Im Internet kann man zu jeder Tages- und Nachtzeit mit Menschen überall auf der Welt Schach spielen. Kein Wunder, dass Online-Schach immer beliebter wird und auf www.schach.de täglich viele Tausend Partien ausgetragen werden. Meistens Blitzpartien von nur wenigen Minuten Dauer, meistens nur zur "spannenden Entspannung" nach der Arbeit. Doch natürlich gibt es auch "Verrückte", einer spielte gar 200.000 Partien "Bullet", wobei man nur eine Minute Bedenkzeit pro Partie hat. Nicht jedermanns Sache!

Vor geraumer Zeit konnte man lesen, dass in Lörrach Anwohner die Polizei riefen, als sie einen Nachbarn laut und drohend "Du kommst hier nicht raus!" schreien hörten. Doch es war nur ein Online-Schachspieler, der offenbar über der bewegenden Partie Ort, Zeit und Umgebung vergaß und seinen Gefühlen freien Lauf ließ.

Das erinnert mich an einen der besten deutschen Blitzschachspieler, der beim Spiel gegen das Programm "Fritz" die johlenden Kiebitze siegessicher wissen ließ: "Jetzt hab ich dich, verdammte Blechkiste – es ist aus und vorbei!" Ein paar Züge später war er matt.

All das kann ich mir bei dem Münchner Radiologen Kurt Baum, auch wenn er den Verlockungen des Online-Schachs bereitwillig erliegt, nicht vorstellen. Wie bestrafte er als Weißer am Zug den keck in sein Lager eingedrungenen schwarzen König überraschend mit der Höchststrafe, sprich Matt?

Lösung aus Nr. 23:

Mit welcher Opferkombination gewann Schwarz? Nach dem Läuferopfer 1...Lxf4! wurde Weiß nach 2.Txf4 Txc2+ 3.Kd1 (3.Kb1 Tc1 matt) Tc1+ 4.Kd2 (4.Ke2 hätte das Ende nur sinnlos hinausgezögert) Tc8–c2+ 5.Kd3 Txb2! 6.Te2 (6.Se2 Td1 matt) Tc3 matt gesetzt