Wissen in Bildern : Wetter verrückt

Wann immer Flüsse über die Ufer treten oder Stürme das Land verwüsten, wird die Frage gestellt: Sind das die Vorboten des Klimawandels?
Klicken Sie auf das Bild, um die Grafik als PDF herunterzuladen. © Nora Coenenberg

Nicht nur Wissenschaftler protokollieren Wetterereignisse, um daraus Schlüsse auf die Klimaentwicklung zu ziehen. Auch Versicherungen haben ein Interesse daran – schließlich wollen sie abschätzen, ob sie in Zukunft mit mehr Schadensfällen aufgrund von Extremwetter rechnen müssen. Wir zeigen hier die Deutschland-Daten des Rückversichererers Munich Re, der akribisch Buch führt über Stürme, Überschwemmungen und Hitzewellen. Die Bilanz: Wenn man nur die Ereignisse zählt, dann ist ein steigender Trend nur bei den Stürmen zu verzeichnen. Die Zahl der Überschwemmungen nimmt nicht zu – wohl aber ihre Intensität in manchen Teilen Deutschlands.

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Neutralität

Kürzlich sah ich eine Fernsehreportage, in der ein Hausbesitzer die Pegel der vergangenen Fluten an seiner Hauswand markiert hatte. Am Ergebnis gibt es nichts zu pinseln: jede neue Flut war höher als die vorhergehenden.
Das sind nicht die Vorboten des Klimawandels, das ist der Klimawandel! Neutral dargestellt IST er bedrohlich.

Striche

"Jetzt reichen schon ein paar Striche an der Hauswand als Beweis für den Klimawandel."

Sie haben Recht, die Flutmarken sind eine Sekundärerscheinung der steigenden Temperatur, die sich naturgemäß lokal verschieden auswirkt. Gemeinsame Ursache aller starken Niederschläge ist aber eine erhöhte Verdunstung, die zwingend über eine höhere Temperatur erfolgt.

Temperaturkurven sind im Prinzip auch nur Striche auf dem Thermometer, trotzdem gelten sie als Beweis für den Klimawandel.

Direkte Zusammenhänge

Was meinen Sie denn, wie der viele Regen in den Himmel gekommen ist, wenn nicht durch Verdunstung?
Die Wetterlage allein macht keine Flut, wie Sie hier andeuten, sondern das Zusammentreffen von großen Wassermengen in der Troposphäre, entsprechender Hoch-/ Tiefdruckverteilung und dem passenden Temperaturgefälle.

Letztes Jahr sind die Briten abgesoffen, dieses Jahr wir, nächstes Jahr... (?)

............

"sondern das Zusammentreffen von großen Wassermengen in der Troposphäre, entsprechender Hoch-/ Tiefdruckverteilung und dem passenden Temperaturgefälle."

Korrekt. Wie sie selber schreiben ist die erhöhte Verdunstung nur ein Baustein darin und nebenbei der am einfachsten berechenbare.
Daher ist die Schlussfolgerung: steigende Temperaturen = mehr Verdunstung = stärkere Hochwasser nicht zulässig.
Sie ignoriert nämlich alle anderen von ihnen genannten Faktoren, deren Entwicklung und Abhängigkeit von der globalen Temperatur wir nicht kennen.

Krause Logik

"Daher ist die Schlussfolgerung: steigende Temperaturen = mehr Verdunstung = stärkere Hochwasser nicht zulässig."

Sind wir uns darüber einig, dass verdunstetes Wasser zwingend irgendwo wieder abregnet? Wenn nicht, brauchen wir nicht weiter diskutieren.
Wenn ja, ist nicht die Frage OB, sondern WO es das tut. Das hängt eben von der Konstellation der Druckgebiete und der Temperatur ab. Passiert es nicht hier, passiert es woanders. Aber passieren tut es.

Trend

"Die Bilanz: Wenn man nur die Ereignisse zählt, dann ist ein steigender Trend nur bei den Stürmen zu verzeichnen."
Also ich hab die Daten mal eben ins Excel gehackt und sowohl bei Flut und Extremwetterereignissen bekomme ich einen positiven Trend wenn ich einen linearen Fit oder einen Moving Average (mit einem Zeitraum von 10 Jahren) anwende.
Deswegen meine Frage an die Redaktion: Die Grafik gibt schon die Anzahl der Ereignisse wieder? Oder geht da noch etwas anderes mit rein?

@Redaktion

Da ich bisher noch keine Antwort auf meine Frage erhalten habe, formuliere ich diese noch einmal neu:
Ich habe die Daten aus der Grafik genutzt und mit einfachen Mitteln (Linearer Anstieg, Gleitender Mittelwert) analysiert. Beide Verfahren ergeben einen Anstieg sowohl bei den Flutereignissen (von ca 3 auf 5/Jahr) als auch bei den Extremtemperaturereignissen (von ca 0.5 auf 2-2.5/Jahr) im angegebenen Zeitraum.
Dies steht im Gegensatz zu der im Artikel gemachten Aussage "Wenn man NUR die Ereignisse zählt, dann ist ein steigender Trend NUR bei den Stürmen zu verzeichnen. "
Deswegen meine Frage: Die Achse auf der linken Seite der Grafik gibt schon die Anzahl der Ereignisse an, oder? Wie wurden die Daten analysiert, dass die im Artikel gemachte Aussage zustande kommt (kann ja durchaus sein das die einfachen Methoden die ich verwendet habe den angegebenen Daten nicht gerecht werden)? Wuerde mich wirklich sehr interessieren und ich waere ueber eine Antwort dankbar.
Cheers