Foto-TechnikWas man braucht, um gute Fotos zu machen

Die besten Kameras, Apps, Programme, Webseiten, Drucker: Experten geben Tipps für Fotografie.

Ethan Hawke bei der Berlinale, Bild bearbeitet mit Instagram

Ethan Hawke bei der Berlinale, Bild bearbeitet mit Instagram  |  © Vittorio Zunino Celotto/Getty Images

Alles, was man wissen muss, um die richtige Kamera zu kaufen
Von Frank Späth, Chefredakteur der Zeitschrift "Photographie"

Die Fotoindustrie hat sich neu erfunden. Das hat für ein Riesenangebot an Kameras gesorgt, die von Jahr zu Jahr mehr bieten. Man sollte also gut vorbereitet sein, wenn man einen Fotoladen betritt und der Händler fragt: Wechselobjektiv oder eingebautes Objektiv? Spiegelreflex oder spiegellos? Optischer oder elektronischer Sucher? Groß oder klein?

Man kann zwar heute mit jedem Handy fotografieren, aber selbst gute Handykameras kommen an eine richtige Kamera meist nicht heran. Kleine Kompaktkameras (ab etwa 200 Euro) machen bessere Bilder. Die Zahl der Megapixel, die eine Kamera bietet, sagt übrigens wenig aus über deren Qualität. Ein Fotohandy mit 18 Millionen Bildpunkten macht nicht unbedingt ein besseres Foto als eine Kamera mit 12 Millionen. Für bessere Qualität sorgen vor allem größere Bildsensoren und bessere Objektive.

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Wer eine Kamera kaufen will, sollte sich zunächst über seine Ansprüche klar werden. In der Zeit der Fotolabore war die Spiegelreflexkamera das Maß aller Dinge; man erkennt sie an dem charakteristischen Klacken beim Drücken des Auslösers. Die Spiegelreflex gibt es auch in der digitalen Ära noch – nur liegt hier der Spiegel, der im Moment des Auslösens hochklappt und den Lichteinfall bestimmt, nicht über dem Negativ, sondern über einem Bildsensor. Moderne Modelle kommen sogar ganz ohne Spiegel aus. Spitzenkameras – egal, ob mit oder ohne Spiegel – nennt man "Systemkameras". Sie haben wechselbare Objektive und verfügen über größere Sensoren als Kameras mit fest eingebauter Optik. Spiegelreflexkameras sind meist schwerer, die Spiegellosen sind kleiner und leichter (ab etwa 600 Euro).

Ein guter Kompromiss sind Alleskönner-Kameras, die optisch den Profigeräten ähneln – allerdings mit kleineren Sensoren und festem Zoomobjektiv (ab 400 Euro). Sie bieten ähnliche Gestaltungsmöglichkeiten wie die großen. Im Gegensatz zu den meisten Kompaktkameras haben die Alleskönner auch einen Sucher. Ganz praktisch: So sieht man auch bei Sonnenlicht das Motiv noch. Vor dem Kauf sollte man darüber nachdenken, welchen Brennweitenbereich das Zoomobjektiv haben soll. Je größer er ist, desto weiter ist der Raum zwischen Nah- und Ferneinstellung. Es gibt Modelle, deren Zoomfunktion die Brennweite verdreifacht – und 30-fach-Zooms. Mit einem Spitzenzoom lässt sich vom selben Standpunkt aus ein Marktplatz in voller Größe ebenso ablichten wie der Zeiger der Kirchturmuhr. Für mehr Brennweite muss man nicht unbedingt viel mehr zahlen. Die Frage ist eher, ob bessere Bilder es einem wert sind, eine große, unhandliche Kamera mit herumzuschleppen. Selbst Kompaktkameras haben in der Regel übrigens kleine Zoomobjektive.

Fragen Sie den Händler ruhig nach Auslaufmodellen. Die Modellzyklen der Hersteller sind sehr kurz, und die Kamera vom Vorjahr ist oft billiger.

Anfänger: Olympus TG2

"Tough"-Kamera für den Härteeinsatz: bruchfest und außerdem noch wasserdicht, sogar bis 15 Meter Tiefe. Lichtstarkes Zoom und GPS-Empfänger, der den Aufnahmeort vermerkt. Spezieller Weißabgleich sorgt für Tauchbilder ohne Blaustich (350 Euro)

Anfänger: Nikon Coolpix S01

Wiegt nur 100 Gramm und hat trotzdem ein optisches Dreifachzoom. Neben Auslöser und Zoomring ist das einzige Bedienelement ein Touchscreen. Die Bildqualität ist mit der eines Spitzen-Smartphones vergleichbar, zum Beispiel mit der eines iPhone 5 (170 Euro)

Anfänger: Fujifilm X20

Erinnert vom Design her an den Klassiker Leica M, kostet aber nur rund ein Zehntel. Großzügiger Bildsensor und ordentliches Vierfachzoom, das manuell zu bedienen ist. Für anspruchsvolle Selbsteinsteller. Pluspunkt: mit optischem Sucher (Listenpreis: 550 Euro)

Alleskönner: Panasonic Lumix FZ200

Sieht aus wie die klassische Spiegelreflexkamera und ist außergewöhnlich lichtstark. Leica-Zoom mit riesigem Brennweitenbereich – vom 25-Millimeter-Weitwinkel bis zum 600-Millimeter-Tele. Viele Automatikprogramme. Eine gute Kamera auch für Unerfahrene (600 Euro)

Alleskönner: Samsung NX1100

Spiegelloses Einsteigermodell mit Wechselobjektiven. Viele Automatikfunktionen, Effekte und manuelle Steuerungsmöglichkeiten. Bilder können per WLAN verschickt werden. Zusammen mit einem kleinen 20- bis 50-mm-Zoom kostet sie an die 600 Euro

Alleskönner: Pentax MX-1

Kleine Highend-Kompaktkamera im klassischen Spiegelreflex-Design. Vergleichsweise großer Bildsensor. Sehr lichtstarkes Zoom (28 bis 112 Millimeter). Kein Sucher, dafür aber ein Klappblitz und viele Einstellmöglichkeiten (500 Euro)

Profi: Canon EOS 6D

Vollformatkamera (Bildsensor so groß wie der klassische Kleinbildfilm von früher). Atemberaubende Empfindlichkeitswerte (bis zu mehr als 100000 ISO). Liefert gute Bilder auch bei langen Brennweiten und kurzen Belichtungszeiten (2000 Euro)

Profi: Sony Alpha 77

Die schnellste Kamera der Auswahl macht zwölf Aufnahmen pro Sekunde – und rechnet dabei sogar die Schärfe nach. Das sind Werte, nach denen man noch vor wenigen Jahren selbst bei viermal so teuren Profikameras lange suchen musste. Sehr robust (1200 Euro)

Leserkommentare
  1. 1. […]

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