Gedenkakt in Thüringen"Es ist mir ein Bedürfnis"

Ausgerechnet das CDU-geführte Thüringen ehrt Homosexuelle mit einem Gedenkakt, wie es ihn noch nie gab. Hier spricht Regierungschefin Christine Lieberknecht über neue Gleichberechtigung und Coming-out in der Politik von  und

DIE ZEIT: Frau Lieberknecht, Sie widmen den Opfern des sogenannten Homosexuellen-Paragrafen 175 einen Staatsakt in Weimar. Warum gerade jetzt?

Christine Lieberknecht: Weimar ist eine wichtige Kulturstadt Europas, aber mit der geschichtlichen Hölle auf dem Ettersberg, dem KZ Buchenwald. Die Aufarbeitung kommt immer weiter voran, nun sprechen wir über diejenigen, die ihrer sexuellen Orientierung wegen dort inhaftiert waren. Die, weil sie ihresgleichen liebten, in Buchenwald oft unter barbarischsten Bedingungen den Tod fanden. Dass dieses Gedenken bisher fast völlig fehlte, ist historisch nicht korrekt.

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ZEIT: Die Bundesminister Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) und Peter Altmaier (CDU) haben sich angekündigt, das Ganze findet im Deutschen Nationaltheater statt. Viel Symbolik – aus politischer Korrektheit?

Lieberknecht: Für mich hat so ein Gedenken nichts mit politischer Korrektheit zu tun. Es ist mir ein Bedürfnis. Dieses Thema sollte besprochen werden.

Der Staatsakt

Er findet am 23. Juni in Weimar statt – in brisanter Zeit. Im Juni soll der Bundestag ein Gesetz zur steuerlichen Gleichstellung der Homo-Ehe vorlegen. Und auf Initiative des rot-schwarz regierten Berlin fordert nun der Bundesrat, die in der BRD nach Paragraf 175 Verurteilten zu rehabilitieren. Dieser stellte Sex zwischen Männern unter Strafe.

ZEIT: Paragraf 175 des Strafgesetzbuchs, der sexuelle Handlungen zwischen zwei Männern verbot, existierte bis 1994. Die schlimmsten Verbrechen im Namen dieses Paragrafen wurden in der NS-Zeit begangen, aber auch nach dem Krieg wurden Schwule unter Berufung auf dieses Gesetz schikaniert und drangsaliert.

Lieberknecht: Es ist doch klar, dass ein solcher Gedenkakt das nicht ausblenden kann. Er wäre nicht wahrhaftig, wenn nur Geschichte beleuchtet würde, ohne zu fragen: Machen wir es heute besser? Ich kann nur sagen: Zum Glück leben wir jetzt in einem Land, das nicht mehr nach der Herkunft urteilt, der Neigung. Wir lernen, dass wir frei sind und dass jeder Bürger frei sein soll; sei es in Fragen der Religion oder seiner Sexualität. Der Gedenkakt gibt uns die Möglichkeit, über das Unrecht zu sprechen, das die Betroffenen hier über viele Jahrzehnte erfahren haben. Vor dem Krieg, im Krieg, nach dem Krieg. Wir sind heute in einer Zeit, in der offener gelebt wird als je zuvor. Uns lehrt das Beispiel Rudolf Brazdas, dass auch Homosexuellen großes Unrecht widerfahren ist.

ZEIT: Rudolf Brazda, 1913 in Meuselwitz geboren, war bis zu seinem Tod 2011 der letzte Überlebende, der im KZ den "Rosa Winkel" hatte tragen müssen. 

Lieberknecht: Seine Geschichte wird im Mittelpunkt unserer Gedenkfeier stehen. Ich selber stamme ja aus der Nähe des Ettersbergs. Ich war Pfarrerin der Kirchgemeinde Hottelstedt, auf deren Territorium das KZ Buchenwald lag. Ich habe schon zu DDR-Zeiten alternative Führungen dort angeboten. Wir wussten zwar, dass auch Homosexuelle in Buchenwald inhaftiert waren, aber viel mehr wussten wir nicht. Erst viel später ist mir das Thema wieder begegnet. In der DDR wurde Homosexualität weithin ausgeblendet. Auch das Schicksal der Homosexuellen zur NS-Zeit.

ZEIT: Die Zeitzeugen werden immer weniger. Der Gedenkakt für Brazda findet posthum statt.

Lieberknecht: Das ist wirklich schade. Aber umso wichtiger ist es, jetzt dieses Gedenken nachzuholen.

ZEIT: Menschen, die Rudolf Brazda in den letzten Jahren seines Lebens getroffen haben, beschreiben einen unglaublich lebensfrohen, optimistischen Menschen.

Lieberknecht: Das habe ich bei Überlebenden des NS-Terrors immer wieder erlebt. Das ging mir bei Stéphane Hessel genauso. Dieser Mann mit seiner unbändigen Güte, mit seiner Entschiedenheit – sein Empört euch!. Das war stark!

ZEIT: Die DDR hat den Paragrafen 175 früher aus ihrem Gesetzbuch gestrichen als die Bundesrepublik. War der Osten in Gleichstellungsfragen fortschrittlicher?

Lieberknecht: Ja und nein. Einerseits wurde in der DDR Wert auf Gleichstellung gelegt. Andererseits hatte sich die SED ja einfach generell vom Bürgerlichen Gesetzbuch verabschiedet. Dadurch ist der Paragraf 175 hier relativ unbemerkt verschwunden.

ZEIT: In Westdeutschland drohte Homosexuellen bis 1969 sogar noch eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren. Im Gesetz stand das Wort "Unzucht". Wie kommt Ihnen das heute vor?

Lieberknecht: Natürlich klingt das im Rückblick sehr fremd! Aber bedenken Sie auch, dass viele Dinge, die heute mehr oder weniger selbstverständlich sind, eigentlich erst vor kurzer Zeit hart erkämpft wurden. Denken Sie an den Umgang mit Frauen, an ihre Berufs- und Karrierechancen. Oder daran, dass bis in die neunziger Jahre Vergewaltigung in der Ehe kein Straftatbestand war. Es ist noch nicht lange her, dass Frauen erst mit der Hochzeit aus der Vormundschaft ihrer Eltern entlassen wurden. All dies wirkt sehr fern, ist aber erst seit Kurzem Geschichte.

ZEIT: Kennen Sie diese Seiten der Adenauer-Republik eigentlich nur aus Geschichtsbüchern?

Lieberknecht: Die alte Bundesrepublik kannte ich vor allem von den Briefmarken her! Ich habe als Mädchen leidenschaftlich Briefmarken gesammelt.

ZEIT: Wirklich?

Lieberknecht: Ja! Ich hatte dadurch einen ganz eigenen Zugang zu manchen Gedenktagen und geistesgeschichtlichen Themen der alten Bundesrepublik. Aus dem Jahr 1969 fällt mir zum Beispiel die Jubiläumsmarke "50 Jahre Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge" ein – so eine graublaue Briefmarke, die zum Volkstrauertag aufgelegt wurde. Ich war damals elf Jahre alt, und wir haben zu Hause daraufhin heftig über Adenauer diskutiert.

ZEIT: Wie kamen Sie an Ihre Briefmarken?

Lieberknecht: Indem ich sie von Briefen abgelöst habe! Wir hatten viel Verwandtschaft im Westen, die schickten uns reichlich Post. Ich war ein fleißiges Briefmarkensammlermädchen. Dieses Hobby hatte ich von meinem Vater. Als Pfarrer bekam er viele Briefmarken aus der Gemeinde.

Leserkommentare
  1. Zitat: "Andererseits hatte sich die SED ja einfach generell vom Bürgerlichen Gesetzbuch verabschiedet. Dadurch ist der Paragraf 175 hier relativ unbemerkt verschwunden."

    Entweder liegt hier ein Schreibfehler oder eine Verwechselung vor. Der § 175, der sich mit gleichgeschlechtlichen Handlungen von Männern befasste, befand sich immer im Strafgesetzbuch.

    Die DDR kehrte zu der Fassung und Rechtsprechung vor der Verschärfung durch die Nazis zurück. 1968 wurde ein neues Strafgesetzbuch erlassen. In dem neuen § 151 wurden sexuelle Handlungen nur noch die eines Erwachsenem mit einem Jugendlichen gleichen Geschlechts erfasst.

    Der § 175 in diesem neuen Strafgesetzbuch befasste sich mit der Bereitstellung von Fälschungsmitteln.

    Das Bürgerliche Gesetzbuch von 1900 wurde in der DDR 1976 durch das Zivilgesetzbuch ersetzt.

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  2. Wenn ich noch einmal im Zusammenhang mit Schwulen, Lesben, Bisexuellen oder Trans*-Menschen den Ausdruck "Bekenntnis" oder "bekennende ..." lese, flippe ich aus!
    In verschiedenen Religionen, vor allem aber im Christentum steht der Begriff Bekenntnis auch für das Schuldbekenntnis als Eingeständnis der persönlichen oder kollektiven Schuld vor Gott.

    Es gibt offen lebende oder nicht offen ("geoutet") lebende Homosexuelle. Die von manchen Christen benutzte Formulierung von "bekennenden Homosexuellen" ist eine Beleidigung. Als sei es die Wahl einer Religion. So ist es aber bei der geschlechtlichen oder sexuellen Identität nicht!

    Frau Lieberknechts Argumentation wirkt gewollt ("es ist mir ein Bedürfnis"; da wird mir fast schlecht) und in vielen Punkten nicht überzeugend. Einmal abgesehen von ihrem traditionellen CDU-Familienbild (das Kinder in Regenbogenfamilien diskriminiert) ist auch ihre Sichtweise auf das Outing eines jungen Abgeordeten realitätsverschleiernd:

    Plötzlich ist sie nicht mehr Ministerpräsidentin, sondern "Seelsorgerin und Pastorin" und möchte "darüber nicht in der Zeitung sprechen". Warum nicht? An diesem Punkt wird die Diskussion doch interessant, wie fortschrittlich Sie und ihre konservative Anhängerschaft sind. Denn bei ihnen werden Lebensweisen, die dem vorgegebenen Familien- und Weltbild nicht entsprechen gerne ins "Private" abgeschoben.
    Bei mir bleibt der Verdacht: Möglichst unsichtbar sollen sie sein - und dankbar, dass sie nicht mehr mehr im KZ landen.

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    • Paxvo
    • 25. Mai 2013 9:41 Uhr

    oder was heißt "Outing"letztendlich?

    Ohne jetzt irgendwo nachzuschlagen möchte ich sagen, dass
    "Bekenntnis" nicht nur das Offfenbaren einer Schuld ist, sondern
    in erster Linie "zu etwas öffentlich stehen".

    Es gab ja auch mal die "Bekennende Kirche" in der Nazizeit.
    Wollten die damit ihre Schuld ausdrücken?

    Das finde ich auch, aber ich finde es nicht verkehrt dass an die Opfer erinnert wird, denn das wird wirklich viel zu oft vergessen.

    Davon abgesehen empfinde ich die Kategorisierungen "Regenbogenfamilie" unglaublich diskriminierend und verkitscht. Als würde es da besonders bunt und progressiv zugehen. Das sind einfach "Familien". "Familien" mit gleichgeschlechtlichen Elternteilen, um es auf den Punkt zu bringen, wenn von Ungleichheit bei Behandlung von außen gesprochen wird.

    Ich muss an ein Seminar zum Thema "Regenbogenfamilien" denken das ich besuchte; Neben mir saß eine junge Frau, die zu ihrer Begleiterin flüsterte; "Warum nennen die sich eigentlich Regenbogenfamilie? ich komme auch aus einer großen Regenbogenfamilie, ganz bunt und immer viel los."

    Ich möchte auch nicht schwul genannt werden. Das ist eine Beleidigung, so empfinde ich. Ich bin ein Mann und lebe offen in einer homosexuellen Beziehung für die ich gleiche Rechte fordere wie für heterosexuelle Paarbindungen. Meine Biographie, ob das immer schon so war und mit wem ich vorher geschlafen habe, das geht niemanden was an und ich will mich nicht kategorisieren lassen in eine Subkultur, die politisch auftritt. "Schwul-sein" das ist eine Erfindung der Emanzipation homosexueller Männer und hat sich aus meiner Sicht überholt- weil wir zwar diskriminiert werden, aber nicht mehr isoliert sind.

  3. Frau Lieberknecht ist zu loben. Es fehlt aber der bundesweite Akt der Widergutmachung. Dazu gehört vorranging die Aufhebung aller Urteile nach Paragraph 175 Stgb. Sodann müssen Mindeststandards für die Wiedergutmachung gesetzlich festgelegt werden, das heißt: Entschädigungszahlungen und eine öffentliche Entschuldigung für das vom Staat ausgegangene Unrecht, gerade das Unrecht nach 1945. Bemerkenswerterweise gehört Frau Lieberknecht einer Parteiengruppierung (CDU/CSU) an, die ansonsten immer noch das Bild des "schrillen" (Dobrindt, CSU) Homosexuellen pflegt und auch ansonsten ein schlechtes Bild abgibt (Geis, CDU, usw.). Die Union muss sich endlich bewegen und darf sich nicht ständig vom BVerfG korrigieren lassen.

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    Für mich ist die ganze Debatte äußerst scheinheilig. So würde mich interessieren, ob diejenigen hier, die die Benachteiligung der Homosexuellen beklagen, in ihrem Leben schon mal einen Brief an die Iranische Botschaft schrieben, in dem sie die Ermordung von über 5.000 Homosexuellen in den letzten 40 Jahren anprangern (Quelle: Europenews).

  4. dazu noch in dem Gastkommentar von Christian Bommarius der Berliner Zeitung...

    http://www.lsvd-blog.de/?...

  5. was mich dieser Tage zu dieser Thematik beschäftigt, ist die allgemeine Anerkennung eines Arztes, der u.a. in der Nazi Zeit direkt an der Verfolgung Homosexueller beteiligt war, Euthanasie regelrecht beworben hat -- was bei wikipedia steht ist nur die Spitze eines Eisberges
    http://de.wikipedia.org/w...

    ob das geistige Gedankengut wirklich die Unterstützung der Krankenkassen bekommen sollte - und ob man die "Erfindung" AT losgelöst von Schultz sehen kann ?

    Ist es wieder ein kostengünstiger quick fix ? der die Verschleierung der Historie rechtfertigen soll ?

    • Paxvo
    • 25. Mai 2013 9:41 Uhr

    oder was heißt "Outing"letztendlich?

    Ohne jetzt irgendwo nachzuschlagen möchte ich sagen, dass
    "Bekenntnis" nicht nur das Offfenbaren einer Schuld ist, sondern
    in erster Linie "zu etwas öffentlich stehen".

    Es gab ja auch mal die "Bekennende Kirche" in der Nazizeit.
    Wollten die damit ihre Schuld ausdrücken?

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    "Es gab ja auch mal die "Bekennende Kirche" in der Nazizeit.
    Wollten die damit ihre Schuld ausdrücken?"

    Christ zu sein bedeutet immer seine Schuld vor Gott (und zumeist auch vor den Menschen) "auszudrücken", d.h. zu bekennen. Die Christen der "Bekennenden Kirche" haben das sicher nicht anders gesehen. Selbst der der Ausdruck "sich zu etwas bekennen" hat immer den Anklang von "Geständnis". Dies auf die Identität von Menschen anzuwenden ist in der Tat herablassend und beleidigend.

    Ich finde Frau Lieberknecht wirkt zwar wohlmeinend, jedoch im Ganzen unglaubwürdig, berechnend und - wie gesagt - herablassend. Um ihrem politischen Profil einen toleranten Anstrich zu geben braucht sich m.E. keine Gruppe instrumentalisieren zu lassen.

  6. warum Minderheiten nach neuester anscheinend verbreiteter Auffassung stets den Mehrheiten gleichgestellt werden muessen? Nicht, dass hier das 'ich' doch etwas zu sehr in den Vordergrund geschoben wird...

    Ist die 'traditionelle' Familie denn heute ein Auslaufmodell? Oder ist man heute schon 'Rechtsradikal', wenn man nur von 'Familie' spricht...?

    Und - was bezwecken diese ewigen Gedenktage denn?

    Wir leben im Jahre 2013 und sollten uns mit unserer Zeit auseindandersetzen, in der wir leben -> die 'Vergangenheit' (sic!) ist vergangen und kann nicht geaendert werden, auch nicht in der Form, dass 'wir aus Geschichte lernen'. Das ist naemlich unmoeglich... oder warum ziehen bspw. die immer gleichen Konzepte der Parteien vor Wahlen?

    Leben und leben lassen sollte das Motto sein -> aber die Unterschiedlichkeit und die Charakterrisierung des Menschen als Individuum dabei nicht vergessen.

    Cheers

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    • edgar
    • 25. Mai 2013 11:08 Uhr

    "Leben und leben lassen sollte das Motto sein" proklamieren Sie.

    Mit Ihrer Eröffnung:
    "Wir leben im Jahre 2013 und sollten" (!) "uns mit unserer Zeit auseindandersetzen"
    scheinen Sie allerdings Geschichtsvergessen zu vergessen, dass viele intellektuelle Menschen der Meinung sind, dass Geschichte tatsächlich bedeutsam für unsere Gegenwart ist. Hierzu gibt es ausreichend Gründe.

    Ferner:
    "warum Minderheiten nach neuester anscheinend verbreiteter Auffassung stets den Mehrheiten gleichgestellt werden muessen?"

    Hierzu sage ich lediglich: Gleiche (Menschen-) Rechte für Alle !

    Es ist schon beeindruckend wie eine Fahne vor sich hergetragen wird ("leben und leben lassen") gegen die im nächsten Satz verstoßen wird.

    Wie nannten wir das doch ???

    • sinta
    • 25. Mai 2013 11:34 Uhr

    Wissen Sie was, ich habe ein Problem damit, dass bei Homosexuellen immer wieder von Minderheiten gesprochen wird.
    Für mich sind das keine Minderheiten, es sind Männer und Frauen. Nun bin ich Heterosexuell und kann es vielleicht nicht richtig beurteilen oder ich bin vielleicht einfach nur simple gestrickt, aber ich sehe Menschen und die wollen Ehen eingehen und eventuell Eltern werden - mit allen Pflichten und Rechten.
    Im Jahr 2013 ist es immer noch die deutsche Regierung die sie zu bewußt zur Minderheit macht. Sie könnte das ganz einfach ändern. Sollen halt die Menschen, die damit ein Problem haben in ihr Kissen oder in ihre Tastatur beißen und sich total bescheuerte Vergleiche einfallen lassen, wie, was ist wenn ich mein Schaf heiraten will, wo sind da meine Rechte? - für die hat es im Internet genug Plattformen - PI lebt von denen.

    Die eingetragene Lebenspartnerschaft impliziert die gleichen Pflichten wie in einer Ehe, aber nicht dieselben Rechte.

    Zur Glorifizierung der Ehe/traditionellen Familie und Zweifeln, Homosexuellen das Adoptionsrecht zuzugestehen: Alle zwei bis drei Tage kommt in D laut Kriminalstatistik ein Kind durch Vernachlässigung eines oder beider Elternteile ums Leben. Hier würden Sie sicher gegenargumentieren, dies seien Ausnahmen. Aber entsprechende Meldungen stehen ständig in den Schlagzeilen: Vor dem Flensburger Schwurgericht wurde unlängst eine Frau abgeurteilt, die 5 (fünf!) Neugeborene nach der Geburt tötete. Der Ehemann habe weder die Schwangerschaften noch die Tötungsdelikte bemerkt. Die Dunkelziffer mag man sich gar nicht ausmalen.

    Es stört Sie also, dass "Minderheiten" gleichberechtigt sein wollen. Mit diesem negativ besetzten Wort ("minderbemittelt", "minderwertig" usw) versucht man Personenkreise, die wie jeder das grundgesetzliche Recht darauf haben, dass ihre Würde unantastbar ist, kleinzureden. Dazu passt Ihre Argumentation, Vergangenes solle nicht wieder aufgewärmt werden. Also werden alle NS-Verbrechen somit ab sofort "ad acta" gebucht.

    Ihr joviales Deckmäntelchen-Schlusswort "leben und leben lassen" kann man wohl nur als beliebigen Allgemeinplatz einstufen.

    Im übrigen stimme ich dem Kommentator zu, der sich gegen das Wort "schwul" wehrt. Man übernimmt sovieles aus dem angloamerikanischen Bereich, warum nicht das unbelastete Wort "gay"?

    Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Danke, die Redaktion/mo.

    Um Ihre Frage ein zweites Mal zu beantworten:

    Minderheiten wie Schwule, Lesben, Schwarze, Juden, Muslime oder Behinderte erwarten die gleichen Rechte, weil sie ihnen aufgrund des Grundgesetzes und des Menschrenrechtsabkommens zustehen.

    http://de.wikipedia.org/w...
    http://de.wikipedia.org/w...

    Gleiche Rechte sind nicht verhandelbar, sondern Grundvorraussetzung.

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