ProduktqualitätDie Mär von der bösen Industrie

Die Industrie produziert absichtlich Ramsch – so lautet eine populäre Vermutung. Lässt sie sich belegen? von 

Es ist ein übler Verdacht, und er lässt sich nicht ausrotten: Hersteller bauten gezielt Bauteile minderer Qualität in Produkte ein, um diese schnell unbrauchbar werden zu lassen und die Kundschaft zu Neukäufen zu nötigen. Viele Überschriften werden damit bestritten, viele nachbarschaftliche Debatten geführt. Und doch fehlt es an Beweisen.

Sogar Verbraucherschützer winken ab, wenn von geplantem Verschleiß die Rede ist. Da müsse man ja annehmen, dass Hersteller eine Alterung ihrer Geräte künstlich herbeiführten, um auf diese Weise mehr Produkte verkaufen zu können, heißt es in einer Broschüre des obersten Verbraucherverbandes vzbv. Genau das lasse sich aber nicht nachweisen. "Hinweise auf eine Strategie ›gezielter Sollbruchstellen‹" hat auch die Stiftung Warentest bei ihren Dauerprüfungen nicht entdecken können – wohl aber Produkte, bei denen Konstruktion oder Qualität unzureichend seien.

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Der Befund ist nicht einmal überraschend. Ein Unternehmen kann seinen Absatz durch Einbau von Schwachstellen nur dann steigern, wenn es ein Monopol hat oder sich mit Konkurrenten zu einem Kartell zusammenschließt. Andernfalls greift der Verbraucher bei einem schnellen Ausfall des Produkts kaum wieder zur selben Marke.

Von Konzernen geschädigt oder doch Opfer des eigenen Geizes?

Was aber macht die These vom geplanten Verschleiß so faszinierend? Es ist die Erfahrung, die jeder Konsument mit Ramschprodukten schon gemacht hat. Obendrein sieht sich jeder lieber als Opfer arglistiger Hersteller – denn als Täter, dessen eigener Geiz das Unheil provoziert hat.

Der Verdacht, Firmen würden ihrer Kundschaft Produkte mit eingebauten Schwachstellen andienen, ist fast so alt wie der Kapitalismus. Bereits Karl Marx schrieb von der "allgemeinen Verschlechterung der Waren". Das inspirierte eine Reihe sozialkritischer Autoren in den Vereinigten Staaten, später auch in Europa. Das meiste Aufsehen erregte der Publizist Vance Packard mit dem Buch Die große Verschwendung. Er entwickelt in dem 1960 erschienenen Werk die Vision einer Welt, die das Herz jedes Marketingfachmanns höherschlagen lässt; er nennt sie "Füllhornhausen". Die Häuser dieser Welt bestehen aus einer Papiermasse; jedes Frühjahr und jeden Herbst müssen die Gebäude neu gebaut werden. Die Autos sind aus Kunststoff, der nach 6.000 Fahrtkilometern weich wird.

Auch im deutschsprachigen Raum fand die Behauptung vom geplanten Verschleiß Anhänger. Die von der sozialliberalen Bundesregierung 1971 gegründete Kommission für wirtschaftlichen und sozialen Wandel wollte es genau wissen und beauftragte den Aachener Wirtschaftsprofessor Burkhardt Röper. Dieser lieferte eine fulminante Studie ab. Der empirische Teil befasst sich mit Autos, Glühlampen und Elektrogeräten, mit Schuhen und Textilien, insbesondere mit Damenstrümpfen. Fündig wurde Röper nicht. Gegenwärtig seien "keine Fälle von geplantem Verschleiß zur Absatzausweitung durch absichtliche Qualitätsminderung nachweisbar", schrieb er. Weil Autoren, die über geplanten Verschleiß schrieben, ihm die freundlich erbetenen Belege für ihre Behauptungen nicht lieferten, folgerte Röper, um die These habe sich wohl "eine Geheimwissenschaft" entwickelt. Was bleibe, sei "die Problematik modischer Einflüsse und die Neigung mancher Verbraucher, etwas Neues zu erwerben, weil ihnen das Alte nicht mehr gefällt, unter anderem weil es ihnen durch die Werbung verleidet worden ist".

Debatte beendet? Von wegen. Vor Kurzem sorgte Stefan Schridde, Initiator des Verbraucherportals Murks? Nein danke!, für Schlagzeilen. Gemeinsam mit Christian Kreiß hat er ausgerechnet, wie viel Geld Konsumenten 2012 verloren haben, weil die Politik sie nicht vor dem Kauf von Produkten mit verminderter Haltbarkeit schützte: 101 Milliarden Euro! Wie Schridde und Co. zu den Zahlen kommen? Indem sie unterstellen, etwa sieben Prozent der Ausgaben der Haushalte seien von geplantem Verschleiß betroffen, also "letztlich unnötig". Beweisen können sie das nicht.

Jetzt hat das Umweltbundesamt einen Forschungsauftrag ausgeschrieben. Es will wissen, ob und in welchem Umfang das Phänomen existiert und was sich dagegen tun ließe. Mit Ergebnissen ist nicht vor 2015 zu rechnen.

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Leserkommentare
  1. ...sind Unternehmen darauf aus, Gewinne zu erzielen. Das tun sie über Umsatz und über geringere Kosten.

    Wenn man sich da aufregt, dass da etwas aus Kunststoff ist, das früher aus Metall war, dann wird man heute auch Metal bezahlen müssen. und selbst das ist kein Garant für Haltbarkeit.

    Überdies sind Produkte ungleich komplexer - und das ist auch gut so. Die Waschmaschine, die meine Oma zur Hochzeit bekommen hat, mag einfach zu reparieren sein und auch wenig Fehleranfällig. Dafür hat sie kaum die Programme und das schicke Display, das meine Waschmaschine heute hat.

    Ich bin kein Freund der "der Markt wird's schon richten" These. Aber hier gilt schon: Wenn die Verbraucher andere Produkte wollen, dann müssen sie sich diese kaufen.

    Im übrigen habe ich kaum Produkte, die weniger als die erwartete Nutzungsdauer durchhalten und sich nicht zu einem anständigen Preis reparieren ließen.

    3 Leserempfehlungen
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    "Wenn die Verbraucher andere Produkte wollen, dann müssen sie sich diese kaufen." Und wer bietet sie an, die langlebigen Produkte ohne überfüssigen Schnickschnack? Der Rückgang der Lebensdauer betrifft durchaus auch teure Markenprodukte.

    "Die Waschmaschine, die meine Oma zur Hochzeit bekommen hat, mag einfach zu reparieren sein und auch wenig Fehleranfällig. Dafür hat sie kaum die Programme und das schicke Display, das meine Waschmaschine heute hat." Ich brauche bei meiner Waschmaschine eigentlich nur 3 Programme (kalt, warm & nur schleudern) & kann auf das schicke Display gerne verzichten.

    <em>Wenn man sich da aufregt, dass da etwas aus Kunststoff ist, das früher aus Metall war, dann wird man heute auch Metal bezahlen müssen. </em>

    Wenn aber ein Zahnrad in einem Gerät aus Kunststoff ist, obwohl es das offensichtlich verschleissanfälligste Teil ist, dann kann man schon eine geplante Sollbruchstelle vorwerfen. Denn das Gerät kostet 100€ und der Kostenunterschied zwischen dem Zahnrad aus Kunstoff und dem aus Metall liegt im Centbereich.

    Ähnlich die Benutzung von den billigsten Elektrolytkondensatoren, obwohl sie die verschleissanfälligsten Teile sind, Verbau dieser Kondesatoren direkt neben Wärmequellen, welche die Lebensdauer senken...

    Man kann den Herstellern noch nichtmal Betrug vorwerfen, da sie für den Markt produzieren. Die Nutzungsdauer eines Fernsehers ist mittlerweile bei 3-4 Jahren angekommen, weil die Leute regelmäßig neuere Modelle wollen. Noch schlimmer bei Unterhaltungs- und Kommunikationsgeräten, die mittlerweile bei 2-3 Jahren sind.

    Nervig finde ich es vorallem bei Haushaltsgeräten. Denn die nutzt man in der Regel länger.

    Gierige Berufsverbrecher wissen wie man Spuren verwischt.

    Es kann mir niemand erzählen, dass die Geschäftspraktiken, insbesondere von Handy- und Druckerherstellern z.B, lauter sind. Bei letzteren gab bzw. gibt es doch sogar eingebaute Zähler, die den Drucker nach einer bestimmten Zeit und/oder Seitenanzahl unbrauchbar machen.
    Solche Maßnahmen sind ja schon in einer beleidigenden Weise offensichtlich. Die Hemmschwelle, kleinste Bauteile kaputt gehen zu lassen oder Reparaturen zu erschweren dürfte noch viel geringer sein, "man kann's ja nicht nachweisen". Und die Hersteller haben NUR Vorteile davon, weil die Nutzer sich heutzutage gar nichts mehr bei denken und sowieso an extrem kurze Produktzyklen gewohnt sind.

    Also bitte, dieser Artikel ist eine Frechheit. Uns wird seit vielen Jahren Schrott verkauft und das hat eigentlich jeder Mensch, der Elektrogeräte benutzt, gemerkt. Aber was tut man nicht alles für das Goldene Kalb namens "(ewiges) Wachstum"?

    Im dystopischen Roman "Brave New World", der eine zugedröhnte Konsum- und Spaßgesellschaft beschrieb, hieß es schon 1932: "Ending is better than mending."

  2. "Genau das lasse sich aber nicht nachweisen. "Hinweise auf eine Strategie ›gezielter Sollbruchstellen‹" hat auch die Stiftung Warentest bei ihren Dauerprüfungen nicht entdecken können – wohl aber Produkte, bei denen Konstruktion oder Qualität unzureichend seien."

    http://de.wikipedia.org/wiki/Phoebuskartell

    http://www.reportsfromearth.com/155/designed-to-fail-planned-obsolescenc...

    http://www.informationweek.com/global-cio/interviews/apples-planned-obso...

    Stimmt, da lässt sich ja gaaaaaaaaaaar nichts finden.

    Gerade bei Apple: Der wahllose Wechsel von Connector A auf Connector B ist ein krasser Fall davon. Technisch gleichwertig, aber duch eine minimal andere Form müssen sich jetzt alle Kunden neues Zubehör kaufen.

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    > Gerade bei Apple: Der wahllose Wechsel von Connector A auf Connector B ist
    > ein krasser

    Was hat das mit designed to fail zu tun? Das ist eine Änderung an der Produktspezifikation. Die mag darauf ausgerichtet sein, Umsatz zu generieren. Aber das wollen Sie einem Unternehmen doch nicht ernsthaft vorwerfen.

    Solange ihr altes Gerät noch läuft, brauchen Sie auch kein neues Zubehör. Wollen Sie ein neues Gerät, werden Sie das Zubehör (oder die Adapter) mit in den Anschaffungspreis einkalkulieren müssen und dann entscheiden, ob Sie den Kauf wagen wolen.

    >> Gerade bei Apple: Der wahllose Wechsel von Connector A auf Connector B ist ein krasser Fall davon. Technisch gleichwertig, aber duch eine minimal andere Form müssen sich jetzt alle Kunden neues Zubehör kaufen. <<

    Ich denke, Apple fährt die zweite und dritte mögliche Strategie zur Beschleunigung des Warenumlaufs (denn darum geht es im Kern).

    Während andere Firmen Geräte bauen, die alles können, nur nicht lange halten - obwohl das nach Stand der Technik mit geringfügig höheren Kosten technisch/wirtschaftlich möglich wäre -, baut Apple durchaus Geräte (zumindest bis iPhone3), die für diese Gerätetypen eine relativ große Lebensdauer haben (könnten).

    Dass diese Lebensdauer überwiegend nicht ausgereizt wird, liegt an der Verkaufsstrategie, ständig "verbesserte" Produkte auf den Markt zu bringen und die alten damit zu entwerten. Weil das Ganze mit Lifestyle gekoppelt ist, sind die meist nur geringen Gebrauchswertunterschiede eher von marginaler Bedeutung.

    Die dritte Möglichkeit ist schließlich das alte (abgewandelte) Prinzip "Öl für Chinas Lampen", indem man die Käufer abhängig macht bzw. regelmäßig neue Abhängigkeiten schafft (Connector A ...).

    Egal, ob der Verschleiß "absichtlich" eingebaut wird oder nicht - geringe Lebensdauer ist immer der Garant für Umsätze.

    Welches Unternehmen würde sich denn den Markt freiwillig abgraben durch langlebige Produkte? Nur wer neu kauft, schafft Umsatz!

    Da muss man nichts beweisen, das liegt in der Logik des Systems!

    • noon44
    • 16. Mai 2013 17:59 Uhr

    Komisch, ich dachte schon, wenn spätestens im vierten Beitrag das Wort "Apple" fällt, dann geht es da wenigstens um olle Kamellen wie die Akkus der iPods von vor 10 Jahren oder so. Aber es in die Kategorie der geplanten Obsoleszenz einzuordnen, wenn ein Hersteller nach zehn Jahren einmal eine neue Steckergeneration einzuführt, die es vor allem ermöglicht, sehr viel kleinere Geräte zu bauen, ist echt der Gipfel der Einfalt. Kunden wie Sie sind sicher auch dafür verantwortlich, dass sehr viele Laptops heute noch den antiquierten VGA-Ausgang haben, obwohl es längst bessere und platzsparendere Technik auf dem Markt gibt. Vermissen Sie auch die alte parallele Druckerschnittstelle, weil Sie ihren Nadeldrucker von 1992 nicht mehr benutzen können? Oder die 5 1/4-Zoll Diskette?

  3. dennoch nimmt man im Zuge der Kostenminimierung sehr oft Schwachstellen in Kauf. Das sich dies auch einmal als Bumerang erweisen kann, hat wohl als eines der prominenteren Beispiele, die Firma Opel recht deutlich gemerkt.

    Trotz allem versuchen die Hersteller sehr oft, ihre Testphasen auf den Kunden abzuwälzen.

    Ob das aber in der Zeit des Internets noch wirtschaftlich sein kann, sollten sich die Hersteller noch einmal überlegen. Denn außer das das sehr schnell ans Tageslicht kommt, kann so ein richtiger Shitstorm verdammt viel Geldverlust für ein Unternehmen bedeuten.

    3 Leserempfehlungen
  4. "Wenn die Verbraucher andere Produkte wollen, dann müssen sie sich diese kaufen." Und wer bietet sie an, die langlebigen Produkte ohne überfüssigen Schnickschnack? Der Rückgang der Lebensdauer betrifft durchaus auch teure Markenprodukte.

    "Die Waschmaschine, die meine Oma zur Hochzeit bekommen hat, mag einfach zu reparieren sein und auch wenig Fehleranfällig. Dafür hat sie kaum die Programme und das schicke Display, das meine Waschmaschine heute hat." Ich brauche bei meiner Waschmaschine eigentlich nur 3 Programme (kalt, warm & nur schleudern) & kann auf das schicke Display gerne verzichten.

    8 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Natürlich..."
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    > Und wer bietet sie an, die langlebigen Produkte ohne überfüssigen
    > Schnickschnack?

    Lesen Sie Testberichte und lernen Sie aus den Erfahrungen anderer. Ich habe nicht gesagt, dass man Qualität nicht suchen muss - aber wenn man sie will, bekommt man sie. Ich fahre mit meinem Produkten damit sehr gut.

    Vielleicht ist das bei neueren Produkten ja anders - das kann ich dann schwerlich beurteilen, denn meine Geräte funktionieren alle noch. Aber angeblich gibt das Problem ja seit Jahren und Jahrzehnten.

    > Ich brauche bei meiner Waschmaschine eigentlich nur 3 Programme

    Damit sind Sie nicht der Markt. Aber wenn Sie soch eine Waschmaschine wollen, kaufen Sie sich doch so eine. Alternativ läuft Omas alte ja noch...

  5. > Gerade bei Apple: Der wahllose Wechsel von Connector A auf Connector B ist
    > ein krasser

    Was hat das mit designed to fail zu tun? Das ist eine Änderung an der Produktspezifikation. Die mag darauf ausgerichtet sein, Umsatz zu generieren. Aber das wollen Sie einem Unternehmen doch nicht ernsthaft vorwerfen.

    Solange ihr altes Gerät noch läuft, brauchen Sie auch kein neues Zubehör. Wollen Sie ein neues Gerät, werden Sie das Zubehör (oder die Adapter) mit in den Anschaffungspreis einkalkulieren müssen und dann entscheiden, ob Sie den Kauf wagen wolen.

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Sehr guter Artikel"
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    Geplante Obsolezsenz schließt auch Upgrades ein, die einen zwingen, funktionierendes Material auszusondern; sowie auch die bewusste Nicht-Reparierbarkeit. Für beides ist Apple Spezialist.

    http://www.ifixit.com/blog/2011/01/20/apples-latest-innovation-is-turnin...

  6. ... nennt man so etwas. Und leider muss ich dem Autor ganz klar widersprechen. Wieso sollte der geplante Ausfall denn definitiv geschäftsschädigend sein? Dafür müsste man doch annehmen, die meisten Verbraucher hätten ein Gefühl für eine angemessene Laufzeit diverser Produkte. Meiner Erfahrung nach ist dem nicht so. Zumindest im Elektronikbereich werfen viele Menschen ihre "defekten" Geräte einfach weg und denken es sei normal, dass beispielsweise eine Drucker nicht länger als 3 Jahre durchhält. Dann fragt man einfach den "fachkundigen" Bekannten/Bruder/Enkel und macht sich keine weiteren Gedanken. Hauptsache das Ding druckt brav weitere 3 Jahre. Schauen Sie sich doch einfach einmal die Dokumentation "Kaufen für die Müllhalde" an. Die lief vor ein paar Wochen auf Arte und zeigt sehr schön, dass dies alles andere als absurd ist.

    Haben Sie sich eigentlich nie gefragt, warum Apple seine Akkus in seinen Geräten fest verklebt hat? Oder warum Kunststoffleisten an manchen Spülmaschinen erschütterungsempfindlich sind? Oder warum BMW seit einigen Jahren eine andere Stahlsore für die Zylinderventile verwendet, obwohl die anfälliger sind für Brüche als der zuvor verwendete Werkstoff? Ein Schelm, wer böses denkt. Gut, sie sind Journalist und können nicht jedes technische Detail kennen. Aber ist es zu viel verlangt, sich ein bisschen in die Materie einzuarbeiten anstatt bloß ein paar Studien zusammenzusuchen, unkritisch in einen Artikel zu übernehmen und nicht mal zu hinterfragen?

    34 Leserempfehlungen
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    • gooder
    • 16. Mai 2013 16:16 Uhr

    Apple verklebt die Akkus, weil es wegen des stylischen Designs keine andere Möglichkeit gibt, den Akku zu befestigen und das BMW andere Materialien verwendet ist dem Umstand geschuldet, dass die PKW eben auch erschwinglich bleiben sollen, denn der weitere Einsatz des alten Materials, würde das Produkt doch um eventuell 78 Cent teurer werden lassen.

    ...schreibt davon, dass sich die geplante Osoleszenz nicht beweisen lässt. Im Übrigen ist mir der künstliche Begriff zuwieder, der klingt, als hätte McKinsey ihn sich gerade für viele Millionen ausgedacht.

    Ich finde es erstaunlich, dass man mir gerade auch mit diesen Druckerbeispielen kommt. Mein Drucker hält seit 9 Jahren. Ich will einen neuen, aber nicht, weil der alte kaputt ist. Im Übrigen ist bei Druckern die Hardware in aller Regel subventioniert - das Verbrauchsmaterial schlägt da mehr zu buche.

    Klar: Apple verklebt seine Akkus, damit man sie nicht einfach mal eben austauschen kann und sich ggf. ein neues Gerät kauft, wenn der Akku kaputt ist (vermutlich). In meinem alten MacBook läuft noch der erste (austauschbare!) Akku. Ich habe nie einen neuen gebraucht - das Ding läuft über 5 Jahre. Bisher keine Anzeichen, dass das Teil nicht noch ein paar Jahre läuft. Woher wissen Sie, dass es mit dem verklebten anders ist? Wie lang soll ich so einen Laptop benutzen?

    Im übrigen ist meine Waschmaschine seit >12 Jahren im Einsatz. Einwandfrei. Mein Spüler war fast 15 Jahre im Einsatz und ich habe nur einen neuen, weil ich einen größeren wollte. Der alte ging noch. Mein Fernseher läuft seit 8 Jahren ohne Probleme und wird es noch weiter tun. Mein altes Handy ist in Drittverwertung. Alter > 5 Jahre. Sage mir soch mal bitte jemand, wo diese komische geplante Überflüssigkeit hin ist. Und wo sind die _Beweise_ dafür?

  7. sondern Fakt!

    Erwartet Stiftung Warentest etwa, dass die Hersteller ihre zu schwach ausgelegten oder aus ungeeignetem Material hergestellten Teile explizit als Sollbruchstelle kennzeichnen?

    Sollbruchstellen werden meist unter dem Vorwand des Kostenfaktors aus falschem Material hergestellt, obwohl jeder Techniker genau weiß, dass dieses Bauteil eine begrenzte Lebensdauer beschert.
    Kunststoffen wird das eine oder andere Additiv nicht zugesetzt, ebenfalls unter dem Vorwand des Kostenfaktors, damit sie schneller verspröden. Lager werden schlecht oder schlicht falsch verkapselt, damit Wasser oder Staub eindringt, und und und ...

    22 Leserempfehlungen
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    Fälle, in denen sich Hersteller auch nicht mehr mit Kostenfaktoren herausreden können. Denn wenn ein eigentlich einwandfreier Drucker auf einmal nicht mehr druckt, weil ihm seine Firmware sagt, dass nach so-und-sovielen Seiten nun einmal Schluss ist, dann ist das Vorsatz. Eine absichtliche Verschlechterung des Produkts, die sich unmöglich mit Produktionskosten o.Ä. rechtfertigen lässt.

    Ich sehe ein, dass die meisten Fälle nicht so klar identifizierbar sind und halte eine gesetzliche Mindesthaltbarkeitsregelung auch für sehr schwer umsetzbar. Es gäbe einfach zu viele Schlupflöcher. Es ist jedoch gut, dass das Thema wieder mehr Beachtung findet und vielleicht entsteht ja im Zuge der Diskussion eine Plattform, in der Verbraucher identifizierte Sollbruchstellen in Geräten dokumentieren können, so dass durch schlechte Publicity etwas Druck auf die Hersteller ausgeübt wird. Von Ilse Aigner hat man diesbezüglich natürlich nichts zu erwarten, die Verbraucher werden sich mal wieder selbst organisieren und schützen müssen.

  8. <em>Wenn man sich da aufregt, dass da etwas aus Kunststoff ist, das früher aus Metall war, dann wird man heute auch Metal bezahlen müssen. </em>

    Wenn aber ein Zahnrad in einem Gerät aus Kunststoff ist, obwohl es das offensichtlich verschleissanfälligste Teil ist, dann kann man schon eine geplante Sollbruchstelle vorwerfen. Denn das Gerät kostet 100€ und der Kostenunterschied zwischen dem Zahnrad aus Kunstoff und dem aus Metall liegt im Centbereich.

    Ähnlich die Benutzung von den billigsten Elektrolytkondensatoren, obwohl sie die verschleissanfälligsten Teile sind, Verbau dieser Kondesatoren direkt neben Wärmequellen, welche die Lebensdauer senken...

    Man kann den Herstellern noch nichtmal Betrug vorwerfen, da sie für den Markt produzieren. Die Nutzungsdauer eines Fernsehers ist mittlerweile bei 3-4 Jahren angekommen, weil die Leute regelmäßig neuere Modelle wollen. Noch schlimmer bei Unterhaltungs- und Kommunikationsgeräten, die mittlerweile bei 2-3 Jahren sind.

    Nervig finde ich es vorallem bei Haushaltsgeräten. Denn die nutzt man in der Regel länger.

    12 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Natürlich..."
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    > Wenn aber ein Zahnrad in einem Gerät aus Kunststoff ist,

    Ja, ich habe den Beitrag auch gesehen. Aber wollen Sie mir erzählen, dass das jetzt ein neues Phänomen ist, dass es Dinge von besserer und solche von schlechterer Qualität gibt? Wenn der Verbaucher es wollte, würde er Qualität kaufen. Es interessiert ihn aber häufig nicht. Oder er weiss es nicht - aber niemand sagt, dass man sich nicht informieren muss.

    > Die Nutzungsdauer eines Fernsehers ist mittlerweile bei 3-4 Jahren
    > angekommen,

    Da kommen wir der Wahrheit etwas näher. Hersteller konzentrieren sich längst darauf, neue Nachfrage zu erzeugen - mit Marketinginstrumenten. Und sie werden zunehmend erfolgreich damit. Ich musste schon lachen bei erst HD-Fernsehern, dann 3D und jetzt 4k Fernseher. Muss man nicht kaufen - tun aber ausreichend Menschen. Mein alter Fernseher läuft noch. Der meiner Eltern auch. Die Bekanntschaft hat neue Fernseher vornehmlich gekauft, als die alten noch liefen. Marketing ist wesentlich effizienter als "Sollbruchstellen"

    Auch bei Kunststoffen gibt es solche und solche.
    Manche reiben eben ab und andere reiben eben weniger ab.

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