Mein Lebenstraum begann mit einem Buch. Ich war ein zehnjähriges Mädchen, neugierig und in Tiere vernarrt, als mir Edgar Rice Burroughs Tarzan bei den Affen in die Hände fiel. Die Schilderungen des Urwalds und seiner Bewohner faszinierten mich, ein wenig war ich auch in Tarzan verliebt. Von diesem Tag an träumte ich davon, irgendwann nach Afrika zu reisen, mit Tieren zu leben und Bücher über sie zu schreiben.

Jeder, dem ich von meinem Traum erzählte, hat mich ausgelacht. Es war 1944, meine Familie lebte in England, in Europa tobte der Zweite Weltkrieg. Meine Familie war arm, wir konnten uns nicht einmal ein Fahrrad leisten. Afrika war unendlich weit entfernt, wild und in weiten Teilen unerforscht. Unerreichbar. Vor allem für ein Mädchen. Ich solle doch von etwas träumen, das ich auch erreichen könne, hieß es immer wieder. Nur meine Mutter hat anders reagiert. "Wenn du etwas wirklich willst, nutze deine Chancen und gib nicht auf, dann wirst du einen Weg finden", hat sie gesagt. Sie hat recht behalten. Meiner Mutter verdanke ich sehr viel.

Heute träume ich davon, dass mehr und mehr junge Menschen begreifen, dass wir eine neue Denkweise entwickeln müssen, um eine zukunftsfähige Welt zu schaffen. Wir befinden uns in einer kritischen Phase. Es macht keinen Sinn, auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen an unbegrenztes Wachstum zu glauben. Wir brauchen eine neue Mentalität und eine andere Lebensweise. Mit unserer Jugendorganisation Roots & Shoots versuche ich, junge Menschen zu ermutigen, sich für diese Veränderung einzusetzen. Denn wenn die Jugend den Glauben an die eigene Gestaltungsfähigkeit verliert, sind wir erledigt. Wenn es uns aber gelingt, eine kritische Masse von jungen Menschen zu motivieren, ist eine Veränderung auch im großen Rahmen möglich.

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Davon träume und dafür kämpfe ich. Auch wenn es mir oft schwerfällt, ständig unterwegs zu sein. Manchmal träume ich davon, zur Ruhe zu kommen, in meinem Elternhaus an der Südküste Englands, dort unter den Bäumen zu sitzen und in den Himmel zu sehen. Und endlich Zeit zu finden, mich mit meinen Nachtträumen zu beschäftigen. Sie sind meist sehr lebendig und bizarr.

Als ich jünger war, träumte ich oft, ein Mann zu sein. In diesem Traum, den ich über Jahre wieder und wieder geträumt habe, wusste ich, dass ein anderer Mann mich töten wollte. Meine einzige Chance war, ihn vorher umzubringen. Der Traum endete damit, dass ich ihn mit einem Messer erstach. Aber obwohl dieser Traum schockierend und beängstigend war, habe ich ihn nicht als Albtraum empfunden. Ich hoffe, dass ich irgendwann die Zeit finde, mich mit den seltsamen Dingen zu beschäftigen, die in meinem Kopf vor sich gehen, wenn ich schlafe. Aber noch fordert der Kampf für meine realen Träume meine Zeit und jedes Quäntchen Energie, das ich aufbringen kann.