JobcenterArbeitskrampf

Zwischen Engagement und Frustration: Unsere Autorin hat Mitarbeiter des Jobcenters Braunschweig vier Monate lang begleitet. von Julia Friedrichs

Was an diesem 26. September 2012 im Büro der jungen Arbeitsvermittlerin im Jobcenter Neuss tatsächlich geschah, wird man nie mit letzter Gewissheit sagen können. Denn eine der beiden Beteiligten, Irene N., ist tot. In wütender Raserei erstochen von einem Arbeitslosen, von einem derer, die sie seit den Hartz-Reformen in den Ämtern höflich "Kunde" nennen. Irene N. kannte den Mann nicht. Er wollte eigentlich zu ihrem Kollegen, um sich über eine Datenschutzerklärung zu beschweren, die er Tage zuvor unterschreiben musste. Er habe Angst gehabt, die Behörde könne mit seinen Daten handeln.

Ein Arbeitsloser ist unzufrieden mit seinem Sachbearbeiter: Jeden Tag passiert das in den 304 Jobcentern des Landes tausende Male. Behördennormalität. Aber dann rastet tatsächlich einer aus und mordet. Und Fragen stören den Verwaltungsalltag: Können die Mitarbeiter der Jobcenter nach solch einer Tat einfach so weitermachen? Oder haben sie nun Angst vor den Menschen, die jeden Tag ihre Büros betreten? Wie geht es tatsächlich zu zwischen denen, die vom Amt abhängig sind, und denen, die hinter dem Schreibtisch sitzen?

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Das Jobcenter Braunschweig ist ein ganz normales Amt in einer ganz normalen Stadt. Kein Brennpunkt. Kein sozialer Kampfplatz. So wie es auch in Neuss war. Jeder neunte Bewohner der Stadt lebt von und mit diesem Amt. Über 300 Mitarbeiter arbeiten hier. "Toblerone" nennen sie ihren Büroturm, der neben dem Braunschweiger Bahnhof aufragt, weil er eben so aussieht wie eine überdimensionale Packung der Schweizer Schokolade.

Sie haben eine Weile überlegt, aber dann haben sie hier in Braunschweig zugestimmt, das ZEITmagazin in ihren Turm zu lassen. Vier Mitarbeiter des Amtes haben sich über vier Monate begleiten lassen. Waren einverstanden, dass eine Journalistin neben ihnen Platz nimmt, zusieht und zuhört bei den Gesprächen mit Arbeitslosen und Kollegen. Ihr Motiv? Viele ärgert, dass Geschichten, die von Hartz IV handeln, meistens aus der Sicht der Arbeitslosen erzählt werden. Nun wollen sie erzählen. Gerade weil eine aus ihren Reihen ermordet wurde.

Erste Etage. An einem kalten Wintermorgen. Lisa Reinke, gerade 30 geworden, blond, in gestreifter Bluse und rotem Pullunder, umringt mit den anderen aus ihrem Team eine Kollegin, die gerade von einem Indientrip zurückgekehrt ist. Braun gebrannt, Ketten um den Hals, ein Henna-Tattoo auf der Hand, hebt sich diese ab von den anderen, die blass sind, weil ihre Tage wie immer waren: Ab acht Uhr kommen die Arbeitslosen und stellen ihre Anträge bis halb eins. Wer bis dahin nicht drankam, muss es am nächsten Tag versuchen. Dann ist Mittagspause. Meist so wie heute mit dem Chili-Cheeseburger vom Bahnhof am Schreibtisch. Eine Kantine hat das Jobcenter nicht. Am Nachmittag dann die "Terminkunden", also die Arbeitslosen, die Mietverträge einreichen, Kontoauszüge oder Betriebskostenabrechnungen. Um vier Uhr schließt das Amt bis zum nächsten Morgen. "So läuft hier unser Tag", sagt eine. "Fremdgesteuert sind wir", sagt Lisa Reinke. Jetzt gerade träumen sich die Mitarbeiterinnen der ersten Etage weit fort aus diesem Trott. Eine will auf dem Jakobsweg wandern. Die andere will in die Karibik. Die Dritte irgendwohin, nur nicht ins Nachbarbüro, weil sie weiß, dass dort der erste Arbeitslose wartet – ein Mann, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde und bekannt dafür ist, Stress zu machen. "Ich will nicht", sagt die Kollegin. "Mach doch alles schriftlich", raten die anderen. "Du musst doch mit so einem gar nicht diskutieren."

Dann geht jede in ihr Büro. Schon seit 2005 bewacht ein Sicherheitsdienst die Eingangstür des Jobcenters. Nach Neuss haben sie hier lange diskutiert, ob das genügt. Mitarbeiter forderten, Verbindungstüren zwischen den einzelnen Räumen einbauen zu lassen. Dann gäbe es mehr als den einen Ausgang in Richtung Flur. Dann würde die Kollegin bei Bedarf zuhören und helfen können. Dann würde man sich sicherer fühlen. Aber die Amtsleitung hat dieses Ansinnen abgelehnt. Zu teuer sei solch ein Umbau und der Vermieter außerdem dagegen. Jetzt trainieren manche Mitarbeiter intensiv die Buchstabenkombination auf ihren Computertastaturen, mit der sie Alarm auslösen können. Und wer will, kann nun bei der Amtsleitung Leuchtaufkleber bestellen. Die sollen die Chance erhöhen, auch in Panik die richtigen Tasten zu treffen.

Ein Stockwerk weiter oben. Zimmer 229. Diana Romanowski ist eine PAP, wie sie hier sagen, eine "persönliche Ansprechpartnerin". "207 Kunden sind gerade in meinem Kundenstamm", sagt sie. Und meint damit, dass sie 207 Langzeitarbeitslose betreut. Sie haben eine ganz eigene Sprache im Amt. Die Arbeitslosen, die sich in der ersten Etage anmelden, werden in verschiedene Kategorien einsortiert: Es gibt "marktnahe" und "marktferne Kunden", es gibt "Entwicklungsprofile" und "Stabilisierungsprofile". Hinter diesen Wortmonstren verbergen sich Arbeitslose, deren Chancen auf einen neuen Job ganz gut stehen. Und es gibt "komplexe Profile", das sind Menschen, in deren Leben die Arbeitslosigkeit nicht das einzige große Problem ist. Menschen, die Schulden haben oder drogenabhängig sind oder notorisch unzuverlässig. Im Kundenstamm von Diana Romanowski überwiegen die komplexen Profile, will heißen: Sie hat viele Problemkunden. "Jede von uns hier hatte schon Situationen, in denen sie beleidigt wurde", sagt Romanowski. Und nicht nur das. In einer anderen Abteilung erzählen sie von einer Kollegin, der ein Arbeitsloser aus Wut seine dritten Zähne entgegenschleuderte. Und von einer, die sich über Wochen nicht allein zu ihrem Auto traute, weil sie sich von einem der Hartz-IV-Empfänger verfolgt fühlte.

Leserkommentare
  1. So lange der Mitarbeiter im Jobcenter selbst keinen Handlungsbedarf zur Empathie, respektvolle Gesprächsführung, menschliches Handeln, die Berücksichtigung der Menschenwürde nach dem Grundgesetz sieht, werden auch kaum Trainer etwas ändern können. Das muss ein Wollen des Mitarbeiters voraussetzen. Und hier besteht dringender Handlungsbedarf sowie die ständigen neuen Qouten-Erfüllungen machen all das Menschliche kaputt, weil dafür keine Zeit mehr bleibt. Spricht der Hauptpersonalrat E. Einsiedler von einer Gefahr der steigenden Zeit- und Leiharbeitsvermittlung und sollte diese dringend zurückgefahren werden (Okt. 2012) und deren Steigerung um 276% tut die Bundesagentur für Arbeit erneut nichts anderes, als genau diese weiter zu steigern: Waren bisher im Schnitt rund 8 Bewerber auf eine Stellenangebot Zeitarbeit zu buchen, sind ab sofort 15 Bewerber / Erwerbslose zu buchen.

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    wurde von Ihrem Job im AA HH beurlaubt wegen ihres kritischen Blogs
    http://altonabloggt.wordpress.com/
    http://www.jungewelt.de/2013/03-14/040.php
    In einem offenen Brief an ihre Kolleginnen und Kollegen bekannte Hannemann am Montag: »Selbstverständlich habe auch ich in einen Ein-Euro-Job vermittelt. Einen jungen Menschen. Auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin. Dieser junge Mensch wurde von mir über diesen Ein-Euro-Job vollständig aufgeklärt und daß die Chance nicht besteht, in ein festes Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis zu gelangen.« In der Vergangenheit habe auch sie sanktioniert, räumte Hannemann ein. Den Satz »Ich wußte es nicht besser, und wir müssen es ja«, lasse sie allerdings auch bei sich nicht gelten. »Eine Dummheit, die ich heute umso mehr bereue, als mir klar wurde, was ich damit anrichte.« Bei den betroffenen Menschen habe sie sich persönlich entschuldigt und Gespräche gesucht. Sie habe sich nur noch geschämt und dies auch klar ausgedrückt. Ihre Kollegen forderte Hannemann auf, in sich zu gehen und ihr Verhalten zu reflektieren: »Versucht nachzuempfinden, wie ihr euch fühlen würdet, wenn ihr so behandelt werdet.«
    Davon wünschte man sich mehr...auch mehr Berichte in den Medien!

    Der Kommentar von sunnymoon_hh ist entlarvend.

    Empathie "muss ein Wollen des Mitarbeiters voraussetzen" schreibt er. Ja, genau. Ausgerechnet die Menschen in den sozialen Berufen sind alle böse und gemein. Und sie haben alle Vorurteile, aber wir nicht.

    Dass von den vier vorgestellten Mitarbeitern drei durchaus empathisch sind und es nur Frau R. daran mangelt, egal.

    Dass diese Quote deutlich höher ist, als das bei einem Tausch der Mitarbeiter mit - sagen wir mal denen von VW wäre, egal.

    Dass das Vorgehen von Frau R. in 50 Prozent der Arztpraxen normal ist, egal.

    Dass der Job belastender ist als der eines Redakteurs, Steuerberaters oder Controllers egal.

    Dass nicht alle, aber immerhin ein relevanter Teil der Mitarbeiter dort arbeitet, weil er den Wunsch hat etwas zu bewegen und nicht nur die Gewinne einer Firma zu erhöhen, egal.

    Aber wir haben ja keine Vorurteile.

  2. Die Mitarbeiter der JobCenter und wir Arbeitslosen sitzen nicht in einem Boot!
    Gerhard Schröder und Peter Hartz konnten ihre Schikanen gegen Arbeitslose nicht zu zweit durchsetzen. Sie benötigten dafür mehrere Tausend Arbeitslose, die dazu bereit waren, sich selbst dadurch aus der Arbeitslosigkeit zu retten, dass sie an Zwangsmaßnahmen und Schikanen gegen andere Arbeitslose mitwirken.
    In so einem "Neukundencenter" war ich auch einmal als "Kunde". In Berlin im Bezirk Neukölln. Mir wurde nahegelegt, mich bei der mit dem Bezirksamt Neukölln gut vernetzten ... Maßnahme-Firma Bequit beraten zu lassen und mir dies auf dem Neukundenformular bestätigen zu lassen. Mit "Bequit" dauere es drei Wochen, bis der Antrag bewilligt wird, ließe ich aber die Firma "Bequit" nicht mitverdienen, dauere es sechs Wochen.
    Bevor ich zu Bequit ging, ließ ich mich von einer vom Bezirksamt Neukölln und vom JobCenter Neukölln unabhängigen Beratungsstelle beraten. Zum Glück!
    Ich erlebte es, wie im Neukundencenter des JobCenters Neukölln ein junger Mann, der beim zweiten Termin zu spät kam, gar keine Beratung bekam, sondern nur einen Zettel mit Adressen von Stellen, wo man in Berlin kostenlos Lebensmittel (gefrorenes Brot undsoweiter) bekommen kann.
    Bevor ich überhaupt meinen Antrag auf Leistungen nach HartzIV abgeben konnte, musste ich zu einer Arbeitsvermittlerin für Neukunden. Sie holte aus ihrem Computer für mich eine Stelle als Trainer für Arbeitslose in einer Maßnahmefirma.

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  3. Es ist eine Schande welche Verhältnisse dort in diesem Jobcenter herrschen.
    Auch wenn die Mitarbeiter nicht Verbeamtet sind haben sie dennoch einen Amtseid auf die verfassung und das grundgesetz abgeleistet.
    Davon scheint bei einigen nichts mehr übrig zu sein,denn es heisst die Würde des Menschen ist unantastbar,sie zu achten ist Aufgabe aller staatlicher Gewalt.
    Dies wird aber in diesem Jobcenter scheinbar vergessen,und dort macht sich insbesondere diese Frau Lisa Reinke keine Gedanken über die Würde des Menschen.
    Es ist beschämend das es so einer Frau ermmöglicht wird "Kundenkontakt" zu pflegen.Eine Frau die Menschen nur nach Nummern behandelt gehört nicht in den direkten Kontakt mit Menschen.

    Kein Wunder das die Jobcenter so einen schlechten Ruf haben und es ist beschämend das durch solche Mitarbeiter die guten Mitarbeiter welche die Verfassung und das Grundgesetz im Sinne der Mitmenschlichkeit auslegen, durch solche Mitarbeiter wie Frau Reinke in Verruf geraten.
    Mitmenschlichkeit zu vergessen mit der Begründung das Gesetz durchziehen zu wollen ist nur eine schlechte Ausrede.
    Arbeitslos sind die meisten unverschuldet,und Tatsache ist: Es ist nicht genug Arbeit für alle da,somit sind Arbeitslose nicht für etwas zu bestrafen wofür die wenigsten etwas können.

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    "Auch wenn die Mitarbeiter nicht Verbeamtet sind haben sie dennoch einen Amtseid auf die verfassung und das grundgesetz abgeleistet."

    Das stimmt nicht, den Eid legt man nur bei der Verbeamtung ab. Angestellte im öffentlichen Dienst müssen zu keiner Zeit einen Eid ablegen.

  4. Zitat
    "Sie sei oft froh, dass sie hier im Amt einen sicheren Job habe, sagt Ursula Elfers. Sie hatte eigentlich Lehrerin werden wollen. Aber als sie vor der Klasse stand, merkte sie schnell, dass das nicht das Richtige für sie war. Die Stelle beim Amt war ihr Ausweg. Nun seien die Tage planbar, das Gehalt sei in Ordnung, zweimal im Monat komme sogar der Masseur. Ursula Elfers ist zufrieden mit der Behörde."
    Zitat Ende

    Zahlt der Steuerzahler die Massage?
    Läuft die Stechuhr während der Massage?
    Inwieweit taugt diese Dame als Vorbild für Bewerber auf dem "freien Markt" oder als Vorbild für die hart arbeitende steuerzahlende Bevölkerung?

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    In meiner Behörde zahlt die Massage jeder selber und ausstechen muss man sich natürlich auch während der Zeit.

    Warum soll die Mitarbeiterin keine Vorbildfunktion haben. Jeder kann sich in seinen beruflichen Wünschen/Zielen doch irren oder sich anderweitig entwickeln wollen. Außerdem zahlt sie selber Steuern und arbeitet hart. Was sollen diese Unterstellungen?

  5. Ein vom Landessozialgericht Hamburg entschiedener Fall:
    Sachverhalt:
    Eine Person die innerhalb weniger Monate 30 kg verliert. Folglich wird neue Bekleidung benötigt. Demzufolge stellt der "Kunde" einen Antrag auf Bewilligung entsprechender Leistungen.

    Natürlich wird der Antrag vom Jobcenter Hamburg abgelehnt, er hätte ja auf die neue Bekleidung sparen können.

    Es entwickelt sich nun der Instanzengang. Mit Recht weißt das Sozialgericht Hamburg darauf hin, dass hier auf Grund der Kürze der Zeit ein Ansparen nicht möglich sei und verdonnert Jobcenter zur Zahlung der Bekleidung.

    Jobcenter Hamburg bleibt aber stur und geht in Berufung, mit dem Ergebnis, dass in 2. Instanz dem Jobcenter mitgeteilt wird:
    Zitat
    "Dass eine erhebliche Gewichtsveränderung in diesem Sinne liegt hier vorlag und der Kläger sich auch nicht etwa durch schrittweise Ersatzbeschaffungen hätte helfen können, hat das Sozialgericht überzeugend begründet. Änderungsmaßnahmen an den vorhandenen Kleidungsstücken, die bei einer Gewichtsabnahme grundsätzlich in Betracht kommen, scheiden hier nach Überzeugung des Gerichts ebenfalls aus. Hinsichtlich der Schuhe ergibt sich das aus der Natur der Sache; hinsichtlich der Bekleidung im Übrigen erscheint der eingetretene Änderungsbedarf als so umfassend und durchgreifend, dass er hinter den Aufwendungen für Neuanschaffungen nicht zurückgeblieben wäre."
    Zitat Ende
    http://tinyurl.com/cdynsvj

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  6. Zitat
    "Aber wenn dann einer nach mehreren Einladungen kommt und sagt: Frau Romanowski, ich kann nicht arbeiten: Ich hab Rücken. Oder Knie. Oder Kopf. Dann denk ich natürlich: Ja, da tut es mir auch manchmal weh. Aber ich sitz trotzdem hier."
    Zitat Ende

    Falls Frau R. den Artikel lesen sollte, sei sie darüber belehrt, dass der zitierte Einwand als eine behauptete Arbeitsunfähigkeit zu werten ist. Dieser Behauptung hat Frau R. im Rahmen ihrer Amtsermittlungspflicht nachzugehen -ob sie ihm nun glaubt oder nicht- und zwar SOFORT -etwa durch Anforderung ärztlicher Gutachten- und nicht erst bei der Prüfung einer Sanktion wegen Meldeversäumnis.

    Dieses "von sich auf andere schließen" stellt eine Anmaßung medzinischer Kenntnisse dar, die Frau R. als objektiv ungeeignet erscheinen lassen, im Bereich der Arbeitsvermittlung zu arbeiten, falls sie nicht Medizin studiert hat.

    Der "Manager" des Jobcenter sollte diese Aussage von Frau R. zum Anlass weiterer Ermittlungen nehmen.

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    Es ist die Pflicht des Leistungsbeziehers eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen. Warum macht der Leistungsbezieher das nicht? Hat er es etwa doch nicht "im Rücken"? Bei nachgewiesener Erkrankung ist das Meldeversäumnis entschuldigt. Frau R. handelt hier völlig korrekt. Ein ärztliches Gutachten würde gar keinen Sinn ergeben.
    Sollte aber der Leistungsbezieher irgendwann mal auftauchen und ihr sagen, dass er aus diesen und jenen gesundheitlichen Gründen, die Tätigkeiten nicht mehr ausüben kann, die ihn qualifizieren oder für die er sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung gestellt hat: erst dann macht ein ärztliches Gutachten Sinn. Oder: es liegt in der Tat eine akute Erkrankung vor, weshalb er nicht erscheinen kann. Dann hat er sich, wie oben erwähnt, umgehend krank schreiben zu lassen und die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung dem Amt vorzulegen. Nach der Erkrankung könnte man ein ärztl. Gutachten veranlassen, wenn absehbar ist, dass gesundheitl. Gründe die Eingliederungsaussichten beeinflussen werden.
    Äußert der Leistungsbezieher sich nicht oder weist nichts nach, ist es die Pflicht von Frau R. dem nachzugehen, um Leistungsmißbrauch auszuschließen. Woher soll sie denn wissen, ob der Leistungsempfänger nicht nur sagt, dass er krank ist und eigentlich schwarz arbeiten geht?

    • Mari o
    • 10. Mai 2013 2:04 Uhr

    ....wieder reden die Kollegen über ihre Angst, über Zwischentüren, die nicht kommen, über Fluchtwege, die fehlen

    diesen menschlichen Kontakt, den ich jetzt habe, den mag ich nicht
    sagt Lisa Reinke

    "14,1 Tage. Das ist die Zeit, die nach Vorgaben der Bundesagentur für Arbeit im Schnitt zwischen Antragsabgabe und Bescheid liegen soll."
    mit 14,1 Tage+14,1 Tage+14,1 Tage+14,1 Tage+14,1 Tage kann man rechnen
    und keinerlei soziales Kapital in Form von hilfsbereiten Bekannten mehr vorhanden
    und dann kommt die blanke Existenzangst.schlaflos .Hunger.
    Der Vermieter schickt schon mal die Abmahnung.Der Strom kann sehr schnell abgestellt werden.Panik aus Versehen durchs Netz zu rasseln.
    Grund genug durchzudrehen.

    7 Leserempfehlungen
  7. Hier scheint der Vermittler habe aus Frust Hunderte von Fällen zu bearbeiten sich eine Arroganz zugelegt hat.
    Er hat Arbeit,die anderen sind nur Schmarotzer.
    Auch die Gesetzeslage macht die Arbeit nicht angenehmer.
    Die Vermittler sollen das Geld verwalten, das Vermitteln von Arbeit oder Leistungen stehen nicht im Vordergrund.
    Skurielle Weiterbildungsangebote geben dem Arbeitslosen den Rest.
    100 mal Bewerbungstraining, Theater AG´s usw. diese Maßnahmen werden dann noch teuer finanziert.

    Es sollte doch mal ein Experiment gestartet werden:
    Alle drei Jahre wird das Personal der Arbeitsvermittlung ausgetauscht und durch Arbeitslose ersetzt.
    Eine schöne Sache aus der beide,Arbeitslose und Verrmittler,lernen können.

    7 Leserempfehlungen
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    Meines Wissens sind doch in den Jobcentern und Argen jede Menge befristete Angestellte eingesetzt, die sich über kurz oder lang rasch auf der anderen Seite wiederfinden können. Scheint die Sache nicht besser zu machen, sondern den Druck eher noch zu erhöhen.

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