Lexus GS 450hVon A nach B

Peter Dausend fährt mit dem Lexus GS 450h von den Grünen-Wählern zur FDP. von 

Lexus GS 450h

Lexus GS 450h  |  © Hersteller

Der Lexus GS 450h ist ein Wagen wundersamer Verwandlungen: Sobald man die Start-Taste drückt, fühlt man sich wie Tom Cruise. Denn dann schiebt sich der Sitz in die optimale Fahrposition – und das Lenkrad schwebt einem entgegen, als säße man in jenem Zukunftshelikopter mit schwenkbaren Kugeldüsen, mit dem Cruise in Oblivion eine wüste, menschenleere Erde erkundet.

Doch das Stückchen Erde, auf das ich durch die Frontscheibe schaue, ist weder wüst noch menschenleer – es ist bevölkert von jenen Grünen-Wählern mit Milchschaum vorm Mund, die ein Klischee in Berlin-Prenzlauer Berg verortet und die dort tatsächlich Wirklichkeit sind. Mit dem hybridgetriebenen Lexus jagte die Grüne Katrin Göring-Eckardt die Konservativen einst auf den Baum der Empörung. Eine Vizepräsidentin des Bundestages, die sich nicht statusgemäß mit einer deutschen Edelmarke zum Dienst fahren lässt, sondern mit einem schadstoffarmen Japaner!

Anzeige
Von A nach B
Alle Folgen der Serie "Von A nach B" aus dem ZEITmagazin

Alle Folgen der Serie "Von A nach B" aus dem ZEITmagazin  |  © .marqs/Photocase

488 Kilometer liegen vor mir. So weit ist es von Berlin nach Nürnberg, dort halten die Liberalen ihren Parteitag ab. Von einem Zentrum grünen Lebensgefühls geht es zur FDP, von einem Besserverdiener-Milieu zum nächsten – stilecht in der 70.000 Euro teuren "Luxury Line" des Lexus. Sparsam, leise und schadstoffarm rollt er der A9 entgegen, vorwiegend elektrisch angetrieben, und den Fahrer begleitet das angenehme Gefühl, dass er sich dieses umweltverträgliche Fahren in weichen, beheiz-und belüftbaren Ledersitzen sehr wohl leisten kann. Auf der Autobahn beginnt es zu kribbeln. Mit jedem Kilometer, den der Lexus sich der FDP nähert, interessiert weniger, ob der Wagen nun 137 Gramm CO₂ pro Kilometer ausstößt oder das Doppelte, ob er sechs Liter verbraucht oder zwölf. Nach 200 Kilometern weiß ich, wie sich ein Bleifuß anfühlt, nach 300 halte ich mich für einen Individualisten, nach 400 rufe ich "Freie Fahrt für freie Bürger!": genug von grünen Verbotsschildern, von deren Anleitungen zum Gutsein, von all dem "Müssen" im Grünen-Programm und dem vielen "Nicht-Dürfen"! Der Elektroantrieb hat sich schon lange abgeschaltet, ich will jetzt immer mit 250 km/h durchs Leben brettern. Ich will Freiheit, ich will schmutzen, ich will FDP! Als Nürnberg in Sicht kommt, ein Selbsterfahrungsschock: Ich bin als Tom Cruise gestartet und komme als Philipp Rösler an.

Technische Daten

Motorbauart: 6-Zylinder-Benzinmotor plus Elektromotor
Systemleistung: 254 kW (345 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 5,9 s
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
CO₂-Emission: 137 g/km
Durchschnittsverbrauch: 5,9 Liter
Basispreis: 54.750 Euro

Peter Dausend ist Redakteur im Hauptstadtbüro der ZEIT

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Hybridtechnik eignet sich für urbane Mobilität. Spritsparen trotz stop-and-go- Betrieb. Aber ein Stadtauto mit 345PS? Das macht keinen Sinn. Ist wohl eher Lifestyle!
    Auf Strecke ist die Hybridtechnik nur Ballast. Herr Dausend: Wieviel Sprit haben Sie denn nun verbraten auf der Strecke Berlin- Nürnberg?

    5 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Kottem
    • 06. Juni 2013 15:20 Uhr

    Ich kann Ihnen da leider nicht zustimmen. Ich fahre seit 2007 einen Toyota Prius. Obwohl in der Presse und in den Kommentaren immer wieder Anderes behauptet wird, mir ist es noch nie, egal in der Stadt oder auf der Autobahn gelungen, mehr als 6l/100km zu verbrauchen. Im Schnitt 5,4.

    Der Lexus bietet darueber hinaus den Vorteil, dass er auf der Autobahn auch noch Spass macht, was der Prius zugegeben nicht tut. Der Lexus bietet den Vorteil, dass er ueber ein sehr hohes Drehmoment verfuegt, was zu sehr guten Beschleunigungswerten und damit zum beschriebenen Fahrspass fuehrt. Im taeglichen Pendelbetrieb dann aber deutlich weniger verbraucht.

    Hatte mal einen 3.0 Diesel Audi fuer ein Wochenende, der auch sehr viel Spass gemacht hat, der dann aber auch 14l/100km verbraucht hat.

    Die Diskussion, ob man unbedingt so schnell fahren muss, spare ich hier aus. Muss jeder fuer sich entscheiden.

    • Kauri
    • 06. Juni 2013 16:11 Uhr

    Was hat denn der Autor da so durch die Einspritzdüsen laufen lassen? Das ist doch die allein entscheidene Frage? Das würde auch die grüne Vizepräsidentin des Bundestages ein wenig entlarven! Ach - die fährt nicht so schnell? Wirklich nicht?
    Wenn sich ein Privatmensch einen Lexus kauft, weil er meint ökologisch sein zu müssen, dann sei ihm dieser Selbstbetrug verziehen. Wenn er ihn kauft, weil er ein interessantes gute Auto haben möchte, dann hat er Recht.
    Wenn aber die Vizepräsidentin wirklich ökologisch sein will, dann lässt sie einen Erdgas-Passat anschaffen. Der ist groß genug und für grünen Lifestyle völlig angemessen.
    Bei den Ministern hört man ja immer etwas von Sicherheitseinrichtung für VIP's.....
    Also: Schussfest ist der Lexus nicht.
    Der Fahrbericht über den Auris Hybrid von H. Schwarzer neulich war vielleicht nicht so feuilletonistisch, dafür aber mit etwas mehr Hintergrund!

  2. Dieser Artikel spricht für sich und gegen seinen Autor! Das Niveau passt: Wo FDP draufsteht ist halt nur FDP drin! Wer mehr erwartet, ist naiv!

    2 Leserempfehlungen
    • Kottem
    • 06. Juni 2013 15:20 Uhr

    Ich kann Ihnen da leider nicht zustimmen. Ich fahre seit 2007 einen Toyota Prius. Obwohl in der Presse und in den Kommentaren immer wieder Anderes behauptet wird, mir ist es noch nie, egal in der Stadt oder auf der Autobahn gelungen, mehr als 6l/100km zu verbrauchen. Im Schnitt 5,4.

    Der Lexus bietet darueber hinaus den Vorteil, dass er auf der Autobahn auch noch Spass macht, was der Prius zugegeben nicht tut. Der Lexus bietet den Vorteil, dass er ueber ein sehr hohes Drehmoment verfuegt, was zu sehr guten Beschleunigungswerten und damit zum beschriebenen Fahrspass fuehrt. Im taeglichen Pendelbetrieb dann aber deutlich weniger verbraucht.

    Hatte mal einen 3.0 Diesel Audi fuer ein Wochenende, der auch sehr viel Spass gemacht hat, der dann aber auch 14l/100km verbraucht hat.

    Die Diskussion, ob man unbedingt so schnell fahren muss, spare ich hier aus. Muss jeder fuer sich entscheiden.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ..haben sie vermutlich den sechsten Gang übersehen...

  3. ..haben sie vermutlich den sechsten Gang übersehen...

    Antwort auf "Zwischenschritt"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... weil gerade Audi für seine sparsamen Motoren bekannt ist oder was?

  4. Der Artikel ist auf den ersten Blick so so herrlich unvernünftig. Da fallen mir gleich mehrere Dinge ein:

    - Autofahren an sich darf selbst dann Spaß machen, wenn man sich gleichzeitig dem Klimaschutz verpflichtet fühlt und es deshalb möglichst unterlässt

    - Der Effizienz-Wahn, also die gesetzliche Senkung des Durchschnittsverbrauchs, hat offenkundig nicht den gewünschten Klimaschutz-Effekt. Lt. Statistiken des Umweltbundesamtes sinken zwar die CO2-Emissionen pro Personenkilometer, nicht aber der Gesamtausstoß der Flotte. Warum? Weil die Einsparungen pro Personenkilometer durch eine Ausweitung der Gesamtkilometer wieder überkompensiert werden (http://www.umweltbundesam...). Das nennt sich dann Rebound-Effekt und funktioniert einfach so:
    Verbraucht das Kfz aufgrund einer gesetzlichen Effizienzvorgabe statt 8 l/km nur noch 4 l/km, so kann man bei gleichem Kraftstoffpreis und gleichem Budget nun doppelt so viele km wegschrubben. Genau das ist es, was die Leute dann scheinbar auch tun - das Klima hat davon wenig. Mit jeder Effizienzvorgabe wird das Autofahren zudem billiger und somit attraktiver im Vergleich zum ÖPNV etc.. Das Resultat der Effizienzsteigerungen also mehr Autoverkehr.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    naja, nur dann, wenn 1. der Spritpreis gleich liebe (tut er nicht, er steigt) und 2. die Spritkosten die einzigen Kosten wären, die ein Auto beim Fahren verursacht (sind sie aber nicht, wer mehr Kilometer fährt, hat mehr Verschleiß, irgendwann höhere Versicherungsprämien etc.).

    • Kauri
    • 06. Juni 2013 16:11 Uhr

    Was hat denn der Autor da so durch die Einspritzdüsen laufen lassen? Das ist doch die allein entscheidene Frage? Das würde auch die grüne Vizepräsidentin des Bundestages ein wenig entlarven! Ach - die fährt nicht so schnell? Wirklich nicht?
    Wenn sich ein Privatmensch einen Lexus kauft, weil er meint ökologisch sein zu müssen, dann sei ihm dieser Selbstbetrug verziehen. Wenn er ihn kauft, weil er ein interessantes gute Auto haben möchte, dann hat er Recht.
    Wenn aber die Vizepräsidentin wirklich ökologisch sein will, dann lässt sie einen Erdgas-Passat anschaffen. Der ist groß genug und für grünen Lifestyle völlig angemessen.
    Bei den Ministern hört man ja immer etwas von Sicherheitseinrichtung für VIP's.....
    Also: Schussfest ist der Lexus nicht.
    Der Fahrbericht über den Auris Hybrid von H. Schwarzer neulich war vielleicht nicht so feuilletonistisch, dafür aber mit etwas mehr Hintergrund!

  5. ... weil gerade Audi für seine sparsamen Motoren bekannt ist oder was?

    Antwort auf "Beim Audi"
  6. Schade, dass der Autor die Gelegenheit nicht genutzt hat Näheres über das Auto zu berichten sondern es vorgezogen hat seine politische Gesinnung kund zu tun. Ob die Autoindustrie dafür herhalten möchte und Testwagen vergibt scheint mir fraglich...

    Aber ist gibt andere gute Quellen für infos zum GS 450h:

    http://www.focus.de/auto/...

    http://www.greenmotorsblog.de/hybridautos/lexus-gs-450h-luxury-line-–-testbericht-dynamisch-sparsam-komfortabel/13120/

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Serie Von A nach B
  • Schlagworte Lexus
Service