Karottenkuchen ohne Buttercreme © Jason Lowe

Der sogenannte Hype-Zyklus stellt die unterschiedlichen Phasen öffentlicher Wahrnehmung dar, die neue Technologien immer durchlaufen. Das Modell lässt sich gut auf Nahrungsmittelvorlieben übertragen, die ebenfalls einem schnellen Wandel unterliegen. Der Weg des Karottenkuchens zum Beispiel verlief so: Er kam Ende der neunziger Jahre gemeinsam mit Muffins und Cupcakes aus den USA nach Deutschland. Mit seiner Haube aus Buttercreme war er ein Wunder für diejenigen, die mit bröseligem Käsekuchen aufgewachsen waren. Doch nach den Gesetzen des Hype-Zyklus geht es vom "Gipfel der überzogenen Erwartungen" immer hinab in das "Tal der Enttäuschungen". Das war vor ein paar Jahren, als man französische Macarons entdeckte und sich leicht angewidert von der üppigen American Bakery abwandte.

Einiges spricht dafür, dass der Karottenkuchen es inzwischen auf das "Plateau der Produktivität" geschafft hat: Auch in Weißmehl-Backshops wird er heute angeboten, und selbst diejenigen kaufen ihn manchmal, die überlegen, was nach den Macarons als nächstes großes Ding kommen könnte.

Der australische Koch Matt Wilkinson hatte jetzt die Idee, den Karottenkuchen von der Buttercreme zu befreien. So macht er ihn, abseits vom Hype-Zyklus, zu einem schön schlichten Kuchen, der nicht zu süß ist und zu Käse passt, zu Brie beispielsweise, serviert als abschließender Gang eines Abendessens.

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Zunächst Eier mit Zucker schaumig schlagen, das Öl unterrühren. Mehl mit Backnatron, Zimt und Backpulver in eine Schüssel sieben. Eiermasse unterheben, ebenso Möhren und Walnüsse. Den Teig in eine eingefettete, mit Backpapier ausgelegte Kastenform geben, 30 bis 45 Minuten im auf 180 Grad vorgeheizten Ofen backen.

Karottenkuchen ohne Buttercreme

4 Eier
375 g Zucker
300 ml Sonnenblumenöl
340 g Mehl
½ TL Backnatron
½ TL Backpulver
1 Prise Zimt
350 g Möhren (geschält und gerieben)
250 g Walnusskerne (gehackt)