamtkontext innerhalb der wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung hinzuweisen.

    "Nun ja, daraus läßt sich natürlich Vertrauen ableiten. Etwa in der Weise, daß man neue "Erkenntnisse" erst einmal interessiert zur Kenntnis nimmt, allerdings mit dem Vorbehalt, daß sie auch ziemlich gründlich falsch sein können. Soll man das nun bei allen ökonomisch-wissenschaftlichen Verlautbarungen annehmen?"

    Ganz genau. Die Wissenschaft hätte einen deutlich besseren Ruf, wenn man ihre Mühen und Arbeiten Sie so nehmen würde, wie sie gedacht und gemeint sind.
    Bloß weil ein, zwei Wissenschaftler was behaupten muss das noch lange nicht stimmen.
    Seine Handlungsweise auf die Ergebnisse dieser Arbeit zu stützen kann dann natürlich nach hinten losgehen.

    Aus diesem Grunde haben die Wörter "Hypthese" und "Theorie" in der Wissenschaft auch ganz andre Bedeutungen als am Stammtisch (und in Parlamenten).

  1. In den letzten Wochen kam insbesondere von naturwissenschaftlicher Seite immer wieder höhnischer Spott auf, wie denn ein wissenschaftlicher Artikel in einer führenden akademischen Zeitschrift ohne Peer Review veröffentlicht werden könne. Um dies klarzustellen: Rogoff und Reinharts Artikel wurde NICHT in der American Economic Review, sondern in der "American Economic Review: Papers and Proceedings" veröffentlicht, welche als Mai-Ausgabe jene Artikel enthält, die während der Jahresversammlung vorgestellt wurden. Die AER weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Artikel keinem Peer Review-Verfahren unterstehen. Es ist auch in den Wirtschaftswissenschaften eine Selbstverständlichkeit, dass in führenden Journals Peer Review-Verfahren als Standard angewandt werden.

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    eine satirische Aufarbeitung im Colbert Report -> http://www.colbertnation....

  2. ...für den gesunden Menschenverstand - bitte nicht mit dem Stammtisch verwechseln.
    Die breite Mehrheit der Bevölkerung hat schon vorher gewusst/gefühlt das das nicht funktionieren kann.
    Vielleicht sollte man öfter mal auf den Bauch als auf Experten hören.
    Ökonomie ist keine Wissenschaft, sie kleidet sich nur so.

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    "Ökonomie ist keine Wissenschaft, sie kleidet sich nur so."

    Deshalb hat Alfred Nobel dafür auch keinen Preis gestiftet -

    sondern die schwedische Reichsbank, die den Namen Nobels mißbraucht hat um ihrem Preis größere Bedeutung zu geben als ihm zusteht.

  3. Er hat doch auch verkündet man habe diese Studie "sehr genau gelesen" und daraus die Schlussfolgerungen gezogen. Er wird hier gar nicht erwähnt. Und natürlich Merkel die das alles ebenso vertritt, aber sich wie üblich nicht so aus dem Fenster hängt, sondern so tut als habe sie mit unangenehmen Dingen nichts zu tun. Im Zweifel war es halt "alternativlos".

    Vielleicht wird jetzt langsam klar dass die durch Schwarzgelb (die deutsche Flagge ohne Rot-Anteil also) Europa aufgezwungene Politik bei weitem nicht so rational ist wie getan wird. Die Neoliberalen GLAUBEN eben dass es der "Wirtschaft" gut geht wenn die "unteren" Schichten am Existenzminimum ächzen.Und dass diese sozusagen für das große Ganze geopfert werden müssen. Im Grunde ist das Religion, eine ziemlich üble und atavistische allerdings. Wie die von Baal und Moloch, denen auch Menschenopfer erbracht werden mussten. Das hindert unsere Krawatten-und Hosenanzugträger aber nicht daran hochnäsig die Deutungshoheit für Wirtschaft zu beanspruchen.

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    Ja, mich stört das auch, dass Fehler in der Politik keine Konsequenzen haben, und zwar um so stärker, je größer die Fehler sind! Scheint geradezu systemimmanent zu sein.

    das Gesäusel vom bösen Neoliberalismus lass ich mal unkommentiert.
    Es ist Agitation aus dem Politbüro bzw. des kommunistischen Budnes, welches Trittin in Göttingen nicht besser hinbekommen hätte.
    NAtürlich ist die Politik alternativlos. Die Alternative wäre schön den Staat aufzublähen und jeden beim Staat anzustellen , die Pensionen dürfen dann die bösen Reichen bezahlen.
    Das wäre doch fair...tja..nur es wird halt nicht klappen.
    Dumm gelaufen , irgendwie

  4. ... allenthalben.

    Ich bin bekennender Keyneseianer und kann trotzdem als Wissenschaftler einen deutlichen Schritt zurücktreten und sagen: Ja, auch Keynes Theorie hat Macken, genau wie es Vorzüge bei den Neoklassikern gibt.

    Aber - wie es immer und zu oft geschieht - darf man nicht nur aufgrund eines richtigen Falles bzw. einer richtigen Situation die eine mit der anderen Theorie niederknüppeln. Derart ideologisches Gewäsch mag in der Politik gut aufgehoben, nicht aber in der Wissenschaft oder schlimmstenfalls der Ideologie.

    Fakt ist, das keine Theorie ein durchweg belastbares 'Modell' liefert.

    Weiterer Fakt ist, dass sich jeder Politiker auf so genannte Erkenntnisse der Wissenschaft stürzt, die anscheinend seine Position stützen. Verdreht und verkürzt wird das Konglomerat dann durch die Journalistika auf den Bürger geschmissen (es tut mir leid, viel mehr ist es heuer nicht mehr - wenn auch bei der lieben 'Zeit' in der Regel besser als beim Rest).

    Insofern stimmt es natürlich, dass Wissenschaft natürlich auch überprüf- und belastbar sein soll. Aber sollte das nicht gründlich vor der Veröffentlichung geprüft werden?

    Meine grundlegende These meiner Abschlussarbeit habe ich mit meinem Prof diskutiert - einem bekennenden Neoklassiker. Danach hielt ich sie für belastbar.

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    • rwo
    • 02. Mai 2013 11:21 Uhr

    Ist es nun der eigentliche Skandal, dass Wissenschaftler ihre Studien und Ergebnisse vorschnell als Erkenntnisse darstellen oder dass wir ihnen vorschnell glauben? Es kommt wohl beides zusammen. In diesem Lichte bedenke man neben der sog. Wirtschaftswissenschaft z.B. auch die sog. Klimawissenschaft.

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    Das Problem sehe ich im Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
    An sich ist es doch die normalste Sache der Welt, dass wissenschaftliche Thesen irgendwann widerlegt und durch bessere ersetzt werden. So funktioniert Wissenschaft eben...
    Wenn allerdings Wirtschaft und Politik nachdrücklich "verlässliche" Prognosen und Handlungsanweisungen fordern und am liebsten nur noch Wissenschaftler bezahlen, die behaupten, solche liefern zu können, ist es nicht verwunderlich, wenn sich manche fehlerhafte These länger hält, als es nötig wäre, denn die Wissenschaftler können sie kaum noch zurückziehen oder modifizieren, ohne das Gesicht zu verlieren.
    So mancher müsste um seine Existenz fürchten.
    Manchmal habe ich das Gefühl, Politiker hätten gerne Wahrsager wie früher mancher König, und würden sie eben gern einen Kopf kürzer machen, wenn sie sich geirrt haben - immerhin nicht mehr wortwörtlich, aber quasi durch Berufsverbot.
    Wer Wissenschaftlichkeit möchte, muss oft bereit sein, statistisch komplizierte Antworten zu bekommen, die nur für begrenzte Rahmenbedingungen gelten und nicht ohne Weiteres zu verallgemeinern oder auf die Zukunft zu extrapolieren sind. Außerdem entstammen sie dem Blickwinkel eines bestimmten Fachs. Den Blick auf die gesamte Gesellschaft, das Zusammensetzen des Bildes und das Abwägen verschiedener Ansichten können sie Politikern nicht abnehmen, und auch nicht die Verantwortung.

    An Anzeichen fuer "Lobbytum" koennte ja auch die sog. CO2 Luege sein:
    http://www.mmnews.de/inde...

  5. Die Schäden, die durch die Konjunktiv-Modelle und Scenarien der sogenannten
    Klimawissenschaft angerichtet werden sind um ein Vielfaches höher. Und die sogenannten Forscher haben auch keine Scheu sich umweltpolitisch zu betätigen um eine "grosse Transfomation" nach ihren Modellen anzustreben. Dafür brechen sie auch FOI-Gesetze und vermeiden tunlichst die Offenlegung von Rohdaten und Verarbeitungsmethoden. Wer auch nur Zweifel anmeldet wird als "Klimaleugner" diffamiert und ganz offiziell aus dem "Wissenschaftsbetrieb" ausgeschlossen. Auf diese politisierenden Forscher muss viel mehr aufgepasst werden. Das Schadenspotential ist enorm.

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