Die Renaissance der UnvernunftSehnsucht nach dem Selbst

Die Esoterik ist eine Verlockung für Individualisten. Gerade darum muss die Vernunft gegen den Glauben an alles Mögliche verteidigt werden. von 

Ist Meditation Hokuspokus oder Entspannung?

Ist Meditation Hokuspokus oder Entspannung?  |  © flickr/ useitinfo

Nichts ist leichter, als sich über Esoterik lustig zu machen. Auch weil moderne Esoteriker extrovertiert sind. Sie behaupten, sie seien auf einem inneren Weg, kehren aber ihr Innerstes ständig nach außen. Ihr vorgebliches Geheimwissen über das menschliche Dasein posaunen sie laut in die Welt hinaus. Esoteriker treffen sich auf einem Markt, wo die Hoffnung zu Schleuderpreisen verkauft wird. Trotzdem zählen sie sich zum exklusiven Club der Erleuchteten. Für sie sind das Exklusive und das Populäre, das Göttliche und das Alltägliche kein Gegensatz.

Moderne Verkäufer des Esoterischen bedienen sich gern aus der Requisite des Heiligen, um die profansten Wünsche zu erfüllen: Schutzengel sollen Liebeskummer abwehren, Mondsteine böse Träume verscheuchen, und Handauflegen soll die Karriere befördern. Wer sich den boomenden Esoterikmarkt anschaut, könnte denken, die Maximen der Aufklärung seien völlig vergessen: Wage, vernünftig zu sein! Habe Mut, dich deines Verstandes zu bedienen!

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Ist der Verstand ausser Mode? Die Vorliebe für magischen Klimbim und das Interesse an allem Übersinnlichen verraten ein Unbehagen an unserer rational geordneten Welt. Woher aber kommt der Hang zum Irrationalen? Woher die Sehnsucht nach höheren Mächten und überirdischen Welten? Dass in Deutschland 500 Millionen Euro Jahresumsatz mit Esoterikbüchern gemacht werden, erklärt ja noch nicht, wonach die wachsende Kundschaft all der Wahrsager, Medien und Seelenmasseure sucht.

Vielleicht kommt man einer Antwort näher, wenn man sich daran erinnert, dass im abendländischen Denken Esoterik und Vernunft nicht immer verfeindet waren. "Die eigentliche Heimat der Vernunft", schrieb Platon, "ist zugleich auch die Heimat der Seele." Der griechische Philosoph war von der Beseeltheit der Gestirne überzeugt, warb aber zugleich für vernunftgemäßes Handeln. Für ihn waren Glauben und Denken kein Gegensatz. Pythagoras glaubte an Seelenwanderung und formulierte doch mathematische Lehrsätze. Ein Faible fürs Übersinnliche findet sich später sogar bei den Begründern der exakten Naturwissenschaften. Der Physiker Newton verfasste Aufsätze über die Offenbarungslehre der Hermetik, die unter anderem auf den mythischen Götterboten Hermes zurückgeht. Die Astronomen Galilei und Kepler praktizierten Astrologie, eine Fächerkombination, die an mittelalterlichen Universitäten selbstverständlich gelehrt wurde. Sie alle betrachteten die Welt sowohl rational als auch esoterisch – der subjektive Weg eines Menschen zur Wahrheit und die objektive Betrachtung der Welt schlossen einander nicht aus, sondern ergänzten sich. Esoterik bedeutete einfach nur, andere Erkenntniswege zu beschreiten.

Esoterik lebt von der Distanz zu autoritären Institutionen

Vielleicht ist dieser Weg heute so populär, weil er lange eine positive Option der abendländischen Kultur war: Es ging darum, Glauben und Wissen beisammenzuhalten. Diese Einheit wurde infolge der Aufklärung auseinandergerissen – durch eine rationalistische Theologie (die jedes Erfahrungswissen ablehnt) und eine selbstherrliche Naturwissenschaft (die alles verbannt, was nicht mit ihren Methoden zu beweisen ist). "Ich denke, also bin ich", hatte der Philosoph René Descartes, Vater der Aufklärung, postuliert. In dem Satz verband er Erkenntnisoptimismus mit dem Wissen um die Grenzen der Erkenntnis. Seine Zweifel wurden dann von anderen ignoriert. Man verlachte Erkenntnislehren wie die Gnosis, die Mystik, die kabbalistische Hermeneutik oder das Freimaurertum, die sich auf den inneren Weg berufen hatten.

Heute banalisieren allerlei Scharlatane die Rede vom "inneren Weg" – doch wer hierzulande ernsthaft "esoterisch" unterwegs sein will, kann sich auf eine lange Tradition der Innerlichkeit berufen. Sie ist nicht durch den Kauf eines Heilwassers zu haben. Zu ihren Gewährsleuten gehören Dichter wie Goethe und Novalis, die esoterisches Denken salonfähig machten fürs gebildete Bürgertum, indem sie dem menschlichen Bedürfnis nach Transzendenz neuen Ausdruck verliehen. Wer den Faust liest oder die Hymnen an die Nacht, taucht in die klassische Esoterik des Abendlandes ein.

Leserkommentare
  1. Der Philosoph Immanuel Kant & der Hellseher Emanuel Swedenborg

    http://community.zeit.de/user/dieterschlesak/beitrag/2010/02/25/kant-und...
     
    Ein Studium dieses hausinternen Beitrages hätte die Autoren möglicherweise befähigt, statt schneller Urteile zunächst einmal Fragen zu stellen:

    
• In welchem gesellschaftlichen und weltanschaulichen Kontext findet die Hinwendung zu Feldern der Esoterik heute überhaupt statt?
    
• Welches sind die Felder und worin liegt es, dass die bisherigen Bereiche nicht mehr tragen?
    
• Was kann heute noch als erprobtes Werkzeug des Erkenntnisgewinns gelten?

    • Wo verläuft die Trennlinie zwischen ›Esoterik‹ und ›Markenkult, Finanzökonomie, Sport, Entertainment‹?

    Statt sich mit professioneller Distanz und solidem journalistischem Handwerk dem Themenfeld zu nähern, lesen wir: Meinungen, Urteile, wertende Beschreibung von Einzelphänomenen.

    Guter Journalismus zeichnet sich kaum dadurch aus, ein Thema auf den Horizont seines privaten Weltbildes zu reduzieren. Esoterik aus der Perspektive eines positivistischen Reduktionismus erfassen zu wollen, muss zwangsläufig zu substanzlosen Befunden u. Urteilen führen.

    Oder, um mit Kant zu sprechen (angesichts der ihm vorgetragenen Berichte d. Visionen u.Totengespräche des Geistsehers Emanuel Swedenborg, 10. Aug. 1763): …um nun das Vorurtheil von Erscheinungen und Gesichtern nicht durch ein neues Vorurtheil blindlings zu verwerfen, fand ich es vernünftig, mich nach dieser Geschichte näher zu erkundigen.

    7 Leserempfehlungen
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    Sehr interessant und packend!

    • edgar
    • 01. Juni 2013 13:20 Uhr

    Zunächst sei festgestellt, dass man den von Ihnen genannten Artikel nicht unbedingt so benennen muss:
    "Ein Studium dieses hausinternen Beitrages ..."

    Es handelt sich hierbei um den Leser(!)-artikel eines Schriftstellers.
    Dies wird auch in den diesem Artikel folgenden Kommentaren zu Recht als Werbung kritisiert.

    Sie meinen nun (so wie ich es verstehe) aus diesem Artikel zitieren zu wollen (ohne es entsprechend zu kennzeichnen).
    Tatsächlich mangelt es dem verlinkten Artikel - der wissenschaftlich versucht daherzukommen - ebenfalls an einem wesentlichen Kriterium von Wissenschaftlichkeit: Zitate werden nicht belegt (ich unterstelle nicht, dass es in der Print-Ausgabe auch der Fall ist).

    Insgesamt ist zu dem verlinkte Artikel zu bemerken, dass er m.E. unsauber mit Quellen umgeht und diese versucht aus dem Kontext zu ziehen, um bestimmte - vom Autor präferierte - Esoteriken zu begründen.

    Wenn man das Christentum als Esoterik bezeichnen will, wird Kant mit Sicherheit Esoteriker gewesen sein.

    • edgar
    • 01. Juni 2013 13:21 Uhr

    Mit Sicherheit plädierte Kant dafür, dass jegliche Esoterik eine subjektive Auffassung/Erfahrung/Glauben sei, nicht mehr aber auch nicht weniger und dass dies nicht mit den uns möglichen Mitteln zu erfassen und auch nicht intersubjektiv nachvollziehbar sein könne.

    Und somit ist das Ganze Esoterik in beiderlei Sinn des Wortes:
    Es beschäftigt sich mit dem Inneren und es ist nur für die jeweils Eingeweihten begreiflich.
    Und natürlich folgt daraus mithin ganz in Kants oder auch Friedr.II Sinne jeder nach, dass Religion (Esoterik) frei ist und jeder nach seiner Facon glücklich werde.

    Unterhalten können Sie sich darüber jedoch nur mit Ihren Mit-Esoterikern, es sei denn auf der Meta-Ebene.

    Ansonsten plädiere ich dafür, dass es wichtig ist, dass man sich (auch !) mit sich selbst beschäftigt - auf welche Weise, bleibe jedem selbst überlassen, soweit man - und auch hier wieder KANT - keinem anderen damit Schadet.
    Wenn sich der Autor des hier zur Diskussion stehend Artikels für letzteres – also gegen den Schaden, den bestimmte Esoteriken Einzelnen oder der Gesellschaft zufügen positionieren möchte, ist dies nur sinnvoll.
    Ich stimme mit meinen Äußerungen auch Mitkommentatoren zu, die der Meinung sind, dass unsere heutige Technik- und noch verwerflicher (Pseudo-)Wirtschaftsgläubigkeit esoterische Züge trägt.

    Wissenschaftliche Ergebnisse sind heute primär das Ergebnis der Fragestellung eines Auftraggeber mit seinen ökonomischem Interesse.

    Sehen Sie sich hierzu zwei aktuelle Dokumentationen an. Der komplementärmedizinischen Erfahrungsmedizin werden in dem ZEIT-Artikel Wirksamkeitsnachweise abverlangt, die in der konventionellen Wissenschaft noch nicht einmal ansatzweise vorliegen.

    http://www.swr.de/betrifft/betrifft-riskant-rezept-krank-schmerzmit/-/id...

    http://www.3sat.de/mediathek/index.php?display=1&mode=play&obj=36529

    Ökonomische Interessen eines Auftraggebers gelten daher offensichtlich auch für den Wissenschafts-Journalismus.

    zu diesem ZEIT-Artikel:

    "Esoterik aus der Perspektive eines positivistischen Reduktionismus erfassen zu wollen, muss zwangsläufig zu substanzlosen Befunden u. Urteilen führen",

    lässt sich kaum besser auf den Punkt bringen.

    Man vergleiche demgegenüber den großartig recherchierten journalistischen Beitrag zum Jahreswechsel 1974/75:
    "Planeten, Propheten und Profite",
    der, obgleich mit SPIEGELtypischer Arroganz spöttisch-tendenziös verfasst, u.a. auch einen interessanten Einblick in die damaligen bundesbürgerlichen "esoterischen" Befindlichkeiten gewährt.

    Z.B. wusste jeder von Europas damals bekanntester Hellseherin, der Berlinerin Ursula Kardos (die u.a. A.Hitlers Todeszeit vorhersagte) von dem "großen Geheimnis", dass nicht nur Adenauer u. Willy Brandt ihren persönlichen Rat schätzten, sondern auch zahlreiche andere Prominente aus Politik, Gesellschaft und Millionenunternehmen sich von ihr und ihren Standeskollegen beraten ließen.
    Die Branche boomte nicht minder stark als heute, da es "fast jeder zweite erwachsene Bundesbürger für möglich hält, daß sein Leben durch die Gestirne beeinflußt wird" http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41599990.html

    Ob heutzutage dieselben Personenkreise aus Politik, Wirtschaft und sonstige Anhänger dieses "massenhaften Unvernunft-Politikums" - auf dem Langen Weg zu sich Selbst - pauschal einem "Klub von Autisten" (E.Finger) zuzuordnen sind, kann immer nur in der Zukunft ein Rückblick werten.

  2. „Falschgold kann es nur geben, weil es echtes Gold gibt“ – diese Sufi-Weisheit lässt sich auch auf den Esoterikbegriff anwenden. Immerhin weisen Sie in Ihren Artikeln kurz auf Platon und die Bedeutung der Esoterik in der Geistesgeschichte des Abendlandes hin. Wer mehr über die Esoterik im ursprünglichen Wortsinn erfahren möchte, dem sei das Buch „Esoterik als Grundsatz und als Weg“ des Schweizer Religionsphilosophen Frithjof Schuon empfohlen. Esoterik ist für Schuon die Innenseite oder der Kern einer geoffenbarten Religion, deren Außenseite oder Hülle die Exoterik ist; eine „freischwebende“ Esoterik, die ohne Bezug zu einer geoffenbarten Religion oder sogar eine Ersatzreligion ist, liegt nicht im Sinne dieses Autors. Menschen, die auf der Suche nach einem tieferen Verständnis ihrer Religion sind, können hier fündig werden.

    3 Leserempfehlungen
  3. "deren Konsum dem eigenen Ego dient und zu nichts verpflichtet"

    Das ist die Spaßesoterik einer gelangweilten und kreativlosen Wohlstandsgesellschaft ohne hinreichenden Zugang zur Innenwelt, deren Versuch einer Beschreibung nur wieder den Zustand der Gesellschaft im Allgemeinen beschreibt. Oben zitierter Satz gilt nicht nur für "Steinchenesotherik" sondern haargenau auch für die Religion Nr. 1, das Geld.

    Man ist versucht (!) zu sagen: wie im Kleinen, so im Großen (oder umgekehrt).

    2 Leserempfehlungen
    • Oyamat
    • 01. Juni 2013 11:03 Uhr

    Das dürfte ungefähr genauso sinnvoll sein.

    MGv Oyamat

    Eine Leserempfehlung
  4. „Die Vorliebe für magischen Klimbim und das Interesse an allem Übersinnlichen verraten ein Unbehagen an unserer rational geordneten Welt.“

    Ein Missverständnis. Wir leben in einer alles anderen als rational geordneten Welt. Wir sind gefangen in einem durch und durch irrationalen System, in dem die Vernunft keine Chance hat - einem System, das den Profit über den Menschen stellt (dem „Wertesystem des Drecks“ wie es Liao Yiwu nennt), das den Menschen versklavt und den Planeten zerstört.

    Wo ist die Ratio?

    15 Leserempfehlungen
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    • -lupo-
    • 01. Juni 2013 11:46 Uhr

    Ob der Welt das Attribut rational zugesprochen werden kann bezweifle ich, da scheint mir so was wie ein Kategorienfehler dahinter zu stecken.

    Bei allem Verständniss für ihren Frust: Jeder Einzelne handelt für sich mehr oder weniger rational. Da bin ich mir sicher.

    Jeder Einzlene hat aber seine eignene Interessen, Ziele usw.

    Mein, oder Ihr, Einzelintresse ist häufig nicht identisch mit dem Einzelintresse anderer Menschen. So mag der Eindruck von Irrationalität entstehen, wo doch Rationalität dahinter steckt, weil jeder Einzelne versucht, seine Interessen durchzusetzen.

    Die Welt als ganzes zu betrachten macht wenig Sinn, man sollte sich die Mühe machen, die Einzelteile zu betrachten. Anders kommt man nicht weiter.

    Was den Artikel angeht: „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“ (L.W.)

  5. Gut geschrieben, gut recherchiert. Anhaltlich anspruchsvoll. Bravo.
    Aber wie so oft in der ZEIT Elfenbeintürmelei.
    Sie haben sich die Antwort ja schon selbst gegeben, wenn sie über ihren Text mal ein bisschen nachgrübeln.

    Die bedingungslose Aufklärung bescherte uns zwar den (äußerst begrüßenswerten) Pluralismus und Wohlstand ist aber dahingehend schlecht für die Seele, als dass sie deren Bedürfnis nach dem Mystischen nicht bedienen kann.
    Die "Unvernunft" benötigt der Mensch wie die Luft zum Atmen; diese anzupragnern steht daher im Grunde ja gar nicht zur Debatte.

    Und ferner:

    Elitäre, esotherische Konzepte wie die Gnosis oder die Kabbala waren NIE Teil der "Volksspiritualität" weil die Mehrheit des Volkes weder die Muße noch die mentale Kompetenz besitzt, sich damit beschäftigen zu können. Es ist ebenso blasiert wie naiv zu meinen, dass das breite Volk sich heute mit diesen anspruchsvollen Lehren beschäftigen sollte anstatt Energiesteine auf dem Mittelatermarkt zu kaufen.

    3 Leserempfehlungen
  6. Zitat: "Spiritualität", sagt der Rostocker Theologieprofessor Thomas Klie, "ist ein Containerbegriff für spätmoderne Religiosität." Und was in den Container kommt, entscheidet jeder Glaubende selbst."
    Aha, der Theologieprofessor Thomas Klie, ein Esoteriker mit staatlicher Zulassung, erklärt warum andere Esoteriker (ohne staatliche Zulassung) Unsinn erzählen.
    Doch der Unterschied wird klar: Er entscheidet, was der Gläubige zu Glauben hat.
    Die ehemalige Kultusministerin Hessens Wolff, wollte die Schöpfungsgeschichte der Bibel, auch als Grundlage für den Biologieunterricht einführen. Esoterik in der Naturwissenschaft.

    Wenn ein Christ (Esoteriker) an Engel und den Teufel glaubt, dann ist das völlig normal, wenn ich als WICCA (Esoteriker) an Zwerge und Elfen glaube ist das dämlich.

    Wenn ich also Esoterik (Religion, unbewiesener Glaube) verteufeln will, warum bemühe ich mich dann eines Esoterikers um meinen Standpunkt zu verteidigen. Wir haben eine esoterische Kanzlerin, CDU, christlich !!

    Geschäftemacherei in der Esoterik ???
    15 Milliarden Euro jährliche Subventionen für die Kirche aus Steuermittel + Kirchensteuer, die der Staat für eine esoterische Gemeinschaft eintreibt.

    http://www.freitag.de/autoren/aredlin/gottesstaat-deutschland-kirchenfin...

    Der größte Unterschied zwischen staatlich anerkannten Esoterikern (Christen) und nicht anerkannten Esoterikern (Heiden) ist das Heiden die absolute Trennung von Kirche und Staat fordern.

    11 Leserempfehlungen
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    Eine "Esoterik", die Nächstenliebe an zentraler Stelle in ihr Programm verankert hat, ist mir

    t a u s e n d m a l

    lieber als all die "Esoteriken" unserer Zeit!

    Den himmelhohen Unterschied sollten doch auch Sie nicht verkennen,
    oder?

    Aber die Buchreligionen, zumindest die RKK, sind nur nur noch Form. Der Inhalt, die Spiritualität, ist bereits im 13. Jahrhundert zur Zeit des Roger Bacon und des Meister Eckart verloren gegangen. Die Nächstenliebe war m. E. nie in der Kirche beheimatet, schon eher Macht und Geld sowie das klassische machiavelistische Prinzip von teile (grenze aus: Früher Mystiker, dann Häretiker, ganz aktuell Schwule und Lesben, siehe Frankreich) und herrsche. Wer mit der Macht des Mobs agiert (siehe Frankreich), der darf sich nicht wundern, dass er nur noch als leerer Container betrachtet wird. Das damit dem Volk eine sinnvolle Religion entzogen wird, ist der Skandal. Es ist ein kein Wunder, dass die Leute woanders nach Spiritualität, Transzendenz oder Transrationalität suchen. Dass der Autor den aktuellen, mondialen Prozess als rational betrachtet und Esoterik als irrational missachtet, spricht m. E. gegen ihn. Hauptmotiv im momentanen mondialen Prozess ist Gier. Das hat mit Ratio wenig zu tun. Ob Esoterik einen Ausweg darstellt ist fraglich. Ethik und Spiritualität sind aber sicher hilfreich.

  7. Richtiger wäre dies: "Die Esoterik ist eine Verlockung für psychisch labile Individualisten". Also für die, ihre Rationalität zugunsten einer Gefühligkeit geopfert haben.

    Rationalität ist das besondere Kennzeichen von Menschen.

    Dabei gilt der Spruch vom alten Fritz: "Jede soll nach seiner Fasson selig werden". Solange er mich damit nicht belästigt. Oder anders (W. Busch): "Jedem Tierchen sein Pläsierchen".

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