WährungsunionDen Euro nicht um jeden Preis erhalten

Die Chancen der Währungsunion wurden nicht genutzt. Ihre Auflösung darf kein Tabu sein. von Heiner Flassbeck

© Getty Images

Die gemeinsame europäische Währung ist existenziell bedroht. Von Anfang an wurden die Grundbedingungen für eine funktionierende Währungsunion missachtet. Es war unangemessen, die Wirtschaftspolitik vor allem auf das Ziel fiskalische Solidität auszurichten. Auch bei dem Versuch, der Spaltung der Europäischen Währungsunion (EWU) Herr zu werden, hat die falsche Fokussierung auf fiskalische Fragen ("Staatsschuldenkrise") eine umfassende und zielgerichtete Therapie verhindert. Zudem haben die einseitige und ungerechtfertigte Schuldzuweisung an die Schuldnerländer und die von ihnen verlangte Austeritätspolitik eine Wirtschaftskrise in Gang gesetzt, deren negative Folgen für die Lebensverhältnisse der Menschen das friedliche Zusammenleben der Bürger in Europa für Jahrzehnte belasten werden.

Es ist spät, doch noch ist es nicht zu spät für eine Umkehr. Würde Deutschland als wichtigstes Gläubigerland seine Position radikal verändern und auf eine Strategie setzen, die den Abbau des Gefälles bei der Wettbewerbsfähigkeit etwa durch angemessene Lohnsteigerungen vor allem von deutscher Seite konkret ins Auge fasst, könnte die Euro-Zone die schwere Rezession überwinden und die Krise bewältigen.

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Doch mit jedem Tag, an dem an der gescheiterten Strategie festgehalten wird, schwinden die Chancen für eine erfolgreiche Wende. Folglich müssen auch andere Optionen ins Auge gefasst werden. Das ist zwingend in einer Situation, in der in den besonders betroffenen Ländern die Kosten der Anpassung politisch kaum noch zu bewältigen sind und die Demokratie ernsthaft bedrohen.

Heiner Flassbeck

war Chefvolkswirt bei den Vereinten Nationen. Der Text ist ein Auszug aus einer Studie für die Rosa-Luxemburg-Stiftung

Die Währungsunion barg enorme Chancen. Doch die wurden nicht genutzt. Viele Währungskrisen der Vergangenheit endeten in massiven Konflikten, Rebellion und Chaos. In den meisten Fällen konnte die Krise nur dadurch politisch eingegrenzt werden, dass die Abwertung der eigenen Währung relativ rasch für eine wirtschaftliche Umkehr sorgte. Eine solche Maßnahme gibt es in der EWU derzeit nicht. Keine der Maßnahmen, die den Ländern von der Troika aufgezwungen werden, hat das Potenzial, eine Wende zum Besseren hervorzubringen. Können demokratische Regierungen den Menschen keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft geben, werden die Ränder des demokratischen Spektrums mehr und mehr Zulauf erhalten. Die Möglichkeit eines Ausstiegs aus dem Euro aus der politischen Diskussion zu verdrängen, weil man Europa nicht infrage stellen will, wäre unverantwortliche Schönfärberei und würde am Ende nur den Europagegnern in die Hände spielen.

Lässt man diese Möglichkeit zu, muss man den zentrifugalen nationalen Kräften begegnen, ohne dass das politische Europa darüber vollends zerbricht. Es gibt es zwei grundsätzliche Hürden, die bei einem Ausstieg zu überwinden sind. Um Kapitalflucht und einen Ansturm auf die Banken zu verhindern, müssen strikte Kapitalverkehrskontrollen eingeführt werden. Hier wurde mit Zypern ein Präzedenzfall geschaffen, der zeigt, dass man schnell genug reagieren kann. Bei dem Übergang zu einer neuen nationalen Währung besteht zudem die Gefahr, dass diese Währung, wird sie den Devisenmärkten überlassen, zunächst ins Bodenlose fällt und auf diese Weise die Umstellung sehr teuer und schmerzhaft macht. Alle Defizitländer brauchen eine Abwertung in der Größenordnung von 25 bis 40 Prozent, mehr würde aber den europäischen Handel schwer schädigen, und Länder, die in starkem Maße von Importen abhängig sind, würden bei einer übermäßigen Abwertung zu große Realeinkommensverluste erleiden. Einer übermäßigen Abwertung vorzubeugen und den Ländern, die in der EU bleiben wollen, einen möglichst schmerzfreien Übergang zu ermöglichen und den europäischen Binnenmarkt nicht zu zerstören ist die wichtigste Aufgabe, die der europäischen Politik zufällt.

Deutschland würde in einem Ausstiegsszenario ohne Zweifel hart getroffen. Es muss damit rechnen, dass die in extremer Weise auf den Export ausgerichtete Produktionsstruktur, die sich in den Jahren der Währungsunion gebildet hat, einer harten Anpassung unterzogen wird. Der Exportsektor würde deutlich schrumpfen, und nur bei einer völlig anderen Wirtschaftspolitik könnte ein Teil davon über expandierende Binnenbereiche abgefangen werden.

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Leserkommentare
  1. Prof. Hans-Olaf Henkel: Wir brauchen den Nord-Euro

    http://goo.gl/cOql3

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    Erinnert sich eigentlich niemand mehr daran, dass HOH die INSM mit angeführt hat und jahrelang werbewirksam und pseudowissenschaftlich für einen Steuer- und Einkommenswettbewerb in der EU plädiert hat? Der von der INSM mit beworbene Steuerwettlauf (in Kombination mit den allseits gelobten und alternativlosen Agendareformen Schröders) haben zur Einnahmekrise der europäischen Staaten geführt, die heute erfolgreich als Banken- oder auch Staatsschuldenkrise verkauft wird.

    Und ausgerechnet diesem Henkel, dessen "professioneller Fehler" der doppelzüngigen Eurobegeisterung nun durch eine Spaltung der deutsch-französischen Achse und zu Gunsten eines "Nordeuro" korrigiert wird, folgen die Leute.

    Denkt doch mal nach, wem ihr hier hinterher rennt.

    "Die gemeinsame europäische Währung ist existenziell bedroht"

    Je öfter man den kräht, desto wahrer wird er. Und wenn hier knittrige Besitzstandwahrer wie henkel zitiert werden wird mir bange.

    ... wie stark die allgemeine Fähigkeit in letzter Zeit abgenommen hat, Sachverhalte und Personen kritisch zu hinterfragen.

    Ihr Herr "Professor" ist nur einer "ehrenhalber", den Titel hat er sich nicht erarbeitet, den haben ihn andere hintergeworfen.
    Eigentlich eine Verhöhnung echter Akademiker.
    http://im.bwl.uni-mannhei...

    Bei Herrn Henkel muss man wissen, dass er ein Mensch ist, der sich ohne wenn und aber dem Aberglauben des Neoliberalismus und seinem Lobbyismus verschrieben hat.

    Welche Agenda verfolgt überhaupt Henkel?
    Der BDI, hat sich als Repräsentant der exportorientierten Industrie stets für den Euro stark gemacht hatte -auch mit Henkel als sein Präsident!
    https://lobbypedia.de/wik...

    Wie soll also jemand wie Henkel eine "Alternative für Deutschland" darstellen, wenn er seit 2006 die Bank of America als „Senior Advisor“ für den deutschsprachigen Raum berät, um ihre Marktposition im Investment Banking in Deutschland auszubauen?

    Um es auf den Punkt zu bringen: der Mann wird in Dollars bezahlt und schwadroniert von der Abschaffung des Euro.
    Der Feind in unserem Bett...

  2. 2. Tabu?

    Wo ist das denn ein Tabu? Jeder 2. Populist des Kontinents glaubt, dass sich damit die Probleme dieser Zeit lösen ließen.

    Daneben sind die Argumente pro Ausstieg in diesem Text schwach, die Argumente dagegen jedoch stark.

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    finden Sie in folgendem Aufsatz, worin der Autor
    die enormen volkswirtschaftlichen Kosten herausarbeitet, "die das Währungsexperiment bisher verursacht hat und weiter verursachen wird,
    wenn kein Umdenken stattfindet.
    Sollte die Politik mit ihren verfehlten Rettungsmanövern
    fortfahren, drohen nicht nur finanzielle, sondern auch massive politische Verwerfungen. Die Eurokrise hat das Zeug, die Fundamente, auf denen unser Gemeinwesen ruht, zu zerstören..." ( Matthias Elbers,Juni 2012)
    http://www.matthiaselbers...

    Wäre Spanien und Portugal in der Lage den Euro zu verlassen, könnten beide Länder abwerten und Konkurrenzfühigkeit herstellen. Das wäre gut füt den Arbeitsmarkt. Umgekehrt ist Deutschlands heutige Währung unterberwertet. Stiege Deutschland aus hätte diere unselige Unsinn mit einer viel zu weichen Währung zu operieren, ein Ende.

    Euro =Europa =Frieden oder Euro = Export ist zu simpel gedacht und mir fallen eher die Euro- um-eden-Preis Befürworter als diejenigen mit den schwachen Argumenten auf.

  3. 3. [...]

    Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/mo.

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    Kritik oder Fragen zur Moderation können Sie gerne an community@zeit.de richten. Die Kommentarfunktion ist zur Debatte des Artikelthemas vorgesehen. Danke, die Redaktion/fk.

  4. Es wurde zudem grober Rechtsbruch begangen. Gegen diie Maastrichter Bailout-Klausel wird bei jedem Milliardentransfer an GR u.a. immer neu verstoßen.

    Und genau das hebt zum Beispiel die neue Partei "Alternative für Deutschland" nicht erst seit gestern immer wieder hervor:

    https://www.alternativefu...

    Es muss Schluss sein mit einer Währungspolitik, die über die Köpfe der Menschen hinweg geht und genau das Gegenteil von dem bewirkt, was der idealistische Gedanke der Einheitswährung EURO beinhaltete:

    Die Nationen Europas stehen immer mehr zueinander in Wirtschaftskonkurrenz.

    Feindseligkeiten á la Griechenland gegenüber Merkel-Deutschland sind erst der Anfang...

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  5. Wenn Deutschland aussteigt, wird der Euro schwächer und die Last der Staatsschulden nimmt ab. Auch in Deutschland.
    Ein Ausstieg Deutschlands geht ohne Kapitalverkehrskontrollen und muss auch nicht "Über Nacht" passieren. Schließlich findet für niemanden ein nachteiliger Umtausch statt (anders als z.B. bei einem Tausch von Euro-Forderungen in neue-Lira-Forderungen bei einem Ausstieg Italiens).

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    Würde Deutschland seinen Austritt vorbereiten, würde dies zu einer massiven Kapitalflucht aus den anderen Staaten auf deutsche Konten führen; denn wer will sein Bankguthaben schon in Euro behalten, wenn dessen massive Abwertung vorhersehbar ist. Alle romanischen Banken wären sofort pleite. Wenn dann die Bundesbank die Geldmenge bei deutschen Banken in die neue Währung umzutauschen hätte, müsste sie diese ungeheure Geldmenge zu einem zu der Realwirtschaft in Deutschland entsprechenden Kurs umtauschen. Und dieser Kurs wäre je nach Menge dere dort gehorteten Euro entsprechend schlecht für Sparer. Nur für den Staatshaushalt wäre das eine tolle Idee; könnte man doch so einen großen Teil der Staatsschulden zu Lasten der Sparer abwälzen.

    Entfernt. Bitte beziehen Sie sich auf das Artikelthema. Danke, die Redaktion/ds

  6. Ja, die Währungsunion kann nur noch durch einen scharfen Kurswechsel der Wirtschaftspolitiken in Deutschland, den Niederlanden, Österreich und Finnland gerettet werden. Das bedeutet: die Einkommen müssen steigen im unteren Segment und im Dienstleistungssektor, die Besteuerung im oberen Segment muss deutlich angehoben werden um die Investitionsquoten zu erhöhen und die Infrastruktur zu modernisieren.

    Aber wie schnell kann die Anpassung der Binnennachfrage durchgeführt werden? Es gibt zu viele Hürden zu überwinden... Es ist nicht davon auszugehen, dass Merkel/ Schäuble/ Rösler andenken von ihrem neoliberalen Wirtschaftskurs abzuweichen. Es ist nicht davon auszugehen, dass der Ex-Finanzminister Steinbrück im Falle eines Wahlsieges zur heterodoxen Krisenanalyse befähigt ist. Den Gewerkschaften kommt ebenfalls eine reaktionäre Rolle zu, denn wie verlautet, streubt sich vor allem die IGM-Spitze schon lange gegen angemessene Lohnerhöhungen ("Wettbewerbsfähigkeit" mit China ist nämlich in Gefahr). Letzten Endes gibt es kein gesellschaftliches Klima für eine Nachfragepolitik. Die Konservativen und sog. Sozialdemokraten haben uns alle über die Jahre mit ihrer Wettbewerbsrhetorik besoffen geredet.

    Ich verstehe aber nicht, was an dem Artikel neu ist. Herr Flaßbeck warnt schon seit 3 Jahren vor dem jetzt eintretenden Szenario als Resultat der Merkelschen Politik.

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    "Es ist nicht davon auszugehen, dass der Ex-Finanzminister Steinbrück im Falle eines Wahlsieges zur heterodoxen Krisenanalyse befähigt ist."
    Man mag es kaum glauben, aber ich habe von Steinbrück schon Aussagen gehört, die daraufhin deuten, dass ihm die Heterodoxie zumindest einigermaßen geläufig ist.

    "Herr Flaßbeck warnt schon seit 3 Jahren vor dem jetzt eintretenden Szenario als Resultat der Merkelschen Politik."
    Flassbeck warnt schon viel länger vor den Folgen der Inflations- und Lohnstückkostendivergenzen im Euroraum! Schade, dass man ihm nie zugehört hat.

    • JWGRU
    • 27. Mai 2013 20:06 Uhr

    er stellt mal wieder nur die Versäumnisse und Probleme heraus aber keine Lösungen in Aussicht.
    Es ist ja nun genügend dargestellt worden, dass sowohl ein Aufbruch der Währungsunion als auch das daran Festhalten ungefähr die gleichen Konsequenzen hat: ein Wirtschaftschaos in Europa, wenn nicht endlich eine klare Linie gezogen wird.
    Ich schlage daher als diese vor: ab jetzt unterlässt die Zeit jegliche "würden " und "wenn " Artikel und berichtet über die Krise nur noch, wenn es wirklich was zu berichten gibt. Weiterhin nimmt die Zeitredaktion die klare Position ein, dass der Euro bleibt und alle von den Regierungen zu fassenden Massnahmen unter dieser Prämisse zu fassen und zu beurteilen sind.
    An die Regierungen, das Europäische Parlament und den Rat gerichtet: es darf eine Bankenrettung nur noch einhergehen mit Massnahmen, die die Jugendarbeitslosigkeit unter die 10% Marke drückt nach dem Motto :jeder Euro für Banken wird mit einem Euro gegen die Jugendarbeitslosigkeit ausgeglichen, bis das Ziel <10% erreicht ist.
    In Angesicht einer Jugendarbeitslosigkeit von über 20% EU weit ist es ein Skandal, dass über Bankenrettung überhaupt nachgedacht wird.
    Dies sollte sich die Zeit zu eigen machen, damit sie lesbar bleibt.

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    ist (auch global) gelutscht.

    grösstes thema der diesjährigen hannovermesse war automatisierung. auch der letzte handgriff wird maschinisiert. die nächste branche ist die globale textilindustrie. es gab faszinierende beispiele von nährobotern zu sehen.

    ich begrüsse diese entwicklung ausdrücklich, genauso wie ich das beharren in alten macht- und denkstrukturen der ausbeutung der menschlichen arbeitskraft verurteile.

    ob die zukunft bge, maschinensteuer, zeitkonten oder recht auf faulheit heisst > http://commonman.de/wp/?p... spielt dabei keine rolle. der zwang zur teilnahme an der “wertschöpfung” muss und wird sich überleben. die frage ist nur, ob wir es überleben oder ob der wachstumskrebs real existierender kapitalismus uns vorher in die endgültige verschleuderung und damit zerstörung unserer ressourcen (materiell und mental) treibt.

    eine währung - egal wie sie heisst, egal ob regional oder global und möglicherweise sogar egal wem sie "gehört" - kann nur dann funktionieren, wenn sie die verhältnisse zwischen ihrer schöpfung/produktion, akkumulation und konsumtion wirksam steuert/harmonisiert.

    das ist in einem quasi geschlossenen system (erde) mit einem geldsystem mit eingebauter exponentialfunktion zugunsten der akkumulation mathematisch/philosophisch unmöglich.

    • khsb
    • 28. Mai 2013 8:35 Uhr

    Sie wollen also eine Art Zensur in der ZEIT (und wahrscheinlich anderen Medien) und (noch mehr) Propaganda ("Nimmt die Zeitredaktion die klare Position ein, dass..."). Und die ZEIT soll sich festlegen auf ein ökonomisch und politisch unsinniges Projekt, selbst wenn es nicht mehr zu halten ist? Die ZEIT macht sich (tw. jetzt schon) ebenso unglaubwürdig wie die Politik.

    Wozu Medien da sind und warum Sie frei berichten soll(t)en, das ist Ihnen wohl nicht klar!?

    Darüber hinaus äußern Sie rührend naive Vorstelleungen: "nur noch einhergehen mit Massnahmen, die die Jugendarbeitslosigkeit unter die 10% Marke drückt." Wie soll denn das gehen?

  7. ...wenn jemand ohne Polemik vorrechnen würde was jetzt(!) billiger käme, den EURO behalten oder loswerden.
    Ich denke vor drei Jahren wäre es billiger gewesen den EURO abzuschaffen, aber jetzt 2013 denke ich das es billiger wäre den EURO auszusitzen.
    Teuer wirds so oder so, machen wir uns da nichts vor, aber was billiger ist hätte ich schon gerne gewusst - ohne Propaganda von beiden Seiten!

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    • Demo4
    • 27. Mai 2013 20:29 Uhr

    "Teuer wirds so oder so, machen wir uns da nichts vor, aber was billiger ist hätte ich schon gerne gewusst - ohne Propaganda von beiden Seiten!"

    das was Sie sagen als offizielle Meinung wäre ja schon ein Fortschritt zum bisherigen:
    Euro, Zentralbank, Merkel, Schäuble schaffen nichts, schon gar nicht Wohlstand,
    sondern verarmen das Land (bis auf die Spitzen natürlich..), überziehen alles mit Schrecken und Arbeitslosigkeit,
    seit Jahren bis Jahrzehnten Dauerkrise die es ohne Euro so nicht gegeben hätte

    das wäre offiziell eine ehrliche Position, bei den demokratischen Parteien (Linke, Piraten usw.) längst klar

    allein die Währung auszuhalten um noch schlimmeres zu vermeiden (statt gutes von ihr zu erwarten) ist ein denkbarer Punkt, richtig

    aber Abwarten heißt auch, es schlimmer werden zu lassen und die Probleme den Kindern zu geben, tolle Einstellung, wo hat das je geklappt?

    ---

    für jede allgemeine Währung oder wenn man obigen Darstellungen nicht zustimmt, gilt:
    eine Währung auszutauschen muss immer minimal möglich seinen,
    lästig, Bürokratie, Kosten, gewiss

    aber wenn jemand den Untergang herbeiruft weil die Gemeinschaftswährung verlassen wird (und nicht bezogen auf ein Mini-Land gegenüber 100x größeren Nachbarn), dann ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass mit dieser Währung was faul ist,
    der beste Beweis dass man es durchziehen sollte

    Nun meiner Meinung nach gibt es nur noch eine Möglichkeit den Euro zu retten.

    Durch die illegalen Zahlungen an Griechenland und damit der Verletzung der no Bail out Klausel, kann der Euro nur noch mit hohen Kosten über wunden werden.

    Eines muss jedem Bewusst sein, die einfachen Griechen haben nichts von dem bezahlten Geld! Genau die aber würden es am dringendsten brauchen.

    Rettung für den EURO und die EU gibt es eigentlich nur noch auf eine Art, in dem man die Menschen rettet. Das bedeutet man muss einen Ausgleich zu den Zinsen schaffen.

    Zinsen sind ein Leistungsloses Einkommen, zum Ausgleich brauchen auch die Erwerbslosen ein Leistungsloses Einkommen Europa weit. Die Notenbank druck Monatlich frisches Geld um die Zinsen zu bedienen, warum also nicht auch um sozial Gelder zu bezahlen? Man würde 2 Fliegen auf einmal schlagen, zum einen gibt man weniger Kredite aus, zum anderen kann man die Schulden abbauen durch höhere Steuereinnahmen. Zu guter Letzt profitieren vor allem die ärmsten von mehr Geld das ihnen zur Verfügung steht.

    Man überlege sich wenn nur jeder Bürger 50 Euro Monatlich erhalten würde, EU weit, mindestens aber in den Euro Ländern. Wie viele zusätzliche Steuer einnahmen dies wären? Wenn man schon die Druckerpresse an wirft, dann sollte man sie aber richtig an werfen und sich genau überlegen was das Ziel des an werfens ist, dies hat man bisher sträflich vergessen zu tun.

    ...beantwortet, was für die Menschen hierzulande mittel- u. langfristig wohlstandsfördernder ist. Nicht die Frage, WAS es kostet, ist entscheidend, sondern WEN etwas kostet. Lohn statt Dividende u. anschließendes Zockercasino.

    - Der Euro nutzt vor allem einer kleinen Elite: "Export auf Pump" mit periodischer Sozialisierung der daraus erwachsenen Folgen bzw. ersetzt durch permanente Transfermechanismen. Daraus erwachsen dem Gro der Bevölkerung per Saldo weitere Einkommenseinbußen, indem Exporte aus Unternehmersicht stark subventioniert würden, während Gewinne aus dieser Strategie von wenigen privatisiert werden (Banken, Aktionäre, Unternehmer). Diese Strategie schwebt hiesigen Lobbyisten vor.

    - Abwertung der Währung bedeutet Unterbewertung der Leistung hiesiger Beschäftigter, die dadurch vom Gesamterfolg d. Volkswirtschaft ausgeschlossen werden. Abwertung ist bei der spezif. Produktionspalette aus D nicht notwendig (siehe extreme Export-Steigerungen nach Asien). Importierte Vorprodukte, Rohstoffe etc. würden sich stark verbilligen, Handelsbilanz-Asymetrien abgebaut. Die Eurokrise belegt: Gesteigerte Gewinne wurden über Jahre nicht weitergegeben, infolgedessen stagnierte der hiesige Binnenmarkt jahrelang m. d.Folge erhebl. Kapitalabflusses zw. 2000-2008.

    - die Eurokrise beweist: Eine starke Währung schützt hiesige Beschäftigte indirekt vor Lohn- u. somit Sozial- u. Rentendumping, indem etwa das europ. Ausland in gewissen Zeitabständen mit Abwertungen antworten würde.

    ... dann müsste er den Nobelpreis für Wirtschaft oder gar für Hellseherei bekommen. Wer weiß schon, was Frankreich vorhat. Wer weiß schon, wer die Bundestagswahl gewinnt.

    Jedenfalls nutzt uns unser Exportüberschuss wenig, wenn die Länder, die unsere Produkte kaufen, dies durch Schulden finanzieren, die wir am Ende zahlen. Soviel zum Thema, dass wir so sehr vom Euro profitiert hätten.

    Der Schulden- und Inflationskurs der französischen Sozialisten ist höchst unsozial und vor allem für die deutschen Bürger nachteilig. Der deutsche Mittelstand hat oft kein Wohneigentum, dafür Sparvermögen, Rentenanwartschaften etc.Wenn das weginflationiert wird, sind wir am Ende die Dummen. Dehalb muss es Möglichkeiten geben, die Notbremse zu ziehen, wenn sich die Euro-Partner nicht mehr an geschlossen Verträge halten wollen.

    "...den EURO behalten oder loswerden."?

    ist doch trivial und somit akademisch.
    Denn die Frage ist für jede Gruppe oder Individuum, die/das mit dem Euro in Berührung kommt unterschiedlich zu beantworten.

    Solche Pauschalisierungen dienen einzig einer Dramatisierung.

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  • Schlagworte Euro | Wirtschaftspolitik | Euro-Zone | Rezession | Wirtschaftskrise | Währung
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