Wochenmarkt : Ein anderer Karottenkuchen

Der australische Koch Matt Wilkinson bereitet Karottenkuchen ohne die süße Buttercreme zu. Dadurch gewinnt er an Vielseitigkeit – und schmeckt wunderbar zu Käse.
Karottenkuchen ohne Buttercreme © Jason Lowe

Der sogenannte Hype-Zyklus stellt die unterschiedlichen Phasen öffentlicher Wahrnehmung dar, die neue Technologien immer durchlaufen. Das Modell lässt sich gut auf Nahrungsmittelvorlieben übertragen, die ebenfalls einem schnellen Wandel unterliegen. Der Weg des Karottenkuchens zum Beispiel verlief so: Er kam Ende der neunziger Jahre gemeinsam mit Muffins und Cupcakes aus den USA nach Deutschland. Mit seiner Haube aus Buttercreme war er ein Wunder für diejenigen, die mit bröseligem Käsekuchen aufgewachsen waren. Doch nach den Gesetzen des Hype-Zyklus geht es vom "Gipfel der überzogenen Erwartungen" immer hinab in das "Tal der Enttäuschungen". Das war vor ein paar Jahren, als man französische Macarons entdeckte und sich leicht angewidert von der üppigen American Bakery abwandte.

Einiges spricht dafür, dass der Karottenkuchen es inzwischen auf das "Plateau der Produktivität" geschafft hat: Auch in Weißmehl-Backshops wird er heute angeboten, und selbst diejenigen kaufen ihn manchmal, die überlegen, was nach den Macarons als nächstes großes Ding kommen könnte.

Der australische Koch Matt Wilkinson hatte jetzt die Idee, den Karottenkuchen von der Buttercreme zu befreien. So macht er ihn, abseits vom Hype-Zyklus, zu einem schön schlichten Kuchen, der nicht zu süß ist und zu Käse passt, zu Brie beispielsweise, serviert als abschließender Gang eines Abendessens.

Alle Wochenmarkt-Rezepte © Miguel Medina/AFP/Getty Images

Zunächst Eier mit Zucker schaumig schlagen, das Öl unterrühren. Mehl mit Backnatron, Zimt und Backpulver in eine Schüssel sieben. Eiermasse unterheben, ebenso Möhren und Walnüsse. Den Teig in eine eingefettete, mit Backpapier ausgelegte Kastenform geben, 30 bis 45 Minuten im auf 180 Grad vorgeheizten Ofen backen.

Karottenkuchen ohne Buttercreme

4 Eier
375 g Zucker
300 ml Sonnenblumenöl
340 g Mehl
½ TL Backnatron
½ TL Backpulver
1 Prise Zimt
350 g Möhren (geschält und gerieben)
250 g Walnusskerne (gehackt)

Kommentare

15 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Etwas zur Allergie

@Nb2706
Eigentlich sollte das bei Walnüssen eher unkritisch sein. Meine Frau hat die gleiche Allergie (+ jegliches Steinobst wie Apfel, Kirsche, Pflaume, ....) und Walnüssen sind DIE Lösung, wenn man eben Nüssen verwenden möchte.
Wir habe unsere gesamt Weihnachtsbäckerei auf Walnüsse umgestellt.
Insofern, könnte das mit Walnüssen doch funktionieren. Einfach mal testen bzw. schlau machen.

Viele Grüße

Andreas