Infraschall ist Schall, dessen Frequenz unterhalb der "Hörschwelle" des Menschen von etwa 20 Hertz liegt. Ganz unhörbar ist er aber nicht, denn eine solche absolute Hörschwelle gibt es nicht. Je niedriger die Frequenz, umso "lauter" (gemessen am Schalldruck) müssen aber die Wellen sein, damit wir sie wahrnehmen können.

Windräder erzeugen Schallwellen sowohl oberhalb als auch unterhalb von 20 Hertz. Das regelmäßige Wusch-Wusch-Wusch kann durchaus nerven. Der Schalldruck im Bereich des Infraschalls liegt aber weit unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Kann der Infraschall trotzdem eine biologische Wirkung haben? Fast alle Experten sagen Nein – was wir nicht hören können, kann uns auch nicht schädigen.

Interessant sind die Ergebnisse eines Versuchs, die Forscher aus Neuseeland in diesem Jahr veröffentlichten: In ihrem Labor spielten sie 54 Studenten zunächst ein Informationsvideo vor – die Hälfte sah einen Film, der vor Infraschall warnte, die andere einen, in dem die Wirkung verneint wurde.

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Dann wurden die Probanden angeblich Infraschall ausgesetzt – aber nur bei jeweils der Hälfte in jeder Gruppe war das tatsächlich der Fall. Das Ergebnis: Unabhängig davon, ob sie wirklich Infraschall auf die Ohren bekamen oder nicht, klagten die Studenten, die das warnende Video gesehen hatten, vermehrt über Symptome wie Kopfschmerzen. "Nocebo-Effekt" nennt man das – wer schlimme Wirkungen befürchtet, bei dem zeigen sie sich auch.

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