Die Forscherin

Unter welchen Bedingungen kann der Mensch gut lernen? Und was geschieht, wenn er während des Lernens Stress ausgesetzt wird? Solche Fragen interessieren mich nicht nur, weil es nützliches Wissen ist. Vor allem möchte ich neue Erkenntnisse gewinnen und damit Wissen mehren.

Mich begeistert das Prinzip von Forschung. Daher habe ich nach meinem Bachelor in Psychologie in Bochum direkt mit dem Master weitergemacht, und zwar mit dem Schwerpunkt Kognitive Neurowissenschaften. Das ist eine relativ neue Studienrichtung. Das Fach Psychologie, das früher oft sehr stark auf klinische Psychologie und Psychotherapie ausgerichtet war, arbeitet immer enger mit der Neurologie, Biologie und Chemie zusammen. Das birgt viele neue Chancen, weil man die Funktionen des Gehirns viel besser verstehen kann. Im Masterstudiengang habe ich so weitere Funktionen und Funktionsstörungen des Gehirns sowie Stoffwechselprozesse kennengelernt, die sich dort abspielen. Zum Beispiel habe ich erfahren, welche Botenstoffe wo aktiv werden, wenn wir uns aufregen oder etwas lernen.

In meiner Masterarbeit untersuche ich nun den Einfluss von Stress auf bestimmte Lernprozesse. Dazu setze ich Probanden einer Stresssituation aus, um sie im Anschluss Lernaufgaben lösen zu lassen. Über Speichelproben beobachte ich, ob das Stresshormon Kortisol vermehrt ausgeschüttet wird. Und mithilfe von Elektroden am Kopf der Probanden beobachte ich, wie sich entsprechende Hirnströme unter Stress verändern. Dabei habe ich bereits sehr interessante Ergebnisse gesammelt.

Katharina Glienke, 25, macht ihren Master in Psychologie, Schwerpunkt Kognitive Neurowissenschaften

Der Therapeut

Dass Psychologie genau mein Ding ist, habe ich ausgerechnet von einem Psychologen erfahren. Kurz vor dem Abitur habe ich eine sogenannte Begabungsanalyse machen lassen, um zu erfahren, welches Studienfach für mich geeignet ist. Dabei nannte mir ein Psychologe mein angeblich ideales Fach: Psychologie! Heute, sieben Jahre später, kann ich nur sagen: Der Kollege hatte recht!

Das Studium begeisterte mich von Anfang an, gerade weil es so vielfältig ist: Klinische Psychologie, Neurowissenschaften, Sozialpsychologie, pädagogische Psychologie, Entwicklungspsychologie. Damit eröffnen sich natürlich eine Menge Felder, in denen man arbeiten kann. Aber das Gefühl, den richtigen Bereich gefunden zu haben, hatte ich erst bei einem Praktikum in der Psychotherapieambulanz der Uni Göttingen. Also fing ich nach dem Studium eine Ausbildung zum Psychotherapeuten an, in der man bereits Therapiestunden gibt.

Das Besondere an der Arbeit ist die Kombination von Wissenschaft und Einfühlungsvermögen. So muss man Patienten Verständnis entgegenbringen, aber jede Methode ist empirisch erprobt. Mit der Verhaltenstherapie hatte ich schon erste Erfolgserlebnisse. Ich hatte einen Patienten, der immer sehr nervös wurde, wenn viele Menschen um ihn herum waren. Mit dem bin ich zum Beispiel samstags in überfüllte Kaufhäuser gegangen. Bald hatte er seine Panikstörung so gut im Griff, dass wir die Therapie vorzeitig beenden konnten.

Hans Gehrke, 26, hat einen Master-Abschluss in Psychologie. Er lässt sich derzeit zum Psychotherapeuten ausbilden

Die Werberin

Wenn zwei Menschen sich begegnen, dann treffen zwei Welten aufeinander. Was da geschieht, wie man sich einander annähert und voneinander abgrenzt, hat mich schon immer fasziniert. Also entschied ich mich, Psychologie zu studieren. Besonders spannend fand ich die Frage, welchen Einfluss Aspekte menschlichen Verhaltens auf Prozesse in der Wirtschaft haben. Deshalb schrieb ich mich für Wirtschaftspsychologie ein.

Nach dem Bachelorabschluss und einer Elternzeit begann ich als Junior-Projektleiterin bei der Kommunikationsagentur A&B One. Dort bin ich heute mitverantwortlich für den Bereich Research. Wenn ein Unternehmen etwa wissen will, wie ein neues Produkt erfolgreich auf den Markt gebracht werden kann, dann schauen wir uns die Zielgruppe sehr genau an und überlegen, was für eine erfolgreiche Kommunikation zwischen dem Unternehmen und dem Verbraucher wichtig ist. Dafür führe ich zum Beispiel sogenannte Tiefeninterviews, bei denen ich persönlich mit Konsumenten spreche, oder ich entwickle Fragebögen. Ohne meine Kenntnisse aus dem Psychologiestudium könnte ich das nicht. Bei den Ergebnissen geht es weniger um Zahlen, sondern vielmehr um Wünsche und Bedürfnisse. Ich bringe den Unternehmen ihre Zielgruppe näher: Was ist ihr wichtig, was sind ihre Werte, was fasziniert sie? Dabei bekomme ich auch persönlich sehr spannende und überraschende Einblicke in das Leben der Menschen in Deutschland.

Franziska Müller, 27, hat Wirtschaftspsychologie studiert und arbeitet nun bei der Kommunikationsagentur A&B One