Morcheln gibt es das ganze Jahr über – in getrockneter Form. Aber nur jetzt, im Frühjahr, kann man sie auch frisch kaufen. Über den hohen Preis (auf dem Isemarkt in Hamburg habe ich vergangene Woche neun Euro bezahlt, für hundert Gramm) tröstet man sich am besten mit dem Wissen hinweg, dass Morcheln so geschmacksintensiv und mindestens so delikat wie Trüffeln sind.

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Das Schönste aber ist, dass Morcheln zu jenen kostbaren Lebensmitteln gehören, die zwar sündteuer, dafür aber extrem einfach und schnell zu einer wunderbaren Mahlzeit zu verarbeiten sind. Mir schmecken sie am besten in einer klassischen Sahnesoße auf breiten, nicht zu dicken Bandnudeln. Ein fast noch größerer Luxus ist es, sich die Zeit zu nehmen und seine Bandnudeln selbst zu machen.

Die Morcheln wasche ich und tupfe sie trocken, große Pilze werden halbiert. In einer Pfanne mit hohem Rand erhitze ich die Butter, brate Morcheln und Schalotte zusammen darin an. Ich würze mit Zitronensaft, Pfeffer und Salz, lösche mit ein wenig Weißwein ab, gare alles 5 Minuten lang bei niedriger Hitze und lasse den Weißwein dabei reduzieren. Dann bedecke ich die Morcheln mit heißer Sahne, die ich in einem zweiten Topf erwärmt habe, und lasse diese einkochen, bis die Soße dick wird. Vor dem Servieren rühre ich Crème fraîche und die grob gehackte Petersilie dazu. Für die selbst gemachten Nudeln vermische ich Grieß, Mehl und eine Prise Salz, verknete das alles mit Wasser zu einem glatten Teig und lasse diesen zugedeckt eine Stunde lang ruhen, bevor ich mit der Nudelmaschine die Bandnudeln forme.

Frische Morcheln mit Bandnudeln
(für vier Personen)

250 g Morcheln
1 EL Butter
1 TL gehackte Schalotte
1 TL Zitronensaft
Pfeffer, Salz
1 Schuss Weißwein
400 ml Sahne
etwas Crème fraîche
etwas glatte Petersilie

Selbst gemachte Nudeln:
180 g Hartweizengrieß
125 g Mehl
Salz
175 ml Wasser