MyanmarDer Zorn der Mönche

Buddhisten töten in Myanmar hilflose Muslime – und der Westen muss sein Bild vom guten Buddhismus korrigieren. von 

Ashin Wirathu zählt zu den Anführern der buddhistischen Mönche, die in Myanmar Moscheen zerstören und Muslime ermorden.

Ashin Wirathu zählt zu den Anführern der buddhistischen Mönche, die in Myanmar Moscheen zerstören und Muslime ermorden.  |  © Soe Than WIN/AFP/Getty Images

Schon warnt der Dalai Lama, dass auch Buddhisten töten können. "Eigentlich ist das Töten von Menschen im Namen unserer Religion undenkbar. Aber jetzt lassen sich sogar Buddhisten dazu verleiten", gestand das exilierte Oberhaupt der Tibeter vergangene Woche bei der Vergabe eines Friedenspreises in Maryland ein. Bis in den US-amerikanischen Bundesstaat hatten den berühmtesten Buddhisten der Welt die Nachrichten von seinen mordenden Glaubensgenossen in Myanmar verfolgt. Sie tragen dieselben Mönchskutten wie er. Aber ihre Mission sind Verfolgung und Mord an Muslimen. 70.000 Vertriebene lagerten dieser Tage schutzlos am Indischen Ozean, während ein tropischer Wirbelsturm aufzog. Die Vereinten Nationen prophezeiten eine "humanitäre Katastrophe".

Niemand aber dürfte überrascht sein. Denn hier eskaliert ein schwelender Konflikt. Schon seit einem Jahr hatten Angehörige der buddhistischen Mehrheit in Myanmar die muslimische Minderheit gezielt attackiert: Bei Überfällen, Plünderungen und Massakern gab es Hunderte von Toten, über hunderttausend Vertriebene. Nun herrscht Angst in allen muslimischen Vierteln des Landes, von den Dörfern bis in die großen Städte. Erst vor wenigen Tagen verletzte ein muslimisches Mädchen in Oakkan, unweit der Metropole Rangoon, mit ihrem Fahrrad einen Mönch. Der kleine Unfall verursachte sofort Ausschreitungen. Die Folge: ein Toter, neun Verletzte, beschädigte Moscheen, 70 verbrannte Häuser.

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Besonders hart sind die an der Grenze zu Bangladesch lebenden Rohingya betroffen, eine muslimische Bevölkerungsgruppe mit 800.000 Angehörigen, die seit Generationen in Myanmar lebt, der aber aufgrund ihrer dunkleren Hautfarbe und ihres abweichenden Glaubens bis heute nicht die Staatsbürgerschaft gewährt wird. Die Rohingya waren schon in den siebziger und neunziger Jahren Opfer von ethnischen Säuberungen durch das Militär. Die Vereinten Nationen bezeichneten sie deshalb als eine der "meistverfolgten Minderheiten der Welt". Tatsächlich blasen seit dem vergangenen Juni buddhistische Gruppen unter dem Schutz tatenloser Sicherheitskräfte zur Jagd auf die Rohingya. "Behördenmitarbeiter, Gemeindeführer und Mönche haben die lokale Bevölkerung angestachelt, muslimische Viertel gezielt anzugreifen, die Muslime zu terrorisieren und zur Umsiedlung zu zwingen", berichtete die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch.

Die Verbrechen geschehen in einem Land, das erst 2011 die Militärherrschaft überwand. Seither wähnt die westlich-aufgeklärte Welt es auf der Seite des Guten: Myanmar, die buddhistische Nation schlechthin. Heimat der mutigen Mönche, Vorkämpfer der Safran-Revolution. Land der bewunderten Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die im April die Wahl des US-Magazins Time zur einflussreichsten Person der Welt gewann. Doch schon die Tatsache, dass Aung San Suu Kyi sich bei der Wahl vor Lady Gaga platzierte, lässt erahnen, dass die Friedensnobelpreisträgerin im Westen zur Projektionsfläche falscher Vorstellungen geworden ist. Das gilt auch für den Dalai Lama. Beide stehen für einen guten, friedfertigen Buddhismus. Beide lassen die Idee eines bösen, fremdenfeindlichen, mörderischen Buddhismus kaum zu. Doch jetzt muss die Welt ihm ins Auge sehen.

Tatsächlich stehen heute die myanmarischen Mönche, die man in ihren orangefarbenen Roben bisher nur als Gegner des Militärregimes kennengelernt hatte, oft an der Spitze antimuslimischer Aktionen. Ihr Anführer, der 45-jährige Mönch Ashin Wirathu aus dem Kloster Maseyein in der zentralburmesischen Stadt Mandalay, saß aufgrund seiner Aktionen gegen Muslime neun Jahre im Militärgefängnis. Doch letztes Jahr kam er im Zuge einer Amnestie für politische Gefangene frei. Seine Extremistengruppe nennt sich ganz religionstreu "969" – nach den neun Tugenden Buddhas, den sechs Tugenden seiner Rechts- und Sittenlehre und den neun Eigenschaften der Sangha, der Mönchsgemeinschaft. Gewalt zählt nicht zu diesen Tugenden. Doch Ashin Wirathu predigt Hass. Er macht die Muslime für Drogenhandel, Kriminalität und Vergewaltigungen verantwortlich. Er unterstellt ihnen, "Rasse und Religion" in Myanmar zu zerstören. Er ruft dazu auf, kein muslimisches Geschäft mehr zu betreten. Manche nennen ihn deshalb den "Hitler Myanmars". Andere winken ab und sehen in ihm nur eine Marionette des alten Militärregimes, das immer noch Chaos säen will. Doch Ashin Wirathus Botschaft kommt an. Überall in Rangoon schmücken sich Taxis, Busse und Geschäfte heute mit dem bunten 969-Emblem.

Leserkommentare
    • suria
    • 24. Mai 2013 20:03 Uhr

    Ich vermisse die Gegendarstellung, die die Sicht der Buddhisten erklärt.

    Ich persönlich kann zwar nicht behaupten, dass ich ein Spezialist auf diesem Gebiet bin, diese Darstellung halte ich aber für sehr unsachlich und einseitig, was ich nicht von der ZEIT gewohnt bin.

    Der Buddhismus ist mit Sicherheit eine der gewaltfreiesten Glaubensrichtung. Nach diesem Artikel bekommt man aber den Eindruck, dass der Buddhismus alles, aber nicht gewaltfrei ist. Dass in Buddhas Lehren Gewaltausübung in keiner Weise gerechtfertigt ist (im Gegensatz zur Bibel oder dem Koran), wird nicht erwähnt. Sämtliche Auseinandersetzungen zwischen Buddhisten und anderen Gruppen (oder auch zwischen Buddhisten) haben nichts mit religiöser Intoleranz zu tun, sondern haben ihren Ursprung u.a. in Konflikten verschiedener ethnischer Gruppen.
    So wie der hier im Artikel erwähnte Konflikt in Sri Lanka: Die Darstellung hier reißt Tatsachen völlig aus dem Zusammenhang:
    Der Konflikt, der in Sri Lanka im Bürgerkrieg endete, hatte nichts mit einem vermeintlich aggressiven und anti-islamischen Buddhismus zu tun, sondern beruht auf einem seit 2000 Jahren herrschenden Konflikt zwischen den hinduistischen Tamilen und den buddhistischen Singhalesen.

    Das nur als ein Beispiel, wieso ich es schade finde, dass ein solcher Artikel auf der Titel-Seite des "Glauben und Zweifeln"-Ressorts gedruckt wurde und ich mich über eine sachliche Darstellung dieses Konflikts in Ihrer Zeitung freuen würde.

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    • Attox
    • 25. Mai 2013 21:24 Uhr

    "... haben nichts mit religiöser Intoleranz zu tun, sondern haben ihren Ursprung u.a. in Konflikten verschiedener ethnischer Gruppen..."

    Da haben sie zum größten Teil vermutlich sogar Recht, aber man muss doch fairerweise sagen, dass in Artikeln die sich mit Konflikten mit islamischer Mehrheit befassen, Begründungsversuche Abseits der Religion auch eher zur Ausnahme gehören.
    Wenn man sich die meisten Artikel zu islamischen Konfliktsituationen anguckt, sieht der erste Kommentar meistens etwas anders aus als ihrer.

    Außerdem wird auf der zweiten Seite des Artikels durchaus der von ihnen angesprochene Punkt thematisiert:

    "Buddhismus gilt als Glaube der Heilung und Gnade, aber wie alle Religionen kann er auch Triumphalismus und Intoleranz befördern", sagt der kanadische Religionswissenschaftler Bruce Matthews zu den Ereignissen."

    Dass hier ist der erste Artikel seit langem, der auch mal zeigt dass Muslime sich in der religiösen Opferrolle befinden können. (Und wir reden hier nicht über ein kleines Land, Myanmar, ehem. Birma, beherbergt 55 Mio. Einwohner und fast eine Miilionen Muslime)
    Bei den ganzen Heerscharen an Artikeln die jede Woche in allen möglichen Online und Print Magazinen erscheinen und gerade so tun als wären alle Muslime potenzielle Gewalttäter oder zumindest nah dran, finde ich die Bezeichnung "unsachlich" dann doch etwas weit hergeholt.

    Religionen sind weder friedlich noch gewalttätig, allein was die Glaubenden daraus machen, schafft solche Taten. Oder verhindert sie. Es ist also ein individuelles, kollektives oder gesellschaftliches Problem, wenn im Namen des Glaubens Angriffe getätigt und Überfälle verübt werden, aber kein religiöses.

    wie in Judentum und Christentum ausdrücklich artikuliert,
    "Liebe deinen Genossen - Dir gleich", 3.moses. 19,18,
    in der der andere Mensch als Gegenüber begriffen wird, zu dem man in Beziehung steht.
    Der oftgenannte Mitgefühls-Appell in den buddhistischen Schriften erfüllt nur teilweise diese Ethik.
    Aus diesem Grunde wurden charitative Institutionen und Maßnahmen im Buddhismus auch erst anhand des christlichen Vorbildes errichtet, was ja zu kritisieren ist, allein sollte die Grundlage, die Nächstenliebeweisung begriffen sein.
    Ansonsten wurden im Buddhismus wesentliche Aspekte des spätantiken Christentums übernommen, als auch des griechischen Neo-Planonismus:
    http://de.wikipedia.org/w...
    Die buddhistische Philiosophie basiert auf der, zum Teil missverstandenen, neuplatonischen Auffassung des Nichts als höchster geistigen Ebene

    • mick08
    • 09. November 2013 21:58 Uhr

    oder zu verstehen, was da vor sich geht.

    Der Autor streift Themen ohne in die Tiefe zu gehen und den Konflikt zumindest von der "inneren Logik" her verständlich zu machen.

    Ein Wissenschaftler stellte in einem Interview im Wesentlichen klar:

    - Die Konflikte in Burma haben ihre Wurzeln hauptsächlich im 19. Jahrhundert, in der Zeit des Kolonialismus.
    - das sind keine primär religiös motivierten Konflikte, sie sind ganz klar ethnisch-sozial motiviert
    - die Konflikte in Burma sind aufgrund von sozialen Spannungen entstanden. Hier geraten Volksgruppen aneinander, nicht Religionen, auch wenn diese Gruppen ihre Identität über die Religion definieren. Die Kolonialherren, für Burma und Sri Lanka war das Großbritannien, haben die Antagonismen zwischen den einzelnen Volksgruppen ganz bewusst gefördert und für ihre Zwecke genutzt.
    - die Gewalt, über die wir hier sprechen, die in Burma und Sri Lanka, in keiner Weise mit den Lehren des Buddha zu rechtfertigen.
    - Die Mönche, die Gewalt gegenüber Muslimen predigen, sind eine kleine Minderheit. (auch wenn sie einflussreich ist)
    - Buddhismus ist eine ziemlich anarchische Religion. Klöster genießen hohe Autonomie. Es gibt kaum übergreifende Organisationen und wenn, dann haben sie keine wirkliche Macht, sind untereinander uneins … Es gibt keine von allen akzeptierte Autorität, die über den ganzen Sangha herrscht und verbindliche Regeln aufstellen und Weisungen geben könnte.

    http://info-buddhismus.de...

  1. das man endlich trennt zwischen "dem Buddhismus", "dem Islam", "dem Katholizismus" und Buddhisten, Muslime, Katholiken, also schlicht Menschen, mit all ihren Fehlern und Irrglauben? Religion ist ein Wegweiser, nicht mehr und nicht weniger. Er kann Menschen inspirieren, leiten, aber auch verleiten und in einem Land mit über 50Millionen Einwohnern, die tagtäglich andere Sorgen haben, spielt Religion eben wirklich nur wegweisend eine Rolle.Kommentar #1 fasst es schön Zusammen. Der Konflikt entsteht nicht auf Grund des Buddhismus, sondern trotz dessen, dass es ihn mehrheitlich in diesen Regionen gibt.
    Gleiches gilt für durchschnittliche Muslime in aller Welt. Es sind Fanatiker, Rassisten, Verblendete und Demagogen, die Minderheiten ihres Glaubens dazu inspirieren Gräueltaten zu begehen und Rassismus, bzw. Faschismus kennt keine Ländergrenzen. Hass ist ein Teil des Menschen und dazu muss man nur die Augen aufmachen. Das bedeutet, dass der Westen vielleicht sein Bild über manche Gesellschaftsteile von Myanmar überdenken muss, aber doch nicht über den Buddhismus an sich? Jede Religion kann friedlich gelebt werden, wenn man es möchte, aber auch pervertiert werden.
    Gerade der Buddhismus ist vor allen anderen die Religion, die nicht sagt: "Du musst", sondern "Du sollst/könntest" und Toleranz gegenüber anderen Menschen und Religionen predigt.

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    Allerdings finde ich es auch immer wieder befremdlich, wenn unterschiedslos so getan wird, als sei Gewaltanwendung in allen Religionen gleich verpönt. Die Lehre des Buddhismus spricht sich tatsächlich für radikale Gewaltlosigkeit aus.

    Ganz anders sieht das bei den nahöstlichen Religionen Judentum, Christentum und Islam aus. In deren religiösen Schriften findet man zuhauf Rechtfertigung für Gewalttaten. Das ist historisch nachvollziehbar, denkt man an die Lebensumstände der Menschen zu der Zeit als diese Religionen entstanden. Zum Problem wird es, weil heute Menschen ernsthaft diese Lehren zur Richtschnur ihres Handelns machen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Terroristen diesen Religionen angehören ist weit größer als die, dass sie Buddhisten sind.

    Leider sind wir, das gilt exemplarisch auch für diesen Artikel, nicht in der Lage, diese Trennung zwischen den Religionen selbst und manch da heraus Handelnden ordentlich zu Differenzieren. Dazu müssten wir uns nämlich mit dem Wesen der Religion und dem Wesen Menschen eingehend beschäftigen. Dazu fehlt es aber an Wille und Zeit, denn beides geht in unserer Welt für die Flachlandesoterik der Marktwirtschaft und ihrer Spielwiesen drauf. Wo gibt es in der westlichen Welt noch die ernsthafte und gesellschaftsbildende Bemühung, das Wesen Mensch zu entwickeln? Eben, nirgendo. Wir sind rational, beherrschen die Welt und wissen ohnehin alles besser. Auch ein Neandertaler hätte das so gesehen.

    Gewalt ist mit der buddhistischen Lehre nicht vereinbar, da es im Buddhismus - oder sagen wir besser in der buddhistisch wahrgenommenen Realität - keine Unabhängigkeit von Individuum und Universum, also auch nicht von den Individuen untereinader, gibt. Wenn hier Buddhisten einen Weg der Gewalt beschreiten, dann tun sie das entgegen der buddhistischen Lehre. Ich habe den vietnamesischen Buddhismus, vermittelt vom Zen-Meister Thich Nhat Hanh, kennengelernt. Er und seine Gemeinschaft gerieten damals in die Wirren des Vietnamkrieges. Ihr Weg, damit umzugehen, war es, unparteiisch den Opfern des krieges zu helfen, sich um Verletzte und Waisen beider Parteien zu sorgen. Parteilichkeit und Gewaltanwendung wäre völlig undenkbar gewsesen. Als Nhat Hanh schließlich aber von beiden Kriegsparteien des Verrats und der Spionage bezichtigt und bedroht wurde, mußte er mit seinen Schülern das Land verlassen.

  2. > Sie zelebrieren heute im tibetischen China die Selbstverbrennung
    > als Akt des zivilen Widerstands. Mit buddhistischer Gewaltlosigkeit
    > hat das wenig zu tun.

    Ganz egal, was man von diesen Selbstverbrennungen halten mag:
    Einen Suizid als Ausdruck des Protests gegen ein Unterdrückerregime mit den brutalten Ausschreitungen eines rassistischen Mobs gegen Unschuldige vergleichen zu wollen, ist doch geradezu grotesk.

    Ich stimme dem Erstkommentar zu: Hier wird der Eindruck erwähnt als sei der Buddhismus "eigentlich" eine äußerst gewalttätige Religion.

    Dabei ist die einzige und leider sehr triviale Erkenntnis nur die, dass die religiöse Zugehörigkeit eines Menschen keine Garantie für dessen Friedfertigkeit ist.

    Das hätte man allerdings auch so schon wissen können,
    nein: wissen müssen.

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    Da freut sich der religiös sekularisierte und rationale Geist "zivilisierter" Gesellschaften - diese sind genaugenommen die weltweiten Hauptkriegs(be)treiber - dass nun auch der als friedfertig bekannte Buddhismus zur Gewalt neigen kann. Damit kann man beweisen, dass es keine echte Friedfertigkeit unter Menschen gibt, was das eigene Handeln zu rechtfertigen vermag. Eine Art Schadenfreude.

    Dem sei nur angemerkt: es gibt auch spirituelle/religiöse Arschlöcher, ja. Keine Religion schützt davor. Aber das ist keine Entschuldigung für eigene Verfehlungen und erst recht nocht dafür, dass man die Existenz der Friedfertigkeit schon theoretisch ablehnt.

  3. in dem zumeist über Gewalt berichtet wird, die in irgendeiner Form islamisch motiviert/konnotiert/etc ist.

    Ihr Vorwurf zielte zwar auf die Einseitigkeit und Unsachlichkeit ab, aber einen Verweis auf diesen anderen Diskurs halte ich in diesem Fall für angemessen.

    Regt der Artikel doch zum Nachdenken über unseren Umgang und Verständnis von religiös motivierter Gewalt auf der Welt an.

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    Gewalt, auch wenn sich ein verwirrter Mönch an die Spitze der Bewegung gesetzt hat. Sein Gewand signalisiert etwas, das nicht in ihm lebt, sonst würde er es sofort beschämt ausziehen oder seine Haltung ändern weil seine Handlungen und die Gedanken, die der Buddha eindeutig genug formulierte, keineswegs zueinander passen.

    Es ist eine von Angst und Abwehr bestimmte Haltung und Handlungsweise, die die Menschen dort mitreisst. Aber dies führt sie nicht zum Besseren! Es hat noch nie heilenden Krieg oder förderlichen Hass gegeben! Obwohl die Menschheit so unglaublich viel Erfahrung mit dieser simplen und immer wieder bestätigten Wahrheit gesammelt hat, suchen die Leute ob hier, ob da immer noch aggressive Abkürzungen, wo geduldige und freundliche "Um-"wege für alle rettend wären. Nebenbei, welches Karma erzeugt die ganze Gewalt für die Ungeduldigen und Hassenden?
    Es geht diesen "buddhistischen" Leuten gar nicht um Bewusstwerdung des Leid's der Menscheit und die Erlösung daraus, es geht ihnen um's bessere Leben, vielleicht um's alltägliche Überleben - und Einigen geht es um die schiere Macht.... Schon dehalb ist das kein Religionskrieg sondern ein Macht- und Verteilungskampf, dem ein religiöses Mäntelchen umgehängt wurde.

  4. Und MAL WIEDER wurde ein Artikel offenbar überarbeitet, ohne dass den Lesern - geschweige denn den sich unwissentlich auf womöglich verschiedene Artikel beziehenden Kommentatoren - das in irgendeiner Weise mitgeteilt worden wäre.

    Oder sollen wir glauben, dass der Erstkommentator eine ZEIT-Maschine benutzt hat?...

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  5. die von einer Religion (oder sonstigen Weltanschauung) propagierte Ethik hat nur einen vernachlässigbaren Einfluß auf die tatsächlichen Handlungen ihrer Anhänger.

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  6. sein Bild vom Buddhismus als "guter Religion" korrigieren - unter der Grundannahme, dass es keine "gute Religion" gibt. Jede von ihnen kann so gelebt werden, dass sie gut ist - oder aber pervertiert werden. Im obigen Fall geschieht dies mit Rückendeckung der burmesischen Regierung.

    Was mich im Zusammenhang mit dem Artikel noch interessiert: Der Autor schreibt: "Besonders hart sind die an der Grenze zu Bangladesch lebenden Rohingya betroffen, eine muslimische Bevölkerungsgruppe mit 800.000 Angehörigen...". - Wer ist sonst noch betroffen? Bisher waren mir Verfolgungen in Burma ausschließlich im Zusammenhang mit den Rohingiya ein Begriff.

    Ansonsten noch eine Anmerkung: Wenn man sich mit den Verfolgungen beschäftigt, kann man sich durchaus auch einmal anschauen, wie kreativ Islamisten sind, wenn es darum geht das Thema für ihre Zwecke im Netz zu instrumentalisieren: einfach auf images.google.com gehen, den safe-seach-Modus ausschalten und "Stopp killing Muslims in Burma" eingeben.

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    mit Gewaltanwendung. So ist es im Kern auch mit dem Christentum. Die Evangelien sprechen da ganz klare Worte. Wer den Buddhismus lebt, kann ihn nicht ins Gegenteil verkehren und jedem, der sich eingehender damit befasst hat, weiß auch warum. Anders als die Ideologien von Nationalisten, Rassisten oder auch Patrioten, welche im Kern schon falsch sind, da sie auf völlig falsche Grundannahmen aufbauen - diese sind regelrecht vorprogrammiert, Unheil anzurichten, wenn sie konsequent umzusetzen versucht werden.

    Zu Absatz 2 Ihres Kommentars: Der Autor hat hier wohl eher eine geografische Abgrenzung gegenüber anderenorts ansässigen Rohingya gemeint.

    Zu Absatz 3: Instrumentalisierung bestimmter Themen ist nichts Außergewöhnliches, wenn auch nicht zu begrüßen. Oft wird sie aber auch nur unterstellt. Sogar Ihnen könnte man unterstellen, gerade mit diesem Absatz das Thema zu instrumentalisieren, um Stimmung gegen Muslime zu machen, wenn man wollte. Aber will man das?

  7. Ich bin dem Zeit Online-Aufruf gefolgt (auch wenn ich nicht "der Westen" bin) und habe mein Bild der "guten Religion" anhand der berichteten Umstände korrigiert:

    Ging ich bislang davon aus, dass Buddhisten (insbesondere Mönche) absolut friedfertige, sich alles-gefallende, ewig lächelnde und nie schimpfende, leicht unterdrückbare "Gutmenschen" wären, sehe ich jetzt in Buddhisten zwar ausgeprägte Menschenfreunde, die aber in der Lage sind gegen Unterdrückung, Hass und Gewalt altiv zu kämpfen.

    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Vergleiche. Danke, die Redaktion/ls

    18 Leserempfehlungen
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    Das heißt also, Sie sind der Meinung, man sollte es in Europa den Buddhas gleichtun und Moscheen anzünden? Dürfen sich die Muslime denn wenigstens dagegen wehren? Z.B. indem sie sich bewaffnen und sich in ihren Vierteln verschanzen? Oder sollten sie Ihrer Meinung nach sich widerstandslos abmurksen lassen?

    Wie dem auch sei. Hoffentlich haben einige Djihadi-Organisationen noch genug Kapazitäten und Verstand, um ihren Geschwistern in Myanmar beizustehen. Was auch immer man von den Vollbärtigen halten mag; wenn sie, wie in diesem Fall oder wie in Syrien, ihre Waffen und Bomben einsetzen, um Muslime zu schützen, werden aus ihnen freiheitskämpfer und keine Terroristen mehr.

    Sie verdrehen da etwas und diese Verdrehung verweist auf ihr eigenes Gut-Böse-Schema: ".. sehe ich jetzt in Buddhisten zwar ausgeprägte Menschenfreunde, die aber in der Lage sind gegen Unterdrückung, Hass und Gewalt altiv zu kämpfen."

    Unterdrückung, Hass und Gewalt gehen in diesem Fall von der mehrheitlich buddhistischen Gesellschaft Myanmars aus und richten sich gegen die Rohingya, die muslimischen Glaubens sind. Der Artikel dazu im Standard, auf den ein anderer Kommentator zuvor verwiesen hat, ist sehr empfehlenswert. Daher verlinke ich ihn hier nochmal: http://derstandard.at/134...

    @9, @10 - finden Sie an Ihren Haltungen irgendetwas Konstruktives, angesichts der Aggressionen und Gewalt in diesem Fall von Buddhisten gegen Muslime, sofort an das Problem radikaler Muslime zu erinnern und @10 eine gesamte Religionsgruppe, die Muslime, der Gewalt zu bezichtigen? Dem Weltfrieden dienen Ihre Haltungen ganz gewiss nicht!

    • mick08
    • 25. Mai 2013 21:55 Uhr

    in Ihren Gedanken. Hier sind buddhistische Mönche nicht "wehrhaft" gegen Muslime sondern gewalttätig. Hassprediger und Gewalt.

    Allerdings, dass Leser die Zusammenhänge pervertieren nimmt nun auch nicht wunder bei einem Artikel, der diese geschürte Gewalt mit den verzweifelten Selbstverbrennungen der Tibeter gleichstellt. So viel Undifferenziertheit muss man auch erst mal hinkriegen.

    Besonders peinlich: wie der Westen über das verzweifelte Aufbegehren der Tibeter schweigt!

    [...]

    Was mich an dem Artikel am meisten stört:

    Buddhistische Mönche wenden Gewalt gegen andersgläubige an - und wir "müssen unser Bild vom Buddhismus ändern" - der Buddhismus ist _nicht_ gewaltlos...

    Wie lange steht mein Kommentar hier, wenn ich Gewalttätige Salafisten (zum Beispiel) als Beleg anführe, daß "der Islam" ja doch keine friedliche Religion ist...???

    Ohne diese abscheulichen Taten verharmlosen zu wollen, aber die Quintessenz dieses Artikel ist doch nur die traurige Wahrheit, daß es Idioten, Rassisten und Mörder überall gibt.

    In jedem Land
    Mit jeder Hautfarbe.
    In jeder Glaubensrichtung.
    In jeder politischen Überzeugung

    Gekürzt. Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde mittlerweile gekürzt. Die Redaktion/ls

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