STIMMT'S?Soll man beim Hausputz zuerst Staub saugen und dann Staub wischen?

… fragt Harald Lang aus Dillingen von 

Es ist interessant, worüber in manchen Familien gestritten wird. Aber offenbar ist diese Frage tatsächlich ein Anlass zum Streit, zumindest in der Ehe des Fragestellers dieser Woche. Deshalb wollen wir sie, vielleicht gerade noch rechtzeitig zum Frühjahrsputz, an dieser Stelle beantworten.

Die eine Gruppe argumentiert: Wenn ich zuerst Staub sauge und dann Staub putze, dann fällt der Staub vom Regal wieder auf den Teppich, und die Saugerei war umsonst. Deshalb sollte man nach dem Prinzip "von oben nach unten" verfahren und zuletzt saugen. Die zweite Fraktion ist der Meinung, dass der beim Saugen aufgewirbelte Staub sich wieder auf den frisch gewischten Flächen absetzen und damit die ganze Arbeit zunichtemachen kann. Deshalb: erst saugen, dann wischen!

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Fragt man professionelle Putzfirmen, dann ist die Antwort eindeutig: Version zwei ist korrekt. Solange Staub am Boden ist, wirbelt man diesen beim Herumlaufen ständig wieder auf, verstärkt noch durch den Wind, den der Staubsauger macht. Auf frisch gewischten, glänzenden Flächen sieht man das sofort.

Stimmt's?

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Beim Staubwischen dagegen sollte, wenn man’s richtig macht, fast der gesamte Staub im Tuch bleiben und nicht durch die Luft fliegen (von oben nach unten sollte man trotzdem vorgehen). Staubtücher ziehen ihn durch ihre elektrostatische Aufladung an, oder man benutzt gleich feuchte Tücher.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de. Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

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Leserkommentare
  1. Gilt die Regel der Putzfirma immer? Sicherlich in jedem Fall, wenn auf den Regalen nicht so viel Staub liegt, das nennenswerte Mengen auf den Teppich fallen könnten.

    Falls der herabfallende Staub auf dem Teppich (!) sichtbar werden würde, sollte man vielleicht beim ersten Mal von der Regel abweichen, eventuell auch ein Schäufelchen einsetzen und ab dann häufiger Staub wischen. :-)

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    • sf2000
    • 11. Mai 2013 17:09 Uhr

    .... Sie haben den von-Bülow-Faktor dieses Artikels sehr viel besser zum Ausdruck gebracht, als ich es mit Gekreisch über den Verfall unserer Zeitungskultur jemals gekonnt hätte.

    Dergleichen unter diesen vier Buchstaben, die nicht "BILD" lauten, als drittmeist gelesenen Artikel entdecken zu müssen, schmerzt dennoch.

  2. ... lagert sich vor allem dann ab, wenn man auf Durchzug lüftet.

    Weil sich dann Wirbel bilden bei denen sich der Staub absetzt.

    ( Das ist etwas vereinfacht, ich will hier aber keine wissenschaftliche Diskussion anzetteln )

    nach dem gleichen Prinzip könnte man einen Staubfilter oder -fänger bauen.

    Das werde ich aber selber machen müssen, weil noch keiner auf die Idee kam.

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    Hätten alle eine vernüftige Regelung der Be- und Entlüftung, bräuchte man keinen Durchzug und es gäbe weniger Staubflocken.
    Somit haben Sie recht...

  3. Ich habe hier einen Roboter, der fährt täglich durch die Wohnung und saugt. Seit dem kann ich mich den wichtigen Dingen des Lebens widmen.

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    Der fährt bestimmt, wenn Sie gerade nicht zuhause sind, denn er ist Ihnen zu laut, um daneben zu sitzen, nicht wahr? Dafür freuen sich die Nachbarn.

  4. Staub verleiht meinen Büchern den gewissen Touch, die Patina. Mein Wabi-Sabi. Und die Staubflocken können die Katzen jagen und erlegen. Zuviel Reinlichkeit fördert das Aufkommen von Erkrankungen. Geputzt wird nur vor den für den Agnostiker in mir wichtigen religiösen Feiertagen.

    10 Leserempfehlungen
    • Plupps
    • 11. Mai 2013 13:33 Uhr

    KLare, glanzpolierte Oberflächen machen Staub sehr sichtbar - da stimmt der Rat der Profis.
    Wer eine weitgehend staubfreie Zone will, sollte sich einen Luftumwälzer mit entprechenden Filter zu legen.
    Wo so ein Gerät arbeitet, ist die Luft relativ schnell staubfrei. Kunsstück: der gesammte Luftinhalt wird mehrmals täglich umgeschlagen und praktisch partikelfrei wieder ausgegeben.

    Mit allen anderen Methoden gibt es nur eine kurzfristige Entlastung

  5. Hätten alle eine vernüftige Regelung der Be- und Entlüftung, bräuchte man keinen Durchzug und es gäbe weniger Staubflocken.
    Somit haben Sie recht...

  6. Da kann man bestimmt die schönsten Studien zu anstellen, wie sehr das Endergebnis von glatten Böden vers. Teppich, Staubsauger mit und ohne Feinfilter und Dicke und Zusammensetzung des ursprünglichen Staubbelags auf den Regalen abhängt, da steig ich doch gleich in Untersuchungen ein ....und warte erstmal ab - schließlich muss sich zuerst einmal eine ordentliche Studienzweck geeignete Staubschicht bilden!

  7. Es gibt noch ein anderes Prinzip.

    Wo die Luft sich am langsamsten bewegt, setzt sich der Staub ab.

    ( Gilt für Wasser genauso, das sieht man nach jedem Hochwasser )

    Also den Staubsauger nicht unnötig hochdrehen, dann fließt die Luft darin langsamer und es bleibt mehr Staub im Beutel.

    Beim Lüften auf Durchzug setzt sich dann der Staub auch irgendwo ab. Deswegen kräftig auf Durchzug lüften damit sich weniger Staub absetzt.
    Das ist aber ungesund.

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  • Serie Stimmt's?
  • Schlagworte Arbeit | Ehe | Familie
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