Managererfolg : Das Zitat… und Ihr Gewinn

George Carey Leonard sagt: Jesus hatte auch Managerqualitäten: Er will Resultate sehen.

Wenn Manager sich austauschen, prahlen sie gern. "Ich komme auf eine 70-Stunden-Woche", sagt der eine. "Ich pendle zwischen drei Kontinenten", sagt der andere. Und ein Dritter erklärt, er habe gerade unter Opferung seines Jahresurlaubs eine große Fusion eingeleitet. Typisch: Führungskräfte neigen dazu, ihre Leistung am persönlichen Einsatz zu messen. Sie sprechen vom Input, nicht vom Output. Das ist so, als betonte ein Fußballstürmer, wie lange er trainiert, wie weit er läuft, wie oft er aufs Tor schießt – ohne über die Zahl seiner Treffer zu sprechen. Aber genau darauf, auf das Ergebnis, kommt es beim Managen an!

Der beste Manager ist weder der Löwe, der am lautesten brüllt, noch das Arbeitstier, das am längsten schuftet – es ist der, der auf lange Sicht die besten Ergebnisse erzielt. Eine Haltung, die der englische Theologe George Carey Leonard sogar Jesus nachsagt. Vor lauter Konzentration auf den Input, vor lauter Schaulaufen vor Aktionären, Firmeninhabern und Mitarbeitern übersehen Führungskräfte oft: Nur der Output zählt! Zwanghafte Fusionen, große Imagekampagnen, wohlklingende Strategiemeetings dienen selten dem Ergebnis, oft aber der Eitelkeit.

Martin Wehrle

Der Coach Martin Wehrle ist Autor mehrerer Karrierebücher. In seinem aktuellen Ratgeber Sei einzig, nicht artig! fordert er den Leser auf, nichts mehr nur für andere zu tun, sondern alles für sich selbst.

Wer sich aber auf die Resultate konzentriert, kommt zu Aussagen wie: "Wir haben in den letzten fünf Jahren 180 neue Arbeitsplätze geschaffen", "Die Zahl unserer Neukunden ist um zehn Prozent geklettert" oder: "Unser Gewinn hat sich um 200 Millionen Euro gesteigert, was den Mitarbeitern höhere Gehälter und den Aktionären eine höhere Dividende brachte."

Solche greifbaren Ergebnisse, die auch den Mitarbeitern dienen, sind der Maßstab, an dem sich die Arbeit eines Managers messen lässt. Ich kenne einen mittelständischen Maschinenbauer, der vorzüglich von einer Frau mit 30-Stunden-Woche geführt wird – leise, aber effektiv. Nie spricht sie davon, was sie tut, immer nur, was dabei herauskommt – und das sind in jedem Jahr hervorragende Zahlen.

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Kommentare

16 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Ich halte...

die Antwort aus der Mülltonnen-Anekdote, für Selbstironie. Man hört doch richtig das Augenzwinkern, "Da hab ich die Mülltonnen wohl zu gut geleert, um noch befördert zu werden".

Ich kenne aber das Phänomen des hervorragenden Sachbearbeiters, der nie befördert wurde genau wie das des ahnungslosen Stümpers, der ein paar Jahre später Abteilungsdirektor ist. Beides ist natürlich nicht die Regel. Und beides muss nicht verkehrt sein. Denn wer sagt mir, dass ein guter Mülltonnenleerer, um bei dem Beispiel zu bleiben, auch ein guter Leiter Internal Logistics wäre?

So ist es mit Sicherheit nicht!

" Kann ja nur so sein, dass ALLE die weiter kommen Trottel sein müssen." ...Und das wissen auch Sie! Das Thema ist viel zu sensibel, als das man es verallgemeinert! Es ist bestimmt was dran, an dem was wauz beschreibt. Auch ich habe so was mehrfach beobachten dürfen, nur es deswegen verallgemeinern, geht auch nicht, weil es Firmen gibt ( Privatunternehmen ) wo nach Leistung beurteilt wird und das sind dann Firmen in denen eine sehr gute Firmenkultur herrscht und man vernünftig miteinander umgeht!!!

Je höher die Hierarchieebene desto ...

... mehr ist ein echter Narzist notwendig, damit
der Laden läuft. Gefühle sind mehr etwas für die untere und
mittlere Ebene.
Sonst läuft der Laden nicht, das Ergebnis ist schlecht.
Und je weiter Du hoch möchtest, desto mehr musst
Du Dich von Deinen Gefühlen verabschieden.
Und neben Fachkompetenz steht eben auch Selbstdarstellung, Netzwerk, ein gesundes Ego.
Das ist Psychologie und eben der Darwinismus der
heutigen Zeit.
Jeder muss sich auf der Ebene einpendeln, mit der
er für sich gut existieren kann.
Wer nichts tut, wird nichts, meistens.
Und das ist auch gut so.

via ZEIT ONLINE plus App

@10 Effizienz in S

Ich habe sowohl in Deutschland als auch in Schweden studiert. Im Bezug auf Ihren Kommentar zu Schweden ist es deshalb interessant zu erwähnen dass die Klausuren in D immer unter sehr starkem Zeitdruck geschrieben wurden wohingegen es fuer die Klausuren in S nie an Zeit gefehlt hat. Auch die Effizienz im Arbeitsleben stellt sich mir nach mehr als 10 Jahren Arbeitserfahrung in Schweden etwas anders dar als von Ihnen beschrieben. Dass es hier fuer viele Angestellte kein Problem ist puenktlich um 17 Uhr Feierabend zu machen hängt oft eher damit zusammen dass es so gut wie nie Konsequenzen hat wenn man seine Arbeit nicht oder nur unzureichend erledigt. Es gilt oft das Prinzip dass die Minderarbeit von einigen durch die Mehrarbeit von anderen ausgeglichen wird. Was wohl auch sehr oft der Fall in D ist. In punkto Effizienz oder Arbeitsmoral sehe ich fast keinen Unterschied zwischen D und S. Ein Vorteil fuer D liegt eindeutig in einer deutlich besseren Planung und Organisation, allerdings wird dieser Vorteil in vielen Fällen wieder durch eine völlig ueberzogen Buerokratie zunichtegemacht.